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Geschrieben von Madeleine am 02.07.2007 um 09:52:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von tusberg
Gibt es noch Möglichkeiten den Radsport zu retten, ich denke schon.
Mann sollte das Doping einfach zu lassen und gut is! |
Tusberg steht mit dieser Ansicht aber nicht alleine da. In meinem Umfeld bin ich jetzt schon öfter auf diese Meinung getroffen.

Richtig finde ich sie nicht, aber ich sehe auch keine andere Möglichkeit zur Rettung des Radsportes. Nach der Tour, nach dem Sommerloch, werden vielleicht ein paar große Namen verschwinden, die anderen werder kleiner und stiller weitermachen bis alles in Vergessenheit gerät ....und der Alltag wieder da ist.
Geschrieben von Mietzekater am 02.07.2007 um 10:35:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
Es wird flächendeckend gedopt, weil es sich kaufmännisch lohnt.
Das Risiko erwischt zu werden ist doch nahezu Null.
Wir haben ca. 500 Profis, die in der besseren Liga fahren.
Davon dopen meiner Überzeugung nach 498.
Davon werden gerade mal 10 in Jahr wirklich erwischt, also ist die Quote 2%. Das ist ein sehr überschaubares Risiko.
Folgende Massnahmen wären erforderlich, damit das Doping signifikat reduziert werden würde (von 99% auf unter 10%)
Die Kontrollen müssen intensiver und härter werden. Bluttests wären erforderlich - gehen auch viel schneller, als Urintests.
Vertuscher müssen mindestens genauso bestraft werden, wie Leugner, aktive Doper und Alt-Herren-Doper.
Atteste müssen von mindestens drei verschiedenen amtlich zugelassenen Ärzten aus mindestens zwei Kontinenten zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr erstellt werden, damit Ausnahmen (Asthma-Mittelchen,...) erteilt werden dürfen.
Ein persönlicher Grenzwert wird erstellt, der nicht überschritten werden darf.
Fans müssen das Doping, Doper, Leugner, geständige Doper,... ächten.
Doping und die daraus folgende Leistungssteigerung darf sich kaufmännisch nicht lohnen, also müssen Strafen drakonischer werden (2 Jahre Sperre plus Geldstrafe in Höhe der Brutto-Jahresgehalte der letzten zwei Jahre) plus Geldstrafe in gleicher Höhe für das Team.
Doping muss europaweit unter Strafe stehen.
All das soll zur deutlichen Erhöhung des Risikos mit stärkeren Strafen führen.
Ja, ich möchte Dopingsünder finanziell schädigen, wenn nicht gar ruinieren. Dies muss sich anhand von Beispielen rumsprechen, nur dann gibt es eine Art von Abschreckung.
Warum keine Aufklärungsstrategie?
Weil die sich über die letzten Jahre nicht bewährt hat.
Der finanzielle Anreiz (Gewinn über Leistungssteigerung über Doping) ist einfach zu hoch. Also muss dieser Anreiz zerstört werden.
My two cents.
Geschrieben von Alfred am 02.07.2007 um 10:48:
Dopingfreigabe, das spielts nicht mehr. Dazu gibt es in der "westlichen" Welt schon zu viele Gesetze, die es unterbinden würden. Dafür gibt es keine Mehrheiten in den Parlamenten, Gott sei Dank. Und der Radsport ist abhängig von der Öffentlichkeit. Er braucht die Straßen, Polizei, die alles regelt, die meist komunalen Förderungen - mein nicht mal die vom Bund - für die Vereine für ihre Nachwuchsarbeit, obs das dann noch alles gibt? Ich kann es mir nicht vorstellen. Dazu würde der Nachwuchs auch weg bleiben.
Geschrieben von schnippler am 02.07.2007 um 10:59:
Wenn man Doping unbedingt freigeben möchte, dürfte dies erst volljährigen Athleten zugestanden werden. Ich kann doch keine 12Jährigen vollpumpen! Das gab es ja alles schon.
Man muss immer sehen, dass die meisten Dopingvarianten schädliche Nebenwirkungen haben. Und wer garantiert dann, dass das unter ärztlicher Aufsicht stattfindet?
Ich denke auch, dass es bei einer Freigabe des Doping keine "normalen" Sponsoren mehr gäbe, die einen vollgepunmpten Sport unterstützen wollen.
Freigabe ist auch immer ein Stück Kapitulation. Bin dagegen.
Geschrieben von teufelsberg am 02.07.2007 um 11:05:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von Madeleine
| Zitat: |
Original von tusberg
Gibt es noch Möglichkeiten den Radsport zu retten, ich denke schon.
Mann sollte das Doping einfach zu lassen und gut is! |
Tusberg steht mit dieser Ansicht aber nicht alleine da. In meinem Umfeld bin ich jetzt schon öfter auf diese Meinung getroffen.
Richtig finde ich sie nicht, aber ich sehe auch keine andere Möglichkeit zur Rettung des Radsportes. Nach der Tour, nach dem Sommerloch, werden vielleicht ein paar große Namen verschwinden, die anderen werder kleiner und stiller weitermachen bis alles in Vergessenheit gerät ....und der Alltag wieder da ist.
|
ob es andere möglichkeiten gibt, kann man diskutieren (ich denke ja), aber die freigabe kann niemals zur rettung des
radsports führen.
zu einer freakshow, möglicherweise gar mit guten quoten, das ev. schon.
Geschrieben von tusberg am 02.07.2007 um 11:26:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
naja es soll nicht hießen wer am meisten nimmt gewinnt, aber so wird das dann wahrscheinlich laufen
Geschrieben von Sunshine Thurau am 02.07.2007 um 11:29:
Man müsste erstmal eine genaue Analyse durchführen. Wie umfassend ist das Doping im Radsport verbreitet, wie sieht es im Vergleich zu anderen Sportarten aus? Ich kann mir kaum vorstellen, dass andere Ausdauersportarten wie Leichtathletik oder Skilanglauf oder Eisschnellauf nicht auf die gleichen Präparate zurückgreifen.
Dann müssten die Kontrollen effizienter gestaltet werden (einfacher gesagt als getan). Der zugelassene Hämatokrit müsste gesenkt werden (etwa auf 45). Bei ungewöhnlichen Blutbildern gibt es Schutzsperren.
Was das "System" Radsport angeht, so bleibt mir in der Diskussion die Eigenverantwortung der Profis zu wenig hervorgehoben. Niemand wird zum Doping gezwungen, man kann immer nein sagen. Dadurch wird man möglicherweise keinen Vertrag mehr bekommen, aber dann muss man halt was anderes machen.
Geschrieben von donon am 02.07.2007 um 11:43:
| Zitat: |
Original von Sunshine Thurau
Dann müssten die Kontrollen effizienter gestaltet werden (einfacher gesagt als getan). Der zugelassene Hämatokrit müsste gesenkt werden (etwa auf 45). Bei ungewöhnlichen Blutbildern gibt es Schutzsperren. |
Au ja, das zeugt von Sachkenntnis und geht in die richtige Richtung. Ich wäre aber eher dafür, den Wert auf 32-36 abzusenken, sonst wird doch nur wieder weitergedopt ...
Geschrieben von schnippler am 02.07.2007 um 11:45:
| Zitat: |
Original von donon
| Zitat: |
Original von Sunshine Thurau
Dann müssten die Kontrollen effizienter gestaltet werden (einfacher gesagt als getan). Der zugelassene Hämatokrit müsste gesenkt werden (etwa auf 45). Bei ungewöhnlichen Blutbildern gibt es Schutzsperren. |
Au ja, das zeugt von Sachkenntnis und geht in die richtige Richtung. Ich wäre aber eher dafür, den Wert auf 32-36 abzusenken, sonst wird doch nur wieder weitergedopt ... |
Oder wie teilweise beim Motorsport: Pro Hämatokrit-Punkt ein Kilo Extra-Gewicht ...
Geschrieben von teufelsberg am 02.07.2007 um 11:47:
Holger Gerska, tourreporter von radie eins, heute früh: die tour 2007 wird sicher sauberer als 2006, auch sauberer als ein 100-meter-finale, nicht weniger verseucht als schwimmfinals. immerhin.
fixe 45% sind keine lösung, individuelle blutprofile machen so etwas ja auch nahezu überflüssig. man muss nur wollen, und natürlich bezahlen.
@mietzekater
die 2% auffliegquote kann ich für letztes und dieses jahr nicht nachvollziehen.
gerade als topfahrer (bspw. giro-GW und serienetappensieger) ist man doch ziemlich im focus, natürlich bleibt zu hoffen, dass nicht wieder alles vertuscht wird (im CONI scheint es da verschiedene tendenzen zu geben).
Geschrieben von Sunshine Thurau am 02.07.2007 um 11:55:
| Zitat: |
Original von schnippler
Oder wie teilweise beim Motorsport: Pro Hämatokrit-Punkt ein Kilo Extra-Gewicht ... |
Oder wahlweise eine zwangsverordnete 30-sekündige Pinkelpause mitten im Anstieg.
Geschrieben von horgel am 02.07.2007 um 12:07:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von tusberg
Mann sollte das Doping einfach zu lassen und gut is! |
Wow, so schnell geht sie Saat vom "gerechten System durch Doping" auf.
Möge der Gewinnen dem es am wenigsten ausmacht wie stark seine Klöten schrumpfen, oder am wenigesten ein Problem hat wenn seine Nieren kurz vorm Platzen stehen.
Möge der Gewinnen der es sich die teuersten Ärzte oder die neuesten und wirksamsten Medikamente leisten kann. Nur diejenigen, die in Zukunft genug Knorke für eine ordentliche Genoptimierung ausgeben können werden würdig sein den Radsportolymp zu erklimmen.
Danke tussi, für diese tiefgreifende Erkenntnis.
Ich denke dem Radsport wäre geholfen, wenn man ein internationales Mittel gegen die Blindheit der Fans finden würde, die egal was kommt ihre siegreichen Lieblinge in den Himmel loben.
Geschrieben von teufelsberg am 02.07.2007 um 13:21:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von horgel
Danke tussi, für diese tiefgreifende Erkenntnis.
Ich denke dem Radsport wäre geholfen, wenn man ein internationales Mittel gegen die Blindheit der Fans finden würde, die egal was kommt ihre siegreichen Lieblinge in den Himmel loben. |
wird es eigentlich besser oder schlechter vor dem hintergrund, dass tusberg durchaus auch selbst fährt?
Geschrieben von blaireau am 02.07.2007 um 13:44:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von Madeleine
| Zitat: |
Original von tusberg
Gibt es noch Möglichkeiten den Radsport zu retten, ich denke schon.
Mann sollte das Doping einfach zu lassen und gut is! |
Richtig finde ich sie nicht, aber ich sehe auch keine andere Möglichkeit zur Rettung des Radsportes. |
Den passenden Sender haben wir auch schon:
"Sportfernsehen - und was davon übrig blieb."
"Brüste und Gurkenhobel"
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/473/121315/
"Mit so sportlichen Themen wie Poker und Homeshopping verdient das DSF nach langer Krise wieder Geld - gelegentlich verirrt sich auch eine Bundesliga-Konserve ins Programm."
Geschrieben von schnippler am 02.07.2007 um 13:47:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
| "Mit so sportlichen Themen wie Poker und Homeshopping verdient das DSF nach langer Krise wieder Geld - gelegentlich verirrt sich auch eine Bundesliga-Konserve ins Programm." |
Drehen dann Klöden und Voigte halbnackt irgendwelche Pappschilder um ???
Geschrieben von blaireau am 02.07.2007 um 13:59:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von schnippler
Klöden und Voigte halbnackt ... |
Naja, die Hosen schauen schon jetzt ein wenig abgesägt aus, nein?
Zwischen Freistilringen und Bodybuilding wird sich schon noch ein Sendelücke finden, um die radrollenden Hormonfreakshow-Bildchen zu übertragen.
Geschrieben von Cyclist am 02.07.2007 um 21:40:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von Mietzekater
Es wird flächendeckend gedopt, weil es sich kaufmännisch lohnt.
Das Risiko erwischt zu werden ist doch nahezu Null.
Wir haben ca. 500 Profis, die in der besseren Liga fahren.
Davon dopen meiner Überzeugung nach 498.
Davon werden gerade mal 10 in Jahr wirklich erwischt, also ist die Quote 2%. Das ist ein sehr überschaubares Risiko.
Folgende Massnahmen wären erforderlich, damit das Doping signifikat reduziert werden würde (von 99% auf unter 10%)
Die Kontrollen müssen intensiver und härter werden. Bluttests wären erforderlich - gehen auch viel schneller, als Urintests.
Vertuscher müssen mindestens genauso bestraft werden, wie Leugner, aktive Doper und Alt-Herren-Doper.
Atteste müssen von mindestens drei verschiedenen amtlich zugelassenen Ärzten aus mindestens zwei Kontinenten zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr erstellt werden, damit Ausnahmen (Asthma-Mittelchen,...) erteilt werden dürfen.
Ein persönlicher Grenzwert wird erstellt, der nicht überschritten werden darf.
Fans müssen das Doping, Doper, Leugner, geständige Doper,... ächten.
Doping und die daraus folgende Leistungssteigerung darf sich kaufmännisch nicht lohnen, also müssen Strafen drakonischer werden (2 Jahre Sperre plus Geldstrafe in Höhe der Brutto-Jahresgehalte der letzten zwei Jahre) plus Geldstrafe in gleicher Höhe für das Team.
Doping muss europaweit unter Strafe stehen.
All das soll zur deutlichen Erhöhung des Risikos mit stärkeren Strafen führen.
Ja, ich möchte Dopingsünder finanziell schädigen, wenn nicht gar ruinieren. Dies muss sich anhand von Beispielen rumsprechen, nur dann gibt es eine Art von Abschreckung.
Warum keine Aufklärungsstrategie?
Weil die sich über die letzten Jahre nicht bewährt hat.
Der finanzielle Anreiz (Gewinn über Leistungssteigerung über Doping) ist einfach zu hoch. Also muss dieser Anreiz zerstört werden.
My two cents. |
Einigen Aussagen kann ich bedingungslos zustimmen, wobei eine möglich Umsetzung wohl wieder an den bürokratischen Kosten scheitern dürfte. Aber zum Thema Doping und Strafe möchte ich auf die Aussage eines Bundestagsabgeordneten, der für den bereich Sportpolitik zuständig ist, hinweisen, weil dieser Aspekt meiner Meinung nach in der Diskussion wenig bedacht wird:
| Zitat: |
| Jaksches Bekenntnisse bestätigten die Vorgehensweise, dopende Sportler nicht mit den Mitteln des Strafrechts zu verfolgen. «Herr Jaksche ist uns als Zeuge viel wichtiger als als Angeklagter. Als Zeuge unterliegt er der Wahrheitspflicht, als Beschuldigter hätte er das Recht auf Aussageverweigerung». |
Geschrieben von Arno am 02.07.2007 um 21:50:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
Fahrer und auch alle anderen, die erwischt werden, müssten empfindlich hohe Geldstrafen direkt in ein noch weiter zu verbesserndes Antidoping-System zahlen.
Wie mächtig ist der Zettel, äh die ominöse Unterschriftenliste der UCI, außer Leute vielleicht aus der Tour auszuladen? Wahrscheinlich nicht so besonders (habe die Diskussion in dem betreffenden Thread nicht richtig mitverfolgt).
Alle Sponsoren müssten rechtlich bindend einen bestimmten Teil des veranschlagten Budgets, z.B. 10%, direkt in das System zahlen. Wäre dann immer noch eine vergleichsweise sehr günstige Marketingmaßnahme.
Geschrieben von Cyclist am 02.07.2007 um 21:54:
RE: Möglichkeiten den Radsport zu retten?
| Zitat: |
Original von Arno
Alle Sponsoren müssten rechtlich bindend einen bestimmten Teil des veranschlagten Budgets, z.B. 10%, direkt in das System zahlen. Wäre dann immer noch eine vergleichsweise sehr günstige Marketingmaßnahme. |
Diese Regelung gibt es bereits, zwar nicht prozentual, sondern als fixe Summe, die meiner Meinung nach allerdings deutlich erhöht werden müsste. PT Teams müssen derzeit 30.000 Euro zahlen, Professional teams nur 5.000. Von der PT Teams haben bisher nur vier die Zahlung geleistet (sieher allg. Doping Thread).
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