Drehmomentschlüssel |
14.05.2005 09:23
crn
Universalidiot

Dabei seit: 23.06.2003
Herkunft: Eizelle? Fan von: Paco, Laszlo, Margie, Wegi, J-P, Samu, van Bemmelen, Jakob Piil, T-Mobile, Slawo, ... und der wildgewordenen Blümchenseele
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Wie soll denn das funktionieren?? Dafür müsste man noch dazu genau (d.h. auf Mikrometer genau!) wissen, wie breit das verschraubte Werkstück ist ... und sobald sich dieses dann auch noch elastisch verformt (wie überall dort der Fall, wo beim Rennrad das Drehmoment wirklich wichtig ist) kann man schlicht gar nichts mehr berechnen.
Also die "einschlägigen" Drehmomentschlüssel für den Bereich 1-10 bzw. 20 Nm sind schon ziemlich präzise, allerdings eben auch ziemlich teuer (100 Euro ist das absolute untere Ende der Preisskala). Viel problematischer als die 0.1 Nm Abweichung sind die Angaben der Teile-Hersteller, die bis zu 200% daneben liegen ...
__________________ "Haben Sie heute schon gedopt?"
"Nein. - Noch nicht. - Muss ich?"
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14.05.2005 10:10
ursfoe
Adjutant

Dabei seit: 09.05.2005
Herkunft: Stuttgart Fan von: Thor Hushovd, CSC, Jessica Alba
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Ich zitiere: . Das Anziehen der Schraube oder Mutter von Hand mit einem Schraubschlüssel ist die verbindungstechnische Todsünde: Selbst der geübte Monteur irrt sich beim Anzugsdrehmoment leicht um den Faktor 10. Unzureichend ist auch der notorische Drehmomentschlüssel, an dem man angeblich die Vorspannkraft abliest. In Wahrheit mischt allerlei Reibung im Gewinde und am Schraubenkopf mit. Wer eine Schraube wirklich optimal anknallen möchte (und der Industriekunde möchte, weil er die kleinstmöglichen, leichtesten Schrauben, so gut es geht, ausnutzen will), geht auf eine scheinbar hemdsärmelige Weise vor: Vorspannen bis zum Anschlag; dann in einer Tabelle nachsehen und die Schraube oder Mutter um den Drehwinkel x weiterdrehen. Dabei soll die Schraube ruhig ein wenig überdehnt werden, das erhöht die Dauerhaltbarkeit. Und wer den Übergang vom elastischen Bereich in den dauerhaft verformten, den plastischen Bereich mehrmals wiederholt, verpasst dem Stahl sogar eine Art Turnstunde. »Man kann damit die Streckgrenze hochtrainieren«, sagt Esser über den bemerkenswerten Vorgang.
Zeit
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14.05.2005 10:15
crn
Universalidiot

Dabei seit: 23.06.2003
Herkunft: Eizelle? Fan von: Paco, Laszlo, Margie, Wegi, J-P, Samu, van Bemmelen, Jakob Piil, T-Mobile, Slawo, ... und der wildgewordenen Blümchenseele
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Ja, das stimmt für den Werkstoff Stahl und hochfeste Stahl-Industrieschrauben. Diese Kombination findet sich beim Rennrad aber nur äußerst selten. Es ist aber eine sehr geeignete Methode, um aus einem Carbon-Hobel hochwertigen Sondermüll zu produzieren oder aus einem filigranen Raumfahrt-Alu-Vorbau die Gewinde zu entfernen ...
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von crn: 14.05.2005 10:15.
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14.05.2005 12:39
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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| Zitat: |
Original von ursfoe
geht auf eine scheinbar hemdsärmelige Weise vor: Vorspannen bis zum Anschlag; dann in einer Tabelle nachsehen und die Schraube oder Mutter um den Drehwinkel x weiterdrehen. Dabei soll die Schraube ruhig ein wenig überdehnt werden, das erhöht die Dauerhaltbarkeit.
Zeit |
Das wird ähnlich z.B. bei vielen (älteren) Zylinderkopfschrauben im Motorenbau praktiziert. Aber die Schrauben "flexen" auch und sind speziell dafür ausgelegt.
So was mit extrem harten Stahlschrauben zu machen, ist sicher eher eine Todsünde. Die geben nämlich unter Umständen kaum nach.
Aluschrauben/Gewinde gehen garantiert dabei kaputt. Carbon als Material ist besonders empfindlich gegen solche Überbelastungen.
crn hat das gut erläutert.
Ich persönlich drehe "unwichtige" Schrauben von Hand an, nach dem Motto "Nach Fest kommt ab".
Nur wenn Carbon ins Spiel kommt, tendiere ich immer mehr zum Drehmontschlüssel.
Auch nicht unwichtig ist das Fetten von Schrauben und Gleitflächen bei der Montage. Da man Alu-Komponenten immer fetten sollte, kann man die Drehmomentangaben getrost vergessen. Bei keinem mir bekannten Teil hat jemals etwas von trockener oder gefetteter Montage gestanden.
Neuerdings wird sogar das Fetten von Carbonkomponenten empfohlen. Dafür soll es spezielles Fett auf dem Markt geben.
Dadurch ändern sich auch alle Anzugsmomente in Richtung : "Nicht so fest anziehen".
__________________ Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.
Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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14.05.2005 13:39
crn
Universalidiot

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Also halbwegs "robuste" Teile kann man eigentlich unbesorgt per Hand anziehen, und da dann halt auch gleich ordentlich.
Speziell für Alu-Schrauben ist Montage-Fett eigentlich Pflicht (aber auf gar keinen Fall Gleitfett!!) .
Die Montagepaste für Carbonteile ist kein Fett, sondern eine Art Gel mit kleinen Kunststoffbestandteilen, die in die Oberfläche der Carbonteile eindringen und sich darin verhaken. Das zerstört zwar die Oberfläche, erlaubt aber deutlich geringere Anzugsmomente als ein glattes oder gar gefettetes "Aneinander" von Carbonteilen.
Pflicht ist das allerdings nicht unbedingt. Trockene Verbindungen, idealerweile von nicht zu glatt lackiertem Carbon, sind, wenn man ordentliche Schrauben verwendet und sorgsam montiert (hier: nicht zu stark anziehen, dann Drehmoment erhöhen bis es "hält") sind auch relativ unbedenklich.
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14.05.2005 14:27
Niggel
Möchtegern-Bergziege

Dabei seit: 03.10.2003
Herkunft: zwischen Saar und Mosel, in der Nähe von Trier Fan von: Jedem, der schnell den Berg hinauffahren kann.
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| Zitat: |
Original von crn
Die Montagepaste für Carbonteile ist kein Fett, sondern eine Art Gel mit kleinen Kunststoffbestandteilen, die in die Oberfläche der Carbonteile eindringen und sich darin verhaken. Das zerstört zwar die Oberfläche, erlaubt aber deutlich geringere Anzugsmomente als ein glattes oder gar gefettetes "Aneinander" von Carbonteilen.
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Oh, ist die Carbon-Montagepaste so heftig?
Das hätte ich nicht gedacht. Ich vermutete, dass die nur ein "Verbacken" der Carbonteile bei zu starkem Druck verhindern soll.
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Joseph von Westfalen in: Das Leben ist hart
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