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Cycling4Fans - Forum » Radsport » Die Profi-Szene » 51 Dopingprozesse in Italien » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Zum Ende der Seite springen 51 Dopingprozesse in Italien
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20.02.2003 21:12

TEVC
Legende der Landstrasse

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RE: Was ich nicht ganz verstehe...

Zitat:
Original von ElBarto
.. Pantani wurde wegen besagter Insulinspritze schon gesperrt! Man kann doch einen wegen eines Vergehens nicht 2 mal verurteilen???


Das ist beim Rechtsgrundsatz schon so. Aber eine Sperrung hat nichts mit Strafrecht zu tun.




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20.02.2003 21:14

Inga
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@ elbarto: wieder diese trennung zwischen sportgericht und "richtigem" gericht?

aber ich geb's auf... wenn es die fahrer mit ihren tollen entschuldigungen schon fast schaffen, einen verrückt zu machen, die italienische justiz schafft es definitiv volltrottel volltrottel volltrottel




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20.02.2003 21:18

Cyclist
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Ich glaube, man muss unterscheiden zwischen Sportrecht und Strafrecht. Sportrechtlich verurteilt werden Sportler durch Sportverbände (beispielweise die UCI oder den nationalen Radsportverband), strafrechtlich gibt es ein Prozess vor einem ordentlichen italienischen Gericht. Dies ist aber nur möglich weil - im Gegensatz zu Deutschland - Doping laut italienischem Recht verboten ist. In Italien können Fahrer, Betreuer, etc. sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt werden.




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Cipollini: «Ritirarmi in Sudafrica, aprire una vineria, una scuola di ciclismo, e stare lì, in mezzo alla natura».
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21.02.2003 08:59

Werner
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Zitat:
Original von Cyclist
Übrigens Rebellin ist nicht auf der Liste oder war das wieder ein anderes Verfahren? Langsam verliert man den Überblick....


Staatsanwaltschaft Padua.


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22.02.2003 12:49

Elborn
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Als Ergänzung zur Liste von der Diktatorin ganz interessant: Mögliches Strafmaß bei Verurteilung.

http://www.sportpro.it/doping/RinviiGiro2001.htm


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23.02.2003 00:15

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Hier ist die aktuelle Liste auf englisch, was den meisten von uns besser verständlich sein sollte als Italienisch:

Name Accused of Substance(s) Risks

Riders
Dario Andriotto (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
José Luis Arrieta (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Jeroen Blijlevens (Ned) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Ermanno Brignoli (Ita) doping/sport fraud insulin 1-3 yrs
Matteo Carrara (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Hans de Clercq (Bel) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Alvaro de Galdeano (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Daniele De Paoli (Ita) doping/sport fraud insulin & caffeine 1-3 yrs
Giuseppe Di Grande (Ita) doping/sport fraud insulin, Gh & caffeine 1-3 yrs
Alberto Elli (Ita) doping/sport fraud corticosteroids, insulin & Gh 1-3 yrs
Giuliano Figueras (Ita) doping/sport fraud corticosteroids, insulin & caff. 1-3 yrs
Dario Frigo (Ita) doping/sport fraud testosterone, Gh & caffeine 1-3 yrs
Pablo Lastras (Spa) doping/sport fraud corticosteroids & caffeine 1-3 yrs
David Latasa Lasa (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Giovanni Lombardi (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Marco Magnani (Ita) doping/sport fraud corticosteroids & caffeine 1-3 yrs
Renzo Mazzoleni (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Gabriele Missaglia (Ita) doping/sport fraud testosterone 1-3 yrs
Giampaolo Mondini (Ita) doping/sport fraud insulin, Acth & caffeine 1-3 yrs
David Navas (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Rinaldo Nocentini (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Jon Odriozola (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Unai Osa (Spa) doping/sport fraud corticosteroids & caffeine 1-3 yrs
Pavel Padrnos (Cze) doping/sport fraud mannitol 1-3 yrs
Marco Pantani (Ita) doping/sport fraud insulin & lidocaine 1-3 yrs
Julio Perez Cuapio (Mex) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Andrea Peron (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Mariano Piccoli (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Domenico Romano (Ita) doping/sport fraud mannitol 1-3
receiving forbidden goods + aggrav.
Maximilian Sciandri (GBr)doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Marcello Siboni (Ita) doping/sport fraud insulin, Acth & caffeine 1-3 yrs
Cesar Solaun (Spa) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Antonio Varriale (Ita) doping/sport fraud caffeine 1-3 yrs
Stefano Zanini (Ita) doping/sport fraud insulin 1-3 yrs

Directors
Vicente Belda 4 crimes caffeine
Zurbano Galilea 4 crimes caffeine
Vicente Narvarte 4 crimes caffeine
Gianluigi Stanga 4 crimes caffeine

Drivers
Francisco Fernandez 4 crimes testosterone

Soigneurs
Giacomo Andalo 4 crimes insulin & gonadotropin
Bruno Pierantoni 4 crimes insulin & gonadotropin
Leone Pizzini 4 crimes insulin & gonadotropin
Primo Pregnolato 4 crimes insulin & lidocaine
Fabrizio Settembrini 4 crimes insulin & gonadotropin

Doctors
Jolanda Fuentes 4 crimes caffeine
Lothar Heinrich 4 crimes corticosteroids & caffeine
Jesus Hoyos 4 crimes caffeine
Claudio Sprenger 4 crimes caffeine

Mechanics
Alfredo De Marchi 4 crimes insulin & gonadotropin
Bruno Olivieri 4 crimes insulin & gonadotropin
Juan Sunol 4 crimes caffeine

*4 crimes = doping, sporting fraud, administering banned substances,
illegal practice of medicine

Source: La Gazzetta dello Sport/cycling4all.com
http://www.cyclingnews.com/news/?id=2003/feb03/feb23news




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23.02.2003 01:41

TEVC
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Hm

Wenn ich mir das anschaue- Kaffee ist wohl falsch zum aufwachen... Die Corticoid Jungs werden wohl irgendwie davonkommen- Aber:

Andererseits sind echte Hämmer dabei.
Insulin bei Nicht-Diabetikern... kein Grund ohne Doping.
ACTH ist auch klar und dann die Mannitols geschockt wenn Postal Padrnos behält- weia!




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23.02.2003 01:45

Cyclist
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Wenn man die Kaffee-Sünder rausrechnet - jedenfalls kann ich mir schwer vorstellen, dass die sich alle mit Kaffee gedopt haben - sieht die Liste schon weniger dramatisch aus. Da fallen ja praktisch die Hälfte der Beschuldigten raus Augenzwinkern




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TEVC
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Ich bin mit Koffein etwas skeptisch!
Man kann sich da schön rausreden- der Espresso war so stark... Andererseits:

Mannitol ist ein Osmolyt. Greift stark in den Wasserhaushalt ein- Wasser wird gebunden. Das hat den Vorteil, dass Wasser a) das Blut schön flüssig hält und b) Wasser allgemein alles schön verdünnt. Mannitol ist ganz klar ein Verschleierungsmittel. Aber irgendwie muss das Wasser dann ja wieder raus. Wasser ist sehr, sehr schwer. Pro Liter ein Kilo. Ich meine damit nicht nur das "Verschleier" Wasser sondern einfach dass man fix viel Gewicht loswird. das Phänomen kennt jeder der morgens zu viel Kaffee hatte und dann den Vormittag alle dreiviertel Stunde aufs Klo rennen darf....




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23.02.2003 02:00

Cyclist
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Aber 1 -3 Jahre Gefängnis wegen Kaffee? Das übersteigt meine Vorstellungskraft. Ich will ja nicht ausschliessen, dass einige von den Kaffee-Sündern wirklich gedopt haben, aber Coffein gehört meines Wissens zu den leichteren Dopingprodukten und eine Gefängnisstrafe kann ich mir da nun wirklich nicht vorstellen.


Aber vielleicht weiss ich auch zu wenig über die Wirkunsgweise von Coffein Augenzwinkern




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23.02.2003 02:04

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Tja, Cyclist- hast Du mir nicht irgendwann erklärt: Doping ist Doping ist Doping! Wenn man was in der Blutbahn hat was da nicht hingehört ist man dran Augenzwinkern

Schon klar ich meine auch, dass die mit (ausschliesslich)Coffein gelisteten billig davonkommen. Aber das Testergebniss kann schon auch von etwas anderem kommen als von 5 Cappucinos zum Frühstück!




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23.02.2003 02:11

Cyclist
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Natürlich ist Doping Doping. Jedoch auch die UCI unterscheidet bei ihren Sperren nach Schweregrad des Dopingmittels. Hier geht es ja nicht um einen Sportrechtsprozess, der eine Sperre nach sich zieht, sondern um Strafverfahren, wo Freiheitsstrafen drohen. Und der Konsum von leichten Dopingsubstanzen ist sportrechtlichlich sicher verwerflich und auch zu ahnden, aber strafrechtlich die Fahrer dafür belangen zu können, halte ich für unwahrscheinlich. Was anderes ist es bei den wirklich harten Dopingsubstanzen und wenn es um Handel geht. Nur was im Detail jedem einzelnen vorgeworfen wird, wissen wir nicht.




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23.02.2003 02:29

Indurain
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"Caffeine"

bezieht sich m.W. nicht auf erhöhte Koffein-Konzentrationen im Blut oder Urin (enstprechende Tests sind von der Staatsanwaltschaft Florenz wohl gar nicht durchgeführt worden) sondern auf die bei den Fahrern gefundenen Koffein-Tabletten - und wie im Fall von Lothar Heinrich waren das nicht 10 oder 20 Pillen, sondern gleich Klinikpackungen.

Juristisch wird es darum gehen, 1.den Fahrern eindeutig den Besitz der entdeckten Medikamente zuzuordnen (Pantani hat in dieser Hinsicht ja schon vorgebaut und erklärt, die in seinem Zimmer gefundene Insulin-Spritze sei von ihm niemals gebraucht worden und i. ü. habe nicht nur er in besagtem Raum übernachtet) und 2. den Vorsatz, mit den Präparaten "Sportbetrug" begehen zu wollen, nachzuweisen (Heinrich hat z.B. argumentiert, die bei ihm gefundenen Koffeintabletten seien zum Eigengebrauch bestimmt gewesen und hätten der Therapie eines Jetlags gedient; Ulle konnte sich auf seinen Gesundheitspaß beziehen und eine therapeutische - und keine betrügerische - Indikation für das Cortison-Spray nachweisen).

Im Gegensatz zum UCI-Antidoping-Reglement scheint die Frage, ob die Betroffenen die bei ihnen sichergestellten Medikamente auch wirklich eingenommen haben, von keinerlei Relevanz zu sein. IGF/HGH kann man eh' noch nicht nachweisen, aber man wird die aufgelisteten Fahrradmechaniker wahrscheinlich fragen, ob sie mit dem Gonadropin die Schaltzüge der von ihnen gewarteten Rennmaschinen schmieren wollten....

Die Ausgangslage für die Anklage ist also einerseits einfacher, andererseits schwieriger als die der UCI-Antidoping-Agenturen. Einfacher, weil sie den Beschuldigten nicht den Gebrauch/die Einnahme der Mittel nachweisen muß - die Tatbestände des Besitzes bzw. der Weitergabe reichen bereits aus, um eine Anklage zu begründen; schwieriger, weil eine Strafbarkeit erst mit dem Vorliegen eines bewußten Vorsatzes (des Sportbetruges/des Medikamentenhandels usw.) eintritt.
Einen solchen Vorsatz hat Dieter Baumann, wie ich finde, immer überzeugend bestritten; geholfen hat ihm das sportrechtlich in keiner Weise - in einem italienischen Strafprozeß hätte man ihn wahrscheinlich - in dubio pro reo - freigesprochen. Und auch Ulles XTC-Selbstversuch geschah bekanntermapßen ohne betrügerische Absichten - trotzdem hat der BDR ihn - sportrechtlich korrekt - gesperrt. Strafrechtlich hätte man ihm den Vorsatz, sich ungerechtfertigte Wettbewerbs-Vorteile verschaffen zu wollen, explizit nachweisen müssen, um ihn zu verurteilen.

Die Kombination der Tatbestansmerkmale (Besitz/Handel+Betrugsvorsatz) erklärt denn auch die Höhe der Strafandrohungen (1-3 Jahre Freiheitsentzug). Strafrechtlich spielt die Frage, ob es sich um "harte" oder "weiche" Doping-Mittel handelt eine nachrangige Rolle; entscheidend ist, ob das Medikament auf der Liste verbotener Substanzen steht und man mit ihm einen "Sportbetrug" begehen wollte. Vor dem Richtmaß dieses Vorsatzes sind alle Mittel letztlich gleich fatal.


Dieser Beitrag wurde 8 mal editiert, zum letzten Mal von Indurain: 23.02.2003 12:52.

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23.02.2003 09:27

Cyclist
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Fan von: Bella Italia!

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@Indurain: danke für die Klarstellung.

Heisst dass, der reine Besitz ist nicht strafbar, sondern "nur" der Besitz mir Dopingabsicht oder Handel? Da werden einige Herren unangenehme Fragen beantworten müssen, nur es wird nicht in allen Fällen einfach sein, ihnen diese strafrechtlich relevanten Intention nachzuweisen. Nur denke ich schon, dass im Bezug auf Handel unterschirdlich zu bewerten ist, mit welchen Substanzen gehandelt wird. Straffrei wird beim Handel keiner ausgehen, nur der Grad der Verurteilung dürfte sich schon unterscheiden.




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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Cyclist: 23.02.2003 10:01.

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23.02.2003 11:58

Indurain
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Zitat:
Original von Cyclist
Heisst dass, der reine Besitz ist nicht strafbar, sondern "nur" der Besitz mir Dopingabsicht oder Handel?


Ja, so würd' ich das sehen; genauer müßte man vermutlich sagen, daß Besitz und Handel in "sportbetrügerischer" Absicht geschehen sind.
Interessant in dieser Hinsicht ist der folgende Fall aus dem Jahr 2001, in dem der Oberste Gerichtshof Italiens eine Gefängnisstrafe wg. Nandrolon-Handels aufgehoben hat, weil die Medikamente an Hobby-Sportler außerhalb des Wettkampf-Bereichs verkauft worden sind:

Italy rules steroid, doping drug sales not illegal

FLORENCE, Italy, Apr 04 (Reuters Health) - Selling steroids and other doping drugs to amateur athletes is no crime, Italy's highest appeals court declared on Wednesday.
The ruling was the first legal decision based on an anti-doping law introduced in 2000, which makes sports doping an offence punishable by up to 3 years in prison and fines of up to about 52,000 euro, according to media reports.
Asked to rule on a judge's decision not to authorise the arrest of a man accused of selling 10 vials of "Deca Durabolin" (nandrolone decaonate), the Court of Cassation, Italy's Supreme Court, said that traffic in doping drugs is a crime only in certain circumstances.
As detailed in article 9 of the law, prosecutors must prove that the purpose was to falsify the outcome of a competitive sport event or the results of anti-doping tests.
"It is a controversial ruling, and could pave the way to social doping in gyms," Dr. Giulio Rossi, a member of the Italian Federation Ice Sports anti-doping commission, told Reuters Health.
"The anti-doping law should be revised, but most of all there should be more efforts telling people that sport activity doesn't mean a forced fitness, but a psycho-physical well-being," he said.
According to lawyer Franco Coppi, the court ruling is correct from a judicial point of view. "In such cases, the nandrolone traffic could lead to other crime, but not sport fraud," he told the daily La Repubblica.
In coming days, Italy's anti-doping body, a committee to be overseen by the health ministry, is expected to release a list of banned drugs.

http://12.31.13.107/HealthNews/reuters/N...y0404200231.htm

Der juristische Knackpunkt ist wohl dieser Artikel 9:

As detailed in article 9 of the law, prosecutors must prove that the purpose was to falsify the outcome of a competitive sport event or the results of anti-doping tests.

Der Giro ist natürlich eine Wettkampf-Veranstaltung, die Beteiligten keine Hobby-Sportler, aber es dürfte dennoch schwierig werden, in jedem einzelnen Fall den Betrugsvorsatz schlüssig nachzuweisen.


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23.02.2003 12:23

muellerin
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Fan von: Jan Ullrich

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Soweit ich weiß, ist Pantani einmal schuldig gesprochen worden und einmal freigesprochen worden mit dem Argument, daß die Mittel oder Spritzen, die sich zwar bei ihm im Zimmer befunden haben, nicht Pantani zugeordnet werden konnten bzw. daß er das Zeugs wirklich genommen hätte.

Von daher steht wirklich zu befürchten, daß viele Verfahren mit einem Freispruch enden. Ob das dem Dopingproblem hilft, glaub ich weniger.


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23.02.2003 12:53

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@ indurain:
du scheinst da einen wissensvorsprung zu haben...
wo hast du denn die genauen mengen her, die die leute von da oben mit sich geführt haben?

so oder so sehe ich bei allen mitteln, die man frei kaufen kann und die auch nicht verschreibungspflichtig sind und nur ab einer bestimmten konzentration im blut verboten sind, probleme, den besitz gerichtlich zu ahnden...




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23.02.2003 13:07

Indurain
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Mengenangaben

Also, was Lothar Heinrichs Fall angeht, hat er in mehreren Interviews zugegeben, daß er (wie er zugeben mußte: ungeschickterweise) eine Klinikpackung bei sich führte: "Das sei eine Dummheit gewesen". Bei de Paoli und den Ibanestos war ebenfalls von "größeren Mengen" von Koffein-Tabletten die Rede.... Im übrigen legen auch nur solche "größeren Mengen" den Verdacht auf "Sportbetrug" nahe - ansonsten hätte die Staatsanwaltschaft erst gar nicht versucht, Anklage zu erheben.

I. ü. sind die Dinge in Italien klar geregelt: Wenn eine Substanz auf der Liste der verbotenen Präparate steht, ist es gleichgültig, ob man sie ohne Probleme in Apotheken kaufen kann und in welcher Dosierung man sie zu sich nimmt: Die Kombination von Besitz und Betrugsabsicht führt automatisch zur Strafbarkeit.
Natürlich kann man die Legitimität solcher Rechtsnormen mit guten Gründen bestreiten; aber an ihrer faktischen Geltung (auf italienischem Territorium) ändert das zunächst 'mal nichts.


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23.02.2003 13:22

Cyclist
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Bist du Fachmann im italienischen Recht? Ich kenne den geanuen Wortlaut des Gesetzes nicht, genausowenig alle möglichen Strafen bis ins Detail, bin daher etwas vorsichtig. Und ohne Quellenangabe lässt sich schwer darüber diskutieren.

Ich kann nur von meinem Rechtsempfinden ausgehen und da ist es für mich schwer vorstellbar, dass beim Strafmaß die Härte bzw. Gefährlichkeit eines Dopingsmittels keine Rolle spielen soll. Wirklich lösen können wir das hier nicht, sondern müssen die Prozesse abwarten.




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23.02.2003 13:31

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Über das Stafmaß

kann man natürlich nichts genaues sagen (hab' ich i.ü. auch nicht, wenn Du genau nachliest Augenzwinkern ). Mag sein, daß Koffein in den Augen der Richter weniger schlimm einzuschätzen ist als IGF/HGF. An der Strafbarkeit des Besitzes (auf ebendiese bezieht sich Inga in ihrem Posting) ändert das jedoch nichts.
I.ü.: Warten wir 'mal ab, ob es überhaupt zum Prozeß kommt und wie er am Ende ausgeht...


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