Sportliche Leiter - Fahrer - Verantwortung? |
18.02.2003 23:51
Inga
Dictatress i.E.
Dabei seit: 28.12.2001
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äh... ich schätze, eine "ich-bin-das-team"-einstellung können sich nur ÄUSSERST wenige fahrer leisten.
Ich verstehe nicht ganz, auf was du hinaus willst?
| Zitat: |
| Sollte nicht jeder Fahrer mit einer bestimmten Erfahrung dazu selbst in der Lage sein und dies auch einfordern? |
ja.. und dann? chaos ohne ende... denn wer hat die "bestimmte erfahrung" und wer bestimmt, was die "bestimmte" erfahrung ist? was, wenn zwei fahrer im team über ähnlich "bestimmte" erfahrung verfügen?
und warum gibt es überhaupt noch sportliche leiter, wenn die aufgaben eigentlich die erfahrenen sportler übernehmen sollen?
__________________ "We gotta go to that crappy town where I'm a hero"
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19.02.2003 00:11
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Radsportfotoarchiv Fan von: Bella Italia!
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Ich glaube, ihr habt mich etwas mißverstanden 
es geht nicht darum, sportliche Leiter abzuschaffen für erfahrene Fahrer.
Meiner Meinung nach verstecken sich einige Fahrer gerne hinter den sportlichen Leitern, können oder wollen selbst keine taktischen Entscheidungen treffen (Stichwort: Knopf im Ohr). Ich denke, Fahrer sollten sehr wohl in der Lage sein, selbständig zu entscheiden, zu sagen, was für sie am besten ist, nicht nur auf den sportlichen Leiter vertrauen, sondern auch mal Eigeninitiative ergreifen, wenn erforderlich.
Das sind v.a. Anforderungen, die ich an einen Teamleader habe. Er sollte seinen sportlichen Leiter unterstützen können, selbst erkennen (und mit den Team-Verantwortlichen ausdiskutieren), welche Fahrer ihn am besten unterstützen können, u.U. junge Fahrer mitaufbauen helfen usw. Ich habe aber teilweise das Gefühl, dass einige Fahrer sehr passiv sind, was die Mitsprache in der Teamentwicklung und Taktik anbelangt. Vielleicht seht ihr das ja anders
__________________ Cosa ti piacerebbe fare dopo l’agonismo?
Cipollini: «Ritirarmi in Sudafrica, aprire una vineria, una scuola di ciclismo, e stare lì, in mezzo alla natura».
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19.02.2003 00:20
Inga
Dictatress i.E.
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Herkunft: nordish by nature Fan von: radsportfans ;)
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die mischung muß stimmen oder?
wenn alle so wären wie cipo oder armstrong, hätte der radsport ein problem. Zu jeder funktionierenden gruppe gehören leute, die sagen, wo es lang geht, leute die im vordergrund agieren, leute die im hintergrund agieren und leute, die das tun, was man ihnen sagt... in den unterschiedlichsten funktionen - wenn das gesamtbild stimmt, ist es in ordnung.
da kann man meiner meinung nach keine allgemeingültige formel aufstellen.
__________________ "We gotta go to that crappy town where I'm a hero"
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19.02.2003 05:53
TEVC
Legende der Landstrasse

Dabei seit: 13.03.2002
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Inga hat schon recht. Dem ist weinig hinzuzufügen...
Armstrong und Cipo sind Ausnahmeerscheinungen, ein Glück für den Radsport und ein Team. Wenige, sehr wenige haben ihre Klasse und die Möglichkeit das v.a. finanziell durchzusetzen.
Museeuw könnte sich noch ein Team für Flandern und P-R zusammenstellem- wenn es den Sponsoren nur dafür gäbe. Mal abgesehen, dass Fahrertypen, die sowas unterstützen a) selten sind und b) teuer. Etxebarria könnte noch so lange plärren und keine Sau würde ihm Rebellin und Aerts als Helfer kaufen. Oder wahlweise eine andere Kombi der drei... Heras ist auch nur bei Postal, weil er weiss dass er die Tour nie gewinnen kann und für die Vuelta ein Team als Leader vorfindet, wie sonst bei anderen Teams auch- zu mehr Gehalt eben... Und zu Cipo nur noch eine kleine Anmerkung, die oben genanntes nicht schmälern soll: Sprintanzieher, auch hochklassige, gibts wie Sand am Meer... das ist nu wirklich nicht wirklich schwer (vergleichsweise) sich ein Team wie A&S bzw DVE zusammenzustellen- Sorry, Cyclist, Du weisst, dass ich Cipo schätze (für einen Sprinter) und das ist auch nicht um Dich zu provozieren.
__________________ Less is an option!
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19.02.2003 08:52
Werner unregistriert
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Verstecken, ich glaube kaum, dass sich einer versteckt, sie werden dazu erzogen, nach der Pfeife der sportlichen Leiter zu tanzen, dass sie ja so funktionieren, wie sie wollen, oder sie steigen aus, weil sie von den Alten gemobbt werden. Hin und wieder gibt es halt einige Fahrer, die ihren eigenen Kopf haben und genug Talent, dass sie sich trotzdem durchsetzen. Armstrong ist wohl das beste Beispiel. Er ist schon als junger Fahrer oft angeeckt. Und wer weiß, wie er sich entwickelt hätte, wenn er nicht in einem amerikanischen Team sondern in einem traditionellen, europäischen Team begonnen hätte.
Eine interesssante Passage zu dem Thema aus dem Interview von Bassons bei C4F:
"Das kommt von den Denkweisen. Ein Junger, der in das Profimilieu eintritt, hat seinen eigenen Charakter, seine Fähigkeiten, seine eigene Mentalität. Aber nach einem Jahr sollte er sich angepasst, alles vergessen haben, sein wie die anderen. Man verlangt von ihnen nur das Einhalten einiger Umgangsformen. Man verlangt von ihnen, ein paar Gruppen-Konventionen zu beachten, aber er darf keine Meinung äußern, man fragt ihn nichts. Man will die Erneuerung aber man verhindert, dass die Jungen sich einbringen. In den Equipes bewahren die sportlichen Leiter die Traditionen und Trainingsmethoden, die auf alte sportliche Leiter zurückgehen usw. An dem Tag, an dem man den Worten der Jungen mehr Anerkennung gibt, wird man weiterkommen. "
Wie soll sich da eigenständiges, verantwortungsbewußtes Handeln entwickeln?
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19.02.2003 11:09
Cyclist
Italienfan

Dabei seit: 03.01.2002
Herkunft: Radsportfotoarchiv Fan von: Bella Italia!
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Warum muss es immer ein entweder oder geben? Nicht ein sowohl als auch? Einige Fahrer mit grosser Erfahrung haben soviel taktisches Verständnis, dass sie das in die Arbeit miteinbringen können. Armstrong und Cipollini haben sicher auch sportliche Leiter, die den Ideen ihrer Teamleader aufgeschlossen gegenüber stehen. Ist es gut, wenn Fahrer sich nicht einbringen und somit keine neue Gedanken eingrbracht werden?
Und gerade, wenn man auf Taktik zu sprechen kommt, sollte ein Fahrer eigene Fähigkeiten haben und die auch in die Arbeit miteinfliessen lassen. Lässt er alles den sportlichen Leiter bestimmen, ist er doch fast eine Marionette, kann keine eigenständigen Entscheidungen treffen. Was passiert, wenn der Funkkontakt abbricht? Wie verhält sich so ein Fahrer im Rennen? Musseeuw traue ich da genug Eigeninitiative zu, Armstrong und Cipollini selbstverständlich auch. Nur wer kann da plötzlich umschalten und tun, was er für richtig hält, wenn er es nicht gewöhnt ist?
@Kitkat: ich sehe das mit usps und dve nicht so kritisch wie du. Armstrong ist nicht der einzige US-Weltklassefahrer in den Reihen von usps, ich denke es wird auch eine Nach-Armstrong-Ära geben. DVE hat einige Talente im Team, wenn sich z.B. Scarponi und Bennati weiter so entwickeln, ist mir um die Zukunft des Teams nicht bange. Ob die Sponsoren so lange in den Radsport investieren wollen, ist ne andere Sache, hängt auch sehr von der wirtschaftlichen Lage ab, die Teams mit ihren Teamstrukturen wird es aber auch nach dem Rücktritt der Topfahrer noch geben.
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19.02.2003 11:15
Michelin-Männchen
zensiert

Dabei seit: 29.12.2001
Herkunft: Niedersachsen Fan von: Fahrradhelmdiskussio
nen
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| Ich versuche mal konstruktiv zu sein
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1. Armstrong prägt das Team abseits von Rennen. Während eines Rennens ist er in Dauerkontakt mit seinem sportlichen Leiter. Mich würde interessieren, wie erfolgreich Armstrong wäre, wenn man den Bordfunk verbieten würde.
2. Zum Thema USPS nach Armstrong. Es gab auch eine Zeit von Team Renault nach Hinault, Team Z (oder so ähnlich) nach Lemond, eine Zeit von Banesto nach Indurain, es gibt Saeco nach Tschibo, es gibt ein TT nach Ullrich. Manchmal kann das funktionieren, vor allen Dingen, wenn parallel zum Leader schon ein Talent aufgebaut wird, manchmal nicht. Das kann uns aber eigentlich auch egal sein, denn wer interessiert sich schon dafür, dass ein Team von einem amerikanischen Postzusteller, einem deutschen Telekommunikationsunternehmen, einem italienischem Baustoffhändler oder einer spanischen Bank gesponsort wird.
Sebastian
__________________
2002: 4750 / 48300 / ?
2003: 4555 / 45125 / 22
2004: 1500 / 10160 / 7
2005: 2880 / 28210 / 19
2006: 1415 / 14000 / 11
2007: 3520 / 28750 / 15
2008: 6197 / 59940/ 31
2009: 2593 / 15620 / 9
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19.02.2003 11:23
gildor_inglorion
Kapitän
Dabei seit: 01.03.2002
Herkunft: duesseldorf am rhein
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ich denke auch, dass besonders erfolgreich ein hand in hand von sportlichem leiter und teamcapitain ist
wenn dieses verhaeltnis sich zur einen seite verschiebt, so dass ein ungleichgewicht entsteht, siehe im falle pantani, dann sit dies fuer den erfolg nicht zutraeglich, armstrong und bruyneel waren fuer mich immer ein team von eher gleichberechtigten partnern, ich denke das ist eine gute vorraussetzung fuer den erfolg, den sie haben
man betrachte auch zum beispiel kelme in der vuelta, hier gab es die unstimmigkeit zwischen zwei fahrern mit anspruechen und der teamleitung, wahrscheinlich - weil nicht klar war wer welche kompetenzen hat oder auch once, ein dominater teamleiter und ein team dem in folge davon stets taktisches unvermoegen vorgeworfen wird
__________________ radfahrn ist kein murmelspiel
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