21.11.2007 18:59
Scout
Pavé-Experte
Dabei seit: 01.12.2006
Herkunft: Berlin Fan von: von gutem fairen Radsport
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Der gläserne Athlet?
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by Badische Zeitung
Mountainbike-Vizeweltmeisterin Sabine Spitz hat umfassendere Kontrollmaßnahmen im Kampf gegen Doping gefordert. Die 35-Jährige schlägt eine permanente Ortung von Spitzensportlern per Handy vor. |
Irgendwie nimmt die Sache krankhafte Ausmaße an. Wo soll das noch hinführen? In 10 Jahren bekommt dann jeder Spitzensportler je ein Diagnosegerät für Blut & Urin implantiert, daß regelmäßig die Daten per Funk an die NADA/ WADA sendet? Sind denn langsam alle bekloppt? Ich meine irgendwann muß auch Schluß sein. Wieviel sollen/ müssen sich die Sportler noch gefallen lassen?
Nur damit kein falsches Bild entsteht, ich bin gegen Doping, aber die Sportler sollten auch nicht zuviel in Ihren Persönlichkeitsrechten beschnitten werden.
Was meint Ihr?
__________________ Gruß Scout
Besenwagen-info.de
me@last.fm
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Scout: 21.11.2007 19:00.
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21.11.2007 19:22
Scout
Pavé-Experte
Dabei seit: 01.12.2006
Herkunft: Berlin Fan von: von gutem fairen Radsport
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| Zitat: |
Original von Papa Razzo
Die Sportler haben durch ihr Verhalten in den vergangenen Jahren selbst bestimmt, wann Schluss ist - nämlich noch lange nicht. |
Naja, das sehe ich anders, denn an der derzeitigen Situation sind nicht nur die Sportler schuld.
| Zitat: |
Original von Papa Razzo
Ich sehe die Sache wie folgt:
Wer sich zum Schritt in den Profisport entscheidet, nimmt die WADA-Kontrollreglemente inkl. Whereabouts und Trainingskontrollen in Kauf. Da habe ich null Verständnis für das Gewinsel von Kasheshkin und Fumic, und volles Verständnis für Sabine Spitz' konsequente Haltung. |
Kasheshkin und Fumic lassen wir mal außen vor. Da ist ja klar worum es geht.
Ich finde die derzeitigen Formalien schon noch ok.
Meine Frage geht auch eher dahin, wie weit dürfen denn Eurer Meinung nach Persönlichkeitsrechte für Profis eingeschränkt werden?
__________________ Gruß Scout
Besenwagen-info.de
me@last.fm
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21.11.2007 20:21
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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Original von Scout
Meine Frage geht auch eher dahin, wie weit dürfen denn Eurer Meinung nach Persönlichkeitsrechte für Profis eingeschränkt werden? |
Das Training der Berufsportlers ist gewissermassen seine Arbeit. Ein Arbeitgeber hat je nach Umständen durchaus das Recht zu wissen, wann und wo der Verpflichtete seine Arbeit leistet. Der Spezialfall wäre hier, dass der Verband eine ähnliche Stellung beansprucht wie der Arbeitgeber. Ob das im vornherein schon unverhältnismässig ist?
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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21.11.2007 21:10
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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Original von Aubisque
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Original von blaireau
Das Training der Berufsportlers ist gewissermassen seine Arbeit. Ein Arbeitgeber hat je nach Umständen durchaus das Recht zu wissen, wann und wo der Verpflichtete seine Arbeit leistet. .... |
Genau das ist der Knackpunkt. Es geht nicht nur um das Training, sondern auch um die übrigen Zeiten. Kasheshkin wurde ja während seines Urlaubs kontrolliert. |
Vielleicht zielt die Klage genau auf diesen Umstand. Dann würde uns das Urteil aber wenig sagen im Hinblick auf jene 300 Tage im Jahr, an denen ein Profi arbeitet.
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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21.11.2007 21:19
DjHans
Danke Jan!

Dabei seit: 02.03.2006
Fan von: Ulle, Hilde, Gibo, Fabü
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| Zitat: |
Original von blaireau
Vielleicht zielt die Klage genau auf diesen Umstand. Dann würde uns das Urteil aber wenig sagen im Hinblick auf jene 300 Tage im Jahr, an denen ein Profi arbeitet. |
Ich dachte, es zielt zudem auch noch auf den Umstand, dass laut Kashechkin nur staatliche Behörden Eingriffe in die Privatspäre durchführen dürfen. Die Wada oder UCI sind aber private Institutionen.
__________________ Danke Jan, für die tollen Jahre. Du bist der "Tourgott"!
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Vive le Tour!
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21.11.2007 21:24
ulle4ever
Hartkern Ullist - Bitte Rücksicht nehmen!

Dabei seit: 23.05.2007
Fan von: Haufenprinzip
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22.11.2007 10:45
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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| Zitat: |
Original von badfan
Der gläserne Athlet, der gläserne Bürger.
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Nur weil z.B. Mitarbeiter eines Kernkraftwerkes u.U. eine bestimmte, begrenzte Offenlegung ihrer Privatsphäre hinnehmen müssen, heisst das noch nicht, dass das für alle Bürger dann gilt.
Entscheidend ist auch, wie die Daten behandelt werden, nachdem alles Interesse erloschen ist.
Ferner ist gegen ein Offenlegung von anonymen Daten (z.B: medizinische Parameter eines TdF-Pelotons) gar nichts einzuwenden aus Sicht des Persönlichkeitsschutzes.
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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22.11.2007 11:24
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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| Zitat: |
Original von badfan
Erschreckend, wie leichtfertig heutzutage einige Menschen mit der Aussicht umgehen, rund um die Uhr überwacht zu werden. |
Wenn diese Menschen durch unfairen Wettbewerb in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehindert werden, dann habe ich zunächst Verständnis, wenn sie auf Kontrollen bestehen, die die Einhaltung der Regeln sicherstellen sollen.
| Zitat: |
| Eine Sportlerin, wahrscheinlich kurz vor Karriereende, will einfach in die Schlagzeilen .... |
Trägt diese durchsichtig und plump vorgetragene Diskreditierung dieser Athletin irgendwas zur Diskussion bei? Warum müssen hier im Forum immer wieder die gleichen Töne angeschlagen werden, mit denen der UCI-Boss den J. Jaksche diskreditieren wollte? Was soll das? Wem nützt das?
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22.11.2007 12:05
badfan unregistriert
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@blaireau
Und Du glaubst, dass durch Handy-Ortung der Sportler die Vorteilnahme durch Einnahme leistungssteigernder Mittel eingeschränkt wird? Sorry ... da bin ich anderer Ansicht.
Ich wollte die Athletin nicht minder diskreditieren, wie die Athletin selbst durch ihren Vorschlag die Freiheit und Menschenrechte minimieren will.
Nein ... ich wollte nur zum Ausdruck bringen, was ich davon halte. Ich kenne Frau Spitz gar nicht weiter ... vielleicht ist sie ja sonst ganz in Ordnung!
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22.11.2007 12:51
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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| Zitat: |
Original von badfan
Ich kenne Frau Spitz gar nicht weiter ... |
Aber gut genug, zum wissen, dass ihre Karriere am Ende ist und was ihre "wahren" Motive ("Schlagzeilen-Gier") sind?
Da braucht man sich mit dem Problem der wirtschaftlichen Nachteile der Betrogenen nicht mehr auseinanderzusetzen.
Diskutieren wir also weiter unter dem auschliesslichen Gesichtspunkt des Täterschutzes. Es ist ja nicht unser Geld, was die ehrlichen Berufsleute verlieren.
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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22.11.2007 12:59
badfan unregistriert
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Nein ... nur dachte ich mir, mit 35 könnte sich eine Karriere im (Rad-)Sport langsam dem Ende nähern ... das ist alles.
Es geht mir nicht um Täterschutz, blaireau. Es geht mir um den Schutz der Persönlichkeitsrechte ... der wenigen, die uns allen noch verblieben sind. Ich hänge die nicht so einfach an den Nagel, nur weil einige (oder viele) Sportler meinen, sie müssten dopen.
Du musst mich nicht so angreifen, es ist lediglich meine persönliche Meinung, die ich hier zum Besten gegeben habe. Wenn das hier nicht gerne gesehen oder sachlich diskutiert werden will oder kann, dann tut es mir sehr leid.
Im Übrigen hast Du meine Frage nicht beantwortet: Glaubst Du allen Ernstes, dass durch Handy-Ortung die Vorteilnahme einiger oder meinetwegen vieler Sportler durch Einnahme leistungssteigernder Mittel eingeschränkt wird? Genau das möchte Frau Spitz doch erreichen, oder hab ich da was falsch verstanden?
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22.11.2007 13:19
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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Original von badfan
Du musst mich nicht so angreifen, es ist lediglich meine persönliche Meinung, die ich hier zum Besten gegeben habe.
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Die Unterstellung, dass Leute sich nur in die Schlagzeilen bringen wollen ist so alt wie faul, aber wiederholt sich trotzdem ständig.
Selbst LL-Trainer Behle war sich nicht zu schade, dem alternden Saltin öffentlich Publizitätssucht zu unterstellen, als der das Sachenbacher-Startverbot sachlich begründete.
Ebenso muss sich Frau Bannenberg vorhalten lassen, sie wolle nur Bücher verkaufen. Etc.
Natürlich ist eine Form von Handy-Ortung eine technische Möglichkeit um sicherzustellen, dass der Verband, der die Interessen der ehrlichen Fahrer zu wahren hat, Kontrollen wirksam durchführen kann. Ob sie tauglich ist und inwieweit verträglich mit Persönlichkeitsrechten, das ist eine offene Frage. Generelll vertrete ich die Ansicht, dass es dem Athleten zuzumuten ist, seinen Ort und Zeitraum seine Trainings-"Arbeit" jeweils bekanntzugeben. Seine Mitwirkungspflicht steht für mich ausser Frage. Der Begriff "Überwachung" führt hier in die Irre.
Im Falle von Kasheshkin (dessen Persönlichkeitsrechte ihm erst nach einer positiven Kontrolle wichtig wurden) handelt es sich höchtwahrscheinlich um eine Form von juristischem Täterschutz.
Wie gesagt: wie sind die Rechte der Betrogenen zu gewichten?
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22.11.2007 13:32
schnippler unregistriert
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Original von badfan
Und das, (man höre und staune)obwohl ich nichts zu verbergen habe.[/COLOR] |
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22.11.2007 13:58
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
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| Zitat: |
Original von badfan
Eine Form von Handy-Ortung? Wie soll das funktionieren? Wie willst Du Athleten dazu verpflichten, dass diese im Urlaub ihr Handy anzuschalten haben. Wie sie dazu verpflichten, dass stets Sorge dafür getragen wird, dass der Akku aufgeladen ist und das Handy zu jeder Zeit zu orten ist? |
Nicht im Urlaub. Ich habe für eine arbeitsrechtliche Sichtweise weiter oben argumentiert.
Ob und wie das durchführbar wäre, das wäre zu diskutieren. Wie gesagt: die Mitwirkungspflicht steht im Vordergrund. Wichtig wäre, dass die Handy-Ortung (ich nenne es mal Meldung per Handy) die Freiheit des Athelten eher erweitert, weil viellleicht einiges des lästigen Anmeldekrams wegfallen könnte.
Den "gläsernen Athleten" sehe ich deswegen noch nicht, weil im Unterschied zum Schlagwort "gläserner Bürger" (was die Zusammenlegung von verteilten Information von und bei staatlichen Instanzen meint) sich das Interesse der Sportbehörden grundsätzlich auf sachwesentliche Inhalte (nämlich unter dem Gesichtspunkt der Gewährleistung regelkonformer Wettbewerbe) und beschränkte Zeiträume erstreckt.
__________________ "I just dropped in to see what condition my condition was in"
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22.11.2007 14:14
blaireau
Soigneur

Dabei seit: 22.07.2004
Herkunft: Zürich Fan von: Ottavio Bottecchia
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| Zitat: |
Original von badfan
Und das ist genau die Sorge, die ich habe. Wer garantiert denn, dass es sich nur auf sachwesentliche Inhalte und beschränkte Zeiträume erstreckt? |
Schön, dann brauchen wir also nur noch die Modalitäten zu diskutieren.
Selbstverständlich kann z.B. eine hohe Konventionalstrafe - falls die Verbände Daten sammlen, die unwesentlich sind oder über Zeiträume aufbewahren, die als unangemessen zu gelten haben - hier schon einiges bewirken.
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