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Cycling4Fans - Forum » Radsport » Nur für Selberfahrer » Ich habe einen Traum.... » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Zum Ende der Seite springen Ich habe einen Traum....
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30.08.2006 17:24

Niggel
Möchtegern-Bergziege

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Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier
Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.

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großes Grinsen Ich habe einen Traum....

.....den Ötztaler Marathon.

so das Motto der Veranstaltung.

Als wir Freitag Abend in Sölden ankamen, kamen uns schon die ersten Radler entgegen, die locker eine kleine Runde drehten.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, freuten wir uns auf das schöne Wetter und ein deftiges Mal. Aber recht kühl war es. Die Pasta verdrückten wir lieber im Restaurant als auf der sonnigen Terrasse.

Am Samstag holten wir nach einem sehr guten Frühstück unsere Startunterlagen ab. Dann brachen wir zu einer kurzen Einrollrunde runter nach Ötz auf. Zurück ging’s dann leicht bergauf. Der Schnitt lag bei 29 Km/h und auch der erste Sturz aus unseren Reihen war zu verzeichnen. Das Wetter war sonnig und kühl, wobei es für den Marathon optimal gewesen wäre.

Am Sonntagmorgen, 4:30 Uhr rappelte der Wecker, und etwas schlaftrunken tappte ich über die Strasse zum Frühstücksraum. Hier traf ich dann unsere Gruppe. Nach einem sehr guten Frühstück hiess es dann fertig machen und zum Startplatz zu rollen. Unser Hotel lag im Ortskern, so dass wir nur wenige 100 Meter zum Start rollen mussten.

Es war kalt (ca. 6 Grad) uns stark bewölkt. Nach kurzem Warten dann der Startschuss. Es dauerte ca. 10 min. bis wir endlich losfuhren. Pünktlich zum Startschuss fing es allerdings an zu tröpfeln.
Es war aber zum Glück nicht viel, reichte aber um die Schussfahrt hinunter nach Ötz etwas heikel zu machen. Tipps von alten Ötzi-Hasen zufolge, geht’s hier immer hoch her.

Und genau so war’s auch. Das Tempo jenseits von 45 – 50, und die nasse Strasse forderten bald ihre ersten Opfer. Neben Stürzen sah man aber auch hier schon defekte Ketten und sonstiges mechanisches Unheil.
In Ötz ging’s dann abrupt in den Anstieg zum Küthai. Die noch müden Beine brauchten etwas Zeit um auf die Betriebstemperatur zu kommen, aber bis zur Rampe im oberen Drittel mit max. 18% waren sie dann brauchbar. Meine Taktik, hier mit den Kräften noch hauszuhalten, befolgte ich, und ziemlich mühelos fuhr ich diesen doch recht anspruchsvollen Anstieg hoch.

Oben ging’s ein Stück über eine Baustelle, wo eine aufgerissene Strasse mit feinem gewalzten Schotter präpariert war. Durch die Nässe war es aber eine gelbe Pampe, die aber bei entsprechender Vorsicht gut zu fahren war.
Überall waren schon Zuschauermassen, die einen anfeuerten. Auf dem Pass lief dann lautstark von ACDC „Highway to Hell“, was einen natürlich etwas „aufbaute“. Beim anschliessenden „TNT“ deutete ich meinem Nebenmann an, dass man dieses Zeug heute in den Beinen brauchen könnte.

Das erste „Highlight“ der Strecke war geschafft. Nicht schlecht, das Ding ist ganz schön herb zu fahren. Die steile Rampe mit ca. 14% (max.18%) über einige Kilometer kostete schon einige Körner. Ansonsten ein schöner Anstieg, ganz nach meinem Geschmack. Die gefahrenen HM beliefen sich hier auf 1165 Hm (Ötz, ca.820m – Küthai, 2020m) auf 18,5 km.

Die Abfahrt nach Kematen war bitterkalt und die Strassen noch feucht. Entsprechend vorsichtig liess ich rollen. Das Flachstück nach Innsbruck verlief etwas unruhig, immerhin hiess es jetzt eine passende Gruppe zu formieren, die den flachen und damit schnellen Aufstieg zum Brenner mit hohem Tempo ermöglichte. Da ich zum Küthai hoch nicht alle Körner verpulvern wollte, waren die ganz schnellen Leute natürlich schon weg, aber bald sammelte sich dann doch eine schöne Gruppe, ca. 20 Mann stark, zu einem Zug. Genau richtig für mich, mit 30-40 Sachen den Brenner hoch und den Puls bei 135 halten.
Dabei machten vier Leute vorne das Tempo. Die wechselten gleichmässig und gaben Zeichen, dass sie vorne fahren bleiben wollen. Ich fuhr an ca. 10er Stelle und mir war’s nur recht.
Das schien eine eingefahrene Gruppe zu sein, die am Berg vermutlich nicht so schnell war, und hier ihren Kollegen am Hinterrad ordentlich den Brenner hoch halfen. Möglicherweise wollten sie aber nur der Sturzgefahr aus dem Weg gehen, und deshalb vorne fuhren.
Wo ich beim Stichwort angekommen bin. Wo wir so Zweierreihe fuhren, platzten hinten immer mehr Fahrer weg. Auch fuhren immer wieder welche raus, um sich der warmen Kleidung von der Abfahrt zu entledigen. So fuhr ich dann im Pulk zwischenzeitlich fast ganz vorne, als vor mir gerade einer rechts raus fuhr, da meinte der schräg links vor mir Fahrende, er könnte mal eben so ohne zu schauen, bremsen und rechts rüberziehen, wobei er mir voll den Weg schnitt und mein Vorderrad wegdrehte. Die Folge war ein nicht zu vermeidender Sturz. Zum Glück war die Geschwindigkeit zu dem Zeitpunkt nicht sehr hoch.
Jedenfalls blieb mir erst mal die Luft weg. Ich war mit der linken Seite irgendwo aufgeknallt. Entweder auf den Lenker oder genau auf die Schnalle des Brustgurtes. Einige Zeit brauchte ich, bis ich wieder halbwegs Luft bekam. Irgendein mir bislang unbekannter stechender Schmerz machte sich bei jeder Bewegung in der linken Brustseite breit. Nachdem ich mein Rad begutachtete, an dem mir keine Schäden auffielen, ging ich die Sache dann gemäss den Worten Tom Simpsons an: „Setzt mich wieder auf mein Rad“

Ich fuhr langsam wieder los, aber keine 300m später ein Knall, und das Vorderrad war platt.
Jetzt war ich am Boden zerstört. Doch ich hatte Glück. Gerade kam ein Service-Fahrzeug angerauscht und die Beiden machten sich sofort ans Werk. Die übernahmen die Arbeit, während ich noch schmerzverkrümmt rumstand und wenigstens noch Zeit zum pinkeln hatte.
Beim Einsetzen des Rades in die Gabel dann ein zweiter Knall und mein Ersatzschlauch war auch hin. Wir gingen von einem Montagefehler aus, kann in der Hektik passieren, flitzte einer schon zum Auto einen Schlauch holen, und sofort machten die Beiden sich ein zweites Mal ans Werk. Mit Erfolg, jetzt hielt das Ding. Ein mehrmaliges Absuchen des Mantels brachte kein Zeichen auf einen weiteren Defekt.

Trotzdem kamen in mir Zweifel auf. Ich hatte seit 1,5 Jahren keinen Platten mehr. Und ein Schlauch platzt normalerweise nicht ohne Grund. Und diesen Grund entdeckte ich sehr viel später, zufällig auf der Heimfahrt. Ums vorweg zu nehmen. Ich bin meinem Vordermann beim Sturz vermutlich voll aufs Ritzel gefahren und zog mir dabei einen 2mm langen Ritz in der Reifenflanke zu.
Mein erster Reserveschlauch war ein Ultraleichter, der das nicht hielt, der Zweite der Service-Leute war ein normaler, der hier ein wenig mehr Reserven hatte.

An dieser Stelle mal ein grosses Lob an die Helfer in den offiziellen Service-Fahrzeugen.
Die hatten alle Hände voll zu tun, und machten einen tollen Job über den ganzen Tag. Die waren bei allem, was ich so sah, immer sehr hilfsbereit und dabei sehr freundlich. Sie halfen wirklich überall, wo sie konnten. Hut ab.

Endlich ging’s weiter. (Noch ohne den Grund für die Platten zu wissen) Alle schnellen Gruppen waren natürlich an mir vorbei gerauscht. Eine langsame Gruppe überholte ich, merkte aber inzwischen, dass ich nicht mehr tief atmen konnte ohne mich vor Schmerzen zu krümmen.
Bei flacher Atmung ging’s noch recht gut, aber ich hatte noch den halben Brenner, incl. Steilstück, den Jaufenpass und das Timmelsjoch vor mir.
Ich dachte ein paar Mal ans Aufgeben.
Bis zum Brenner wollte ich noch fahren und dann entscheiden. Als ich im Steilstück des Brenners bei 12% aus dem Sattel ging, wurde es richtig heftig. Ich bin fast über den Lenker gekippt. Ich glaubte, jemand bohrt mir ein Messer seitlich in die Rippen. Aber bald merkte ich, dass es auszuhalten war, wenn ich den Oberkörper ruhig auf dem Lenker abstützte und die Beine die Arbeit machen lasse. Da mein Fahrstiel im Stehen eh einer ist, mit flachem Oberkörper und stark angewinkelten Beinen zu fahren, hatte ich damit keine Not.
Ich war aber überrascht, wie stark normalerweise der ganze Körper in die „Tretarbeit“ mit eingeht.
Allerdings bekam ich so natürlich nicht die ganze Kraft aufs Pedal. Zusätzlich konnte ich durch die flache Atmung nur einen Teil der möglichen Leistung abrufen.
Am Brenner angekommen, verpflegte ich mich erst mal. Dann traf ich auf zwei Bekannte, die auch gerade ankamen. Hier war es regnerisch und kühl. Insgesamt ein sehr ungemütlicher Ort.

Der Anstieg zum Brenner ist ca. 60 km lang und macht dabei ca. 600 Hm, die natürlich nicht sehr steil sind, bis auf die Rampe kurz vor dem Pass.

Irgendwie wollte ich es weiter versuchen. Also zog ich los und nahm mir mal die Abfahrt nach Sterzing vor. Jede Welle, jedes Schlagloch ging voll auf die Rippen. Ich fand hier kein Mittel, um mich davor halbwegs zu schützen. Ich machte langsam und umschiffte die Wellen und Ritzen in der Strasse so gut es ging.
Die Abfahrt selbst war nicht sehr steil und im unteren Teil trocken. Hier hätte man richtig runterheizen können.
Sofort ging’s dann in den Anstieg zum Jaufenpass. Dieser Anstieg ist schlichtweg ekelig.

Völlig monoton fährt man durch einen Wald nach oben. Über weite Strecken sind es gleichmässig 9% und Die endlos lang. Im oberen Teil lauert noch eine steile Rampe, die wenigstens etwas Abwechslung bringt. Man freut sich direkt darüber. Insgesamt war mir zumindest dieser Anstieg am unbequemsten, obwohl er nicht mal sehr anspruchsvoll ist.

Inzwischen hatte ich Zeit, mir eine halbwegs schmerzfreie Fahrweise auszutüfteln. So gelang es mir den Berg, auch durch die gleichmässige Steigung, halbwegs gut rauf zu kommen. Nur war ich halt recht langsam. Allerdings gab es welche, die bereits hier noch viel langsamer waren. Und dass machte mir wieder Mut.

Am Pass wollte ich eine ausgedehnte Pause machen, aber aufgrund der Kälte (5Grad) und des extrem kalten Windes machte ich mich wieder auf den Weg. Ich zitterte mich die Abfahrt runter, wieder stark bremsend und sehr vorrausschauend, um Bodenwellen zu umfahren.
Rechts und links flogen die Anderen an mir vorbei. Im unteren Drittel wurde es dann immer wärmer. Die Temperatur stieg auf über 20 Grad an. Ich glaubte, Halluzinationen zu haben.

In St. Leonhard angekommen, hielt fast jeder an, um die warmen Klamotten der Abfahrt wieder zu verstauen. Dach einer kurzen Verschnaufpause ging ich dann den finalen Anstieg, das Timmelsjoch, an. Aufgeben würde ich jetzt um keinen Preis mehr. Diesen einen Pass schaffte ich jetzt auch noch. Nur noch ca. 50 Km waren es bis nach Sölden.
Beim Blick auf den Thermometer am Tacho endeckte ich eine angezeigte Temperatur von 31 Grad (im Schatten). Na, wenigstens das Wetter am Timmelsjoch meint es gut mit mir, so mein erster Gedanke. Ich streifte alle unnötigen Klamotten ab und verstaute sie in den Taschen des Kurzarmtrikots. Dabei zerquetschte ich eine Gelpackung, deren Inhalt sich klebend in die Kleidung drückte. Alles egal, bald ist es geschafft.

Hier spielten sich jetzt Dramen ab. Einige waren schlicht zu warm angezogen, Thermohose und Winterjacke bei über 30 Grad sind ungünstig.
Unter allen möglichen Bäumen lagen Radler, die nicht mehr konnten, an Quellen und Brunnen wurde der Körper abgekühlt, und einige standen regungslos da und konnten nicht fassen, dass sie da noch rauf sollten. Ich hatte durch meine zwangsweise schonende Fahrweise noch so viele Körner übrig, die hätten für den ein oder Anderen noch gereicht.
Im unteren Teil ist es weitgehend nicht sehr steil, nur eine ca. 1km lange Rampe mit max. 12% stellte sich einem im unteren Drittel in den Weg.
Man fährt durch einen Wald, die Strecke ist abwechslungsreich, teilweise geht’s wieder leicht bergab. Es wird nie langweilig. Man schraubt sich langsam immer höher. Trotz meiner gequälten Fahrweise überholte ich hier viele Radler. Das Wetter war hier noch auf meiner Seite.

Etwa ab der Hälfte fuhr man in die Serpentinen, wo wieder eine Rampe mit 13% lauerte. Ich verdrängte die Schmerzen und es machte mir jetzt richtig Spass. Wie schon vor Wochen am Stelvio lief es immer besser, je höher wir kamen. Vielleicht sind es schlicht nur die Glückshormone, die einen da so hochpuschen. Ich habe jedenfalls keine Erklärung dafür.
Irgendwann war’s dann aber mit dem schönen Wetter vorbei. Es wurde kälter und kälter. An der letzten Labestation füllte ich meine Flaschen ein letztes Mal auf und fuhr gleich weiter.
Dann kam man aus dem Wald raus und fuhr fast schlagartig in eine Steinwüste. Hier sah man auch schon bald die Steilwand, wo sich die Strasse mit langen Geraden hinauf schlängelte.
Leider sah man noch was Anderes. In einem Seitental, braute sich ein Wetter-Unheil zusammen. Die Temperatur fiel in kurzer Zeit auf ca. 5 Grad und der Wind baute sich zu einem leichten Sturm auf.
Das erinnerte mich an den Bernina-Pass vor wenigen Wochen. Ich dachte: Oh, Scheisse! Als es dann in diese Steilwand hineinging, wurde auch die Strasse steiler. Es hat hier im letzten Drittel sicher durchgehend ca. 10% Steigung, die sich über ca. 10 km erstrecken.
Und schon kam man in die Kurve des Seitentals, wo es prompt anfing, heftig zu schütten. Der Regen liess nicht nach. Ich zog schon in der Auffahrt meine Regenjacke an und zippte sie zu bis oben hin. Die Temperatur lag inzwischen bei ca. 3 Grad. Das Ganze bei heftigem Wind und 10% Steigung.
Spass machte es ab hier nicht mehr. Man wollte nur noch nach oben, durch den Tunnel und runter nach Sölden.
Zunächst waren aber noch etliche Hm zu überwinden. Endlos tretend, zeitweise im Stehen fahrend ging’s immer weiter bergauf.
Der Blick ins Tal von da oben ist gigantisch. Die ca. 50cm hohe Mauer am Strassenrand lässt einen ungehinderten Blick nach unten. Da waren hunderte millimetergrosse Farbpigmente die sich langsam auf einer Linie nach oben bewegten.
Ich beobachtete meinen Höhenmesser, der noch ein paar hundert Hm bis zum Pass anzeigte, als es links ab in den erlösenden Tunnel ging, wo jemand die Worte aussprach “Ihr hab’s geschafft“ Hätte ich diesen Menschen nur wenige Minuten später vor mir gehabt, hätte ich ihn ordentlich geschüttelt. Boxkampf

Zunächst ging’s flach weiter um eine Bergkuppe rum. Man dachte, das Wetter könnte ja, wie oft in den Bergen, hinter dem Pass schöner sein. Aber nix da. Es schüttete nach wie vor und es war gleichbleibend kalt bei 3 Grad. Man hielt kurz an, zog sich ein letztes Mal die durchnässten langen Handschuhe an. Die Regenüberschuhe liess ich weg. Nur noch runter, galt die Devise.

Der Anstieg zum Timmeljoch ist 28,7 km lang und man klettert 1774 hm mit max. 14%. Der Anstieg ist sehr anspruchsvoll und in steht dem Stelvio in nichts nach. Aus meiner Sicht ist er sogar noch anspruchsvoller. Bei schönem Wetter ist der Anstieg sicherlich traumhaft. Landschaftlich ist er mit dem Gavia zu vergleichen. Ich habe jedenfalls geschworen, Ihn noch mal bei angenehmem Wetter zu fahren.

Nach ein paar Kilometern bergab, wo ich wieder an meine Rippen erinnert wurde, kam dann noch dieser, in meinen Augen, unnötige Gegenanstieg zur Mautstelle. Im Vorfeld erklärten Kumpel mir schmunzelnd „der geht mit der Scheibe“. Ich hätte es wissen müssen, elende Lügner!
Über eine Rampe mit knapp über 10% quälte man sich hier auch noch hoch, bis es nach wenigen steilen Kilometern und 220 Hm endlich runter ging. Nur etwas wärmer wurde es einem durch diesen Gegenanstieg.

Dann die Abfahrt hinunter ins Ziel. Wieder zitterte ich mich nach unten, die Hände durch die durchnässten Handschuhe eiskalt. Die beiden „Bremsfinger“ hatten kein Gefühl mehr. Wieder pfeilten Etliche an mir vorbei. Egal, nur nicht noch auf den letzten Kilometern einen weiteren Sturz riskieren. Dann noch ein Flachstück in Zwiselstein, kam Sölden in Sichtweite.
Eine Rechtskurze und es war geschafft.
Einige meine Kumpel warteten schon, geduscht, schön warm angezogen und fragten was los war. Dabei allerlei Gespött in Form von: „erstes Mal und abgekackt“ und so weiter.

Ich war jedenfalls im Ziel. Am Timmelsjoch fuhr zigmal der Besenwagen an uns vorbei, der eingesammelte Radler über den Pass ins Ziel brachte. Ich dachte schon an ein schlechtes Omen, als ich den das erste mal sah.
Überrascht war ich über meine Zeit, die mit 11:25:11 Std. wesentlich besser war als ich mir nach meinem Missgeschick am Brenner ausrechnete. Da hatte ich bestenfalls damit gerechnet vom Besenwagen ins Ziel geschoben zu werden, wenn überhaupt.

Die Pasta-Party mit Siegerehrung, die den Tag ausklingen liess, war noch ganz o.k.
Die Nudeln waren gar nicht mal so schlecht. Geschmeckt hat’s, und es war auch wirklich reichlich. Nach einem kurzen Umtrunk machte ich mich auf den Weg ins Hotel, wo noch eine letzte Hürde auf mich zukam.
Ich musste mir noch eine Strategie überlegen, wie ich mich möglichst schmerzfrei in die Horizontale bringe. Das war leider ein hoffnungsloses Unterfangen. Trotzdem schlief ich relativ gut und sogar die Heimfahrt mit dem Auto ging einigermaßen. Solange ich mich nicht viel bewegen musste, war es aus zu halten.

Meine Zeit lag, wie schon angedeutet, bei 11:25:11 Std.
Der Sieger (Ein Italiener) schaffte eine 7er Zeit, Zweiter, mit Hundertstel Sekundenabstand war übrigens Gerrit Glomser, ein aktiver Profi.
Eine Richtzeit für mich wäre eine niedrige 10er Zeit gewesen, die auch von einigen meiner Kumpel gefahren wurde.

Einer von unserer Truppe fuhr in 08:45:51.55, einer in 09:13:14.20. Das sind aber auch Tiere, etwa in der Kategorie Checker und Donishäusle. Vielleicht noch besser. Der Siebener-Kandidat fuhr früher mal Rennen. Das Limit lag bei 14 Std. Somit hatte ich noch etwas Luft zum Besenwagen.

Ich fuhr wie immer eine Heldenkurbel mit einer kleinsten Übersetzung von 39/27, was ganz ausgezeichnet funktionierte. Nur war aufgrund der Ereignisse, beim Fahren mit so niedriger Geschwindigkeit, keine 120er Trittfrequenz mehr drin. großes Grinsen

Das Wetter war gemäss alter Hasen, richtig angenehm. (Mir völlig unbegreiflich) Aber eine tolle Veranstalltung ist es. Perfekt organisiert, die Strecke bis auf wenige Teile komplett abgesperrt und in weitgehend gutem Zustand. Die einzelnen Anstiege sind völlig unterschiedlich, so ist für jeden etwas dabei.

Laut Veranstalter geht die Strecke über 238 km mit 5500 Hm.
Die Daten werden dabei per GPS ermittelt.
Laut meinem Tacho waren es 231 km mit 5216 Hm. Auch bei Anderen waren die Daten unterschiedlich.
Mein Höhenmesser zeigte allerdings alleine auf dem Timmelsjoch "nur" 24xxm üNN an, das Timmelsjoch hat aber 2509m üNN. Daher könnten zumindest die HM des Veranstalters realistisch sein.
Über ein paar Kilometer mehr oder weniger streite ich auch nicht.


Ich könnte mir vorstellen, wieder zu kommen.

Aber ja doch,……………bestimmt! Jippieh!!!

Niggel hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
Profil-Ötzi.jpg






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Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.

Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Niggel: 30.08.2006 17:43.

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30.08.2006 17:41

blaho
Weltmeister

Dabei seit: 23.07.2002

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Daumen hoch! RE: Ich habe einen Traum....

Glückwunsch Du Irrer!!!

Ich hoffe, die Schmerzen haben mittlerweile etwas nachgelassen.

Großes Tennis jedenfalls und eine Superstory.

Kam Po Wong




__________________
Wie sagten Sie so treffend im Ziel von Kailua Kona: "Die letzten Kilometer waren die Hölle." Ich verrate Ihnen jetzt mal was: Bei mir sind es schon die ersten Kilometer.
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30.08.2006 17:44

MrsFlax
.

Dabei seit: 09.03.2003

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RE: Ich habe einen Traum....

Zitat:
Original von Niggel
Die einzelnen Anstiege sind völlig unterschiedlich, so ist für jeden etwas dabei.


ich persönlich stehe ja mehr auf rasende abfahrten... *unschuldigtu*

super, niggel, du kuschelselberfahrerheld ja großer meister...


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30.08.2006 17:47

Checker
Bart

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Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Osten
Fan von: Bands mit schönem Namen ;)

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Daumen hoch! RE: Ich habe einen Traum....

Geil! ja großer meister...

Das Ding reizt mich schon, muss ich sagen...




__________________
Im Herbst 1972 verkündete Präsident Nixon, die Beschleunigungsrate der Inflation nehme ab. Dies war das erste Mal, daß ein amtierender Präsident zugunsten seiner Wiederwahl die dritte Ableitung ins Feld führte. (Hugo Rossi)
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30.08.2006 17:49

Graffity
Zweites Profijahr

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Dabei seit: 18.04.2006
Herkunft: Leverkusen

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RE: Ich habe einen Traum....

Gut gemacht
RESPEKT!

sehr lebensecht geschrieben, ich kann mir das richtig vorstellen! - und sage darauf: OHNE MICH! Du spinnst ja!




__________________
gutes Rad ist teuer...
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30.08.2006 18:01

mitschi
Master of Disaster

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Dabei seit: 28.04.2006
Herkunft: Mönchengladbach
Fan von: Jan Ullrich Jörg Jaksche Gerhard Delling Günter Netzer

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RE: Ich habe einen Traum....

beifall beifall beifall

Woow du Tier du. Sehr schöner Bericht, in den man sich auch rein versetzen kann. Dat teil will ich auch mal fahren Hach.... großes Grinsen




__________________
[quote][i]Original von El Chaba[/i]
wenn man von rai gezwungener maßen auf eurosport umsteigen muss, glaubt man, man ist bei der muppet show.
[/quote]
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30.08.2006 21:33

Rino Albergo
...

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Dabei seit: 29.12.2001

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du bist ein guter mann ... Gut gemacht


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30.08.2006 22:15

Donishäusle
E'richtige Schwarzwälder und zweifellos naiv.

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Dabei seit: 17.02.2003
Herkunft: Schwarzwald
Fan von: Dölerich Hirnfidler, Eric Moussambani

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Daumen hoch! Rrrreeespekt!

Tja, den Niggel hätte man schon vom Rad ziehen müssen bevor er beim ersten Ötzi aufgibt. Sehr schöner Bericht auch beifall

Tja, das Ding würd mich natürlich auch mal anmachen, schau mer mal tja....




__________________
Go funk yourself
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30.08.2006 22:42

Roti
unregistriert
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RE: Ich habe einen Traum....

super Leistung!!!! beifall

.....Rampen bis zu 18% mit 39/27...dafür hast Du Dir ein großes, kühles Bier verdient


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30.08.2006 22:59

Sprintstar
Kulturpessimist

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Dabei seit: 06.08.2006
Herkunft: Leer (Ostfriesland)/Müns ter (Westfalen)
Fan von: Konstantin Gropper und Lars Boom

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RE: Ich habe einen Traum....

ja großer meister... ja großer meister... ja großer meister...

Reeeeespeeeekt Niggel!!! ziehe den hut beifall Du bist einfach ein Tier!! Radler (Jacques Tati)

Diese Marathons finde ich einfach faszinierend.




__________________
The idea is good but the world isn't ready yet!
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31.08.2006 07:22

Fraenki
Saisonende - kein Nerv mehr zum radeln ( 2008 )

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Dabei seit: 12.07.2002
Herkunft: aus dem Soonwald
Fan von: Italien, Lago di Caldonazzo

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Auch wenn ich noch im ersten Drittel Deines Berichtes bin, alle Achtung und Respekt.

Ich wünsch Dir gute Erholung

ciao




__________________
Wer sich keine Zeit nimmt
wird nie welche haben.
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31.08.2006 10:02

Madeleine
Edelhelfer

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Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Münsterland

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smile RE: Ich habe einen Traum....

Zitat:
Original von Graffity
Gut gemacht
RESPEKT!

sehr lebensecht geschrieben, ich kann mir das richtig vorstellen! - und sage darauf: OHNE MICH! Du spinnst ja!


Sehe ich auch so! Respektbeifall , aber mir tu`n die Beine und Hintern allein schon vom Lesen weh. Da gefallen mir unsere Touren, unter 100 km, vorbei an Schlössern, Rosengärten, Artesischen Brunnen mit kleinen Pausen (Frühstück bei McDonald) entlang an Kanälen und Flüssen usw, doch besser. Aber jedem das Seine, also weiter so.Gut gemacht




__________________
...O........
.._/->_..... Rettet den Radsport - Fahrt sauber!!!
_(_)\(_)__
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31.08.2006 10:40

tom
unregistriert
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Tolle Leistung, und ein schöner Bericht! Kam Po Wong
Ich hoffe, deine Rippen sind wieder da, wo sie hingehören.

Eine Kollegin von mir ist da auch mitgefahren, die war gut in Form und brauchte etwas über 10 Stunden. Noch besser lief es für meinen Ex-Kollegen, der nach etwas mehr als 8 Stunden im Ziel war. Der Kerl fährt allerdings auch 20.000 km im Jahr, hat aber keine Lizenz, verrückt. Beides für mich kein Maßstab. großes Grinsen

Den Ötzthaler würde ich auch gern mal probieren, aber das geht wirkich nur mit viel, viel Training. Ich ziehe meinen Hut vor jeden, der diesen Marathon geschafft hat. ziehe den hut


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31.08.2006 13:11

Cubus242
Edelhelfer

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Dabei seit: 23.07.2003
Herkunft: Rösrath
Fan von: Ulle-Wetter

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Gratulation und Hut ab vor deiner Leistung! Gut gemacht




__________________
cycling4fans @ STRAVA
http://www.strava.com/clubs/cycling4fans
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31.08.2006 15:29

hawkeye_76
Giro-Sieger

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Dabei seit: 20.07.2004

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Schöne Leistung und Schöner Bericht!


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01.09.2006 08:43

Moreau
Achtervolger

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Dabei seit: 04.10.2002
Herkunft: Bremen

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Super Aktion, und das bei solchen Wetterverhältnissen ! smile




__________________
Irrwege erhöhen die Ortskenntnis
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01.09.2006 11:50

joaquin
unregistriert
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Gut gemacht

Dr Niggel hat bei der heurigen Wahl zum "Selberfahrer des Jahres" meine Stimme, ganz klarer Fall.


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01.09.2006 12:34

Niggel
Möchtegern-Bergziege

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Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier
Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.

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Vielen Dank für die Blumen. Das nächte Mal aber im Team. Macht euch mal Geschick. Trink brüderle, trink *hicks*


Zitat:
Original von tom
Ich hoffe, deine Rippen sind wieder da, wo sie hingehören.


Der Doc sagt, gebrochen sei nichts. Nochmal Schwein gehabt.
Er meinte allerdings auch, die Rippenprellungen seien sehr schwerzhaft und vor allem sehr langwierig. Die Saison scheint somit zu Ende.

Mit Schwerztabletten ist es auszuhalten. Mal abwarten.

Zitat:
Original von tom
Eine Kollegin von mir ist da auch mitgefahren, die war gut in Form und brauchte etwas über 10 Stunden. Noch besser lief es für meinen Ex-Kollegen, der nach etwas mehr als 8 Stunden im Ziel war. Der Kerl fährt allerdings auch 20.000 km im Jahr, hat aber keine Lizenz, verrückt. Beides für mich kein Maßstab. großes Grinsen


Gratulation unbekannterweise an die Beiden.
Eine niedrige 10er Zeit ist sehr, sehr gut. Da muss man schon schön ackern und sich gut vorbereiten. Das wäre auch meine Vorgabe gewesen. Mit etwas Glück hatte ich mir eine hohe 9er Zeit ausgerechnet.

Eine 8er Zeit ist schlicht sensationell. Das muss eine Granate sein. Ich weiss von "unserem" 8er Kandidat, dass er von keinem von uns Anderen auch nur im Ansatz zu schlagen ist.ja großer meister...

Zitat:
Original von tom
Den Ötzthaler würde ich auch gern mal probieren, aber das geht wirkich nur mit viel, viel Training. Ich ziehe meinen Hut vor jeden, der diesen Marathon geschafft hat. ziehe den hut


Es geht auch mit weniger Training mit entsprechender Fahrweise. Ein Bekannter fuhr mit gerade mal 2500 km in den Beinen und ist noch nicht mal ein typischer Bergfahrer. Nur hat er sich am Ende doch arg gequält.
Wirklich Spass macht das dann keinen.

Um so ein Ding durchzuziehen, muss man vor Allem Spass am Bergfahren haben. Zudem muss man sich die Sache gut einteilen.
Ich musste mich z.B. im Vorfeld beim Fahren in den Bergen darauf einstellen, auch schon mal einstellige Geschwindigkeiten zu fahren, auch wenn ich locker hätte zweistellig fahren können. Das kostete Überwindung. Alien

Man fährt ca. 3/4 der Zeit d.h. ca. 8 Std. nur Bergauf.
Alleine am Timmelsjoch fährt man je nach Kondition, ca. 2 - 3 Std. am Stück mit einer Geschwindigkeit von ca. 10 Km/h, nur bergauf mit teilweise ordentlichen Steigungsprozenten, und das mit bereits ca. 180 km und 3500 Hm in den Beinen.

Überascht war ich, wie gut es mit meiner kleinsten Übersetzung von 39/27 klappte. Ich hatte vorher relativ viel Kraftausdauer am Berg gemacht. Daher gings ausgezeichnet.
Es waren atemberaubende Übersetzungen zu beobachten.
Manch Einer kurbelte wie wild den Berg rauf, ohne Meter gut zu machen. Obwohl ich ein Freund hoher Trittfrquenzen bin, bin mir inzwischen nicht mehr sicher, ob dass wirklich das Richtige ist.

Bestenfalls über eine Kompaktkurbel mit 50/36 denke ich fürs nächte Mal nach.

Schlüsselstelle für eine wirklich gute Zeit scheint, wie mir viele im Vorfeld mitteilten, der flache Anstieg zum Brenner zu ein. Hier muss man schnell sein, aber man darf nicht schon alle Körner verbraten.
Wer hier eine gute Gruppe um sich hat, hat schon halb "gewonnen".
Der Kompromiss ist nicht leicht zu finden. Hier zählt auch Erfahrung, die ein Newcomer natürlich nicht haben kann. Man muss sich hier ganz schön beherschen.
Möglich sind in einer Top-Gruppe, Geschwindigkeiten um 40 km/h und mehr, leicht bergauf. Wer dass macht, muss einen ganz schönen Bumms in den Beinen haben, um an den folgenden Bergen nicht einzubrechen.
Somit nichts für den gemeinen Hobby-Fahrer. Aber es gibt welche, die das machen, mit dem entsprechenden Resultat. Und manch Einer lässt sich verleiten da mitzuheizen.

Auch in den Abfahrten lässt sich zweifelsohne Zeit gutmachen, setzt jedoch Streckenkenntnis voraus, die auch nicht jeder hat.
Gerrit Glomser bei der Siegerehrung befragt, wie es möglich sei von einem Ital. Amateur geschlagen zu werden, deutete es an.
Dieser Emanuele Negrini ist praktisch hier zuhause, und kennt jedes Schlagloch mit Vor und Zunamen, einschlieschlich der kompletten Verwandschaft. Zudem hatte er in den letzten Jahren einen Podestplatz gepachtet.

Insgesamt wars ein herrlicher Saisonhöhepunkt, auf den ich mich wie nie vorbereitet hatte. Jetzt lasse ich den Herbst auf mich zukommen.

*herumrätsel* Stehen Schmerzmittel eigentlich auf der Dopingliste? Vielleicht sollte ich die Saison doch nicht so voreilig beenden. großes Grinsen Dazu sag ich nix mehr!




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Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.

Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart

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01.09.2006 15:19

tom
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Zitat:
Original von Niggel
Eine niedrige 10er Zeit ist sehr, sehr gut. Da muss man schon schön ackern und sich gut vorbereiten. Das wäre auch meine Vorgabe gewesen. Mit etwas Glück hatte ich mir eine hohe 9er Zeit ausgerechnet.


Ja, unter 10 Stunden scheint wirklich schwer. Meine Kollegin konnte ihre Form von der Transalp konservieren. Manche haben's eben drauf...

Zitat:
Original von Niggel
Eine 8er Zeit ist schlicht sensationell. Das muss eine Granate sein. Ich weiss von "unserem" 8er Kandidat, dass er von keinem von uns Anderen auch nur im Ansatz zu schlagen ist.ja großer meister...


So ist es, mein Bekannter ist in der Spitzengruppe über den Brenner gefahren bzw. gerast. Am Jaufenpass hat er dann reißen lassen und fuhr sein Tempo. Der Lohn war ein Platz unter den ersten 100.
Da heißt also: ja großer meister... und nicht nur ziehe den hut

Zitat:
Original von Niggel
Es geht auch mit weniger Training mit entsprechender Fahrweise. Ein Bekannter fuhr mit gerade mal 2500 km in den Beinen und ist noch nicht mal ein typischer Bergfahrer. Nur hat er sich am Ende doch arg gequält. Wirklich Spass macht das dann keinen.


Puh, nur 2500 km... da würde ich mich nicht trauen! Wenn die Quälerei zu schlimm wird, verliert man womöglich gleich die Lust am Radfahren...

Zitat:
Original von Niggel
Bestenfalls über eine Kompaktkurbel mit 50/36 denke ich fürs nächte Mal nach.


Kompaktkurbeln sind wirklich eine gute Idee. Ich habe nichts gegen Dreifach, aber mit 36/25 sollte man doch wirklich überall gut hochkommen. Würde ich zumindest hoffen. großes Grinsen Das 50er kann man dann schön in der Ebene nehmen, so als Hobbyfahrer. Im Rennen ist es wohl zu klein.


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02.09.2006 19:51

Niggel
Möchtegern-Bergziege

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Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier
Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.

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Text Einige Bilder

Hier Start und Küthai. Da waren noch alle frisch.
Das Viegzeug auf der Strasse hat die Ruhe weg.

Quelle:
http://www.soelden.com/main/DE/OR/Downlo...thod=main.html#
www.cykelmaraton.dk/solden2006.htm

Niggel hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
1_Start.jpg Küthai2.jpg Küthai3.jpg
kuh.jpg






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Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Niggel: 02.09.2006 19:52.

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