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Geschrieben von kuestentanne am 03.04.2008 um 21:12:

 

Neulich hat hier doch jemand dies SPON Artikel von anno 98 oder 99 gepostet, da hatte der Jeff doch schon angekündigt am Ende des Jahres alles zu erzählen. Hat er ja doch etwas länger für gebraucht ...



Geschrieben von Piti am 03.04.2008 um 21:58:

 

Telekom und Godefroot haben damals mit ihrer juristischen Artillerie alle zum Schweigen gebracht, selbst den Spiegel mit seiner gewiss auch nicht kleinen Rechtsabteilung.

Bis heute ist noch nicht mal öffentlich geworden, wer damals der Informant vom Spiegel war. keine ahnung



Geschrieben von denkbär am 03.04.2008 um 23:22:

 

Zitat:
Original von Piti
Telekom und Godefroot haben damals mit ihrer juristischen Artillerie alle zum Schweigen gebracht, selbst den Spiegel mit seiner gewiss auch nicht kleinen Rechtsabteilung.

Bis heute ist noch nicht mal öffentlich geworden, wer damals der Informant vom Spiegel war. keine ahnung


So was macht man auch tunlichst nicht öffentlich. Beim SPIEGEL wurde damals doch auch darüber gemunkelt, dass man die T-Radsport-Dopinggeschichte wegen der finanziell nicht gerade unerheblichen Aussicht auf Einbußen bei bedeutenden Werbeeinnahmen für die T-Aktienkampagne unter den Redaktionstisch hat fallengelassen.

Finanzraketen richten in so einem Fall meistens mehr an (bzw. aus) als juristische Artillerie.



Geschrieben von panni am 04.04.2008 um 09:10:

 

Wenn man es genau nimmt, hat der Spiegel damals in ein Wespennest gestochen ohne tatsächlich Ahnung davon gehabt zu haben. Aus heutiger Sicht muss man wohl sagen, dass sie der Realität ziemlich nahe kamen, obwohl sie mehr oder weniger im Dunkeln tappten und nicht mehr als einem Grundverdacht gegen den Profiradsport allgemein nachgingen und diesen mit dubiosen Mitteln auf das Team Telekom umzumünzen versuchten.

Mit dem heutigen Wissen kann man wohl sagen, dass es für den Spiegel gar nicht so schwer war diesen Treffer zu landen.

Was den Spiegel damals zu der Story veranlasste, ist im Prinzip das selbe was D´Hont zu seinem Buch antrieb. Man kann niemand hinter dem Ofen hervor locken, wenn man über Doping allgemein schreibt. Es muss sich im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen und deshalb müssen große Namen her. Für den Spiegel war zum damaligen Zeitpunkt nur der deutsche Vorzeigerennstall Telekom mit seinem Zugpferd Jan Ullrich interessant. D`Hont hatte das "Glück" auf eigenes Wissen bauen und deshalb wohl auch weitestgehend mit der Wahrheit dienen zu können. Spätestens aber bei der Frage im Spiegel-Interview, warum er sich in seinem Buch nicht zu Jan Ullrich, bezogen auf Doping, geäußert habe, musste er erkennen dass er einen "Fehler" gemacht hat und dass in Deutschland der Name Jan Ullrich ein vielfaches von dem einbringt, was man mit dem Team Telekom verdienen kann. Das dürfte mE auch der wahre Grund dafür sein, dass niemand wirklich an einer deutschen Fassung seines Buches Interesse hatte. Was über Doping bei Telekom interessant war, war bereits ausreichend im Spiegel behandelt worden. Über Jan Ullrich stand ohnehin nichts drin.

Interessant und typisch finde ich übrigens die Rolle die Franke damals gespielt hatte und welche linke Nummer er im Fall Quarz abgezogen hat. Das passt haargenau in das Bild das ich mir speziell in den letzten knapp zwei Jahren von ihm gemachet habe.



Geschrieben von panni am 04.04.2008 um 10:44:

 

In Sportbild stand übrigens auch noch, dass D´Hont 30.000 Exemplare seines Buches verkauft und bisher noch keinen Cent dafür bekommen habe. Das Geld stehe ihm wohl erst ein Jahr nach Erscheinen zu. Will sich der Verlag damit gegen Klagen absichern oder ist das allgemein üblich? keine ahnung

Ich habe gestern noch mal einen Blick in die Sportbild geworfen und die exakte Formulierung zum Nicherscheinen einer deutschen Fassung war, dass Jan Ullrichs Anwälte etwas dagegen hatten. Das kommt zwar auf das selbe raus wie "verhindert worden", allerdings möchte ich mich nicht einer falschen Behauptung schuldig machen. *schwitz*



Geschrieben von Alfred am 04.04.2008 um 11:16:

 

Das ist allgemein üblich, dass unbekannte Autoren mit Büchern nichts verdienen. Und d'Hondt hat sicherlich auch noch Ghost-Writer. Wenn ihm 50 Cent pro Buch bleiben ist es viel - ich weiß jetzt nicht, wie viel es kostet. Mit Interviews, Lesungen, Vorträgen usw. kann er sicherlich mehr verdienen. Allerdings bezweifle ich, dass er dazu das nötige Hirnschmalz hat, sonst wäre er nicht jahrzehnte lang ein Pfleger geblieben, der für ein Butterbrot Stars mit dem Zeugs versorgt hat, die dann Milionen gescheffelt haben. Ferrari, Heinrich, Fuentes und Co. haben ihm dann gezeigt, wie sowas "richtig" aufgezogen gehört. DIe müssen nicht darum betteln, dass sich ehemalige Teamchefs an ihren Anwaltskosten beteiligen. großes Grinsen



Geschrieben von panni am 04.04.2008 um 11:22:

 

Was mir noch einfällt: Es ist schon ziemlich lange her und deshalb kann ich mich auch nicht mehr erinnern wo ich es gelesen habe, aber die Klage von Godefroot und Wesemann soll nicht nur gegen D´Hont sondern auch den Verleger gerichtet sein.



Geschrieben von tick am 04.04.2008 um 11:43:

 

Zitat:
Original von panni
Was mir noch einfällt: Es ist schon ziemlich lange her und deshalb kann ich mich auch nicht mehr erinnern wo ich es gelesen habe, aber die Klage von Godefroot und Wesemann soll nicht nur gegen D´Hont sondern auch den Verleger gerichtet sein.


Stimmt.

http://www.cyclingnews.com/news.php?id=news/2007/dec07/dec07news2

Walter Godefroot and Steffen Wesemann are suing Jef d'Hont over claims in his book about doping at Team Telekom in the 1990s. D'Hont's attorney, Dimitri Dedecker, confirmed to Focus magazine that they are charging the former soigneur with telling "lies and untruths".

A trial date of December 16 has been set for d'Hont, his publisher Andre Van Halewyck and a Belgian journalist, who is said to have helped with the research. "We are not at all worried," Dedecker said. A decision is not expected until sometime in the coming year.

EDIT: Da muss ein Fehler drin sein, December 16 war ein Sonntag.....



Geschrieben von Susilein am 04.04.2008 um 13:44:

 

Zitat:
Original von tick
EDIT: Da muss ein Fehler drin sein, December 16 war ein Sonntag.....


also ich glaube ja das ist noch einer der kleinsten fehler in dem ganzen mist aus halbwahrheiten, lügen und gerüchten. smile



Geschrieben von Papa Razzo am 04.04.2008 um 14:03:

 

Zitat:
Original von Alfred
Das ist allgemein üblich, dass unbekannte Autoren mit Büchern nichts verdienen. Und d'Hondt hat sicherlich auch noch Ghost-Writer. Wenn ihm 50 Cent pro Buch bleiben ist es viel - ich weiß jetzt nicht, wie viel es kostet.


Kann das als Co-Autor eines Touren-Buches für Mountain Biker bestätigen: Nach einem Jahr wird erstmals abgerechnet, und die Anzahl verkaufter Exemplare bestimmt in der Folge die Honorarausschüttung. Interessant wirds eigentlich erst, wenns zu einer zweiten Auflage kommt.

Bei einem Paulo Coelho oder einem Umberto Eco mag das anders sein, wer sich dagegen seine Sporen noch abverdienen muss, für den gilt der oben beschriebene Mechanismus.

@ susilein

Der Datumsfehler ist aber www.cyclingnews.com unterlaufen - ich hoffe nicht, dass Du dieser seriösen Plattform die Verbreitung von Mist, Halb- und Unwahrheiten vorwirfst?



Geschrieben von tick am 04.04.2008 um 14:26:

 

Ich war nicht die einzige, die 16.12 geschreiben hat, sehe auch, z.B.
http://www.focus.de/sport/mehrsport/doping-enthuellungsbuch_aid_228416.html



Anscheinend war es eigentlich 17.12:
http://www.demorgen.be/dm/nl/1001/Wielrennen/article/detail/107071/2007/12/17/Nog-geen-conclusietermijnen-in-rechtszaak-Godefroot-tegen-D-hont.dhtml



Geschrieben von Susilein am 04.04.2008 um 14:34:

 

Zitat:
Original von Papa Razzo
@ susilein

Der Datumsfehler ist aber www.cyclingnews.com unterlaufen - ich hoffe nicht, dass Du dieser seriösen Plattform die Verbreitung von Mist, Halb- und Unwahrheiten vorwirfst?


nein, ich werfe nichts vor, ich stelle nur fest. cyclingnews ist auch allerhöchstens weiterverbreiter, die recherchieren in dieser sache ja nahezu nichts selbst (können sie ja auch gar nicht, dazu fehlt sowohl das budget als auch das personal) sondern übernehmen lediglich irgendwelche agenturmeldungen, interviews und berichte von anderen seiten und medien rund um die welt. noch ein bissl kürzen da, noch ein wenig fehler durch einen zusätzlichen übersetzungsschritt, fertig ist die cn-meldung. gut dass du plattform geschrieben hast und nicht quelle. die quelle der fehler liegt in der tat grösstenteils nicht bei cn. smile



Geschrieben von steffi am 04.04.2008 um 14:59:

 

aus sicherer Quelle weiß ich aber, dass sie auch eigene Journalisten losschicken, zu Teampräsentationen z. B. smile



Geschrieben von Susilein am 04.04.2008 um 15:05:

 

ja ich weiss, deshalb schrub ich ja auch "in dieser sache" und meinte den morastigen dopingsumpf, aus dem sich halbverfault das grosse t erhebt. die rennberichte und die eigenen artikel sind klasse. smile


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