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Geschrieben von Petr Pivo am 03.07.2004 um 00:54:
hier ein paar interessante auszüge aus einem artikel in der süddeutschen:
Lüttich - Der Feind sitzt in der ersten Reihe, Lance Armstrong bekommt das noch rasch vom Pressesprecher ins Ohr geflüstert, bevor er hinter dem Wald aus Mikrophonen die Stimme erhebt. Der Feind trägt ein hellblaues Hemd und ein Sakko darüber, es ist David Walsh, ein Engländer Anfang 50 und Chefautor der Londoner Sunday Times. Er sieht Armstrong immerzu ins Gesicht, aber er wirkt gar nicht angespannt in der voll besetzten Konferenzhalle der Messe Lüttich. Ein wenig angespannt ist Armstrong. David Walsh hat einen gewissen Ruf in der Branche, es ist ein ziemlich guter. Walshs Recherchen haben etwa die irische Schwimmerin Michelle Smith als Dopingsünderin enttarnt, bis dahin ist die Olympiasiegerin eine Nationalheldin gewesen. Armstrong widmet er sich seit einigen Jahren, Beweise für Dopingvergehen des Texaner hat er bislang nicht gefunden. Aber interessante Details.
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[Walsh hat] Mit dem Franzosen Pierre Ballester hat er vor zwei Wochen das Buch ¸¸L.A. Confidential" herausgebracht. Untertitel: ¸¸die Geheimnisse des Lance Armstrong". Darin wird die Verbindung zum italienischen Giftmischer und Fitnessberater Michele Ferrari noch einmal beleuchtet. Walsh hatte sie 2001 öffentlich gemacht. Sie hinterfragen die Rolle eines aktuellen Teamarztes von Armstrong, bei dem sich 1995 Dopingmittel befunden haben sollen. Vor allem tritt in dem Buch die frühere Masseurin Emma O"Reilly als Kronzeugin auf...Beweise, wie gesagt, liefert auch O"Reilly nicht.
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Lance Armstrong, die angehende Legende, ist nirgends angeklagt. Aber der Zauber seiner Geschichte wirkt längst nicht mehr auf alle. Sie handelt ja von einem Krebspatienten, der knapp dem Tod entkam und nach seiner Heilung wundersam zum Regenten des schwersten Rennens überhaupt aufstieg. Nur: Wie dick ist sein Gesundheitsbuch, das ihm die Einnahme unerlaubter Substanzen erlaubt? Niemand weiß das, und er sagt es nicht. Wie oft wird er in Spanien unangemeldet kontrolliert oder in den USA, wo Armstrong im Frühjahr sechs Wochen verlebte, angeblich wegen seiner Kinder? Ungewiss. ¸¸In Spanien", sagt Helmut Pabst, ¸¸sind sie ja großzügiger, das weiß man." Armstrong lebt in Gerona.
Helmut Pabst aus München ist der führende Dopingkontrolleur des deutschen Sports, er stöhnt, wenn er Fragen zu Armstrong hört. Ein heikles Thema eben. Die Ausnahmen im Medizinpass, sagt Pabst, ¸¸die waren und sind ein Problem". Denn Armstrong dürfte es als Hodenkrebspatienten heute beispielsweise erlaubt sein, körpereigene Hormone einzunehmen. In festgelegter Dosis allerdings. ¸¸Jeder weiß das, zumindest ist das bei ihm die physiologische Schlussfolgerung", sagt Pabst, ¸¸aber jahrelang hat man nicht darüber geredet." Ermöglichen die erlaubten unerlaubten Medikamente Betrug, wie sind sie an den Leistungen beteiligt?
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.151, Samstag, den 03. Juli 2004 , Seite 45
Geschrieben von eva am 08.07.2004 um 01:52:
na ja, als jahrelang Süddeutsche geschädigte und doch keine Alternative findende:
diese Zeitung mag auch vor allem deutsche Sportler, tut der Auflage besser.
In der Spalte neben dem "zweifelhaften" Lance leuchtete an diesem Tag uns sauberer Ulle ("ich will die Tour gewinnen" und nicht "ich seh dann mal, wies läuft") umso heller.
Ist auch nur Zeitungsseitenlayout bei denen.
Sollte man in jedweder Hinsicht nicht mit objektiver Information verwechseln. (Gibts die?)
Nicht, daß ich den Herrn Pabst (*g* nomen usw.) nicht bedenkenswert gefunden hätte, kannt ich in der Schärfe noch nicht, aber
Spekulatius ist alles
Frohe Weihnachten und Friede auf Erden der Tour de France
Geschrieben von Petr Pivo am 08.07.2004 um 11:10:
mag sein, aber interessant finde ich zum beispiel die infos über walsh, der ja von herrn
armstrong als unseriöus vernunglimpft wird und die aussage von helmut pabst hinsichtlich
des medizinpasses. bin auch nicht immer glücklich mit der süddeutschen, aber ullrich ist
hier nicht das thema und gut wegkommen tut er dort übrigens auch nicht immer, ich
kann mich gut an eine durchaus kritische und hintergründige berichterstattung zur angeblichen
disko-affäre erinnern.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 08.07.2004 um 14:56:
Klassische Schweizer Neutralität - Der Kommentar gefällt mir.
Geschrieben von reifenpanne am 08.07.2004 um 14:59:
| Zitat: |
| Klassische Schweizer Neutralität - Der Kommentar gefällt mir. |
Wobei die Ulrichsche Sportschnulze so schlecht nicht zum lesen ist
Geschrieben von tick am 09.07.2004 um 20:17:
Lance Armstrong und der französische Teamchef Roger Legeay müssen sich gegen neue Doping-Anschuldigungen wehren. Ehemalige Radprofis erhoben in französischen Zeitungen zum Teil schwere Vorwürfe. Philippe Gaumont, der im Zuge der Ermittlungen gegen das Cofidis-Team nach seinem Geständnis im Mai entlassen wurde, unterstellte Armstrong und dessen Team indirekt Doping.
http://www.eurosport.de/home/pages/V4/L1/S18/E6083/sport_Lng1_Spo18_Evt6083_Sto611599.shtml
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