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Geschrieben von Brägel am 22.02.2003 um 17:44:

 

Zitat:
Original von Chepe Gonzales
Und diese Aktion soll legal gewesen sein verwirrt ? Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?



Das fällt unter "Großer Lauschangriff", wenn es richterlich abgesegnet ist, ist es auch legitim (zumindest in D)
Wenn es der Wahrheitsfindung, bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, dient halte ich derartige Methoden für gerechtfertigt.
Bloß soetwas vor einem Prozess im TV zu veröffentlichen, erscheint mir in einem faden Licht.
Bis jetzt ist nicht mal klar um welchen Profi es sich auf dem Video handelt.



Geschrieben von Vinyard am 22.02.2003 um 17:52:

 

Doch Hange, die sind blöd, weil wenn sie sich nicht erwischen lassen würden, dann hätten wir den Glauben von einer heilen Radsportwelt! Jörg Ludewig



Geschrieben von K!AN am 22.02.2003 um 18:03:

 

[quote]Original von Chepe Gonzales
Und diese Aktion soll legal gewesen sein verwirrt ? Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?


*************


Ich kenne die italienische Strafprozessordnung nicht, aber wenn ein Richter die Genehmigung zur Videoüberwachung erteilt hat, ist es auf jeden Fall legal und kann vor Gericht als Beweismittel eingesetzt werden. ( für Deutschland: § 100a StPO ff.).



Geschrieben von Moreau am 23.02.2003 um 10:25:

  Der Kampf

gegen Doping ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel! Die Aussagen der Sportler die offen die Dopingproblematik im Sport anprangern, sprechen doch für sich. Also wenn ich ehrlich bin, Artikel über Doping lese ich nur noch flüchtig. Und sind die Power-Bar-Riegel die ich beim Marathon esse(würg), nicht auch Doping??? nönönööö



Geschrieben von Cyclist am 23.02.2003 um 10:45:

 

Zitat:
Original von Chepe Gonzales
Und diese Aktion soll legal gewesen sein verwirrt ? Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?

Natürlich stelle ich mich hier nicht auf die Seite irgendwelcher dopender Profis - ich zweifle nur an, dass solche Beweisstücke vor Gericht anerkannt werden.


Ich glaube, keiner von uns kennt sich mit italienischem Recht so gut aus, um die Rechtmäßigkeit dieser Aktion beurteilen zu können. Aber Abhöraktionen sind auch unter bestimmten Bedingungen rechtlich zulässig. Ich vermute, dass solche versteckten Aufnahmen bei Verdacht rechtmäßig sein dürften, nur glaube ich kaum, dass das Senden dieser Aufnahmen im TV legal sein kann. Da werden sicher auch einige Personen Fragen beantworten müssen, wie die Bänder in die Hände der Journalisten gelangt sind.



Geschrieben von blaho am 23.02.2003 um 15:54:

 

Zitat:
Original von Chepe Gonzales
Und diese Aktion soll legal gewesen sein verwirrt ? Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?


Wäre eine versteckte Kamera, von der die Bespitzelten wissen, nicht irgendwie sinnlos? (Naja, ausser bei Big Brother vielleicht)



Geschrieben von muellerin am 23.02.2003 um 16:30:

 

Zitat:
Original von Chepe Gonzales
Und diese Aktion soll legal gewesen sein verwirrt ? Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?

Natürlich stelle ich mich hier nicht auf die Seite irgendwelcher dopender Profis - ich zweifle nur an, dass solche Beweisstücke vor Gericht anerkannt werden.


Eine Frage an Dich:

Wie meinst Du bekommt die italienische Polizei z.B. Informationen über die Mafia?

Es ist völlig normal, daß verwanzt wird und bei bestimmten Dingen sogar Videoüberwachung kommt und insbesondere dann, wenn es um etwas bandenmäßiges gibt.

Da die Radsportler und ihr Umfeld bei solchen Dingen stumm wie ein Fisch sind, bleibt das als letztes Mittel über. Ich kann mir gut vorstellen, daß auch vieles verwanzt war und eben nicht nur mit diesen Videos gearbeitet wurde.

Würde mich sogar nicht wundern, wenn es bald einen "Kronzeugen" gibt oder z.B. einen verdeckten Ermittler. Irgendwo muß das ja alles zielgerichtet gewesen sein.



Geschrieben von Chepe Gonzales am 23.02.2003 um 20:38:

 

Zitat:
Original von blaho
Zitat:
Original von Chepe Gonzales
Ist es nicht so, dass man Beweismitel, die durch eine versteckte Kamera entstanden, von der die Bespitzelten nichs wussten, nicht vor Gericht einsetzen kann?


Wäre eine versteckte Kamera, von der die Bespitzelten wissen, nicht irgendwie sinnlos? (Naja, ausser bei Big Brother vielleicht)


Doch, hast Recht Augenzwinkern . Hab mich da etwas blöd ausgedrückt.



Geschrieben von Werner am 24.02.2003 um 09:20:

 

Was ist daran so neu? Es ist seit dem Giro 2001 bekannt. Und das Gotti dopt? Ach der taucht in jeder Ermittlung in Italien auf... Dass Frauen den Dealer, den Schmuggler, usw. für ihre radelnden Männer spielen, dass wissen wir spätestens seit Rumsas, obwohl die Frau unsers Wohnwagen Gotti, die habe sie auch als erster damit erwischt. Und der liebe Rebellin macht sich Sorgen ums Image des Radsports? Da mußte ich mich wieder wundern. Ich frage mich was für ein Image?

Ein Sport gegen den die Exikutive es für notwendig hält Mittel einzusetzen, die sie sonst nur gegen die organisierte Kriminalität einstetzt und von der Justiz genehmigt bekommt. Darüber solten sie mal nachdenken, wie weit sie ihren Sport gebracht haben. Und ich befürchte fast (befürchte ist falsch, ich wäre überhaupt nicht überrascht), wenn bis zum Giro noch irgendwas passiert, dass sie ihn heuer abblasen. Geschäft hin, Geschäft her. Und es stehen auch noch die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen, die die Staatsanwältin von Padua sicher auch auf Grund ihrer bisherigen Ermittlungen angeordnet hat, von Zanette aus. Ich schätze mal kurz vor Mailand-San Remo werden wir gegebenenfalls mehr erfahren.

Aber die Doping-Zimmer-Sitzungen, da wäre ich mal gerne dabei. Ich stell mir das so vor, wie bei einer Horde Hausfrauen bei Tupper-Ware Parties. Sitzen da so im Kreis rum und erzählen wie toll nicht ihre neuesten Produkte wirken und dann wird schön getauscht und über Fahrer getratscht, die so dumm sind und nichts nehmen und deswegen ihre Karriere vergeuden.



Geschrieben von muellerin am 24.02.2003 um 09:30:

 

Werner,

aber um ganz ehrlich zu sein. Ich möchte nicht wissen, wo andere Sportler auf der ganzen Welt ihr Zeug herbekommen. Von daher ist das, was in Italien passiert ist, eigentlich nur ein kleiner Teil von dem, was wirklich dopingmäßig abläuft.

Würde jede Sportart, jeder Sportler in jedem Land auf diese Weise kontrolliert und bespitzelt werden, würden wir wohl einen Sumpf erleben, den wir wohl alle schlecht verdauen können.



Geschrieben von Werner am 24.02.2003 um 09:39:

 

Sicher wird in anderen Sportarten ebenfalls gedopt, wahrscheinlich auch in dem Ausmaß und flächendeckend wie im Radsport. Aber die Mentalität, das Sektenhafte (die innere Geschlossenheit des Systems), die Tradition, die beim Radsport dahinter steckt, das habe ich alles noch bei keiner anderen Sportart sehen können.



Geschrieben von muellerin am 24.02.2003 um 09:59:

 

Werner,

wenn ich ehrlich bin, bin ich da gar nicht so sicher. Siehe z.B. Biathlon, jetzt ist eine russische Athletin gedopt (B-Probe steht noch aus) und so ca. nach 2 Wochen wird erzählt, sie hätte nach dem Rennen fast einen Herzinfarkt gehabt, deswegen jetzt dieses "Doping" und gerade Langlauf, Biathlon sind auch Sportarten, wo es einen "Zirkel" geben kann und das flächendeckend.

Und im Biathlon und Langlauf gab es schon sehr viele Dopingfälle, wie z.B. Mühlegg bei den olympischen Spielen und den zwei russischen Läuferinnen, wo danach irgendwelche Theorien seitens des russischen Verbandes aufgestellt wurden.

Ich möchte mal schlicht behaupten, jede Sportart, wo viele Athleten für einige Zeit extrem zusammen sind, wird mehr geschwiegen, als geredet.



Geschrieben von Werner am 24.02.2003 um 10:13:

 

http://www.cycling4fans.de/information/doping/2g_start.php

Les dir das mal alles in Ruhe durch, wenn du es noch nicht kennst.



Geschrieben von Moreau am 24.02.2003 um 11:01:

  Die Polizei

in Italien ist mit Feuereifer dabei, Doping und den Handel mit den Medikamenten zu bekämpfen. Eigentlich eine gute Sache, aber ich frage mich immer mehr, ob die Polizei mit diesen Aktionen nicht ihre Zeit verschwendet. Schließlich gibt es ganz andere und ich meine wichtigere Probleme in der Kriminalität. Sollen die Sportler sich doch dopen, mit Herzinfarkt und Spätfolgen schaufeln sie sich doch ihr eigenes Grab.



Geschrieben von Werner am 24.02.2003 um 11:11:

 

Polizei, der Dopinghandel wird doch von der organisierten Kriminalität kontrolliert. Bei uns in Ö ist letztes Jahr ein Dealerring aufgeflogen, was da an Mengen gefunden wurden, es war ein ähnlicher Schwarzmarktpreis wie bei einem spektakulären Drogenfund (es sind übrigens damals 2 Polizisten aufgeflogen). Eins solte man auch nicht vergessen, kurz vor den Aktionen beim Giro 2001 wurde in Italien ein Fall bekannt, bei dem die Eltern ihren Sohn, einen 12 jährigen Nachwuchssportler, fast zu Tode gedopt haben. Es ist nicht nur das Problem von den Profis. Im Radsport geht es bis in den Nachwuchsbereich und der Amateur- und Hobbybereich steckt auch mitten drin. Und oft sind Profis (oder Leute aus der Szene) die Lieferanten. Das zeigt der letzte Giro mit Panaria, die Verurteilung von Bugno erst vor kurzem in Belgien, der Dealerring um den Credit Agricole Arzt, Agnolutto, Durand (?), usw. kurz vor der Tour 2002...


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