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--- Pulsuhr sinnvoll oder Spielerei? (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=17668)


Geschrieben von blaho am 02.08.2005 um 13:22:

Fragezeichen Pulsuhr sinnvoll oder Spielerei?

Jürgen Zäck (fast 100-facher Ironman) in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau:

Zitat:
Seit 1994 habe ich keine Leistungsdiagnostik gemacht, weder habe ich meinen Laufstil und meine Radposition überprüfen lassen, ich komme auch ohne Laktatmessung und Pulsmesser aus - und ich vermisse nichts!... Der Athlet muss weg vom vorgefertigten Trainingsplan aus dem Computer. Ich brauche keine Pulsuhr. Weil ich meinen Körper selbst einschätzen kann, ich sage meinen Pulsschlag plus-minus zwei Schläge genau vorher. Dahin muss es wieder kommen


Bisher habe ich das Training mit diesen hochtechnisierten Spielereien sehr genossen. Jetzt waren sowohl am Polar als auch am Cyclosport die Batterien alle und ich bin gezwungenermassen ohne "technischen Support" unterwegs gewesen. Interessanterweise ging es mir wie Jürgen. Als der HAC4 endlich wieder lief hat er mir nur bestätigt, was ich ohnehin im Gefühl hatte. Ich bekomme den gefühlten Puls auf +/- 5 Schläge hin und um die Zeit zu nehmen reicht mir auch eine popelige Stopuhr. Die Vorbereitung für meinen besten Ironman (10 Std. 3 min.) habe ich mit einer Timex Ironman 100 Lap durchgezogen und für den Puls habe ich mich herzlich wenig interessiert, sondern alles nach Gefühl gemacht.
Momentan habe ich das Gefühl, dass mich die ewige Buchführung mit Höhenmetern, Durchschnittspuls und diesen Spielereien eher unter Druck setzt als unterstützt.

Wie sieht es bei Euch aus? Hochtechnisiert oder eher Zäck-like?



Geschrieben von Glgnfz am 02.08.2005 um 13:24:

  RE: Pulsuhr sinnvoll oder Spielerei?

ich finde man muss aber ne zeitlang mit pulsuhr gefahren sein, um den puls halbwegs gut schätzen zu können.

ich fahre im moment (pulsuhr ist unterwegs zu polar - würg!!!) auch ohne und bilde mir ein so bis auf 5 schläge ziemlich gut schätzen zu können.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 02.08.2005 um 13:47:

  RE: Pulsuhr sinnvoll oder Spielerei?

Eher Zäck-like. Erinnere mich daran, dass er schon mal einen Triathlon zu Ende gehen musste.
Die letzten Wochen fahre ich auch ohne Pulsuhr, weil die Batterie im Brustgurt leer ist, aber eigentlich habe ich kein Problem, mit Pulsuhr zu fahren, gerade weil ich häufig bei identischen Strecken und ungefähr gleicher Geschwindigkeit unterschiedliche Werte habe.

@GLGNFZ: Du hast einen Polar und einen HAC4, kein Wunder, dass es dann nicht mehr zum Auto reicht.



Geschrieben von badorties am 02.08.2005 um 13:48:

  RE: Pulsuhr sinnvoll oder Spielerei?

ich finde, bergauf (insbesondere untrainiert) verschätzt man sich - jedenfalls ich - relativ schnell, da bin ich manchmal erstaunt, wie hoch der Puls wirklich ist. Und auch nach meiner langen Krankheit dieses Jahr, war ich froh ab und an einen Pulsmesser dabeizuhaben, das hat vielleicht mit meinen fast 40 zu tun, daß sich der Körper nicht mehr so schnell regeneriert, sicherlich auch mit den 8 Wochen Antibiotika..., aber in so einem Fall kann eine Pulsuhr durchaus lebenswichtig sein.

Aber es stimmt: vor meiner Krankheit, mit Min und Maxpulsalarm gefahren, habe ich kaum draufschauen müssen. Da wußte ich meist auch bei +/-5 Differenz, wo ich war.



Geschrieben von Rino Albergo am 02.08.2005 um 13:59:

 

zur trainingssteuerung bzw. zur gesundheitserhaltung ist die einhaltung von pulsfrequenzbereichen bestimmt hilfreich ... ob man den puls dabei fühlt oder misst, ist doch unerheblich ... wenn man allerdings (wie ich) nicht systematisch trainiert, sondern fährt, wenn zeit ist, verkommt der technikkram zur statistikspielerei ... ich fühle mich durch die compis auch eher unter druck gesetzt, allerdings vor allem durch den tacho ... wenn der mal weg ist, fährt sichs (alleine!) deutlich entspannter, hab das im ersten hj2006 so gemacht ...



Geschrieben von flenders am 02.08.2005 um 14:06:

 

Zitat:
Original von Rino Albergo
hab das im ersten hj2006 so gemacht ...

Hast du die Saison 2005 schon abgeschlossen?! Augenzwinkern

Bei mir ist es so, dass mein Gefühl an manchen Tagen schon reht stark von den von der Pulsuhr gemessenen Werten abweicht - ist nur die Frage, nach was man sich halten sollte *herumrätsel*
Angepriesen wird ja z.B. im Hochleistungsbereich oft Training nach Wattzahl, aber wenn man da mal einen schlechten Tag hat, dann fährt man ja mit einem viel höheren Puls - nur was ist jetzt der richtige Anhaltspunkt fürs sinnvolles Training? Gefühl, Puls oder Wattzahl?



Geschrieben von hasending am 02.08.2005 um 14:10:

 

Meine Pulsuhr ist mir abhanden gekommen und ich vermisse sie. Gerade wenn man als relativ untrainierter Mensch trainiert, insbesondere GA, dann kann man sich doch leicht verschätzen, daher fahre ich gerne mit Pulsuhr. Ich bin ohnehin kein Fan von eng festgelegten Trainingsplänen, daher benutze ich das Ding als Anhaltspunkt. Es stimmt wohl, dass man seinen Puls immer besser einschätzen lernt, solange man dran bleibt. Trotzdem werde ich nicht darauf verzichten und mir eine neuen Pulsmesser zulegen.



Geschrieben von crn am 02.08.2005 um 14:38:

 

Ja, am Anfang war der Pulsmesser unverzichtbar, überlebenswichtig, wenn man so will. Mittlerweile hab ich viel besser im Gefühl, wie stark ich mich tatsächlich belaste und nutze den Pulsmesser eher zur Kontrolle, also wenn es ans "definierte" Training geht (lange her) oder um Auffälligkeiten zu entdecken (20 Schläge zu hoher Erholungspuls etc., ohne dass man es merkt).

Den Polar hab ich vor allem deshalb, weil man die Geschwindigkeit ausblenden kann großes Grinsen



Geschrieben von hawkeye_76 am 02.08.2005 um 15:29:

 

Ich habe eigentlich auch immer Pulsuhr und Tacho mit Stoppuhr dabei. So ein absoluter Trainingsfetischist mit Statistikspleen bin ich aber nicht. Ich führe zwar Trainingstagebuch, aber nur mit den grundlegenden Angaben.

Mir hilft die recht einfache Variante von Polar, die ich besitze (ich glaube A 7 oder so) mich ganz gut zu orientieren, vor allem im Frühjahr oder nach einigen Tagen Trainingspause. Da ich leider auch meist nur Zeit für Runden so um die zwei Stunden habe und nur selten zu mehr hilft es mir dann, bei den längeren Fahrten am Anfang besser in den Rhythmus zu kommen (ich fahre eigentlich immer den gleichen Berg am Anfang, nur dann unterschiedliche Schleifen). Auch ist es mir schon so gegangen, dass ich mich zu sehr an der Geschwindigkeit orientiert habe, aber dabei nicht so auf den Wind geachtet habe; der Unterschied ist natürlich dadurch immens.

Insgesamt denke ich aber, dass ich auch so ungefähr auf +/- 5 Schläge schätzen könnte.


An dieser Stelle übrigens mal eine andere Frage, was habt ihr denn so für einen Ruhepuls?

Ich (28, 1,90 m, 81 kg, mäßig trainiert) komme so etwa in den Bereich 41 bis 42, wenn ich locker auf der Couch sitze.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 02.08.2005 um 15:32:

 

Erscheint mir sehr niedrig. Habe 55 im Liegen.



Geschrieben von wagenge am 02.08.2005 um 15:32:

 

ich bin noch puristischer. ich habe noch nie eine pulsuhr besessen und laufe immer nach gefühl.
wenn ich im winter grundlagen trainiere dann laufe ich lange, aber ziemlich langsam.
später, wenns der feinschliff für einen wettkampf kommt und ich intervalle laufe, gehts meist nach zeit (ich kenne die strecke und vergleiche die gelaufenen zeiten).



Geschrieben von hawkeye_76 am 02.08.2005 um 15:37:

 

Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Erscheint mir sehr niedrig. Habe 55 im Liegen.


Vllt ist es doch ein Vorteil, dass ich medizinisches Fachpersonal zu Hause habe. Mädchen



Geschrieben von ernesTo am 02.08.2005 um 16:23:

 

ohne pulsmesser kann man kein gefühl für seinen puls entwickeln. also schmarrn was der gute da von sich gibt. zumindest um ein gefühl zu bekommen braucht man das ding.
er trainiert ja auch nach puls, nur das er ihn schätzt. soviel macht er nicht anders als die ganzen hobbyfahrer, die das ding halt am handgelenk haben.

ich fahre 80% der zeit mit pulsmesser und ohne tacho. benutze den pulsmesser aber nur als grobe orientierung und bin kein sklave der uhr.

bin eigentlich ganz zufrieden damit und werde es auch weiterhin so machen.


nen ruhepuls von knapp über 40 kommt mir übrigens auch sehr niedrig vor. was bringt davon abgesehen eigentlich dieses ruhepulsvergleichen? der ruhepuls ist doch so individuell, dass er prinzipiell garnicht richtig vergleichbar ist und überhaupt nichts aussagt (bei hawkeye trotzdem ganz gut, dass ers geschrieben hat, denn der puls wirkt echt komisch). damits nicht langweilig wird werfe ich dann mal meinen hämatokritwer in den raum Bier 48!



mfg
ernesto



Geschrieben von Glgnfz am 02.08.2005 um 16:32:

großes Grinsen

hämatokrit hatte ich auch neulich 49! meine frau, die sich nie bewegt hatte 47! also selbst die kommt fast in probleme und bekommt dast schon ne zweiwöchige "schutzsperre" aufgebrummt, wenn sie getestet wird.



Geschrieben von wagenge am 02.08.2005 um 16:37:

 

Zitat:
Original von Glgnfz
hämatokrit hatte ich auch neulich 49! meine frau, die sich nie bewegt hatte 47! also selbst die kommt fast in probleme und bekommt dast schon ne zweiwöchige "schutzsperre" aufgebrummt, wenn sie getestet wird.


da bekommt der begriff schutzsperre in bezug auf verhütung eine völlig neue bedeutung großes Grinsen



Geschrieben von MrsFlax am 02.08.2005 um 16:47:

 

... und ich dachte immer, das hieße "körpersperre" und sei ein probates mittel zur bestrafung von männern aus unterschiedlichen anlässen großes Grinsen



Geschrieben von blaho am 02.08.2005 um 16:55:

 

Zitat:
Original von ernesTo
ohne pulsmesser kann man kein gefühl für seinen puls entwickeln. also schmarrn was der gute da von sich gibt. zumindest um ein gefühl zu bekommen braucht man das ding.
er trainiert ja auch nach puls, nur das er ihn schätzt. soviel macht er nicht anders als die ganzen hobbyfahrer, die das ding halt am handgelenk haben.


Dass er nach Puls trainiert kann ich da nicht herauslesen. Nur, dass er ihn ziemlich genau schätzen kann.
Wenn man wirklich nach Puls trainieren will, kommt man um eine Leistungsdiagnostik (und wenn's nur ein Conconi-Test ist) doch nicht herum.
Was muss ich meinen Puls EKG-genau haben, wenn ich meine anaerobe Schwelle nicht ebenso genau kenne?

Oder glaubt wirklich jemand daran, dass 2 min. auf dem Rücken liegen während der Polar die HF misst, eine zuverlässige Art der Leistungsdiagnostik ist?

Ich bin interessehalber gerade dabei, Ergebnislisten von Marathonläufen der letzten 20-25 Jahre zu vergleichen und trotz gewaltiger Aufrüstung im Materialbereich wird der Schnitt immer schwächer.

Beispiel Kandel:

13.03.2005
564 Teilnehmer - 46 Starter unter 3:00

08.03.1992
779 Teilnehmer 237 Starter unter 3:00

Allerdings muss ich die Einschränkung machen, dass ich nicht weiss, inwiefern sich die Strecke geändert hat.
Trotzdem kann man diese Entwicklung generell beobachten. Mit den Zeiten, mit denen man heute manchen 10-km Lauf gewinnen kann, wäre man vor 20 Jahren selten unter die ersten 10 gekommen. Hier wieder die Einschränkung, dass es etwas mehr Läufe gibt, was sich aber nicht auf die Teilnehmerzahl auswirkt.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 02.08.2005 um 17:53:

 

Willst Du damit sagen, dass die Zeiten schlechter werden, weil sich die Läufer alle mit ihren Pulsuhren verrückt machen?



Geschrieben von Raktajino am 02.08.2005 um 17:58:

 

ich bin dieses jahr immer ohne tacho und mit pulsmesser gefahren. die jahre davor wars immer andersrum. ich find das viel entspannter... vor allem weil mein bestreben jetzt oft darin besteht, die zahl auf dem display kleiner und nich größer zu machen Gut gemacht



Geschrieben von xxGinesxx am 02.08.2005 um 18:15:

 

Also ich fahr ohne Pulsuhr - ich besitze nämlich keine. rundherum

Gab zwei Momente, wo ich mal wgn des Pulses abgekackt bin (u.a. am Torfhaus, hallo Harzer, hallo Chreez Engelchen ), aber in der Regel merke ich schon, wenn mein Herzerl sagt, dass ich 'nen Gang zurückschalten soll.


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