Belgien ist ein schönes Land – wenn auch nix für Lina
Die Redoute raufzufahren ist schon mit dem Auto ein echtes Erlebnis, wie muss das erst mit dem Rad sein! Die Bilder, die man aus dem Fernsehen kennt, sind ein Pipifax dagegen, es mit eigenen Augen zu sehen. Geniale Landschaft (wir hatten auch extremes Schwein mit dem Wetter) und wirklich knackig steil. Wir standen 500 mtr. unterhalb der BW, und da wir noch eine Stunde Zeit bis zur Durchfahrt hatten sind wir noch ein wenig den besseren Feldweg runtergeschlendert und wieder raufgekraxelt. Bevor die Fahrer kamen haben wir noch Christine und Sohn getroffen – im Zielort Eupen war es dann zu voll, um sich noch einmal wiederzufinden. Gruß nach Belgien!
Einige Renners hatten an der Redoute schon recht grossen Rückstand und es war klar, dass wir an der Stockeu nur noch einen Teil der Fahrer wiedersehen würden.
Und so war es auch – wiederum bröckelte es gewaltig. Sehr nett der Relax-Fahrer, der sich gut 50 mtr. an der Trinkflasche an uns vorbeiziehen liess ...
In Eupen angekommen sind wir die Schlussrunde gegen die Fahrtrichtung gelaufen und haben die Fahrer unterwegs 2x getroffen. Wie weiter oben schon geschrieben haben wir die Bergwertung in Eupen mangels Ortskenntnis leider nicht rechtzeitig erreicht, die sah ziemlich beängstigend aus!
Obwohl der Zielbereich von weitem sehr eng und sehr voll aussah haben wir es gewagt, uns dahin durchzuschlagen. Mein geschultes Fotografenauge

entdeckte auch sogleich die idealen Plätze: unmittelbar hinter dem Ziel gab es eine ca. 70 Grad steile und 6-7 mtr. hohe Böschung, auf die sich erst einige verwegene Zuschauer getraut hatten. Also – mit einer kleinen, gewagten Bergsteigereinlage nix wie rauf!
Ein genialer Ausblick auf die Zielpassage und die Videoleiwand eröffnete sich uns – dafür nimmt man doch eine Stunde „Leben am Abgrund“ mit der ständigen Angst im Nacken, abzurutschen und sämtliche inzwischen unterhalb von uns am Hang kauernden Zuschauer abzuräumen, gerne auf sich
Wahrscheinlich haben wir alle 3 neben leichten Krämpfen bleibende Haltungsschäden davongetragen. Aber Radrennen und Krämpfe liegen ja nun eh eng beieinander ...
Bei den ca. 27 Siegerehrungen blieb uns zu unserer Erleichterung trotz der Anwesenheit grosser Mengen von Magnum-Flaschen eine Sektdusche erspart. Die beste Situation bei der Siegerehrung war eindeutig die Verwunderung von Alain Van Katwijk über die Prämie für die gewonnene Bergwertung: ein Korb voller Jaques-Produkte, die ihren Sitz im Zielort haben.
Auf dem Rückweg zum Auto durch das alles andere als flache Eupen war für Lina endgültig klar: so toll es in Anbetracht der unzähligen Radrennen wäre, in Belgien zu wohnen, so wenig ist sie kompatibel mit der elendige Kletterei in diesem alpinen Land
Meine Bilder der gestrigen Etappe gibt es jetzt
hier zu sehen.

mani
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