Deirdre Diantha Veronica Margarita Demet-Barry hört auf ... |
04.10.2004 19:20
crn
Universalidiot

Dabei seit: 23.06.2003
Herkunft: Eizelle? Fan von: Paco, Laszlo, Margie, Wegi, J-P, Samu, van Bemmelen, Jakob Piil, T-Mobile, Slawo, ... und der wildgewordenen Blümchenseele
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Deirdre Diantha Veronica Margarita Demet-Barry hört auf ...
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Dede, die in vier Tagen 32 Jahre alt wird, beendet laut cn ihre Karriere wegen anhaltenden Rückenproblemen. Die Silbermedalliengewinnerin beim olympischen Zeitfahren diesen Jahres ist die erfolgreichste amerikanische Fahrerin, sie hat praktisch alle us-amerikanischen Rundfahrten mindestens einmal gewonnen, bei den wichtigen internationalen Rundfahren Etappensiege geholt, zwei Weltcuprennen gewonnen.
Damit verschwindet nicht nur eine der besten Zeitfahrerinnen aus dem Radsportzirkus, sondern auch eine der sympathischsten Sportlerinnen. Dede hatte bereits Ende 2002 ihre Radsportkarriere unterbrochen und ihr Studium beendet; ich wünsche ihre auf alle Fälle viel Glück und viel Spaß für ihr weiteres Leben. Danke für die tollen Momente!
ps. (Ihr Mann, Michael Barry, hat übrigens gerade seinen Vertrag bei Discovery verlängert.)
crn hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von crn: 06.10.2004 11:58.
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04.10.2004 20:41
crn
Universalidiot

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| RE: Deirdre Diantha Victoria Margarita Demet-Barry hört auf ...
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So, nachdem ich mich ausgeheult habe, rufe ich eine Stiftung ins Leben.
Ich nenne sie: Dede for c4f-Kalender
(Bild von mani)
crn hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
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04.10.2004 21:16
KitKat
Tour-Sieger

Dabei seit: 29.12.2001
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Ich kenne sie zwar nicht aber sie ist hübsch...
Ich bin dafür!!
__________________ Lieber einmal mit Schneewittchen als siebenmal mit den Zwergen!
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05.10.2004 09:06
ogkempf
Tippspielweltmeister

Dabei seit: 29.12.2001
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| Zitat: |
Original von TEVC
Genau... überhaupt ist der Kalender viell zu mannsbildlastig. |
Steht ja auch kein Bild von Alyssa Milano 
zur Auswahl!
__________________ Radsport ist Scheiße - und nichts wird besser!
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05.10.2004 17:00
crn
Universalidiot

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| [damals *schnüff*] Wie Dede wieder zum Radsport zurückfand ...
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Mein Weltcup-Mariposa
Nachdem ich zwölf Jahre lang Rennen fahren war, entschied ich mich, mein Team Saturn zu verlassen und wieder die Schulbank zu drücken, an der Universität in Boulder, Colorado. Ich war sehr aufgeregt, jeden Tag neues lernen, und war mir nicht sicher, ob ich weiter regelmäßig Rad oder gar Rennen fahren würde. Aber ich unterbrach es nicht für einen Tag. Im Gegenteil, ich denke ich bin vielleicht sogar noch mehr gefahren als vorher. Mit dem Citybike zur Uni und zurück, jeden Tag. Ein blaues Jeunet, dass Mike Barry aus einer nachbarlichen Garage "gerettet" hatte. Er hat es zerlegt, neu lackiert und wunderbar aufgebaut, mit Gepäckträger für die Bücher. Diese kleine Rad hat mir tolle Dienste geleistet und ist immer noch mein Hauptfortbewegungsmittel in Boulder. Nach der Uni fuhr ich mit ihm häufig hinauf zu den Bergpfaden, zum laufen oder wandern. Wenn ich noch genug Zeit hatte vor Sonnenuntergang, ging es sofort nach Hause und aufs Rennrad, um noch drei oder vier Stunden in den Bergen zu fahren.
Weil ich wieder studiert habe, erkannte ich, dass meine Leidenschaft fürs Rennrad stärker war als jemals zuvor. Ich konnte einfach es genießen, ohne den Druck eines spezifischen Trainingsplans oder auf den Punkt fit sein zu müssen. Aber weil ich Rad fuhr und jeden Tag in den Bergen lief und kletterte war ich am Ende noch besser in Form. Und ich wollte meine Beine unter Rennbedingungen testen. Ich fuhr ein paar kleine Rennen, und hatte Spaß dabei, also fuhr ich nach Montreal zum World Cup. Das Talgo Team bot mir einen Platz für das Rennen an, aber mein Rennrad war ein bisschen heruntergekommen und ich erwähnte das Mike gegenüber. Er hatte mich bereits auf der Warteliste, aber er bot mir an, eine neue, maßangefertigte Rennmaschine zu bauen. Ich war geschmeichelt und brannte darauf, zusammen mit ihm ein Rad zu designen.
Ich wollte der Haltbarkeit wegen einen Stahlrahmen, mit Mariposa-Muffen der Jubiläumsserie. Er bestellte die leichtesten Stahlrohre, die er finden konnte, lötete die Muffen, baute eine Carbongabel ein und lackierte das ganze Rad, auch Vorbau und Gabel, in Hell- und Dunkelblau. Wir entschieden uns für Campagnolo-Komponenten und nach zwei Wochen hatte er das Rad fertig, rechtzeitig um es vor dem Rennen noch etwas einfahren zu können.
Ich flog nach Toronto und war extrem gespannt auf mein erstes Rennen. Erstaunlicherweise war das Rad perfekt, selbst meine Sitzposition. Als Profi hatte ich jedes Jahr ein neues Rad bekommen, aber mit meinem Mariposa war es anders, denn es war das erste Fahrrad, das einhundertprozentig auf mich abgestimmt war, von den Materialien, der Rahmengeometrie bis zu den Komponenten. Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, mit seinem Fahrrad zum ersten Mal fahren würde.
Ich fuhr mit dem Rad die nächsten Tage ein bisschen in Toronto herum und sogar ein kurzes Rennen an den Niagarafällen. Das Rad war toll abgestimmt und ich war bereit für den Weltcup. Das einzige, was mir noch fehlte, waren ein Paar schnelle Räder, die bekam ich von meinem guten Freund Dave Cathcart von Power Tap am Tag des Rennens. Er hatte eine Leistungsmess-Nabe in die leichten Carbon-Lew-Räder eingebaut.
Obwohl ich mich wirklich gut fühlte, hatte ich keine allzugroßen Erwartungen beim Beginn des Rennens, ich war seit zwei Jahren keinen internationalen Wettkampf mehr gefahren und konnte nicht einschätzen, wie ich mich schlagen würde. Aber ich fuhr ein mit Liebe zusammengebautes kanadisches Rad, und war motiviert, alles zu versuchen. Die Zuschauerreihen an der Strecke zu sehen baute auf und die Runden vergingen wie im Flug. Ich hatte das Gefühl, jede Runde den Anstieg hinaufgetragen zu werden. Bevor ich es realisierte, war nur noch eine Runde zu fahren, ich hatte einen bisschen Rückstand zu den Führenden kassiert am Anstieg zum Mont Royal und jagte diesen nun nach, erwischte sie auch auf der kurzen Abfahrt und attackierte sofort, im gleichen Moment wie meine australische Freundin Anna Wilson. Wir rasten davon bis zum finalen Anstieg am Mont Royal. Ich fuhr, was meine Beine hergaben und bemerkte, wie ich oben jubelnd über die Ziellinie fuhr. Ein absolut surreales Erlebnis, unerwartet und erfüllend, auf dem handgefertigten Rad meines Schwiegervaters hier zu gewinnen.
Ich sah mich nach dem Rennen bei der Pressekonferenz einigen Fragen zu meinem Fahrrad gegenüber. Ich schätze ich bin die letzte Fahrerin, die ein Weltcuprennen auf einem Stahlrahmen gewonnen hat und vielleicht die einzige auf einem Rad auf Familienfertigung.
Dede Barry
http://www.bikespecialties.com/mariposa-dedebarry.html, übersetzt von mir selbst.
Edit: Die beiden Hauptdarsteller:
http://www.canadiancyclist.com/races02/montreal/montreal_demetwin.jpg
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von crn: 05.10.2004 17:14.
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05.10.2004 18:54
Emilia
Capitaine de la Route

Dabei seit: 04.09.2002
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| RE: [damals *schnüff*] Wie Dede wieder zum Radsport zurückfand ...
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05.10.2004 18:57
Kian
Australian Cookie Collective Fundbüro

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| RE: [damals *schnüff*] Wie Dede wieder zum Radsport zurückfand ...
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05.10.2004 19:01
Christinchen
Anti-Gerrikagoitistisch

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| RE: [damals *schnüff*] Wie Dede wieder zum Radsport zurückfand ...
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Zur Erinnerung hab ich auch ne Dede
P.S: 2. von links.
Christinchen hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ Mai tornare indietro, neanche per prendere la rincorsa
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05.10.2004 22:29
crn
Universalidiot

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Nie wieder Dede ...
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Allein die Vorstellung - ganz allein auf einem Radrennen, ohne Dede. Deshalb jetzt noch ein wehmütiger Schlusspunkt unter den heutigen Tag mit einem müden Bild von einer müden Dede Barry. Das letzte, was ich jemals von ihr gemacht haben werde
(GP Bochum 2004)
crn hat dieses Bild (verkleinerte Version) angehängt:
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
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06.10.2004 12:33
crn
Universalidiot

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Wie alles begann ...
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"If you can't stand the facts, get out of the present ..."
Dede Barry begann kam mit 8 Jahren zum Sport: Eisschnelllauf! Damals fanden die Weltmeisterschaften in Milwaukee statt und die kleine Dede hat sofort Feuer gefangen. Mit 13 Jahren war sie im Jugend-Nationalkader und mit 15 begann sie mit dem Radfahren, als Ausgleichssportart, wie es ihr der Trainer empfohlen hatte. Sie nahm 1988-1990 an den Junioren-Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften teil, und 1989 auch gleich noch an den US-Rad-Meisterschaften - und gewann diese ebenso wie die Weltmeisterschaften auf der Straße!
Im Herbst 1990 begann sie mit dem Studium und hatte keine Zeit mehr für beide Sportarten, sie entschied sich für das Rennrad und gab das Skaten auf.
1994 fuhr sie dann für das amerikanische Saturn-Team, u.a. das erste Mal in Deutschland bei der Thü-Rundfahrt (wo sie fünfte wurde) und holte nach der Silbermedallie im Vorjahr Bronze beim weltmeisterlichen Zeitfahren (Mit 21 Jahren!!).
(Seit 2003 fuhr Dede dann bei T-Mobile; Bild: pezcycling)
http://www.pezcyclingnews.com/photos/teams/tmobile/dede-training.jpg
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von crn: 06.10.2004 15:22.
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06.10.2004 19:15
crn
Universalidiot

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Der Monolog geht weiter ...
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Im Hinblick auf Dedes 32. Geburtstag am Freitag gibt es heute einen Rückblick auf ihr Leben. Nicht von mir, sondern von ihrer Freundin, Clara Hughes, geschrieben vor genau einem Jahr.
Zuschauen, aus der Ferne
Heute ist der Tag, den ich ausersehen hatte als letzte Chance, das Regenbogentrikot zu erobern. Heute Nachmittag findet das Zeitfahren in Hamilton, Ontario statt. Statt dessen sitze ich in der Küche meiner Winterwohnung in Calgary und prüfe die Zwischenzeiten im Internet. Dass ich mich entschieden habe, nicht zu starten, weder bei den Weltmeisterschaften noch im Radsport überhaupt, frustriert mich nicht. Ich bin genau da, wo ich hin wollte, meinen Traum leben, in der Welt des Eisschnelllaufes.
Es motiviert mich, meine nahen Freunde zu sehen, viele sind einstige Teamkolleginnen, wie sie bereit sind, um alles zu geben. Eine ist insbesondere eine Quelle der Inspiration für mich, während ich mich weiterentwickle, im Sport, im Leben und in der Ausbildung. Sie ist Dede Barry, die Frau eines anderen persönlich Helden, Michael Barry (USPS-Fahrer aus Toronto). Der Weg, den sie bis zu diesem Tag gegangen ist, hat mich in vielfältiger Weise inspiriert.
Ich kenne Dede seit ich auf dem Rad sitze. Ich erinnere mich daran, wie ich sie zum ersten Mal getroffen habe, während der Oregon-Idaho Challenge. Es war mein erstes Etappenrennen und ... Es waren Fahrerinnen wie Inga Thompson, Kathy Watt und Alison Sydor am Start, die meisten Olympiateilnehmer waren da, um sich auf die Spiele in Barcelona vorzubereiten. Ich, als Neuling, hatte furchtbare Angst, zu stürzen und eine der Stars umzureißen, und ich versteckte mich am Ende des Feldes. Nur im Zeitfahren zeigte ich meine Stärken und fuhr was ich konnte.
Ich traf Dede kurz nachdem ich dem Trainer des Nationalteams vorgestellt wurde. Natürlich wusste ich, wer sie war, jeder wusste das. Sie war ein Star, hatte als Juniorin die Weltmeisterschaften gewonnen, Mitglied des berühmten TGI Friday's Team, und sie war nicht nominiert worden für das amerikanische Olympia-Team. Ich war zu ängstlich um mit ihr zu sprechen, aber es gab Gemeinsamkeiten, sie hatte wie ich auch als Eisschnellläuferin angefangen und sich schließlich für das Rennrad entschieden. Nur dass sie ganz oben angekommen war und ich gerade erst angefangen hatte. Nach einer erfolgreichen Saison kam ich zum Kahlua Team. Das Frühjahr 1993 fuhren wir Rennen in Kalifornien und Dede war eine unserer Hauptkonkurrenten. Wir wurden bald Freunde, schließlich waren waren gleichaltrig und sahen uns ja jedes Wochenende. Auf dem Rad waren wir Konkurrentinnen, aber die meiste Zeit, außerhalb der Rennen, hatten wir viel gemeinsam und so entwickelte sich unsere Freundschaft.
Erst 1995 wurden wir Teamkolleginnen bei Saturn. Sechs Jahre lang düsten wir mit den gelb-rot-schwarzen Trikots durch die Welt und gewannen alles, was es zu gewinnen gab. Wir fuhren während zwei Olympiaden zusammen, trotz unserer verschiedenen Nationalitäten. Dass sie nie ins US-Team gekommen ist, macht mich immer noch stutzig, denn sie ist eine der seltenen Athletinnen mit der Fähigkeit, auf der Höhe zu sein, wenn der Startschuss fällt. Niemand kann so leiden wie Dede. Wir nannten sie deshalb auch die "Leidensmaschine". Ich habe sie Rennen gewinnen sehen unter den wirklich unglaublichsten Umständen. Heldenhaft, um es profan auszudrücken; Sportsgeist. Nachdem sie nicht zu den Olympischen Spielen 2000 durfte bereitete sie sich auf die Weltmeisterschaften vor. Wieder verpasste sie das Podium nur knapp an diesem bescheidenen kalten Tag in Frankreich, sie wurde vierte. Nach dem Rennen eröffnete sie, auf ihre bekannt ruhige Art, dass sie vom Sport zurücktreten würde.
Wie viele andere Athleten, die versuchen, wieder in die reale Welt zurückzufinden, vergrub sich Dede in Büchern. Sie ging zurück zur Uni und bevor ich es merkte sprach sie fließend Französisch und schrieb ihre Studienarbeit. Nebenbei fuhr sie Rennen, "des Preisgelds wegen um die Studiengebühren zu bezahlen", und schlug dabei ihre ehemaligen Teamkolleginnen des Saturn-Teams während des Zenits deren Dominanz, als so ziemlich einzige Fahrerin in Nordamerika. Ich hörte von Michael, dass sie nie aufgehört hatte mit dem Training. Tatsächlich war sie besser als vorher, die neue Art der Freiheit tat ihr gut. Dede, wie ich sie kannte, befolgte ihre Trainingspläne bis in Kleinste. Niemals war sie vom Programm abgewichen und hatte dabei oft die Grenze des Sinnvollen überschritten und das Bedürfnis ihres Körpers nach Regeneration ignoriert. Sie war dann so tief eingebrochen, dass es mich erstaunte, wie sie es schaffte, sich zurückzukämpfen, immer wieder. Nachdem sie dieses Gitter, das Sport für sie geworden war, hinter sich gelassen hatte, brachte sie die Freiheit von Training und Bewegung auf eine neue Stufe. Sie tat dass, wozu sie Lust hatte. Epische Fahrten in den Bergen, stundenlang laufen, sie tat das aus purer Freude. Sie war frei nach Jahren der strengen Dominanz des Trainingsplanes, und es wirkte nicht nur physisch Wunder.
Dede entwickelte sich wunderbarerweise als Athlet, vor allem aber als Mensch. Sie blühte auf durchs Studium und die Beziehung zu Michael. Als sie schließlich den Weltcup in Montreal gewann, im Frühjahr 2002, war das keine Überraschung für uns, die wir sie kannten. Sie hat ein unbegrenztes Potential und dieses bisher höchstens aufblitzen lassen. Zufriedenheit ist bei ihr die entscheidende Komponente zum Erfolg, und sie war erfüllt davon.
Mit Bewunderung beobachte ich sie, wie sie sich auf das Rennen am Wochenende vorbereitet. Es hat mich inspiriert, dass sie den Mut hatte zu solchen Veränderungen, wie den Sport aufzugeben und ihren Abschluss zu machen, nur um stärker und leidenschaftlicher zurückzukehren, für mich selbst drastische Veränderungen zu wagen. Sie ist mein Vorbild an Balance, und hat mir in turbulenten Zeiten geholfen, meinen Weg zu finden. Sie fragt immer: "Bist du glücklich?", und das frage ich mich dann selbst, ob ich wirklich das tue was mich ausfüllt. Dass ich selbst wieder zur Ausbildung zurückgekehrt bin, ist ihr anzurechnen. Dass ich jetzt hier bin und nicht in Hamilton, zum Teil auch. Man könnte ihren Erfolg für reines Glück hält. Ich glaube dagegen, es ist das unmittelbare Ergebnis der Balance und des Glücklichseins, zwei Dinge, welche den meisten Athleten fehlen. Ich denke zurück an die Spiele in Sydney und frage mich, wo wäre Dede heute, wenn sie damals so weitergemacht hätte. Sie ist eine von einer Handvoll mit dem Potential, die Beste bei der Weltmeisterschaft zu sein. Sie gehört aufs Rennrad wie ich auf die Schlittschuhe gehöre. Die Freude in ihrer Stimme und was sie sagt spiegeln die Empfindungen, die ich für meine Leidenschaft habe.
Dass durch jemanden mit ihrer Leidenschaft für den Sport und Balance im Leben die Straßen in Hamilton geschmückt werden, macht mir Hoffnung. So viele junge Menschen können dieses Beispiel sehen und, hoffe ich, lassen sich motivieren.
Ich jedenfalls tue es.
http://www.speedskating.ca/eng/journals/hughes/oct8_2003.htm
Dede wurde an diesem Tag achte im Zeitfahren, wir erinnern uns, es gewann Joane Somarriba vor Judith Arndt und Zoulfia Zabirova.
2004 fuhr Dede Barry, die erfolgreichste amerikanische Radsportlerin, zum ersten Mal zu den Olympischen Spielen und gewann die Silbermedallie im Zeitfahren.
2004 wurde Clara Hughes Weltmeisterin über 5000m im Eisschnelllauf.
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von crn: 06.10.2004 19:15.
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08.10.2004 19:33
Raupi7
Weltmeister

Dabei seit: 03.02.2002
Herkunft: na das wüsstet ihr wohl gerne *gg* Fan von: Daniel Stephan,Andy Roddick,Tom Danielson,Jason McCartney,Yaroslav Popovych,Mike Creed...LA
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http://www.velonews.com/diaries/rider/articles/7072.0.html
__________________ "Lance's a superstar, and I'm a domestique" McRae said. "He's made millions in this sport, and I've made thousands. But through thick and thin, we've been friends. If it weren't for him, I wouldn't be on this team, and here I am in the jersey."
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08.10.2004 21:17
crn
Universalidiot

Dabei seit: 23.06.2003
Herkunft: Eizelle? Fan von: Paco, Laszlo, Margie, Wegi, J-P, Samu, van Bemmelen, Jakob Piil, T-Mobile, Slawo, ... und der wildgewordenen Blümchenseele
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Happy Birthday, Dede
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09.10.2004 12:31
crn
Universalidiot

Dabei seit: 23.06.2003
Herkunft: Eizelle? Fan von: Paco, Laszlo, Margie, Wegi, J-P, Samu, van Bemmelen, Jakob Piil, T-Mobile, Slawo, ... und der wildgewordenen Blümchenseele
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| The season is over and so is my career....
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09.10.2004 20:04
paolo
Kapitän
Dabei seit: 19.05.2004
Herkunft: Bergland Fan von: Eddy und von schönen Rädern
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Ich habs gelesen

Dede
__________________ "Wer Siegen will muß leiden,nur wer leiden kann, kann auch siegen."
Eddy Merckx
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27.02.2005 18:34
Emilia
Capitaine de la Route

Dabei seit: 04.09.2002
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Great Expectations
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dede and michael is expecting a baby!
also, michael's book, "Inside the Postal Bus", is now complete and is available in april!
(michael interview in interview thread ----->)
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