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Geschrieben von KönigderBernina am 13.04.2026 um 09:14:
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Original von Manny Calavera
Man hat sich wohl schon zu sehr daran gewöhnt, dass wir einen neuen Merckx haben. Ich finde es immer noch Wahnsinn, dass ein Toursieger fast Roubaix gewinnt. Nur geschlagen von einem Spezialisten/(Ex-)Crosser und Tour-Massensprintsieger in Top-Form.
Man hat aber gesehen, dass er am Anschlag war - im Endspurt, und auf Carrefour. Da hat er mal kurz angezogen, aber van Aert blieb problemlos dran und hätte auch locker gegenattackieren können. Der hat das aber absolut abgezockt ausgefahren und hat die sicherste Variante gewählt.
Schade um den Defekt von MvdP. Das hätte die Dynamik im Finale mit WvA sicher komplett verändert, da beide wohl klär die Stärksten waren.
Die Frage bleibt: wie soll Pogi gegen so einen van Aert und MvdP Roubaix gewinnen, wenn diese fit am Start sind? Im Sprint verliert er und abhängen wird er sie nicht auf flachem Terrain... Da müssen die Sterne schon echt gut stehen für einen Roubaix-Sieg. |
Ich sehe schon durchaus noch Chancen.
Wenn für ihn alles glattläuft und sein Team das Rennen durchgängig für ihn schwer machen kann sodass es mehr um die Ausdauerfähigkeit, als den Skill auf dem Pflaster zu fahren geht, wäre Pogi wieder etwas mehr im Vorteil.
Und er hätte immer noch die Chance, mal im Winter alles auf Roubaix auszurichten und Kilos draufzupacken.
Aber das ist viel Risiko für einen einzigen Tag, wo alles passieren kann und opfert einen Haufen anderer Rennen.
Geschrieben von Ocaña am 13.04.2026 um 09:50:
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Original von KönigderBernina
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Original von Manny Calavera
Man hat sich wohl schon zu sehr daran gewöhnt, dass wir einen neuen Merckx haben. Ich finde es immer noch Wahnsinn, dass ein Toursieger fast Roubaix gewinnt. Nur geschlagen von einem Spezialisten/(Ex-)Crosser und Tour-Massensprintsieger in Top-Form.
Man hat aber gesehen, dass er am Anschlag war - im Endspurt, und auf Carrefour. Da hat er mal kurz angezogen, aber van Aert blieb problemlos dran und hätte auch locker gegenattackieren können. Der hat das aber absolut abgezockt ausgefahren und hat die sicherste Variante gewählt.
Schade um den Defekt von MvdP. Das hätte die Dynamik im Finale mit WvA sicher komplett verändert, da beide wohl klär die Stärksten waren.
Die Frage bleibt: wie soll Pogi gegen so einen van Aert und MvdP Roubaix gewinnen, wenn diese fit am Start sind? Im Sprint verliert er und abhängen wird er sie nicht auf flachem Terrain... Da müssen die Sterne schon echt gut stehen für einen Roubaix-Sieg. |
Ich sehe schon durchaus noch Chancen.
Wenn für ihn alles glattläuft und sein Team das Rennen durchgängig für ihn schwer machen kann sodass es mehr um die Ausdauerfähigkeit, als den Skill auf dem Pflaster zu fahren geht, wäre Pogi wieder etwas mehr im Vorteil.
Und er hätte immer noch die Chance, mal im Winter alles auf Roubaix auszurichten und Kilos draufzupacken.
Aber das ist viel Risiko für einen einzigen Tag, wo alles passieren kann und opfert einen Haufen anderer Rennen. |
Er hat die Tage erst im Interview gesagt, dass er sich im Winter 2 Kilogramm an Muskeln draufgeschafft hat. Und sein Gewicht mit 66 Kilo angegeben. Vergleichen wir das mal mit den PCS Gewichtsangaben der anderen Top 10 Finisher, erkennen wir wie schwierig das eigentlich ist: 78, 66, 80, 75, 76, 74, 76, 78, 80 (die hat Nils never ever), 73...Hier sind die Kilos einfach ein riesiger Vorteil.
Es hat Gründe, wieso seit Hinault kein Grand Tour Sieger mehr hier gewonnen hat. Immerhin war Pogi jetzt deutlich näher dran als LeMond und Fignon in den 80ern. Danach hat man ja keinen mehr hier gesehen. Hinault hat an dem Tag De Vlaeminck, Moser, Kuiper und Demeyer im Sprint geschlagen. Das sind neun Roubaix-Siege kombiniert. Dazu stürzte er in Gruson dank eines Pudels und kam dennoch wieder, fuhr dann 400 Meter vor dem Ziel von vorne. Das ist nach heutigen Maßstäben absurd. Aber war halt auch nass, matschig und kalt. Das hat andere Effekte auf den Körper. Wenn man das besonders gut abkann, ist man klar im Vorteil. Aber wieso sollte das Wout und Mathieu stoppen?
Optimierungspotential wären sicherlich in der Fahrweise, der Position auf dem Rad und vor allem beim Team zu finden. Man muss van Aert und van der Poel möglichst früh und möglichst lange isolieren und in den Wind schicken. Und auch dann ist es fraglich, ob man einen der beiden wirklich auf einem der Sektoren abstellen kann. Sehe ich so auch nicht.
Geschrieben von blaireau am 13.04.2026 um 10:14:
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Original von Manny Calavera
Ich finde es immer noch Wahnsinn, dass ein Toursieger fast Roubaix gewinnt. |
Bernard Hinault? Im Weltmeistertrikot. Ich sah ihn im Winter vorher noch Querfeldeinrennen fahren in der Schweiz. Ein Ausbund an Willenskraft. "Ein Scheissrennen" sagte er, aber er wollte es im Palmares.
Ich bin sicher, er hätte die Tour ein sechstes Mal gewinnen können, hätte er sie im Vorjahr nicht LeMond versprochen. Die 1986er Tour war eine Hinault-Show der Extraklasse. Da griff er an, liess sich wieder weit zurückfallen und fuhr dann wieder Vollgas, in der gleichen Etappe. Unvergesslich. Als es drauf ankam, hatte plötzlich Kniebeschwerden, überliess LeMond das Gelbe und fuhr am nächsten Tag wie wenn nichts gewesen wäre.
Man spricht immer von Merckx und vergisst dann, was für ein absoluter Ausnahmefahrer der Dachs war.
Geschrieben von KönigderBernina am 13.04.2026 um 10:18:
Ich würde Pogi nicht abschreiben für die nächsten Jahre. Er ist ja auch einfach nochmal vier Jahre jünger als WvA und MvdP.
Aber die einzigartige Möglichkeit, alle 5 Monumente im selben Jahr zu gewinnen ist vorbei.
Das kommt so schnell nicht wieder.
Geschrieben von hermann am 13.04.2026 um 12:41:
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Original von blaireau
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Original von Manny Calavera
Ich finde es immer noch Wahnsinn, dass ein Toursieger fast Roubaix gewinnt. |
Bernard Hinault? Im Weltmeistertrikot. Ich sah ihn im Winter vorher noch Querfeldeinrennen fahren in der Schweiz. Ein Ausbund an Willenskraft. "Ein Scheissrennen" sagte er, aber er wollte es im Palmares.
Ich bin sicher, er hätte die Tour ein sechstes Mal gewinnen können, hätte er sie im Vorjahr nicht LeMond versprochen. Die 1986er Tour war eine Hinault-Show der Extraklasse. Da griff er an, liess sich wieder weit zurückfallen und fuhr dann wieder Vollgas, in der gleichen Etappe. Unvergesslich. Als es drauf ankam, hatte plötzlich Kniebeschwerden, überliess LeMond das Gelbe und fuhr am nächsten Tag wie wenn nichts gewesen wäre.
Man spricht immer von Merckx und vergisst dann, was für ein absoluter Ausnahmefahrer der Dachs war. |
Da bin ich vollkommen bei Dir. Hinault war ein Riese im Radsport, der nzr in Frankreich gwnügend gewürdigt wird.
Geschrieben von TEVC am 13.04.2026 um 15:05:
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Original von Niki2000
Du bist diesen Sohn, eine Tochter und noch einen Sohn zu spät. Aber ich danke
|
Auch von mir... Drei mal Glückwunsch. Schon irre wie lange wir hier zusammenhängen. Ich hab Dich immer noch als den 18 jährigen im Kopf...
Geschrieben von ogkempf am 13.04.2026 um 20:02:
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Original von TEVC
Auch von mir... Drei mal Glückwunsch. Schon irre wie lange wir hier zusammenhängen. Ich hab Dich immer noch als den 18 jährigen im Kopf... |
Ich war auch etwas überrascht, dass unser Niki schon geschlechtsreif ist...
Geschrieben von Ocaña am 13.04.2026 um 20:44:
Die Aufholjagd von Pogacar dauerte 27:26 Minuten. Die fuhr er mit einem Schnitt von 52,5 km/h. Leider werden wir nie erfahren, was für ein Rennergebnis es geworden wäre, wenn er die später ohne Defekt gefahren wäre.
https://x.com/raffilpt/status/2043664237273186315
Schön auch, dass Raffaele Filippetti hier die Doppelmoral von van der Poel exposed.
Geschrieben von Manny Calavera am 14.04.2026 um 02:12:
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| Original von KönigderBerninaIch würde Pogi nicht abschreiben für die nächsten Jahre. Er ist ja auch einfach nochmal vier Jahre jünger als WvA und MvdP. |
Ich habe nicht das Gefühl, dass Pogi länger als die beiden fahren wird... Und Roubaix kann man ja bekanntlich auch im höheren Radsportalter gewinnen.
| Zitat: |
Original von KönigderBerninaAber die einzigartige Möglichkeit, alle 5 Monumente im selben Jahr zu gewinnen ist vorbei.
Das kommt so schnell nicht wieder. |
Das ist echt ein bissl schade. Das wäre märchenhaft gewesen. Aber 4 könnte er ja noch schaffen. Das wäre vermutlich auch so ein Rekord für die Ewigkeit.
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Original von Ocaña
Die Aufholjagd von Pogacar dauerte 27:26 Minuten. Die fuhr er mit einem Schnitt von 52,5 km/h. Leider werden wir nie erfahren, was für ein Rennergebnis es geworden wäre, wenn er die später ohne Defekt gefahren wäre.
https://x.com/raffilpt/status/2043664237273186315
Schön auch, dass Raffaele Filippetti hier die Doppelmoral von van der Poel exposed. |
Krass. Inwiefern Doppelmoral? Hat er sich irgendwie beschwert bzgl. der Situation nach seinem Defekt?
Geschrieben von Ocaña am 14.04.2026 um 06:41:
Weil Alpecin und Visma nach dem Defekt an die Spitze des Feldes sind und dies zum ersten Mal im Rennen. Es fuhr bis dato nur UAE. MvdP hat dann selbst auf einem Sektor attackiert. In der Vergangenheit hatte er sich über ein solches Verhalten von anderen Teams beschwert.
Geschrieben von blaireau am 14.04.2026 um 07:52:
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Original von hermann
Da bin ich vollkommen bei Dir. Hinault war ein Riese im Radsport, der nzr in Frankreich gwnügend gewürdigt wird. |
Im übrigen einmal eine verweigerte Dopingkontrolle (er konnte sehr starrköpfig sein, die Umstände sind mir unbekannt), und sonst nicht mal Dopinggerüchte. Bemerkenswert. Ich wüsste das von kaum einem andern Topfahrer.
Geschrieben von hermann am 15.04.2026 um 09:29:
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Original von blaireau
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Original von hermann
Da bin ich vollkommen bei Dir. Hinault war ein Riese im Radsport, der nzr in Frankreich gwnügend gewürdigt wird. |
Im übrigen einmal eine verweigerte Dopingkontrolle (er konnte sehr starrköpfig sein, die Umstände sind mir unbekannt), und sonst nicht mal Dopinggerüchte. Bemerkenswert. Ich wüsste das von kaum einem andern Topfahrer. |
Da bin ich nicht ganz bei Dir. Hinault hatte unterschiedliche Meinunge zum Doping, mal sehr strikt, mal weniger.
Er war Landwirt, und als solcher sehr pragmatisch. Er war auch nicht strikt gegen die Einnahme von leistungsfördernden Substanzen, solange die nicht auf de verbotenen Liste standen und medizinisch begleitet wurden.
Zu Merckx und auch zu Hinaults Zeiten war Doping weit verbreitet, es wurde so ziemlich alles ausprobiert und immer neue Substanzen gefunden, die noch nicht auf der Dopingliste standen.
Er ist, laut eigenen Aussagen, so ca 20 Mal auf Doping getestet worden, immer negativ.
Er wird von den 5 maligen Toursiegern wohl der sein, der am wenigsten gedopt war, aber ganz sauber war er mE auch nicht, dazu war Doping viel zu "normal".
Aber ist das heute anders?
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