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Geschrieben von pradel am 08.11.2005 um 19:59:

  RE: Schöner Tag, aber der Ausgang der Tour bleibt ungewiss...

Zitat:
Original von Checker
7. Etappe: Luchon - La Seoube (Campan), 80 km

... Etwa auf halber Strecke nach unten, in Espiadet, entschließen wir uns zu einem "Desert". Alle fühlen sich gut (sagen sie zumindest...), also gönnen wir uns noch die 10 km Anstieg zur Hourquette d'Ancizan, einem recht unbekannten Berg, den das Profi-Peloton mal bei der Route du Sud 2004 gefahren ist. Die schmale Strasse schlängelt sich, teilweise recht steil, zuerst durch den Wald und dann über spärlich bewachsene Hänge nach oben - landschaftlich ein Genuss. Und der einsamste Pass bisher - während des gesamten Anstiegs ist nur ein kleines Haus zu sehen.......


Hourquette d'Ancizan kann ich auch nur empfehllen. Von dieser Seite aber eigentllich nirgends sehr steil. Aber sonst wie beschrieben. Bei schönerem Wetter noch ein grösserer Genuss. Die andere Seite, die ich nur vom Abfahren kenne, ist bedeutend schwieriger. Vorallem wenn man zum Westaufstieg des Col d'Azet weiterfährt, ist das (der, die) Hourquette d'Ancizan eine gute Alternative zum Aspin.

Weiter danke für die Fortsetzungsgeschichte.

Gruss ...pradel

P.S Mein Pseudonym ist überigens ein weiterer Passtip, ähnlich einsam wie
das Hourquette. Man findet diesen Pass in der Abfahrt vom Port de Pailhères Richtung Ax-les-Thermes, bei Lavail auf einer engen steilen Strasse rechts weg.



Geschrieben von Checker am 08.11.2005 um 20:20:

  RE: Schöner Tag, aber der Ausgang der Tour bleibt ungewiss...

Zitat:
Original von pradel
P.S Mein Pseudonym ist überigens ein weiterer Passtip, ähnlich einsam wie
das Hourquette. Man findet diesen Pass in der Abfahrt vom Port de Pailhères Richtung Ax-les-Thermes, bei Lavail auf einer engen steilen Strasse rechts weg.


Yep, ich habe das Hinweisschild auf der Pailheres-Abfahrt gesehen. Beim nächsten Mal... Augenzwinkern



Geschrieben von Checker am 09.11.2005 um 15:31:

 

Col d'Aspin...



Geschrieben von steffi am 12.11.2005 um 09:22:

  RE: Schöner Tag, aber der Ausgang der Tour bleibt ungewiss...

Zitat:
Original von Checker
So wie einst... großes Grinsen

sieht sehr authentisch aus großes Grinsen
beeindruckende Fotos und schöner Bericht smile ich warte auf die Fortsetzung ulle (duckundwech)



Geschrieben von Moreau am 12.11.2005 um 17:03:

  RE: Schöner Tag, aber der Ausgang der Tour bleibt ungewiss...

Zitat:
Original von steffi
Zitat:
Original von Checker
So wie einst... großes Grinsen

sieht sehr authentisch aus großes Grinsen
beeindruckende Fotos und schöner Bericht smile ich warte auf die Fortsetzung ulle (duckundwech)


Stimmt ! Radler (Jacques Tati)



Geschrieben von Checker am 04.12.2005 um 14:36:

 

Sorry für den Tool'schen/Massive Attack'schen/Kate Bush'schen Veröffentlichungsrhythmus... Augenzwinkern


8. Etappe: La Seoube - Bagneres-de-Bigorre, 53 km

Hmm, der interessierte Leser stutzt sicherlich gleich wieder beim Anblick der geringen Kilometerzahl und des Zielortes, aber der Reihe nach...
Bei bestem Wetter verlassen wir am Morgen unsere kuschlige kleine Ferienwohnung. Das Frühstück war im Vergleich zu den Vortagen wieder auf Bezirksliga-Niveau gewesen - Baguette, Butter, Marmelade, dünner Kaffee; da mussten wir in dem kleinen Einkaufsmarkt (extra für Bugno, falls "Supermarkt" zu anglizistisch ist zahnlos ) in St. Marie de Campan erst einmal für Nachschub sorgen. Basti und ich blieben draußen. Während ich ein wenig an meinem Rad herum schraubte, ging Basti schon wieder so komisch auf und ab, den Kopf gesenkt, verkrampft atmend. Aber er meinte, es würde schon gehen. Er wollte sich keinen Stress machen und den Tourmalet ganz locker und entspannt hinauf fahren. Georg würde an seiner Seite bleiben, und so fuhren beide langsam los, während ich noch auf Corny wartete, der sich mit einem Minibus-Fahrer am Strassenrand unterhielt. Dieser Jemand stellte sich im übrigen als Begleitwagenfahrer einer Gruppe ziemlich gestörter Langstreckenfahrer heraus. Niederlande-Pyrenäen-Niederlande nonstop, oder so etwas ähnliches. Naja, wem's Spaß macht...
Als Corny und ich nach kurzer Zeit Basti und Georg einholten, konnte man schon am Tempo sehen, dass die beiden recht lange bis zum Gipfel brauchen würden. Jedenfalls ließen wir die beiden schnell hinter uns und strebten dem Pass entgegen. Als hinter der Ortschaft Gripp die eigentliche, steile Steigung begann, fuhr jeder in seinem Rhythmus den Berg weiter - wenngleich es schwer ist, Corny davon zu überzeugen, dass man nicht schon 12 Kilometer vor dem Pass in den anaeroben Bereich gehen sollte großes Grinsen . Nach einem Zwangsstopp aufgrund einer entgegen kommenden Schafherde ging es weiter stetig bergan; der große, bewaldete Hang vor mir zeigte den weiterern Verlauf der Passstrasse. Ich hatte längst wieder meinen Rhythmus gefunden und die Fahrt machte richtig Spaß. Etwa 7 Kilometer vor dem Pass bot sich rechts der Blick zurück nach unten ins Tal. Weit unten, fast 4 Kilometer von hier entfernt, sah ich zwei Radfahrer einträchtig nach oben kurbeln - das könnten Basti und Georg sein. Das wird wohl eine lange Pause oben am Tourmalet geben... Vor La Mongie ging dann der Kampf los: Steigungen um 12%, Gegenwind. Unter der Devise "Nicht unter 8 km/h!" großes Grinsen wuchtete ich mich, mein Rad und mein Gepäck nach oben. In La Mongie wurde es dann wieder flacher, und die letzten 4 Kilometer bereiteten auch keine Probleme mehr. Lediglich die Landschaft ist hier oben nicht gerade von der schönsten Sorte - Skilifte und Bergbahnen bestimmen das Bild.
Bei immer noch strahlendem Sonnenschein kam ich am - wie immer - stark bevölkerten Col du Tourmalet an. 10 Minuten später folgte dann auch Corny, und gemeinsam entern wir die kleine Gaststätte am Pass. Corny hatte gerade sein Handy angemacht, wir bestellten jeder eine Suppe und setzten uns. Nach zwei Minuten holt Corny sein Handy hervor, schaut drauf, sein Gesicht versteinert sich, und mit einigen Sekunden Verzögerung meint er dann: "Ohh nein!!" Ich nehme das Handy und lese die SMS, die Georg abgeschickt hat: "Basti liegt in einem parkenden Auto und wartet auf den Krankenwagen". Baff! Ich rufe Georg an und frage, wo sie genau sind, Corny bestellt unser Essen wieder ab (und obwohl er der Wirtin die Situation erklärt, hat diese nichts besseres zu tun, als genervt mit den Augen zu rollen...) und wir treten hastig den Rückzug an. Der Vollständigkeit halber noch schnell ein Gipfelfoto mit einem zerknirschten Corny, und dann geht es in die Abfahrt. Und obwohl wir bergab fahren, als wollten wir uns selbst für den Krankenwagen qualifizieren zahnlos , erreichen wir heil die besagte Stelle knapp 8 Kilometer weiter unten, in der ersten Kehre des Anstiegs. Der Krankenwagen ist schon da, Basti liegt drin und wird untersucht - mal wieder. Und wieder wird entschieden, dass er ins Krankenhaus gebracht werden muss, dieses Mal nach Bagneres-de-Bigorre, das zum Glück nicht weit von hier entfernt liegt. Nachdem der Krankenwagen abgefahren ist (zum Glück hat er Bastis Rad mitnehmen können), gönnen wir drei uns auf diesen erneuten Schreck erst mal ein Picknick, ehe wir die etwa 20 Kilometer nach Bagneres-de-Bigorre unter die Räder nehmen. In der Stadt angekommen, folgen wir den Wegweisern zum "Centre Medical", welches netterweise oberhalb der Stadt auf einer Anhöhe liegt. Um dann dort festzustellen, dass dies eine Reha-Klinik ist und das Krankenhaus unten in der Stadt liegt Augenzwinkern . Wir besuchen Basti, der in einem Behandlungszimmer auf einer Liege liegt und wieder recht guter Dinge scheint. Kein Wunder: die Urinprobe, die von ihm genommen wurde, offenbarte einen zulässigen Hämatokritwert von 44 großes Grinsen . Da jedoch noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden mussten, machten wir drei uns wieder vom Acker und fanden eine günstige, aber gute Unterkunft mit unheimlich netten Wirtsleuten. Die beste Herberge des gesamten Urlaubs.
Basti musste übrigens über Nacht im Krankenhaus bleiben.



Geschrieben von Checker am 04.12.2005 um 16:14:

 

Blick zurück am Tourmalet:



Geschrieben von steffi am 05.12.2005 um 09:57:

 

Tolle Tour Gut gemacht tolle Bilder Gut gemacht toll geschrieben Gut gemacht
Mann, Mann, allein durch die Zusammenbrüche deines Kumpels ist die story sehr dramatisch... ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass es ihm jetzt gut geht, aber offensichtlich ist sein Körper für solche Belastungen nicht gebaut, man kann es nicht erzwingen



Geschrieben von MrsFlax am 05.12.2005 um 10:44:

 

was?!? mensch, steffi, wieso nimmst du mir jetzt die ganze spannung? zahnlos



Geschrieben von Checker am 06.12.2005 um 08:06:

  Und es geht schon weiter...

9. Etappe: Etoile de Bagneres großes Grinsen , 80 km

Tja, da sind wir also in Bagneres-de-Bigorre. Wie eingangs bereits erwähnt: der Endpunkt unseres Pyrenäen-Abenteuers. Und das Radfahren war von jetzt an auch nicht mehr der bestimmende Faktor unseres Urlaubs-Alltages. Basti wurde aus dem Krankenhaus entlassen, allerdings weiterhin in Unklarheit über seinen Gesundheitszustand. War es ein eingeklemmter Nerv? Möglicherweise sogar ein Herzfehler? Die Ärzte konnten keine klare Diagnose geben, erteilten Basti aber als Vorsichtsmaßnahme absolutes Radfahrverbot. Und nun? Wenn nichts dazwischen kommt, könnten wir uns morgen mit dem Zug auf den Weg nach Barcelona begeben. Und damit sind wir unvermittelt doch wieder beim Radfahren gelandet: Corny und mir und graute es vor einem Ruhetag großes Grinsen , und so wollten wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, die 25 Kilometer nach Tarbes zum nächstgelegenen Bahnhof fahren und uns nach Zugverbindungen erkundigen. Georg war derweil ganz froh, jetzt nicht mehr Rad fahren zu müssen, und blieb im Quartier bei Basti.
Die Strecke zwischen Bagneres und Tarbes ist topfeben, auf der Hinfahrt herrschte Rückenwind. Mit 35-40 km/h preschten Corny und ich über die Landstrasse, es machte unheimlich viel Spaß. Nach längerem Aufenthalt am Bahnhof (das Informationsbüro war mal spontan und ohne Angabe von Gründen 20 Minuten lang unbesetzt) und einer Döner-Zwischenmahlzeit hieß es bei der Rückfahrt, dem Gegenwind zu trotzen und das völlig sinnentleerte Ziel, den Gesamtdurchschnitt bis Bagneres nicht unter 30 km/h fallen zu lassen, nicht zu verfehlen zahnlos . Mit bald 200 Puls trafen wir schließlich an unserer Herberge ein - unser Ziel haben wir übrigens erreicht Augenzwinkern .
Müde? Von wegen. Als der Schweiß verdunstet war, wurden gleich Pläne für eine kleine Zusatzrunde geschmiedet. Schließlich sind 50 Kilometer kein wirklich vorzeigbares Tagesergebnis, zumal ohne einen einzigen Berg Augenzwinkern . Corny und ich entschlossen uns, erst einmal ein Stück weit das idyllische Lesponne-Tal hinauf zu fahren. Allerdings hatte ich schon vorher auf der Landkarte eine kleine Stichstrasse entdeckt, die zum unbekannten und einsamen Col de Couret führte. Wir fanden das Strässchen, das vom Lesponne-Tal aus in Richtung Norden abzweigt, erstaunlich problemlos und nahmen die Kletterei in Angriff. Sofort wurden wir von 18-20%-Rampen unwillkommen geheißen - uff, jetzt aber beißen! Nach einem kleinen Flachstück ging die "Arbeit" weiter. So steil wie unten wurde es glücklicherweise nicht mehr, einstellige Prozentzahlen blieben jedoch trotzdem Mangelware. Der letzte Kilometer zum eigentlichen Pass war dann allerdings komplett flach. An diesem Col de Couret befanden sich folgende Dinge: eine kleine Tafel mit dem Namen des Passes, eine Wiese, ein Holzhaufen - und ein schöner Blick in Richtung Lourdes. Das war's Augenzwinkern . Ein echter Geheimtipp (pssst, nicht weiter sagen! Augenzwinkern ).
Bei der Abfahrt (die aufgrund zahlreicher Querrinnen auf der Strasse für Rennräder nur bedingt geeignet ist - aber wir hatten ja MTB's Augenzwinkern ) wählten wir nicht den direkten Weg zurück nach Bagneres, sondern einen kleinen Umweg über Soulagnets. Eine gute Entscheidung, denn die Landschaft, die sich uns hier im Hinterland von Bagneres präsentierte, war wirklich fabelhaft. Wunderschönes Hügelland, von der Abendsonne beschienen, kuschelige kleine Dörfer, tolle Fernblicke - lediglich die Strassenverhältnisse ließen etwas zu wünschen übrig großes Grinsen . Nach der knapp 2 Kilometer langen Gegensteigung zum Col de Seoube ging es den Rest der Strecke rasant bergab zurück in die Stadt. 30 Kilometer war diese "Feierabendrunde" lang - zusammen mit dem Tarbes-Paarzeitfahren sollte das als Tagewerk genügen...
Am Abend bekam Basti zu allem Überfluss noch Fieber, nachdem er bereits einen kleinen Rundgang in der Stadt alles andere als gut verkraftet hatte. Die Ärzte waren sich jetzt ziemlich sicher: es ist eine Grippe. Es war klar, dass wir noch einen Tag länger in Bagneres bleiben würden, damit sich Basti auskurieren kann. Für uns drei andere Gelegenheit zu einer letzten großen Tour?



Geschrieben von Checker am 11.12.2005 um 14:51:

  Und noch einmal aufgesessen...

10. Etappe: Bagneres-de-Bigorre - Bagneres-de-Bigorre, 100 km

Unsere engelsgleichen Wirtsleute, die uns und speziell dem angeschlagenen Basti paradiesische Bedingungen boten, erklärten sich nun sogar bereit, uns mitsamt Gepäck und Rädern mit dem Wagen nach Barcelona zu fahren! Eine Strecke von über 500 Kilometer - nur hinzu! Zu einem Preis, den wir mit Sicherheit auch für die Zugfahrt bezahlt hätten, dafür aber viel schneller und - vor allem wichtig für Basti - stressfreier. Unglaublich! Mit dieser Sicherheit im Rücken, plante das gesunde Dreiviertel unserer Mannschaft am letzten Pyrenäentag noch einmal eine zünftige Ausfahrt. Die Frage war nur: wohin? Es kamen völlig absurde Vorschläge (Kostprobe: das Lesponne-Tal aufwärts fahren, bis die Strasse zu Ende ist, dann auf irgendwelchen Hochgebirgspfaden zum Tourmalet rüber wandern, natürlich mit Rad als Anhängsel - ja, geht's noch?! volltrottel laut lachen ) , unsere Wirtsleute gaben ein paar Geheimtipps (z.B. Col de Beyrede). Hautacam wäre ganz reizvoll, ist aber leider eine Sackgasse (es sei denn, man steht auf angesprochene Mit-dem-Rad-auf-der-Schulter-Bergtouren großes Grinsen ). Am Ende entschieden wir uns jedoch für eine "traditionelle" Tour: eine Runde um Bagneres über den Col du Tourmalet. Den haben Corny und ich schon zwei Tage vorher bezwungen, also wollten wir dieses Mal den Aufstieg von der anderen Seite in Angriff nehmen. Und Georg würde auf diese Weise auch noch zu seinem Tourmalet-Glück kommen Augenzwinkern .
Aufgrund des langwierigen Routen-Entscheidungsprozesses Augenzwinkern kamen wir erst gegen Mittag in Bagneres los und fuhren nach Westen Richtung Lourdes auf der D26, die uns unser Herbergsvater empfohlen hatte. Die Strasse ist eine beliebte Rad-Strecke, uns so begegneten wir hier nur wenigen Autos, dafür einer recht großen Zahl an "Gleichgesinnten". Kein Wunder: die schmale, kurvenreiche Strasse macht auf vier Rädern bestimmt nicht so viel Spaß wie auf zwei Augenzwinkern . Die topographischen Schwierigkeiten hielten sich in Grenzen, und die Landschaft war phantastisch. Und wir konnten sogar noch einige Aufschriften aus dem Jahr 2002, als die Tour de France hier in entgegengesetzter Richtung entlang fuhr (mit Jalabert als Solist), erkennen.
Kurz vor Lourdes bogen wir dann Richtung Süden ab, ließen Hautacam links liegen (beim nächsten Mal... Augenzwinkern ) und gelangten über welliges Terrain (die Hauptstrasse haben wir gemieden) nach Pierrefitte-Nestalas. Bis Luz-St-Sauveur, wo der Tourmalet-Anstieg offiziell beginnt, führte die Strasse nun stetig steigend nach oben. Nie besonders steil, aber immerhin... In Luz-St-Sauveur hatten bereits über 50 Kilometer und mehrere hundert Höhenmeter in den Beinen, als uns die erste Kilometertafel mit den nackten Zahlen des Tourmalet-Westaufstiegs konfrontierte: 18 km, 7,5% im Schnitt. Corny hatte Bastis Pulsmesser mitgenommen und informierte mich zuverlässig über seine Werte, die beständig anstiegen. Ich glaube, als letztes nannte er eine "159", nicht lange danach war ich allein vorn. Wird Corny jetzt doch vernünftig? großes Grinsen
Die erste Hälfte des Anstiegs ist relativ unspektakulär, doch 8 Kilometer vor dem Pass teilt sich die Strasse: auf der rechten Talseite verläuft die "offizielle" Tourmalet-Passstrasse, links die Alternative über die Skistation Super-Bareges. Und ab hier wurde der Aufstieg interessant: die Baumgrenze war bald erreicht, nach links ergaben sich atemberaubende Tiefblicke, und geradeaus konnte man bald den Tourmalet-Pass erkennen, der wie ein Adlerhorst aussah. Links vom Pass thront der mächtige Pic du Midi de Bigorre. Ich halte einige Male zum Fotografieren an. Die Strasse schlängelt sich in wenigen Serpentinen, aber kurvenreich und nie steiler als 10% nach oben, die Bergauffahrt macht unheimlichen Spaß. Etwa einen Kilometer vor dem Pass fühle ich mich so gut, dass ich mich frage, ob ich hier wirklich gerade DEN Tourmalet gefahren bin. Um doch noch ein wenig zu leiden großes Grinsen , schalte ich fast genau am 1-Kilometer-Schild gleich mal zwei Kränze nach oben und fahre einen kleinen Bergsprint. Nach der letzten Serpentine baut sich dann allerdings doch noch eine Wand auf (12-13%) und bremst mich ein wenig ein Augenzwinkern . Dennoch komme ich glücklich und zufrieden oben an. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen auf dem Tourmalet. Und die Wirtin in der Gaststätte ist immer noch genauso "freundlich" wie vor zwei Tagen, weswegen wir gar nicht erst auf die Idee kommen, dort etwas zu konsumieren... schläfrig
Bergab lassen es Corny und ich nochmal so richtig krachen - bis Gripp fahren wir einen 60er Schnitt in der Abfahrt. Ging nicht schneller, weil das Überholen der Autos teilweise nicht so einfach war *unschuldigtu* . Dann warten wir einige Minuten auf Georg, der etwas mehr Vernunft walten lässt, und fahren die letzten, leicht abschüssigen Kilometer zusammen nach Bagneres. Und unser Timing war perfekt: keine 10 Minuten nach unserer Ankunft ging ein regelrechter Wolkenbruch nieder. Puhh, Glück gehabt! Genau 100 Kilometer standen am Ende zu Buche, ein würdiger Abschluss unseres in jeder Hinsicht kurzweiligen Pyrenäen-Abenteuers. Augenzwinkern

Epilog folgt noch...



Geschrieben von torte am 16.12.2005 um 11:50:

  RE: Und noch einmal aufgesessen...

Bei Puls 159 habt ihr die Bremse gezogen? Da geht es bei mir los!!! Und zwar, wenn ich auf´s Rad steige... volltrottel

Wenn ich groß bin, fahre ich auch mal ins Gebirge mit dem Rad... wenn die Rente dann dafür reichen sollte großes Grinsen

Schön geschrieben, alte Bergzicke!



Geschrieben von Checker am 16.12.2005 um 16:02:

  RE: Und noch einmal aufgesessen...

Vielen Dank! smile



Geschrieben von MrsFlax am 16.12.2005 um 19:02:

  RE: Und noch einmal aufgesessen...

ooohhh...
seid ihr schon angekommen? mist! großes Grinsen
im nächsten jahr bitte ein paar etappen mehr - schon allein wegen des berichts Hach, da mutier ich glatt zum chick


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