Geschrieben von johw am 25.06.2008 um 09:45:
RE: Jazz?!
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Original von Inga
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Original von Glgnfz
was ich aber abgrundtief hasse ist dieser ganze swing und big-band-rumpes (rumpes = kappes)!
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komisch, gerade den liebe ich, während mir "echter" jazz nach ca. 5 minuten ziemlich an den nerven sägt...
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Tja, musikalisch würde ich mich insbesondere mit
Glgnfz
maniroller
Michelin-Männchen
Moreau
wohl recht gut verstehen. Dagegen mit Dir Inga, im Jazzbereich nicht.
Lass es Dir gutgehen, im Exil!
Im Jazzbereich bin ich recht norwegisch:
Nils Landgren, Esbjörn Svensson "Layers of light" u.a.
Bugge Wesseltoft "New Conception of Jazz" "Out Here.in There." "Moving" u.a.
Nils Petter Molvaer "Khmer" "Solid Ether" u.a.
Jan Garbarek:
Ein arroganter Schnösel, aber IMHO ein begnadeter Musiker.
Ich liebe fast alles von ihm. Habe praktisch alle CDs, wo er mitspielt und für ihn (und Marilyn Mazur) gehe ich auch auf Konzerte.
Jan Garbarek Group mit Rainer Brüninghaus und Eberhard Weber, Manu Katché, Trilok Gurtu, Naná Vasconcelos, Marilyn Mazur.
besonders: Legend of the Seven Dreams, Twelve Moons, Ragas und Sagas, I Took Up the Runes, Rites, Visible World, Rosensfole, Officium, Mnemosyne.
Marilyn Mazur: percussion, zwar rein technisch (motorisch) am Schlagzeug vielleicht grenzwertig aber musikalisch unglaublich.
Manu Katché und seine Liveauftritte
sonst:
Al jarreau und al di meola (aldi)
Keith Jarrett - Köln-Concert, improvisiere selber manchmal in diese Richtung (natürlich nicht so gut).
Vieles von Oregon:
"Queen of Sydney" aus Crossing (sonst gefällt mir die CD nicht), treibt mir noch heute Tränen der Ergriffenheit und Lebensfreude in die Augen, wobei ich das recht atonale, schwierige Stück erst nach 20 mal anhören einigermaßen begriffen habe und nach hundert mal hören immer noch Neues darin entdecke.
Weather Report
Volker Kriegel
Tom Rotella
Sonst musikalisch recht "breit", bis auf hipp-hopp fast alles möglich, auch Klassik, besonders auch alte und moderne klassische Musik, aber selten Maintream und immer sehr selektiv, obwohl ich auch einen James Blunt mal gut hören kann ... Auch uraltes Zeugs meiner Eltern wie Jimmy Hendrix: "All along the Watchtouer", Doors "The End", Cream, Smal Faces: "Do what you like", Pink Floyed "Meddle", "Be carful with the Axe Eugine" Stones, Beatles "Hey Mr. Postman" etc.
Zunehmend nervt die Verarmung der Klänge durch die gesampelten Einheits-Konserven, die fast jeder verwendet. Kaum noch Studiomusiker, alles nur noch aus wenigen Konserven: eine besch....ne Entwicklung!
Das Downgraden des CD-Marktes eröffnet wieder mehr real-gespielte gigs.
A-Pro-Po Sponantmusik
Eine kleine Geschichte:
Bin mal mit nem Freund nach Italien zum "Frühlings-Golfen" im Wohnmobil getuckert. Am Luganer See hatten wir uns am späten Abend hungrig recht abseits in eine Pizzaria geschlagen. Mürrisch erklärte sich der Wirt bereit, noch eine Pizza zu brutzeln (kein Gast war sonst da).
Nach einer Weile hörten wir Mandolinenklänge.
Mutig folgen wir den Tönen nach an die Küche und was sehen wir:
Den Wirt (eine älterer, kleiner, dicker, quirliger Italiener), der mit freudestrahlenden Augen auf einer Mandoline rumfiedelt und seine Frau (eine junge, große, hüsche, blonde, kühle Schweizerin), die die Pizza zubereitet.
Etwas verlegen brach er ab und erzählte, daß er heute die Mandoline bekommen habe und er unbedingt spielen müsse.
Wir lachten und sofort enstand ein gewisses Verständis.
Wir gingen zurück in den Speiseraum. Und wieder hörten wir die Klänge.
Mein Kumpel, mit dem ich mich musikalisch recht gut verstehe, setze sich ans Klavier im Gastraum und begann zunächst recht vorsichtig das Fiedeln des Wirtes zu untermalen. Ich schnappte mir eine alte, verstimmte Gitarre und nach einer Weile des Einstimmes klang es recht ordentlich und wir wurden lauter.
Da kam der Wirt aus der Küche, machte große Augen, aber er spielte weiter.
Nach einer Weile rannen dem Wirt die Tränen runter - vor Freude über das unverhoffte, recht gelingende Zusammenspiel.
Auch meine Augen wurden feucht.
Und wir spielten, spielten und spielten (die Pizza war vergessen).
Die kühle Blonde stand am Eingang zur Küche und lächelte.
Wir alle hatten Freude und Berührtheit in den Augen und so klang auch unser Spiel.
Am Ende busselte uns der quirlige Wirt mit glitzernden Augen, nassgeheult aber dankbar ab und wir speisten zu viert am großen Gasttisch, erzählten und waren Freunde.