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Geschrieben von Aubisque am 21.11.2007 um 20:57:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von blaireau
Zitat:
Original von Scout
Meine Frage geht auch eher dahin, wie weit dürfen denn Eurer Meinung nach Persönlichkeitsrechte für Profis eingeschränkt werden?


Das Training der Berufsportlers ist gewissermassen seine Arbeit. Ein Arbeitgeber hat je nach Umständen durchaus das Recht zu wissen, wann und wo der Verpflichtete seine Arbeit leistet. ....


Genau das ist der Knackpunkt. Es geht nicht nur um das Training, sondern auch um die übrigen Zeiten. Kasheshkin wurde ja während seines Urlaubs kontrolliert.



Geschrieben von Scout am 21.11.2007 um 20:59:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von blaireau
Das Training der Berufsportlers ist gewissermassen seine Arbeit. Ein Arbeitgeber hat je nach Umständen durchaus das Recht zu wissen, wann und wo der Verpflichtete seine Arbeit leistet. Der Spezialfall wäre hier, dass der Verband eine ähnliche Stellung beansprucht wie der Arbeitgeber. Ob das im vornherein schon unverhältnismässig ist?


Den Ansatz finde ich interessant. Mal abgesehen davon, wer hier "Arbeitgeber" ist oder nicht.

Wer wäre denn schon bereit, seinem Arbeitgeber immer zu sagen, wo er sich gerade aufhält.
Noch dazu wo er Urlaub macht? Oder sonst seine Freizeit verbringt. Und das auch noch im voraus. Und sich dann auch noch jedes Mal rechtzeitig abmelden, wenn man es sich doch anders überlegt.
Und das ist für einen Profi heute Alltag.

So und nun stell Dir das mit dem Handy vor.
Du hast was vor reichst Urlaub ein und der Arbeitgeber holt Dich mal schnell aus dem Urlaub, weil er per Handyortung weiß, daß Du eh zu Hause bist. großes Grinsen großes Grinsen

Und stellt Euch mal vor, immer vor Arbeitsbeginn ne Urin- & ne Blutprobe abzugeben. Könnte ja sein Ihr habt was genommen(Alkohol, Drogen etc.). Oder Ihr ernährt Euch nicht so, wie der Arbeitgeber es verlangt. Augenzwinkern

Da könnte man mir Millionen für zahlen wollen, ich würde ablehnen und Ihm den Du spinnst ja! zeigen.



Geschrieben von Guybrush am 21.11.2007 um 21:05:

  RE: Der gläserne Athlet?

Scout schreibt: "Und stellt Euch mal vor, immer vor Arbeitsbeginn ne Urin- & ne Blutprobe abzugeben. Könnte ja sein Ihr habt was genommen(Alkohol, Drogen etc.). Oder Ihr ernährt Euch nicht so, wie der Arbeitgeber es verlangt."

Man muss die Verhältnismäßigkeiten sehen. Ein Regaleinsortierer im Edeka-Markt um die Ecke muss vielleicht hin und wieder den Inhalt seiner Tasche vorzeigen wenn er Feierabend hat. Ein Goldminenarbeiter in Alaska dagegen darf zur Rektaluntersuchung bevor nach Hause fährt.



Geschrieben von teufelsberg am 21.11.2007 um 21:06:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von Scout
Wer wäre denn schon bereit, seinem Arbeitgeber immer zu sagen, wo er sich gerade aufhält.
Noch dazu wo er Urlaub macht? Oder sonst seine Freizeit verbringt. Und das auch noch im voraus. Und sich dann auch noch jedes Mal rechtzeitig abmelden, wenn man es sich doch anders überlegt.
Und das ist für einen Profi heute Alltag.

So und nun stell Dir das mit dem Handy vor.
Du hast was vor reichst Urlaub ein und der Arbeitgeber holt Dich mal schnell aus dem Urlaub, weil er per Handyortung weiß, daß Du eh zu Hause bist. großes Grinsen großes Grinsen

Und stellt Euch mal vor, immer vor Arbeitsbeginn ne Urin- & ne Blutprobe abzugeben. Könnte ja sein Ihr habt was genommen(Alkohol, Drogen etc.). Oder Ihr ernährt Euch nicht so, wie der Arbeitgeber es verlangt. Augenzwinkern

Da könnte man mir Millionen für zahlen wollen, ich würde ablehnen und Ihm den Du spinnst ja! zeigen.


steht dir frei.
ich würde einen beruf ablehnen, in dem ich mir gesundheitsschädigende und verbotene drogen einwerfen müsste, um meinem talent und arbeitseinsatz entsprechende resultate erzielen zu können.



Geschrieben von Scout am 21.11.2007 um 21:09:

  RE: Der gläserne Athlet?

Ich auch. großes Grinsen



Geschrieben von blaireau am 21.11.2007 um 21:10:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von Aubisque
Zitat:
Original von blaireau
Das Training der Berufsportlers ist gewissermassen seine Arbeit. Ein Arbeitgeber hat je nach Umständen durchaus das Recht zu wissen, wann und wo der Verpflichtete seine Arbeit leistet. ....


Genau das ist der Knackpunkt. Es geht nicht nur um das Training, sondern auch um die übrigen Zeiten. Kasheshkin wurde ja während seines Urlaubs kontrolliert.

Vielleicht zielt die Klage genau auf diesen Umstand. Dann würde uns das Urteil aber wenig sagen im Hinblick auf jene 300 Tage im Jahr, an denen ein Profi arbeitet.



Geschrieben von DjHans am 21.11.2007 um 21:17:

 

Interessant ist es doch auch was passiert, wenn jemand sein Handy auslässt. Was passiert? Gibt es einen Zwang dauerhaft sein Handy angeschaltet zu haben? Oder wenn es kurzfristig kaputt ist und man ihn daher nicht orten kann? Oder jemand will aus irgendwelchen Gründen keins haben?

Oder wenn man das über RFID Chips an Kleidung oder sonst was macht? Was geschieht, wenn man sich in Gegenden aufhält, wo Metall die Übertragung stört oder man dies bewusst über eine Metallschicht unterbindet? Kann man das jemanden verbieten?



Geschrieben von DjHans am 21.11.2007 um 21:19:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von blaireau
Vielleicht zielt die Klage genau auf diesen Umstand. Dann würde uns das Urteil aber wenig sagen im Hinblick auf jene 300 Tage im Jahr, an denen ein Profi arbeitet.


Ich dachte, es zielt zudem auch noch auf den Umstand, dass laut Kashechkin nur staatliche Behörden Eingriffe in die Privatspäre durchführen dürfen. Die Wada oder UCI sind aber private Institutionen.



Geschrieben von ulle4ever am 21.11.2007 um 21:24:

  RE: Der gläserne Athlet?

papperlapp handies, das ist doch schnee von gestern, heutzutage gibt es viel billigere und sichere ortungssysteme Zunge raus

http://www.q-flex.de/ger/index.asp?mainID=50



Geschrieben von badfan am 22.11.2007 um 07:33:

  RE: Der gläserne Athlet?

Erschreckend, wie leichtfertig heutzutage einige Menschen mit der Aussicht umgehen, rund um die Uhr überwacht zu werden. Eine Sportlerin, wahrscheinlich kurz vor Karriereende, will einfach in die Schlagzeilen und irgendwas zum zur Zeit "modernen" Antidopingkampf beitragen. Klingt nicht richtig durchdacht, wie einige hier im Forum ja bereits angemerkt haben.

Dennoch fürchte ich, dass genau dahin der Trend geht. Der gläserne Athlet, der gläserne Bürger.

Auch in bin gegen Doping ... ich muss das leider immer wieder betonen, weil man mir gerne anderes unterstellt.



Geschrieben von blaireau am 22.11.2007 um 09:15:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von DjHans
Zitat:
Original von blaireau
Vielleicht zielt die Klage genau auf diesen Umstand. Dann würde uns das Urteil aber wenig sagen im Hinblick auf jene 300 Tage im Jahr, an denen ein Profi arbeitet.


nur staatliche Behörden Eingriffe in die Privatspäre durchführen dürfen. Die Wada oder UCI sind aber private Institutionen.

Das gilt nicht in der Absolutheit.

Zudem dürfen die RECHTE der reglementskonformen Fahrer angesichts ihrer wirtschaftlichen Schlechterstellung in einem Wettbewerbsumfeld nicht ausser acht gelassen werden.



Geschrieben von Alfred am 22.11.2007 um 09:23:

 

Gläserne Athleten, bei einigen Sportarten würde es da viele Scherben geben. großes Grinsen Aber vielleicht wäre es die Lösung, dann würden die Sportmediziner endlich wieder verschwinden - ich frag mich eh immer wieder ernsthaft, zu was man die braucht, außer zum Dopen - und durch Glasbläser ersetzt. großes Grinsen

Steuergelder... für den Spitzensport dürfte es da eh keine mehr geben.



Geschrieben von blaireau am 22.11.2007 um 10:45:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von badfan
Der gläserne Athlet, der gläserne Bürger.

Nur weil z.B. Mitarbeiter eines Kernkraftwerkes u.U. eine bestimmte, begrenzte Offenlegung ihrer Privatsphäre hinnehmen müssen, heisst das noch nicht, dass das für alle Bürger dann gilt.

Entscheidend ist auch, wie die Daten behandelt werden, nachdem alles Interesse erloschen ist.

Ferner ist gegen ein Offenlegung von anonymen Daten (z.B: medizinische Parameter eines TdF-Pelotons) gar nichts einzuwenden aus Sicht des Persönlichkeitsschutzes.



Geschrieben von blaireau am 22.11.2007 um 10:51:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von Scout
Wer wäre denn schon bereit, seinem Arbeitgeber immer zu sagen, wo er sich gerade aufhält.
Noch dazu wo er Urlaub macht? Oder sonst seine Freizeit verbringt.

Genau. "Arbeitszeit" und Urlaub ist zu trennen.
Wenn ich aber einem Aussendienstmitarbeiter €60'000.- im Jahr zahle, dann will ich schon wissen, wo er sich wann aufhält in der Arbeitszeit und was er da treibt. Und ich habe sogar ein Recht darauf.

Inwieweit medizinsche Kontrollen wann zulässig sind, ist eine andere Frage, aber als Arbeitgeber muss ich auch nicht die wirtschaftliche Interessen der (fairen) Konkurrenten im Auge behalten. Die Verbände schon.



Geschrieben von Donishäusle am 22.11.2007 um 11:12:

 

Zitat:
Original von Alfred
dann würden die Sportmediziner endlich wieder verschwinden - ich frag mich eh immer wieder ernsthaft, zu was man die braucht, außer zum Dopen - und durch Glasbläser ersetzt. großes Grinsen


Sport im allgemeinen und Spitzensport im Speziellen, ist eine extreme Lebensform, mit sehr eigenen Gesundheitsrisiken (z.B Herzvergrösserung, Schwächung der Immunabwehr,...) und ist alles andere als gesund. Eine Sportmedizinsche Überwachung von Spitzensportlern ist also zum Ausschluss bestimmter Risiken (angeborene Herzfehler) IMHO unbedingt erforderlich.

Das im Lichte der jungsten Entwicklungen eine Beteiligung von Medizinern in der Trainingssteuerung und als Trainingsplaner sehr, sehr kritisch gesehen wird ist allerdings vollkommen legitim. Das sollte sich meiner Meinung nach auch ändern.

Zitat:
Original von Alfred
Steuergelder... für den Spitzensport dürfte es da eh keine mehr geben.


Das wird sicher in der Diskussion sein. ich persönlich glaube aber, das der Spitzensport auch eine Gesellschaftliche Bedeutung hat (Faris al Sultan hat da mal schön formuliert). Das gilt aber eben nur, wenn das Dopinproblem wenigstens eingedämmt werden kann.



Geschrieben von blaireau am 22.11.2007 um 11:24:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von badfan
Erschreckend, wie leichtfertig heutzutage einige Menschen mit der Aussicht umgehen, rund um die Uhr überwacht zu werden.

Wenn diese Menschen durch unfairen Wettbewerb in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehindert werden, dann habe ich zunächst Verständnis, wenn sie auf Kontrollen bestehen, die die Einhaltung der Regeln sicherstellen sollen.

Zitat:
Eine Sportlerin, wahrscheinlich kurz vor Karriereende, will einfach in die Schlagzeilen ....


Trägt diese durchsichtig und plump vorgetragene Diskreditierung dieser Athletin irgendwas zur Diskussion bei? Warum müssen hier im Forum immer wieder die gleichen Töne angeschlagen werden, mit denen der UCI-Boss den J. Jaksche diskreditieren wollte? Was soll das? Wem nützt das?



Geschrieben von Alfred am 22.11.2007 um 11:54:

 

Zitat:
Original von Donishäusle
Eine Sportmedizinsche Überwachung von Spitzensportlern ist also zum Ausschluss bestimmter Risiken (angeborene Herzfehler) IMHO unbedingt erforderlich.

Das wird sicher in der Diskussion sein. ich persönlich glaube aber, das der Spitzensport auch eine Gesellschaftliche Bedeutung hat (Faris al Sultan hat da mal schön formuliert). Das gilt aber eben nur, wenn das Dopinproblem wenigstens eingedämmt werden kann.


Bitte ja, aber medizinischen Betreuung reichen doch die normalen Ärzte bestimmter Fachrichtungen. Um mein Herz untersuchen zu lassen, brauch ich keinen Heinrich oder Ferrari. Mit den Spezialisten arbeiten vernünftige Profis eh zusammen. Und fürs Training oder Trainingsabläufe brauch ich sie nicht. Dafür gibt es ausgebildete Trainer.

Gelder, wie sie verteilt werden sollen, in den Breiten- Vereinssport und vor allem in den Jugendsport. Beim 2. begleitet mit einem vernünftigen, sehr guten "Motivationsprogramm", das die Kinder und Jugendlichen animiert, sich wieder mehr zu bewegen. Dann braucht es für mich keinen Spitzensport als Vorbild mehr. Und der soll sich selbst finanzieren. Unabhängig von der Dopingdiskussion.



Geschrieben von badfan am 22.11.2007 um 12:05:

  RE: Der gläserne Athlet?

@blaireau
Und Du glaubst, dass durch Handy-Ortung der Sportler die Vorteilnahme durch Einnahme leistungssteigernder Mittel eingeschränkt wird? Sorry ... da bin ich anderer Ansicht.

Ich wollte die Athletin nicht minder diskreditieren, wie die Athletin selbst durch ihren Vorschlag die Freiheit und Menschenrechte minimieren will.
Nein ... ich wollte nur zum Ausdruck bringen, was ich davon halte. Ich kenne Frau Spitz gar nicht weiter ... vielleicht ist sie ja sonst ganz in Ordnung! smile



Geschrieben von blaireau am 22.11.2007 um 12:51:

  RE: Der gläserne Athlet?

Zitat:
Original von badfan
Ich kenne Frau Spitz gar nicht weiter ...

Aber gut genug, zum wissen, dass ihre Karriere am Ende ist und was ihre "wahren" Motive ("Schlagzeilen-Gier") sind?

Da braucht man sich mit dem Problem der wirtschaftlichen Nachteile der Betrogenen nicht mehr auseinanderzusetzen.

Diskutieren wir also weiter unter dem auschliesslichen Gesichtspunkt des Täterschutzes. Es ist ja nicht unser Geld, was die ehrlichen Berufsleute verlieren.



Geschrieben von badfan am 22.11.2007 um 12:59:

  RE: Der gläserne Athlet?

Nein ... nur dachte ich mir, mit 35 könnte sich eine Karriere im (Rad-)Sport langsam dem Ende nähern ... das ist alles.

Es geht mir nicht um Täterschutz, blaireau. Es geht mir um den Schutz der Persönlichkeitsrechte ... der wenigen, die uns allen noch verblieben sind. Ich hänge die nicht so einfach an den Nagel, nur weil einige (oder viele) Sportler meinen, sie müssten dopen.

Du musst mich nicht so angreifen, es ist lediglich meine persönliche Meinung, die ich hier zum Besten gegeben habe. Wenn das hier nicht gerne gesehen oder sachlich diskutiert werden will oder kann, dann tut es mir sehr leid.

Im Übrigen hast Du meine Frage nicht beantwortet: Glaubst Du allen Ernstes, dass durch Handy-Ortung die Vorteilnahme einiger oder meinetwegen vieler Sportler durch Einnahme leistungssteigernder Mittel eingeschränkt wird? Genau das möchte Frau Spitz doch erreichen, oder hab ich da was falsch verstanden?


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