Wie schwer ist die Vuelta? |
16.09.2003 08:26
AmRep unregistriert
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zu 1.: Die Berg-Etappen erscheinen mir beim Zschauen schwerer als die der Tour. Sechs Bergankünfte insgesamt, drei hinterneinander - richtig hart. Das zweite EZF ist zudem etwas länger als das der Tour. Zugegeben ist dafür das MZF wesentlich kürzer und zu einem günstigeren Zeitpunkt - beides begrüßenswert.
Vom Profil her, würde ich in diesem Jahr ganz klar die Vuelta als schwierigste GT einstufen.
zu 2.: Wie oben schon angedeutet finde ich die Platzierung des MZF nicht schlecht. Es ist eine schöne Disziplin, hat aber bei der Tour z.B. meiner Meinung nach zu viel Einfluss auf die Einzelwertung. Hier hat man mit 28 km eine Distanz, die (normalerweise) keine gigantischen Zeitabstände zustande kommen lässt und nach zwei bis drei weiteren Etappen hat man wahrscheinlich auch nicht mehr 9 Mann aus einem Team an der Spitze des GK. Es macht mir auch mehr Spaß das anzuschauen, als einen neun Kilometer langen Prolog - obwohl ich Fan von EZF bin, aber diese "Prolog-Spezialisten" mag ich nicht.
3. Ein eingeschränktes Ja, aber nicht wegen des Profils, sondern wegen des Fahrerfelds. In meinen Augen sind die Hauptunterschiede zwischen Vuelta, Tour und Giro die Klasse der Fahrer an der Spitze und die Geschwindigkeit der Etappen.
Ein Fahrer wie Armstrong oder Ullrich in einigermaßen guter Form gewinnt die Vuelta, weil er beim Zeitfahren und in den Bergen zu den besten fünf gehört. Bis auf wenige Ausnahmen (heuer Nozal und sogar Aitor Gonzales) scheint es bei der Vuelta aber nur entweder oder zu geben.
Während bei der Tour Klassementfahrer wie Armstrong, Ullrich, Hamilton, Zubeldia in Top-Form und einige mit dem Potenzial dazu am Start sind: A. Gonzales, Botero, Rogers, Basso u.a.
Dieser Unterschied macht die Vuelta für mich leichter, trotz des (zwar kürzeren, aber) schwereren Profils .
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16.09.2003 09:39
Steamboat
Tour-Sieger
Dabei seit: 29.12.2001
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1. Ich fand, das dieses Jahr der Giro eigentlich die schwerste Rundahrt... zumindest was die Bergankünfte betrifft.
2. Ein MZF muss relativ nahe am Anfang einer GT sein. Man stelle sich vor, ein MZF fände am drittletzten Tag statt. Dann bekäme z.B. Saeco Schwierigkeiten, da ja die besten fünf Fahrer gewertet werden... Da Saeco jetzt nur noch vier Fahrer im Rennen hat, ein schwieriges Unterfangen.
Ich selber fand das längere MZF bei der Tour besser. Schließlich ist ein MZF kein Prolog sondern soll auch Einfluss auf die Gesamtwertung nehmen.
3. Ich habe fast den Eindruck, dass die diesjährige Vuelta nicht der typischen Bergziege liegt. Heras z.B., der sein Wohl in der Flucht am Berg suchen muss, konnte bisher noch gar nicht glänzen. Ich schätze, dass er beim nächsten Zeitfahren noch ein bisschen Zeit auf Nozal, IGG und auch Aitor Gonzalez verliert. Ob er das noch einmal in den verbleibenden Bergen rausholen kann, ich glaube es fast nicht.
Von daher glaube ich, dass in diesem Jahr der Kletterer besser beim Giro aufgehoben war... aber am Giro haben viele nicht teilgenommen...
__________________ o.T.
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16.09.2003 13:52
AmRep unregistriert
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O.k. einigen wir uns darauf, dass Kletterer beim Giro 2003 eindeutig bessere Karten hatten als jetzt bei der Vuelta (immerhin gab es dort auch nur zwei Zeitfahren mit insgesamt 79 km).
Was die Schwierigkeit des Rennens/Profils angeht sehe ich aber die Vuelta vorne. Wenn ich mich recht erinnere, sind die Giro-Bergetappen (5 Bergankünfte, 1 davon am Zoncolan) immer nach dem gleichen Schema abgelaufen: Ausreisser auf den ersten Bergen (meistens 1. oder 2. Kategorie), die Favoriten belauern sich, drei Kilometer vor dem Ziel greift Simoni an, keiner kann mitgehen und er holt die entscheidenden Sekunden - mal 30 Sek., mal eine Minute. Ernsthafte Konkurrenten waren eigentlich nur Garzelli und Casagrande. Bei der Vuelta dagegen ziehen Fahrer deren Rückstand noch im Rahmen ist, schon am vorletzten Berg, oder sehr früh am letzten Berg davon und zwingen die anderen damit zur Arbeit (Perez, Gonzales, Beltran, Rasmussen, Osa etc.).
Außerdem stehen bei der Vuelta, glaube ich, wesentlich mehr Höhenmeter zu Buche, als die 17.000 des Giro - immerhin hatte die Tour de Suisse ja schon mehr! Die Länge der einzelnen Etappen fällt IMHO auch nicht so sehr ins Gewicht, da beim Giro bis zum letzten Anstieg immer gebummelt wurde.
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16.09.2003 14:23
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Radsportfotoarchiv Fan von: Bella Italia!
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@AmRep: der Zeitpunkt des Angriffs hat nicht zwangsläufig mit der Schwierigkeit des Profils zu tun, sondern mit der Charakteristik eines Rennens. Vermutlich würde das Starterfeld der Vuelta oder TdF die Giroetappen anders fahren als die Girostarter 2003, das Profil bzw. der potentielle Schwierigkeitsgrad ändert sich dadurch nicht. Allerdings macht das Profil alleine nicht die Schwierigkeit eines Rennens aus, da spielen noch das Starterfeld und das Wetter eine wesentliche Rolle und selbst das wird subjektiv von jedem anders empfunden, deswegen kann man nicht objektiv sagen, das oder das Rennen ist schwerer. Die Profile des Giro fand ich persönlich schwieriger als bei der Vuelta, aber es fehlt leider der direkte Vergleich.
__________________ Cosa ti piacerebbe fare dopo l’agonismo?
Cipollini: «Ritirarmi in Sudafrica, aprire una vineria, una scuola di ciclismo, e stare lì, in mezzo alla natura».
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16.09.2003 14:49
bAdpit
El Presidente

Dabei seit: 08.07.2002
Herkunft: ac---> sw--->? Fan von: pink floyd, genesis, porcupine tree, sigur ros, godspeed you! black emperor, a silver mt. zion, explosions in the sky, mogwai, god is an astronaut, do make say think, talk talk, joy division, the cure, smashing pumpkins, radiohead, balmorhea, mono
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der giro 2003
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war eindeutig die mit abstand leichteste gt!
- bei den meisten etappen wurden nur die letzten 50 km scharf gefahren
- fahrerfeld am schwächsten
- nur 17000 hm
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When the world is sick can't no one be well
But i dreamt we was all beautiful and strong
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16.09.2003 15:31
AmRep unregistriert
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@Cyclist: Genau das meine ich ja, meiner Meinung nach ist die Vuelta schwerer, weil dort agressiver gefahren wird - trotz des vielleicht nominell schwächeren Fahrerfeldes. Klar, von meinem Sofa aus kann ich nicht wirklich erkennen, was jetzt schwerer zu fahren ist. Das maße ich mir auch nicht an.
Wollte nur meine Meinung wiedergeben, die - kompliziert ausgedrückt - der Phrase entspricht, mit der Glgnfz uns gerade beglückt hat
Ich schaue mir heute Abend aber nochmal das Profil vom Giro an, vielleicht vertue ich mich ja absolut.
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16.09.2003 18:06
Checker
Bart

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Osten Fan von: Bands mit schönem Namen ;)
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| Zitat: |
Original von Tourmalet
Bei der Vuelta können auch Hinz und Kunz oder Nozal mit den Besten ankommen |
Na ich glaube nicht, dass ich das schaffen würde...
Zum Thema: die Vuelta bevorteilt trotz der vielen Bergankünfte die Roleure gegenüber den Bergspezis. Ebenso fehlt bei der Vuelta ein dominierender Bergfahrer, der das Rennen an Schlussanstiegen schwer macht. Wenn die sich vorgestern am Envalira nicht so belauert hätten (o.k., ich sag' das jetzt so, die meisten waren da sicherlich nah am Limit 
), dann hätten IGG und Beltran nicht nur 30 Sekunden verloren. Aber die Vuelta-Bergankünfte erlauben nun mal keine triumphalen Solofahrten eines der Favoriten. Zoncolan oder Pampeago beim Giro, mit 22 bzw. 17% Steigung, waren das ideale Terrain für einen Simoni in Topform. Lediglich Sierra de la Pandera (Sonntag) ist wirklich etwas für die Bergziegen, in der Sierra Nevada wird wohl wieder so gefahren werden wie letztens.
__________________ Im Herbst 1972 verkündete Präsident Nixon, die Beschleunigungsrate der Inflation nehme ab. Dies war das erste Mal, daß ein amtierender Präsident zugunsten seiner Wiederwahl die dritte Ableitung ins Feld führte. (Hugo Rossi)
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16.09.2003 19:16
xxGinesxx unregistriert
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| Zitat: |
| Der Giro war klar schwerer. Da gab es richtige Abstände in den Bergetappen. |
Das eine hat aber mit dem anderen relativ wenig zu tun... die Streuung war beim Giro wesentlich größer.
In den Dolomiten gibt es die mengenmäßig härtesten Anstiege, was die Steilheit angeht.
Hingegen sind die Pässe der Tour nicht ganz so steil, aber oftmals wesentlich länger (20 km und mehr). Bei der Vuelta findet man in der Regel kaum Passstraßen, die eine Länge von über 20 km haben.
Außerdem ist der Giro Ende der 90er stark kritisiert worden, da man z.B. 1998 an drei Tagen eine Höhenmeterzahl absolvieren musste, was die Fahrer zu arg beanspruchte (ich weiß die genaue Zahl nicht mehr).
Und "schwer" macht 'ne Rundfahrt sowieso meist die Geschwindigkeit.
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16.09.2003 20:54
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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| Zitat: |
Original von Tourmalet
Ende der 90er, ja das muss entweder 98 oder 99 gewesen sein. Da hatten die wohl die Hälfte der Höhenmeter, 27000 oder wars sogar 2 Drittel an den 3 Tagen abgefeiert. Dementsprechend kam ja auch nur ein Rumpffeld in Mailand an. |
Und danach flog der Mortirolo aus der Wertung :traurig:
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2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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16.09.2003 21:18
Novalis
creature of the old times

Dabei seit: 25.09.2002
Herkunft: Necropolis Fan von: Fan von mille, clockenkühen und Postfreukarten
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Selbst wenn die Vuelta theorertisch unter Umständen vielleicht stärker besetzt sein sollte (glaub ich aber nicht 
) wird dort gefahren wie beim, ums mit glgis Worten zu sagen, Kindergeburtstag.
Wirklich Zeit rausholen konnte man bisher nur im Zeitfahren
__________________ Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt meint man, es wäre eine Minute.Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen,meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität(Albert Einstein)
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