Ich prügel ja immer gern auf den italienischen Radsport und dessen Dopingkultur ein. Dies will ich zwar auch in Zukunft so beibehalten, aber eine löbliche Ausnahme sei erwähnt: Miculà Dematteis, 24, seit zwei Jahren Profi bei Tenax.
Auf die ganze Geschichte bin ich erst heute durch einen
Cyclismag-Artikel aufmerksam geworden. Im Juli veröffentliche die Gazzetta dello Sport einen Artikel, in dem der Verfasser fragte ob man überhaupt noch für einen Rennfahrer die Hand ins Feuer legen könne. Daraufhin meldete sich Dematteis und dessen Antwort wurde abgedruckt (
hier komplett).
Kurz zusammengefasst. Er stellt sich, seinen entbehrungsreichen Alltag und seine bisherige Laufbahn vor. Er hat nie Dopingmittel benutzt, sein Hämatokrit ist von Januar bis Juli 2007 von 48,5 auf 43 gefallen, wie das eben so ist, wenn der Akku sich leert. Was aber denke am deutlichsten wird, ist trotz allem seine Liebe zum Radsport (er erzählt wie er nach 2-wöchiger Trainingspause im September 2006 zum Trainingseinstieg in 11h20min die legendäre 49er 324km-Etappe von Cuneo-Pinerolo nachgefahren ist).
Bei cyclismag steht zudem noch, dass er die Leistungen der GT-Leader anzweifelt. Der Brief ließ seine Kollegen größtenteils gleichgültig, lediglich drei positive Reaktionen hat er bekommen.
Dematteis ist ein Bergfahrer der in seiner U23-Zeit (scheinbar sauber) einige herrausragende Resultate erzielen konnte. Genannt sei z.B. der vierte Platz beim Baby-Giro. Oft war er damals am Berg auf Augenhöhe mit Leuten wie Ricco, Brajkovic und Kunitski (die sicher damals schon was im Tank hatten

). Bei den Profis blieb ihm bislang ein Erfolg verwährt. Und es ist sicher überflüssig zu erwähnen, dass er nach der Verschmelzung von Tenax und Lpr für das neue Lpr-Team, dessen Ausrichtung ja offensichtlich ist, nicht berücksichtigt wurde....
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I’m leaning on this broken fence between Past and Present tense