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Geschrieben von Doggie am 25.10.2020 um 16:42:
| Zitat: |
Original von gardener
Kelderman ist für mich nie wie ein potentieller Giro-Sieger aufgetreten. Das war eher Zufall, dass er vorne übrig geblieben ist. |
Ja, die Chance, die vielleicht (oder wahrscheinlich) nie wieder kommen wird.
Geschrieben von Faser am 25.10.2020 um 16:58:
Keldermann ust ein guter Buchmann Sklave. Das Imperium schlägt zurück.
Geschrieben von KuT am 25.10.2020 um 20:13:
Ich habe das Stilfser Joch am TV leider genauso verpasst wie Sestriere.
Blöd, wenn das Wetter hierzulande just an diesen Tagen nochmal Goldenen Herbst spielt und man seinen Verantwortungen nachkommen muss...
Ich glaube aber, dass dieser Giro (wie so manche in diesem Jahrtausend) einigen Erinnerungswert hat.
Das Klassement wurde spannend und überraschend ausgefahren - mehr wollen wir ja eigentlich gar nicht.
Und wahrscheinlich kommt auch noch ein Generationswechel hinzu. Solche Veränderungen sind natürlich immer schwer zu prognostizieren und wirken erst im Nachhinein logisch.
Almeida und Hindley hatte ich vor dem Giro absolut nicht im Blick fürs Klassement, ob Hart drei Wochen kann, war auch keineswegs klar.
Die Sprints hätten eine breitere Besetzung verdient (oder die Tour Demare), aber fast alle Etappen waren, wie vom Giro gewohnt, attraktiv und boten Sieger, denen man das Highlight gut gönnen konnte.
Kurzum: Hat Spaß gemacht, auch im Herbst.
Geschrieben von Vinyard am 25.10.2020 um 20:21:
Und unterm Strich muss man wohl festhalten, dass eine andere Tatik von Sunweb auch nichts geholfen hätte. Wenn Hindley zurückgepfiffen worden wäre, hätten Hart und Dennis im Team sich abgewechselt und wären an dem Tag grad in der Ebene sicher dem Duo Hindley/Keldermann deutlich überlegen gewesen. Also zumindest glaube ich nicht daran, dass der Abstand um eine Minute oder noch mehr geringer gewesen wäre.
Hart war in der Summe der Stärkste, auch wenn ich es Hindley mehr gegönnt hätte.
Geschrieben von Ocaña am 25.10.2020 um 20:41:
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Original von jonas
Pellaud macht alle nass ... verdient hätte er sich das.
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Hat sich doch
gelohnt.
Geschrieben von PassoGiovo am 25.10.2020 um 20:43:
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Original von Vinyard
Und unterm Strich muss man wohl festhalten, dass eine andere Tatik von Sunweb auch nichts geholfen hätte. Wenn Hindley zurückgepfiffen worden wäre, hätten Hart und Dennis im Team sich abgewechselt und wären an dem Tag grad in der Ebene sicher dem Duo Hindley/Keldermann deutlich überlegen gewesen. Also zumindest glaube ich nicht daran, dass der Abstand um eine Minute oder noch mehr geringer gewesen wäre.
Hart war in der Summe der Stärkste, auch wenn ich es Hindley mehr gegönnt hätte. |
Kelderman gewinnt den Giro auch nicht, wenn Hindley sich am Stilfer Joch zurückfallen lässt. Hindley hätte den Giro gewinnen können, wenn er THG an einem der beiden Schlussanstiege distanciert. (wir blenden mal Optionen aus den beiden ersten Wochen aus) In Sestriere war er dazu nicht stark genug. Am Torri di Fraele sah er besser aus, durfte oder wollte aber nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gekonnt hätte. Wir werden es allerdings nie erfahren. Es kann also trotzdem sein, dass Sunweb den Giro teamtaktisch dort verloren hat.
Geschrieben von Bugno am 25.10.2020 um 20:57:
Darf man den Giro überhaupt hoch bewerten? Vom schwachen Starterfeld Thomas, Yates, MA Lopez, Vlasov, Kruijswijk etc.pp. draußen. Da ist fraglich, was vom Niveau des Rests zu halten ist. Waren die Zahlen wirklich so gut?
Geschrieben von Cyclish am 25.10.2020 um 21:08:
Die Zeitfahrqualitäten von Rohan Dennis haben ganz schön gelitten. Dieses Jahr kein einziger Zeitfahrsieg. Wenn man sich überlegt, dass er letztes Jahr Remco und Ganna je 1 bzw. 2 Minuten abgenommen hat und 2018 von seinen 9 Zeitfahren 7 gewonnen hat, darunter 3 GT-Zeitfahren und die WM.
Auf der anderen Seite erklärt es seine enorm verbesserten Bergqualitäten. Wahrscheinlich wurde bei INEOS sein Watt/kg-Verhältnis optimiert. Das hatte sich schon bei den virtuellen Wettkämpfen nach dem ersten Lockdown angedeutet. Ich behaupte mal, dass er mit den Leistungswerten sogar in Reichweite eines GT-Podiums kommen kann, wenn die Rundfahrt ein paar Zeitfahren und wenige steile Punch-Bergankünfte hat. Und die Regeneration muss auch stimmen, wenn er am Ende des harten Giros so fährt.
Geschrieben von Ocaña am 25.10.2020 um 22:18:
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Original von Damn True
Und FDJ hat mit 0 Strafpunkten die Fair Play Wertung gewonnen. Was gibt es dafür?
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Den Gianni Moscon Award in Weiß.
Hier mal der Zabel Podcast vom Tage. Denke da sprechen sie auch über die 19.Etappe. Habs aber nicht angehört. The Move zum Giro gibt's leider nur als La Movida. Würde gerne hören was Bruyneel zu dem Streik sagt bzw. zu Rohan Dennis.
Edit: Sorry für die hundert Edits. War zu doof.
Geschrieben von xxEntexx am 26.10.2020 um 08:27:
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Original von Cyclish
Die Zeitfahrqualitäten von Rohan Dennis haben ganz schön gelitten. Dieses Jahr kein einziger Zeitfahrsieg. Wenn man sich überlegt, dass er letztes Jahr Remco und Ganna je 1 bzw. 2 Minuten abgenommen hat und 2018 von seinen 9 Zeitfahren 7 gewonnen hat, darunter 3 GT-Zeitfahren und die WM.
Auf der anderen Seite erklärt es seine enorm verbesserten Bergqualitäten. Wahrscheinlich wurde bei INEOS sein Watt/kg-Verhältnis optimiert. |
Wahrscheinlich....
Geschrieben von Vinyard am 26.10.2020 um 08:47:
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Original von PassoGiovo
| Zitat: |
Original von Vinyard
Und unterm Strich muss man wohl festhalten, dass eine andere Tatik von Sunweb auch nichts geholfen hätte. Wenn Hindley zurückgepfiffen worden wäre, hätten Hart und Dennis im Team sich abgewechselt und wären an dem Tag grad in der Ebene sicher dem Duo Hindley/Keldermann deutlich überlegen gewesen. Also zumindest glaube ich nicht daran, dass der Abstand um eine Minute oder noch mehr geringer gewesen wäre.
Hart war in der Summe der Stärkste, auch wenn ich es Hindley mehr gegönnt hätte. |
Kelderman gewinnt den Giro auch nicht, wenn Hindley sich am Stilfer Joch zurückfallen lässt. Hindley hätte den Giro gewinnen können, wenn er THG an einem der beiden Schlussanstiege distanciert. (wir blenden mal Optionen aus den beiden ersten Wochen aus) In Sestriere war er dazu nicht stark genug. Am Torri di Fraele sah er besser aus, durfte oder wollte aber nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gekonnt hätte. Wir werden es allerdings nie erfahren. Es kann also trotzdem sein, dass Sunweb den Giro teamtaktisch dort verloren hat. |
100% Zustimmung. Sehe ich absolut genauso. An dem Tag an dem er komplett von vorne gefahren ist wäre er wohl dazu in der Lage gewesen alle deutlich zu distanzieren.
Geschrieben von Ocaña am 26.10.2020 um 09:49:
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Original von Ocaña
Hier mal der Zabel Podcast vom Tage. Denke da sprechen sie auch über die 19.Etappe. Habs aber nicht angehört. |
Mal reingehört. Zabel und Brändle sprechen über die letzte Woche und viel von Gejammer höre ich da jetzt nicht. Wir sind da weit weg von Frösis Tagebüchern. Sie sprechen diverse Dinge an, die zur Situation auf Etappe 19 geführt haben. Das ging los, dass es zwischendurch Kritik von Vegni gab, dass die GC-Fahrer viel zu wenig attackieren, dass es insgesamt zu wenig Show gäbe. Da kippte die Stimmung wohl schon erstmals. Dazu halt immer die Bubble-Situation mit fortwährenden Tests. Das zerrt an den Nerven.
Sie betonen auch, dass sie nicht gegen die Etappen protestieren, sondern das ganze drumherum. Stelvio fahren fanden sie z.B. großartig. Nach der Stelvio-Etappe waren sie alle gegen 22 Uhr abends beim Essen. Durch den Transfer zu Etappe 19 war aufstehen um 6 Uhr angesagt. Der Großteil des Feldes fuhr zuvor dreimal an bzw. über 7 Stunden Radrennen. Für den Stuff bedeutet das über Tage noch viel weniger Schlaf. Am Abend gab es dann besagte Telegram Abstimmung und hier stimmten außer Ineos und Bora alle dafür, dass man versuchen wolle, die Etappe zu verkürzen. Der entsprechend verantwortliche CPA Mensch wollte dies an die Orga weitergeben. Hat er aber offenbar nicht. Vegni erfuhr dennoch davon.
Am nächsten Tag mussten dann alle Busse ein paar Kilometer vom Start weg parken, es kübelte und alle fuhren zum Einschreiben und gingen danach dann in ein Zelt. Zu dem Zeitpunkt gingen alle davon aus, dass sie jetzt 260 Kilometer fahren werden. Dort waren alle Fahrer und natürlich spricht man dann miteinander und hier kippte die Stimmung so, dass 95% die Verkürzung erzwingen wollten und nicht an den Start gefahren sind. Vegni hat dann Theater gemacht und versucht die Fahrer der kleinen italienischen Teams zum Start zu zwingen. Die haben sich geweigert. Adam Hansen hat dann für die Fahrer gesprochen und Vegni vor die Wahl gestellt. Entweder kürzer oder gar nicht. Der Giro hat dann wie bekannt reagiert und da gut improvisiert. Gab auch Lob von allen Fahrern.
Kritik gab es dann auch an einigen Topfahrern (Nibali wird namentlich genannt), die auch eine Verkürzung wollten, anschließend in der Öffentlichkeit aber umgekippt sind. Am Ende ist es auch so, dass die Fahrer seit vielen Jahren keine Stimme haben und keine vernünftige Vertretung gegenüber UCI und Rennorganisation. Und natürlich würden sie auch gerne an TV-Einnahmen beteiligt werden.
Geschrieben von Il Pirata am 26.10.2020 um 10:20:
Dass die Teams ein Stück vom TV-Kuchen haben wollen, hört man ja schon länger. Die Frage ist nur, ob es da so viel zu verteilen gibt? Ich meine RCS und ASO machen doch auch keine dreistelligen Millionen-Gewinne mit dem Giro/der Tour?
Ich habe bislang noch keine betriebswirtschaftliche Rechnung gesehen, wie Veranstalter und Teams von den Einnahmen leben sollen. Wäre interessant, wenn jemand mal ein solches - wenn auch rein hypothetisches - Modell präsentieren würde.
Geschrieben von Doggie am 26.10.2020 um 10:56:
| Zitat: |
Original von Il Pirata
Dass die Teams ein Stück vom TV-Kuchen haben wollen, hört man ja schon länger. Die Frage ist nur, ob es da so viel zu verteilen gibt? Ich meine RCS und ASO machen doch auch keine dreistelligen Millionen-Gewinne mit dem Giro/der Tour? |
Dass es viel zu verteilen gäbe, erzählen Populisten wie Trolleg und Vaughters. Und viele fallen darauf rein.
Die ASO macht meiner Erinnerung nach einen jährlichen Gewinn im unteren oder mittleren zweistelligen Millionenbereich. Lassen wir es mal 30 Millionen sein, nehmen wir weiterhin an, er stamme überwiegend aus TV-Rechten und würde komplett an die Teams verteilt.
Was würde die Teamleitung mit der Million anfangen, die sie zusätzlich einnimmt? Das was sie immer macht: immer teurere Stars einkaufen. Die Sagans, Froomes, Alaphillipes würden sich eine weitere superteure Luxusuhr kaufen können, bei den ersetzbaren Mitstreitern kommt nichts an.
Eine Beteiligung der Teams an den Einnahmen würde sich für den Großteil der Fahrer erst dann - und nur dann - bemerkbar machen, wenn sie eine durchsetzungsfähige Gewerkschaft hätten, die sich für eine gerechte Verteilung einsetzen würde.
@Ocana: Danke für die Zusammenfassung!
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| Kritik gab es dann auch an einigen Topfahrern (Nibali wird namentlich genannt), die auch eine Verkürzung wollten, anschließend in der Öffentlichkeit aber umgekippt sind. |
Hatten wohl Schiss, dass Vegani ihnen das Antrittsgeld streicht.

Wahrscheinlich auch der Grund, warum Bora fahren "wollte".
Geschrieben von jonas am 26.10.2020 um 13:02:
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Original von Ocaña
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Original von jonas
Pellaud macht alle nass ... verdient hätte er sich das.
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Hat sich doch gelohnt.
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Die sozialen Medien von Pellaud zu verfolgen lohnt sich auch. Der ist echt ne coole Socke. Eine Bereicherung für den Profiradsport.
Geschrieben von franco am 26.10.2020 um 21:58:
Jetzt weiß man auch, warum es immer heißt das
deutsche Team Sunweb. Aus dem Teambus schallt Mickey Krause
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