Deutschlandtour - was sind schon Giro und Vuelta... |
19.06.2005 15:02
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Radsportfotoarchiv Fan von: Bella Italia!
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Original von Harzer Radfahrer
Pessimisten...
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Oder nenn es einfach Realismus. Die Geschichte der Deutschlandtour hat bisher nicht unter Beweis stellen können, dass sie ohne deutsche Stars und mit Sponsorenrückgängen zurecht kommen kann. Bisher verschwand sie in solchen Tälern des deutschen Radsports immer aus dem Terminkalender. Es wäre wünschenswert für die Zukunft, dass sie solche Täler überstehen kann, allein es fehlt mir der Glaube, da die Deutschen zu sehr Sportlerfixiert und nicht sportfixiert sind. Natürlich gibt es in anderen Ländern auch Schwankungen, aber in Deutschland scheint es mir extremer zu sein. Man sieht es ja auch gerade am Tennis, nach Becker, Stich und Graf ist nur wenig nachgekommen und nicht auf dem hohen Niveau, das man gewöhnt war, und schon ist das allgemeine Interesse, Sponsoren etc. zurückgegegangen. In der F1 sinken die Zuschauerquoten, seit Michael Schumacher nicht mehr so erfolgreich ist, einzig König Fußball scheint von solchen Tendenzen nicht in dem Ausmaß betroffen zu sein.
Deutschlandtour Austragungen:
1999-?
1979-1982
1960-1962
1955
1947-1952
1930-1939
1927
1922
1911
__________________ Cosa ti piacerebbe fare dopo l’agonismo?
Cipollini: «Ritirarmi in Sudafrica, aprire una vineria, una scuola di ciclismo, e stare lì, in mezzo alla natura».
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19.06.2005 15:30
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
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Wird denn die UCI finanziell einspringen, wenn die Sponsoren eines Rennens sich zurückziehen? Die Protour bietet sicher mehr Planungssicherheit, eine Garantie für eine langfristige Existenz eines Rennens ist sie jedoch nicht, zumal erst noch abwarten muss, wie sie sich überhaupt weiter entwickelt. Natürlich ist es wünschenswert, dass die Protour auf viele Länder verteilt ist, aber da du gerade die Polen-Rundfahrt ansprichst: Ich bin sehr gespannt, wie die das organisatorisch als Protour hinbekommen. Ich und ein paar andere waren letztes Jahr vor Ort, was dort organisatorisch geboten wurde, war teilweise alles andere als weltklasse. Ordner, die keine andere Sprache ausser polnisch beherrschten, Ordner, die die Betreuer der Teams nicht auf die Strecke lassen wollten (was fast in einer Prügelei zwischen Betreuer und Ordner endete), wenn man nach einer Akkredtierung fragte, dachten die Leute, man wollte einen Kredit bei ner Bank beantragen usw. usw. Da ist noch einiges an Entwicklungsarbeit zu leisten.
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Cipollini: «Ritirarmi in Sudafrica, aprire una vineria, una scuola di ciclismo, e stare lì, in mezzo alla natura».
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19.06.2005 15:35
apoka
Legende der Dorfstraße
Dabei seit: 19.07.2004
Fan von: Sport
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Original von Cyclist
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Original von Harzer Radfahrer
Pessimisten...
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Oder nenn es einfach Realismus. Die Geschichte der Deutschlandtour hat bisher nicht unter Beweis stellen können, dass sie ohne deutsche Stars und mit Sponsorenrückgängen zurecht kommen kann. Bisher verschwand sie in solchen Tälern des deutschen Radsports immer aus dem Terminkalender. Es wäre wünschenswert für die Zukunft, dass sie solche Täler überstehen kann, allein es fehlt mir der Glaube, da die Deutschen zu sehr Sportlerfixiert und nicht sportfixiert sind. Natürlich gibt es in anderen Ländern auch Schwankungen, aber in Deutschland scheint es mir extremer zu sein. Man sieht es ja auch gerade am Tennis, nach Becker, Stich und Graf ist nur wenig nachgekommen und nicht auf dem hohen Niveau, das man gewöhnt war, und schon ist das allgemeine Interesse, Sponsoren etc. zurückgegegangen. In der F1 sinken die Zuschauerquoten, seit Michael Schumacher nicht mehr so erfolgreich ist, einzig König Fußball scheint von solchen Tendenzen nicht in dem Ausmaß betroffen zu sein. |
Bei der Formel 1 würde ich nicht von einem Trend sprechen (M. Schumacher ist erst seit dieser Saison nicht mehr ganz so erfolgreich und das kann sich wieder ändern). Insgesamt könntest Du recht haben, wobei es wirklich umfangreiche Untersuchungen bräuchte um nachzuweisen, dass das in Deutschland wirklich extremer ist. Beim Radsport habe ich schon das Gefühl, dass sich da etwas Dauerhaftes entwickelt. Klar wird es nach Ullrich einen Rückgang geben, aber dieser wird das Land nicht in die fahrradsportliche Bedeutungslosigkeit stürzen. Die Fans, die jetzt bei der D-Tour an die Strecke kommen, werden es auch in den nächsten Jahren machen, weil die Radsportbegeisterung insgesamt gestiegen ist und neue Talente nachrücken. Wahrscheinlich wird sich die D-Tour etablieren können.
__________________ Vor einigen Jahren stand der Radsport noch vorm Abgrund. Heute sind wir schon einen Schritt weiter.
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19.06.2005 15:50
Harzer Radfahrer
Tour-Sieger

Dabei seit: 06.04.2002
Fan von: FCB
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Original von Cyclist
Es wäre wünschenswert für die Zukunft, dass sie solche Täler überstehen kann, allein es fehlt mir der Glaube, da die Deutschen zu sehr Sportlerfixiert und nicht sportfixiert sind. Natürlich gibt es in anderen Ländern auch Schwankungen, aber in Deutschland scheint es mir extremer zu sein. |
Ist das nur Deutschlandspezifisch? Ob Italien, Frankreich, Spanien,... Kein Land kommt langfristig ohne Stars aus, die mal was richtig Großes gewinnen können - egal in welcher Sportart. Ist jedenfalls meine Meinung. Hierzu könnte man sicher auch eine Endlos-Diskussion führen...
Und wenn ich die Namen Fothen, Sinkewitz, Schumacher und eventuell noch Klöden nenne, die nach Ullrich auch in der Lage sind, in den nächsten Jahren die D-Tour zu gewinnen, finde ich es halt pessimistisch, wenn man schon das Ende der D-Tour mangels Interesse und Sponsoren heraufbeschwört. Ich sehe keinen Grund, die Lage nicht optimistisch zu sehen. Fahrer mit Potential wie Kessler, Werner, Wegmann, Haussler, Lang, Kopp und andere werden neben den oben genannten auch noch einige Jahre zu sehen sein. Dazu wird sicher noch das ein oder andere Talent kommen.
Rückschlüsse aus der Nachkriegszeit und dem damaligen Scheitern der D-Tour auf heute halte ich für nicht zulässig. Warum es Ende der 70er nicht geklappt hat, weiß ich nicht. Vielleicht gab es einen kurzen Thurau-Boom und es kam halt kein Fahrer nach.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Harzer Radfahrer: 19.06.2005 15:51.
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19.06.2005 16:02
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Radsportfotoarchiv Fan von: Bella Italia!
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Original von Harzer Radfahrer
[Kein Land kommt langfristig ohne Stars aus, die mal was richtig Großes gewinnen können - egal in welcher Sportart. |
Es gibt aber Länder, die seit Jahrzehnten ständig grosse Namen hervorbringen und Länder, in denen das eher selten der Fall ist. Erstere können kleine Täler besser überwinden, weil die Geschichte gezeigt hat, dass immer wieder was nachkommt. Bei zweiterem herrscht das Prinzip Hoffnung vor. Das Problem der Dtour Ende der 70er Jahre hatte einigen Berichten zufolge in der Tat mit einem Tief nach dem Boom durch Thurau zu tun.
Wird Deutschland einen neuen JU hervorbringen? Ohne JU hätte sich die dtour nie so entwickelt, Zabel allein hätte dazu nicht ausgereicht, Zabel hat primär von dem Sog um JU profitiert, nicht umgekehrt. Und genau darin sehe ich das Problem. Wenn Deutschland es nur schafft, Dtour-Siegkandidaten heranzuziehen (wozu die von dir genannten Kandidaten durchaus in der Lage sein sollten), die aber nicht bei den GTs gegen die internationalen Stars bestehen können, wird sich das auch auf das Interesse bei der Dtour auswirken. Das ist natürlich auch nur meine Meinung und vielleicht irre ich mich auch, aber ich habe einfach ein ungutes Gefühl, was die Zukunft des Rennens betrifft.
__________________ Cosa ti piacerebbe fare dopo l’agonismo?
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