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Geschrieben von blaireau am 02.09.2010 um 11:31:

 

Zitat:
Original von Bartali
Gestört hat mich allerdings, dass er über mehrere Seiten hervorhebt, wie unsportlich sich Lemond damals verhalten habe. Es hat irgendwie den Anschein, dass er das Trauma der Niederlage bis zu seinem Ableben nicht verwunden hat.

Ich verstehs. Wie oben dargelegt: eine grossartige Tour als stärkster Fahrer verloren wegen einer regelwidrigen, groben technischen Benachteiligung und gegen einen renntaktischen Vollkoffer. Der sich dann als "Innovator" feiern liess.



Geschrieben von Bartali am 02.09.2010 um 11:58:

 

Zitat:
Original von blaireau
Ich verstehs. Wie oben dargelegt: eine grossartige Tour als stärkster Fahrer verloren wegen einer regelwidrigen, groben technischen Benachteiligung und gegen einen renntaktischen Vollkoffer. Der sich dann als "Innovator" feiern liess.


Man sollte aber berücksichtigen, dass Lemond damals auf sich allein gestellt war. Seine Mannschaft war praktisch nicht vorhanden. In den Bergen hatte er nie irgendeinen Helfer. SuperU um Fignon war dagegen sehr stark. Sie gewannen das MZF. Auch die Franzosen in den anderen Mannschaften sind traditionsgemäss für Fignon gefahren.

Lemond konnte sich somit sehr wohl als Innovator feiern lassen. Zwar nicht der des Tria-Lenkers, aber als Innovator der Taktik in den Bergen dranzubleiben und die Zeitfahren zu gewinnen. Wenige Jahre später wurde diese Taktik von einer anderen Radsportgrösse perfektioniert.



Geschrieben von blaireau am 02.09.2010 um 12:17:

 

Zitat:
Original von Bartali
aber als Innovator der Taktik in den Bergen dranzubleiben und die Zeitfahren zu gewinnen.

Das hat 87 Steven Roche in einer Zwei-Mann-Show (mit Schepers als einzigem (!) Helfer) inszeniert.

Wenn Du oben das Video der Villard-Etappe anschaust, dann ist klar, dass Lemond dort einfach alles vergeigt hätte ohne Delgado. Warum er als zweiter nicht nachführen will, aber dann dem wütenden Delgado wieder nachspringen kannt, das bleibt doch völlig unklar.

Lemonds Toursiege isnd taktisch blass. Die erste kriegt er von Hinault geschenkt, die zweiten gewinnt er mit Schwein und technischer Bevorzugung, die dritte ist noch die Beste (das Chiapucci-Chaos).



Geschrieben von Donishäusle am 02.09.2010 um 13:03:

 

Zitat:
Original von blaireau
Wenn Du oben das Video der Villard-Etappe anschaust, dann ist klar, dass Lemond dort einfach alles vergeigt hätte ohne Delgado. Warum er als zweiter nicht nachführen will, aber dann dem wütenden Delgado wieder nachspringen kannt, das bleibt doch völlig unklar.


Ist das so unklar? Hat Delgado nun nachgeführt oder nicht? Hatte Lemond im Zeitfahren die Möglichkeit gerade eben Delgado zu kontrollieren oder nicht?

Zitat:
Original von blaireau
Lemonds Toursiege isnd taktisch blass. Die erste kriegt er von Hinault geschenkt, die zweiten gewinnt er mit Schwein und technischer Bevorzugung, die dritte ist noch die Beste (das Chiapucci-Chaos).


Die Details zur technischen Bevorzugung von Lemond kannte ich noch nicht, das ist tatsächlich etwas seltsam.
Die Geschichte Lemond vs. Hinault bezüglich geschenkten Toursiegen kenn allerdings ich ein bisschen anders....



Geschrieben von Ocaña am 02.09.2010 um 13:30:

 

Ich finde nicht, dass Fignon verbittert ist. Er möchte diesen Aspekt einfach nicht unterschlagen wissen, wenn es um diese Tour geht. Er steht ja in der öffentlichen Meinung als der Depp da, der die Tour noch hergeschenkt hat. Dass er da Gründe für das Warum anführt, ist normal. Auch 20 Jahre später.



Geschrieben von blaireau am 04.09.2010 um 11:37:

 

Zitat:
Original von Donishäusle
Die Geschichte Lemond vs. Hinault bezüglich geschenkten Toursiegen kenn allerdings ich ein bisschen anders....


Hatten wir mal:

Zitat:
Original von blaireau
Zitat:
Original von Michelin-Männchen
Nach meiner Erinnerung war LeMond, wie auch 85 schon, deutlich staerker als Hinault. Hinault ist doch bis zur legendaeren Auffahrt nach Alpe d'Huez eher gegen als fuer LeMond gefahren.

Der Alte hat von Anfang an seine Show abgezogen. In der 2. Pyrenäen-Etappe im langen Angriff, dann "Hungerast", Einholung, und am Ende ist er - abgehängt - die BA im Schluustück angeblich wieder so schnell gefahren wie die Spitzengruppe. Der "entscheidende" Vorsprung (immerhin fast 5 Minuten! nachdem schon das ZF gewonnen hatte) , den er sich tags zuvor herausgefahren hatte, war so wieder verspielt. Kein wirkliche einleuchtende Taktik für einen Meister seines Fachs, nein?

Das Gelbe gab er dann ab, am Granon, unter den alten Knieschmerzen, von denen er sich tags darauf bestens erholt zeigte und im Zweierritt auf die Alpe Zimmermann plättete und alles klar machte für LeMond. Nur für's Schluss-ZF sagte er öffentlich an, dass er voll fahren würde und Greg den Vorsprung wie ein Toursieger werde verteidigen müssen.

Ich hatte nicht die geringsten Zweifel, dass er diese Tour hätte gewinnen können (85 war, u.a. nach Sturz etwas anderes).. Aber auch keine daran, dass sein Wort halten wird.


http://www.bikeraceinfo.com/riderhistories/LemondHinault1986Tour.html


Um es deutlicher zu machen: vor dieser 2. Pyrenäenetappe lag er mit 5 Minuten (sic!) Vorsprung vorne in Gelb.



Geschrieben von Donishäusle am 04.09.2010 um 23:05:

 

Zitat:
Original von blaireau
Ich hatte nicht die geringsten Zweifel, dass er diese Tour hätte gewinnen können (85 war, u.a. nach Sturz etwas anderes).. Aber auch keine daran, dass sein Wort halten wird.


Das möchte so sein (bleibt zwar spekulativ, aber nehmen wir es einmal an), und immerhin hatte er sein nach 1985 etwas ramponiertes Image damit wiederhergestellt...Nur:

Wieso muss er so eine Show abziehen, wenn es doch sein erklärtes(!) Hauptanliegen für dieses Jahr war Lemond beim Toursieg zu helfen?
Ferner hatte er IMHo 1985 die Chance verspielt ein wirklich grosser Campione zu zu sein indem er nämlich den da stärkeren Lemond hätte fahren lassen können. Wäre er dann ein Jahr später als verdienter Sieger zurückgekehrt, was wäre das für ein Auftritt gewesen ja großer meister...

So blieb im nicht viel mehr als die Ehrenrettung, und ein vielleicht verschenkter Sieg nach einem geschenkten. keine ahnung


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