03.10. |
02.10.2002 20:16
yeti
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 24.02.2002
Herkunft: Dahoam im Landkreis München Fan von: Franz. Teams, Biathlon
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03.10.
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Thüringo - Frank'n!
Die Frank'n hinto da Grenz,
die senn ar bißlar üb'l draa,
do-u geht gleich hintom Daub'lsbarg
es schönar Thüringo Landlar aa,
wu Onk'l, Tantar, Vetto, Boos,
von uns senn lengst gotrennt.
Do-u hot vo Kummo un Trennungsschmerz
sich mancho fast do-rennt.
Do Thüringo Frank is ohnar Stolz
un ganz bestimmt aus gut'n Holz,
red deutlich ohnar Gfrett,
wie's jedo gleich vosteht,
net erst üm 15 Eck'n rüm,
ar kricht halt gleich die Grümm.
Mog net, wenn eno vür-nähm tut,
do-u is na sofort klar,
die Spruchbeut'l, die kennt ar noch
die senn ar net weit har.
Frögst, öb zu uns Vobindung war?
sogt ar dir gleich: "senn tut do rar,
manchmal gor a weng, weng,
su wie mir's ar vostenn."
Du merkst, die Sproch vobind uns noch,
grad wie vur 100 Johr
mo hofft, des bläbt fo ewig doch,
bis die Grenz voschwind, sogor.
Un däß des ar von Dau-o ist
bleu's ei arn jeden Kind,
denn war die ägnar Leut vogißt,
dar tut die größtär Sünd'.
So spricht man bei meiner Oma, sie wohnt in Oberfranken, in Neustadt bei Coburg direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Hoffnung auf die Grenzöffnung hat sich ja zum Glück erfüllt, aber dieses Gedicht gefällt mir immer noch, es soll einen daran erinnern, wie schrecklich die Teilung war.
Meine Eltern waren damals überwältigt, als sie nach 28 Jahren wieder nach Thüringen konnten!
Als damals die Grenze geöffnet wurde, hat der 93-jährige Max Deininger, der älteste Bürger Neustadts, gesagt: " Däß ich des noch dolaab dörf, des hätt ich net godacht"
Ich wünsche allen meinen Landsleuten einen schönen Nationalfeiertag!
So, gerade noch gefunden, passend zum Thema:
www.webpolitik.de/music/deutsch.ram
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von yeti: 02.10.2002 20:45.
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02.10.2002 23:18
Phil
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 03.03.2002
Herkunft: Bayern/ Hof Fan von: radsport...
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Ich hab eine ziemlich lustige Erinnerung an die Grenzöffnung.
Am Hbf in Hof sind damals die ganzen Züge mit den Leuten aus der Ex-DDR angekommen und die Hofer Bürger haben den Menschen kleine Geschenke gemacht.
Ich war mit meinen Eltern dort, um alte Klamotten abzugeben und prompt hat mir eine alte Oma zur begrüßung 2 Tafeln schokolade geschenkt.
Das war das einzige, an das ich mich bei der Grenzöfnung noch erinnern kann.
__________________ Ich weiß, dass ich nicht weiß (Sokrates).
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03.10.2002 08:19
KitKat
Tour-Sieger

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Bayern Fan von: Jörg Jaksche
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Die Tage nach der Grenzöffnung werde ich auch nie vergessen!
Ganz Bayreuth war voll mit Trabbbis.. 
Die haben überall geparkt...auf der Strasse, auf´m Bürgersteig 
Da war nirgendwo ein durchkommen!
Von den "kilometerlangen" Schlangen an den Kaufhauskassen will ich gar nicht reden
Ich glaub Bananen waren schon morgens um 9Uhr ausverkauft..
__________________ Lieber einmal mit Schneewittchen als siebenmal mit den Zwergen!
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03.10.2002 08:49
Glgnfz
Illuminatus

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Lehmen Fan von: Leuten, die durchaus auch arbeiten...
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ich hab da nix von mitbekommen
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bis irgendwelche "ostler" im rheinland angekommen waren waren sie fast schon assimiliert...
ohne witz: hier hat man gar nicht gemerkt, dass sich was geändert hat!
p.s.: "ostler" ist nicht abwertend gemeint, nur als zeitdokument!
__________________ Hier könnte Ihre Signatur stehen!
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03.10.2002 09:15
yeti
Legende der Landstrasse
Dabei seit: 24.02.2002
Herkunft: Dahoam im Landkreis München Fan von: Franz. Teams, Biathlon
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Ich stand damals mit meiner Tante an der "Gebrannten Brücke", so heißt da eine Stelle, wo früher mal eine Brücke war und hab den Leuten, die von "Sumbarch" nach "Neuschtodt" gefahren sind, Schokolade, Orangen, Bananen und ähnliches geschenkt.
Es gab Bustransfers von Ost nach West und West nach Ost, es gab Teestuben und Suppenküchen, die Stimmung war einfach unglaublich.
Bei meiner Oma war im Westen, im Osten und im Norden die DDR, man konnte also nur in Richtung Süden ungehindert fahren, jetzt ist praktisch das "Hinterland" wieder frei zugänglich.
An was ich mich noch erinnern kann, früher musste man Telefongespräche anmelden in die DDR, und dann irgendwann mitten in der Nacht konnte man mit den Verwandten, die ich nicht kannte, reden. Bei unserer ersten Fahrt nach Sonneberg mussten wir bei der Einreise ein Formular ausfüllen, das hab ich heut noch.
Damals war Sonneberg ziemlich heruntergekommen, heute ist es wieder ein Schmuckkästchen.
Die Deutsche Spielzeugstadt strahlt heute wieder den Glanz des letzten Jahrhunderts aus. Sehenswert!!!
Im Sommer hab ich mit meiner Mutter eine Wanderung entlang der ehemaligen Grenze gemacht. Für uns ist es immer noch wie ein Wunder...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von yeti: 03.10.2002 18:42.
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03.10.2002 20:32
Brägel
verheiratet

Dabei seit: 25.02.2002
Herkunft: Worms, Rheinland-Pfalz Fan von: allen meinen Kindern
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| Zitat: |
Original von yeti
Heute abend bei SAT 1 um 20.15 Uhr.
"Der Tunnel". Ist sehenswert, kam letztes Jahr schon mal, kann ich nur empfehlen.
Und direkt im Anschluss, gleicher Sender:
"Ohne mich Genossen - Fluchten aus der DDR" |
Ersteres kann ich nicht empfehlen, es wurden viele Klischees bedient und im Gegensatz zum tasächlichen Geschehen, viele Details in ein anderes Licht gerückt.
Der zweite Film ist wirklich sehenswert, welchen Ideenreichtum die Leute hatten, um diese unmenschliche Grenze zu überwinden.
__________________ neue Signatur gesucht...
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03.10.2004 01:46
badorties
Vuelta-Sieger

Dabei seit: 20.04.2003
Herkunft: Kassel Fan von: Radsport? und ungedopten Fahrern
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| Zitat: |
Original von yeti
14 Jahre ist die Wiedervereinigung nun schon wieder her..
Ich wünsche allen meinen Landsleuten hier einen schönen Nationalfeiertag!
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Welche Landsleute
| Zitat: |
Original vom Vokallosen
bis irgendwelche "ostler" im rheinland angekommen waren waren sie fast schon assimiliert...
ohne witz: hier hat man gar nicht gemerkt, dass sich was geändert hat!
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Um meine erste Aussage zu relativieren....
Noch nie war die Kasseler Innenstadt so voll wie nach der Grenzöffnung! Wir hatten damals das Vergnügen von einem Großteil der Westdeutschen als quasi zu Ostdeutschland gehörend erklärt zu werden. Auf mein Begrüßungsgeld warte ich bis heute...
__________________ tía Käthe
Ex-Tippspielsieger
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03.10.2004 14:18
Raktajino
ex-fan

Dabei seit: 06.01.2002
Herkunft: leipzig Fan von: müßiggang
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ui, ich hab gar nich gewusst dass hier "erfahrungsberichte" 
gepostet wurden... dann will ich auch mal:
donnerstag: meine eltern sehen im tv diese berühmte show mit den "äh, ab sofort" geöffneten grenzen
freitag: meine mutter beantragt visa
sonnabend: wir fahren im zug (ja, im zug.. wir hatten keinen trabbi 
) nach berlin. im zug is es voll, aber man macht für meinen bruder und mich 2 plätze frei - wir waren ja noch so klein 
. in berlin angekommen, spricht uns eine frau an, geht danach in einen laden und kauft dort schokolade für uns, da sie uns offenbar so niedlich findet 
.
die sonne scheint furchtbar hell, am brandenburger tor sind viele souvenier-stände und es gibt west-eis, sehr lecker. ich darf 5 d-mark ausgeben und kauf mir dafür einen kleinen schwarzen aufzieh-trabbi... der hat das kennzeichen "ddr 1989".
wenig später: mein vadder kauft im intershop für 4mal begrüßungsgeld einen fernseher
__________________ wann hört es endlich auf zu dauern?
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05.10.2004 09:21
steffi
Legende der Feld- und Waldwege

Dabei seit: 02.01.2002
Herkunft: "Tief im Westen..."
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| RE: ich seh den Thread jetzt erst
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| Zitat: |
Original von Glgnfz
bis irgendwelche "ostler" im rheinland angekommen waren waren sie fast schon assimiliert...
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bei uns im Ruhrgebiet hielten sich die Auswirkungen 
auch in Grenzen, aber in den ersten Tagen nach dem 9. Movember (meinem Geburtstag 
) traf ich bei uns vorm Haus einen knallroten Trabbi an, voll mit 5 Erwachsenen, die mich fragten, wo denn hier in der Nähe ne Autobahnauffahrt Richtung DDR sei, sie wollten jetzt mal wieder zurück fahren
und auf den Autobahnen wurden in der ersten Zeit die Trabbis mit der Hupe gegrüßt
und beim Fußballspiel Deutschland/Wales, auch in dieser Zeit, hat das ganze Stadion aus Inbrunst die Nationalhymne mitgesungen, das gab es vorher nicht
meine liebe Oma ist für die Wiedervereinigung leider sechs Jahre zu früh gestorben, sie war aus Dresden, sie wäre vor Freude ausgeflippt...
in der Nacht zum 3. Oktober der Wiederveieinigung bin ich wach geblieben und hab die Übertragung im Fernsehen gesehen
die Zeit vom Beginn der Wende bis zur Wiedervereinigung war nachrichtentechnisch sowieso die schönste Zeit, da konnte ich von Nachrichtensendungen gar nicht genug bekommen
am dritten Oktober diesen Jahres war ich stilgerecht in der Leipziger Nikolaikirche
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