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Geschrieben von Michelin-Männchen am 01.05.2015 um 13:29:
Ich finde den Kommentar nicht gut. Nur wer die Hintergründe und den Stand der Ermittlungsarbeit der Polizei kennt, kann beurteilen, ob hier vorauseilender Gehorsam vorliegt.
Geschrieben von Offi am 01.05.2015 um 13:51:
So kompliziert ist das gar nicht. Die Hobbyterroristen wurden verhaftet, nachdem sie amateurhaft eingekauft haben (das kann wirklich jeder 13jähriger besser...). Vorher wurden sie tagelang observiert. Außer ihnen wurde niemand festgenommen, scheinbar gab es zwar früher mal Kontakte, aber zum aktuellen Fall keinen Bezug. Denn außer den beiden wurde sonst niemand verhaftet oder auch nur verhört. Die Polizei hat zusätzlich die Strecke abgesucht.
Natürlich heißt das alles nicht, dass nichts passiert. Allerdings heißt es das nie. Heute hat in Weimar ein Mob Nazis die 1.Mai-Kundgebung angegriffen und es gab reale Verletzte. Wo waren da die V-Leute des Verfassungsschutz? Es gibt keine 100%ige Sicherheit. Nie und nirgends. Das ändert so eine Absage auch nichts. Es gibt potentiellen Tätern nur Recht, dass sie schon durch die bloße Gefahr das öffentliche Leben ausschalten können.
Geschrieben von Henning am 01.05.2015 um 14:12:
| Zitat: |
Original von Offi
So kompliziert ist das gar nicht. Die Hobbyterroristen wurden verhaftet, nachdem sie amateurhaft eingekauft haben (das kann wirklich jeder 13jähriger besser...). Vorher wurden sie tagelang observiert. Außer ihnen wurde niemand festgenommen, scheinbar gab es zwar früher mal Kontakte, aber zum aktuellen Fall keinen Bezug. Denn außer den beiden wurde sonst niemand verhaftet oder auch nur verhört. Die Polizei hat zusätzlich die Strecke abgesucht. |
Können wir mal den Begriff Hobbyterroristen bitte streichen? Das verharmlost die Geschichte nur. Die Chemikalien mögen sie sich amateurhaft besorgt haben, aber wer zuhause ein Sturmgewehr mit entsprechender Munition zusammen mit einer einsatzbereiten Rohrbombe aufbewahrt, ist schon auf einem Niveau, das deutlich über das Potential eines 13-Jährigen hinaus geht.
Die Absage war in jedem Fall richtig, weil selbst bei einer aufwendigen Observation nicht ausgeschlossen werden kann, dass man irgendwo im Wald einen Sprengsatz liegen lassen hat. Wenn man noch drei Tage mehr Zeit gehabt hätte, bin ich sicher, dass man das Rennen heute hätte durchführen können, aber eine halbe Nacht reicht für eine Mindestsicherung der Strecke einfach nicht aus.
Geschrieben von xxEntexx am 01.05.2015 um 14:17:
Naja, wenn so ein Hobbyterrorist mal Offis Bekanntschaft fliegen lässt, wird auch er anders drüber denken.
Geschrieben von Offi am 01.05.2015 um 14:23:
1. Man fand Bauteile eines Gewehrs, kein komplettes Gewehr.
2. Man hatte keine halbe Nacht, man hatte einige Tage.
Geschrieben von Bugno am 01.05.2015 um 14:32:
Es muss euch aber schon klar sein, dass jede Diskussion, sogar jede Reaktion nur im Sinne derer Sinn, die Aufsehen erregen wollen. In diesem Sinne wird das mein letztes Statement dazu sein, und Leute mit Hirn sollten dasselbe tun.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 01.05.2015 um 15:29:
| Zitat: |
Original von Offi
1. Man fand Bauteile eines Gewehrs, kein komplettes Gewehr.
2. Man hatte keine halbe Nacht, man hatte einige Tage. |
3. Beim LKA arbeiten keine Hobby-Ermittler.
Wenn das LKA zu dem Schluss kommt, die Veranstaltung abzusagen, werden sie dafür Gründe haben. Das sollten wir respektieren.
Geschrieben von Offi am 01.05.2015 um 15:33:
Solche Gründe wie in Bremen vor ein paar Wochen?
Egal, ist abgesagt, lässt sich nicht mehr ändern. Und die unterschiedlichen Meinungen kommen da wohl eh nicht zusammen.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 01.05.2015 um 15:44:
| Zitat: |
Original von Offi
Solche Gründe wie in Bremen vor ein paar Wochen?
Egal, ist abgesagt, lässt sich nicht mehr ändern. Und die unterschiedlichen Meinungen kommen da wohl eh nicht zusammen. |
Die Frankfurter Polizei betreut pro Jahr mehr als tausend Veranstaltungen (Demos, Großveranstaltungen etc.). Sie hatten vor kurzem die Demonstration gegen die EZB-Einweihung zu Gast, sie müssen die Sicherheit von einer Reihe von vitalen Knotenpunkten europäischer Infrastruktur (Flughafen, I-Net-Kontenpunkte, Deutsche Börse, Banken) sicherstellen. Du kannst davon ausgehen, dass sie nicht aus Panik heraus übereilte Entscheidungen treffen.
Geschrieben von Riedberg am 01.05.2015 um 15:45:
In jedem Fall war es eine Niederlage für die Gesellschaft Sport inbegriffen und ein schwarzer Tag für den deutschen Radsport, der sowieso in der letzten Jahren viel gelitten hat.
Geschrieben von Offi am 01.05.2015 um 15:46:
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Du kannst davon ausgehen, dass sie nicht aus Panik heraus übereilte Entscheidungen treffen. |
Ich muss.
Geschrieben von Pedalritter am 01.05.2015 um 22:20:
Ich halte es da mit J.J. Rousseau: "Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft."
Geschrieben von Riedberg am 02.05.2015 um 09:36:
| Zitat: |
Original von Pedalritter
Ich halte es da mit J.J. Rousseau: "Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft." |
Geschrieben von Riedberg am 02.05.2015 um 09:37:
"Wir werden am 1. Mai nächsten Jahres wieder unser Rennen machen. Wir freuen
uns auf 2016", sagte Moos-Achenbach in der Sondernsendung des HR.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 03.05.2015 um 12:13:
Hintergrund
Es sieht so aus, als hätten die Behörden den festgenommenen Halil D. lange im Blick gehabt, seine Bewegungsmuster unmittelbar vor dem Rennen hätten aber erst den Verdacht erhärtet und den Zugriff ausgelöst. Inwieweit seine Frau und er Einzeltäter waren oder Teil eines Netzwerkes, konnte vor dem Rennen nicht ermittelt werden. Insofern war die Absage konsequent. Rousseau hätte das nicht anders gesehen.
Geschrieben von renner am 03.05.2015 um 12:38:
Rousseau hätte vielleicht sogar folgendes deutlich gemacht: Der „Bourgeois“ hat nur seine eigenen Interessen im Auge. (Ich will aber mein Radrennen, wäääää) Während der „Citoyen“ die Belange des Gemeinwohls im Auge hat.Also auch die möglichen Folgen...
Man hätte einwenden können: is ja wohl ein Plädoyer für Eintritt in die doppelte Knechtschaft. a) der Salatfetischisten über die Freiheit und b) durch staatliche Überwachungsfetischisten samt ihrer Sicherheitsutopie.
Aber das zieht nicht. Die Annahme von a) überschätzt die Macht der Saladödels bei weitem. Und b) legt die Sicherheitsverantwortung des Staates als bloßes Sicherheitsinteresse aus. Genau das auszuschließen ist aber Teil des sog. „Gesellschaftsvertrages“. Und dort ist für Rousseau die Frage nach der „gefährlichen Freiheit eigentlich angesiedelt“.
Trotzdem hätte R. im Blick auf unsere Zeiten wohl geurteilt: Ihr schafft es, die Knechtschaft auch in der sog. Freiheitswelt zu errichten. Dazu braucht ihr gar keine Saladödels!
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