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Geschrieben von panni am 10.07.2006 um 10:34:

  RE: Offene Worte

Die vorherigen Saisonergebnisse mit denen bei der Tour zu vergleichen ist absoluter Unfug. Allein wenn man sich mal die Ergebnisse einzelner Fahrer vom EZF der DL betrachtet und diese mit denen der Tour vergleicht muss man erkennen, dass man daraus überhaupt keine Schlussfolgerungen ziehen kann. Fahrer die bei der DL ein sehr gutes EZF ablieferten, fuhren bei der Tour hinterher oder auch umgekehrt. Warum fragt sich S. Lang z. Bsp. nicht, wieso er den dreimaligen Weltmeister M. Rogers hinter sich lassen konnte? Warum zweifelt er nicht die Ergebnisse von mittelprächtigen Zeitfahrern wie Posthuma, Menchov oder Evans an? Warum fragt er sich nicht, wieso er bei der DL seinem Teamgefährten L. Leipheimer noch deutlich unterlegen war und ihm bei der Tour plötzlich über fünf Minuten abnimmt? Auch die besten Zeitfahrergebnisse von Ch. Moreau liegen schon mehrere Jahre zurück, aber über dessen Ergebnis scheint er sich nicht zu wundern.

Grundsätzlich ist doch ein gutes Zeitfahren auch ein Ergebnis von Motivation, Höchstform zum richtigen Zeitpunkt und nicht zuletzt auch, abhängig vom Fahrertyp, vom Profil, den Wetterverhältnissen und der Beschaffenheit des Straßenbelages.

Ich hatte ja im EZF-Thread geschrieben, dass für mich A. Klöden bei optimaler Vorbereitung mein Favorit für dieses erste Tour-ZF gewesen wäre. Ich bin mir jetzt allerdings überhaupt nicht mehr so sicher, ob er es denn auch tatsächlich hätte gewinnen können. Er wäre wahrscheinlich deutlich schneller gewesen, aber gegen ihn sprach der Streckenabschnitt mit dem sehr rauen Asphalt und wohl auch der Wind. Dieser Kurs war ganz klar etwas für Kraftbolzen. IMO hätte JU z. Bsp. noch ca. zwei Minuten schneller sein können als der Sieger. Auch Gonschar ist so ein „Kraftfahrer“ und wie F. Nass erwähnte, wurde er von vielen Experten vor dem Rennen als heißer Siegkandidat gehandelt. Landis dürfte der Kurs auch deutlich besser gelegen haben als z. Bsp. ordentlichen aber nicht überragenden Zeitfahrern wie Leipheimer und Savoldelli.

Warum wundern sich einige über die Ergebnisse von Mazzoleni und Kessler , aber keiner über das von Sastre? Sastre hat bei CSC Zeitfahren gelernt, weil Bjarne sehr viel Wert darauf legt und mit seinem Team daran gearbeitet hat. Sastre hat auch schon sehr ordentliche Ergebnisse bei GT-EZF erzielt, allerdings doch wohl mehr auf hügeligen Strecken. Dass er auf diesem Kurs so gut fuhr ist mehr als beachtlich. Ähnliches kann man auch über C. Evans sagen. Achtung, das ist keine Verdächtigung, sondern nur eine reine Feststellung. Mit optimaler Form, die ich bei den beiden einfach mal voraussetze, kann man sich innerhalb einer GT auch gegen ZF-Spezis behaupten. Kessler z. Bsp. hat schon bei der zweiten und dritten Etappe bewiesen, dass er hervorragend in Schuss ist. Außerdem ist er ein Kraftbolzen und ein zäher Beißer. Ich denke er hat sowohl vom harten Kurs als auch vom später vor ihm fahrenden Gonschar profitiert. BTW: Hätte sich M. Rogers auf dieses EZF der Tour so vorbereiten können wie auf das bei einer WM und wäre es die erste Etappe gewesen, hätte er mit Sicherheit auch gewinnen können. Warum wundert man sich eigentlich über das sehr gute Ergebnis von Mazzoleni? Seine Form ist scheinbar hervorragend. Ähnlich wie A. Klöden sah er bei allen bisherigen Etappen immer sehr gut aus, fuhr immer locker in vorderster Front und machte speziell bei der Valkenburg-Etappe am Cauberg einen ausgezeichneten Eindruck auf mich. Von seinen Körpermaßen scheint bei ihm ohnehin nichts gegen ZF-Fähigkeiten zu sprechen und ein wenig geübt haben es die Moppels ja wohl auch im Trainingslager auf Mallorca. Man sollte auch nicht die Motivation unterschätzen, mit der er bei den kommenden Bergetappen seine Chance suchen darf. Für mich ist er neben Klödi ohnehin der Mann fürs Hochgebirge bei TMO. Sinkewitz´ Ergebnis finde ich auch außergewöhnlich gut. Er ist ja auch nicht unbedingt ein Krafbolzen. Allerdings zeichnet ihn, wie man immer mal wieder lesen kann, großer Ehrgeiz aus. Vielleicht hat er ja physisch und auch mental einen Sahnetag erwischt?!?!? Bei kleineren und mittleren Rundfahrten hatte er auch früher schon mal recht ordentliche ZF-Ergebnisse, so z. Bsp. bei der TdS 2005, als er nur knapp über eine Minute auf den Sieger JU verlor. Er ist ja auch noch recht jung und eine Verbesserung im ZF kann man da wohl grundsätzlich nicht ausschließen.



Geschrieben von Turbo-Beppe am 10.07.2006 um 10:34:

  RE: Offene Worte

Zitat:
Original von Horatio
Zitat:
3.) Kopp kann sich beim Giro nicht beherrschen und schimpft nach dem Zieleinlauf herum, weil er andere die Arbeit machen lassen wollte!

kopp ist den giro nie gefahren.

Stimmt, habs gerade editiert. Das war bei Rund um Köln! Ich weiß auch nicht wie ich auf den Giro gekommen bin! *herumrätsel*



Geschrieben von Tourmalet am 10.07.2006 um 10:42:

 

Ich finde daran nichts schlimmes. Sonst werden doch immer mündige Fahrer gefordert, die sich mal nicht an die Radsport-Omerta - die da lautet: jegliche Leistung lässt sich nur mit Training erklären und wenn eine Mannschaft auf einmal alles in Grund und Boden fährt, waren die wohl besonders fleißig in der Vorbereitung - halten, gefordert. Widersetzt sich ein Fahrer diesem Gelübde ist es aber auch nicht Recht und der Kerl im besten Fall ein "schlechter Verlierer".



Geschrieben von Checker am 10.07.2006 um 10:47:

 

Allerdings liegt gegen Honchar weder ein Dopingbeweis noch ein konkreter Verdacht vor. Ihn allein wegen eines Sieges zu verdächtigen - naja...



Geschrieben von jonas am 10.07.2006 um 10:51:

 

Wurde Honchar nicht vor einigen Jahren mal bei der Tour de Suisse wegen eines zu hohen Hämatokritwertes aus dem Rennen genommen? Und sein Team (Liquigas) daraufhin von der Tour ausgeladen? Stand gestern glaub ich bei uns in der Zeitung.



Geschrieben von karteikarte am 10.07.2006 um 10:55:

 

Mich würde erst einmal der genaue Wortlaut dieses Interviews interessieren. Danach kann man ihn ja immer noch an den Pranger stellen.



Geschrieben von teufelsberg am 10.07.2006 um 10:59:

 

sebastian lang: deine äußerungen auf der homepage finde ich gut, vollen respekt! Jippieh!!!

die beschuldigung ausgerechnet eines gonchar ist dagegen schon sehr seltsam, wenn man die zf-vita der beiden betrachtet.
auch die äußerung, der kann max. 15 sek. schneller sein, ist etwas daneben.
selbst ich ( großes Grinsen ) würde mich zu einer solchen äußerung kaum hinreißen lassen.

@ panni
die begründung guter ergebnisse mit offenbar guter form und deshalb ausschluß von doping klingt gut; ist aber nicht sehr zwingend.Augenzwinkern



Geschrieben von apoka am 10.07.2006 um 11:06:

 

Zitat:
Original von karteikarte
Mich würde erst einmal der genaue Wortlaut dieses Interviews interessieren. Danach kann man ihn ja immer noch an den Pranger stellen.


Gut gemacht



Geschrieben von Basso am 10.07.2006 um 11:23:

 

Ich finde den Text auf seiner Homepage zwar auch glaubwürdig aber das ist noch lange kein Beweis dafür, dass er sauber ist. Vergleichen wir das ganze mal mit JU. Der lässt auch auf seiner Seite verkünden, dass er unschuldig wäre, wo seine Schuld eigentlich schon längst bewiesen ist.

Ich wäre natürlich sehr erfreut, wenn Lang(nicht wie Ullrich) die Wahrheit sagen würde und da momentan noch keine Verdachtsmomente gegen ihn vorliegen, werde ich ihm, bis auf weiteres, meinen Glauben schenken. Jedoch bitte ich um ein bisschen Zurückhaltung der Wortwahl gegenüber direkter Konkurenten.



Geschrieben von Bugno am 10.07.2006 um 11:28:

 

Ich finde es schade, dass in diesem Thread zwei Sachen vermischt werden: die durchaus ansprechende und klare Anti-Doping-Haltung Langs, und das (angebliche) Interview auf WDR, von dem ich schön langsam Zweifel habe, ob es authentisch ist.



Geschrieben von forza_Jan am 10.07.2006 um 12:17:

 

Zitat:
Original von Bugno
Ich finde es schade, dass in diesem Thread zwei Sachen vermischt werden: die durchaus ansprechende und klare Anti-Doping-Haltung Langs, und das (angebliche) Interview auf WDR, von dem ich schön langsam Zweifel habe, ob es authentisch ist.


nix angeblich!!
ich habe es wortwörtlich gehört. also auch nix mit 'wie S. lang sagte'.......es wurden seine originalworte eingespielt!
ich gehe mal suchen - hatte halt gehofft, das wäre noch irgendwo anders veröffentlicht worden!


keep biking verleumder



Geschrieben von panni am 10.07.2006 um 12:18:

 

Zitat:
Original von teufelsberg

@ panni
die begründung guter ergebnisse mit offenbar guter form und deshalb ausschluß von doping klingt gut; ist aber nicht sehr zwingend.Augenzwinkern


Das habe ich damit nicht sagen wollen, nur dass solche Leistungen nicht zwingend auf Doping zurückzuführen sind. Vor allem wenn man bedenkt, wie sich die EZF-Ergebnisse der Moppels zu denen anderer Fahrer, die auch nicht unbedingt Zeitfahrgötter sind, verhalten, frage ich mich wieso gerade die Rosaroten angeprangert werden.



Geschrieben von torte am 10.07.2006 um 12:22:

 

Ich finde es gut, wenn Fahrer mal klar machen, worüber sie sich bei Rennen so "wundern". Den "schlechter-Verlierer"-Spruch muss man dann eben wegstecken können. Klar wäre es richtig cool gewesen, wenn sich Lang über seinen Kapitän "gewundert" hätte und ein wenig darüber spekuliert hätte. Aber soweit geht die "Toleranz" in einem Radsportteam wohl dann doch nicht.

Ich wäre gespannt, ob solche Aussagen wie von Millar oder Lang immer noch gegen die "Interessen des Pelotons" verstoßen und ob er in den 14 Tagen auch solche Geschichten erlebt wie Basson vor ein paar Jahren... wäre zumindest ein Indiz für Veränderung, wenn nicht.



Geschrieben von teufelsberg am 10.07.2006 um 12:32:

 

vielleicht hat er auch deshalb gonchar angesprochen, da der als alternder nicht-ganz-topfahrer und osti ohnehin nicht so ganz zum peleton gehört wie andere verbliebene topfahrer?



Geschrieben von chreezer am 10.07.2006 um 12:41:

 

finde solche äußerungen eigentlich auch ganz interessant und die meinung, dass honchar, sowie die ganzen vorne beim tour-ezf, nicht nur mit wasser kochen, habe ich auch. aber die frage die sich mir stellt ist: wieso sollte man sebastian lang für sauber(er) halten?! schwer am Nachdenken



Geschrieben von rocknroll am 10.07.2006 um 12:44:

 

Naja,ich finde so ein Zeitfahren wird auch vorher sicher taktisch Besprochen,d.h. einige müssen sich auch für Helferdienste schonen,andere können mal voll Gas geben.

Desweiteren muss auch immer die Länge eines ZF beachtet werden,wenn Ergebnisse verglichen werden.

So kann es eben passieren, dass den nur sehr kurzen Prolog eben ein Person gewinnt,die dann im 50km ZF hinterher radelt.

Hushovd wäre da ein gutes Beispiel.

Wäre Becke (Milram) bspw. mitgefahren,hätte ich dem auch einen vorderen Platz im Prolog zugetraut,da er ja auch ein sehr guter Verfolger ist.(4km)

Wer weiss wer dann wieder rumgeheult hätte,das er das Jahr nicht wirklich was gerissen hat.

Ist halt nur ein Bespiel,aber so kommt dann eben mal Honchar,hat nen guten Tag und nimmt das Ding mit nach Hause.

Ich finde das eigentlich nicht sonderlich komisch.

ziehe den hut



Geschrieben von biker am 10.07.2006 um 13:28:

  RE: Offene Worte

Naja, der gute Gontschar wurde ja schliesslich auch schon mal wegen eines zu hohen Hämatokritwertes von der Tour de Suisse ausgeschlossen.
Dass nach den letzten Wochen ein so grosser Vorsprung Zweifel nährt, sollte niemanden überraschen.



Geschrieben von hilde am 10.07.2006 um 13:40:

 

Zitat:
Original von Basso
Ich finde den Text auf seiner Homepage zwar auch glaubwürdig aber das ist noch lange kein Beweis dafür, dass er sauber ist. Vergleichen wir das ganze mal mit JU. Der lässt auch auf seiner Seite verkünden, dass er unschuldig wäre, wo seine Schuld eigentlich schon längst bewiesen ist.


es spircht ja keiner von einem beweis.
aber woran ich mich bei einem JU (und bei vielen anderen) nicht erinnere ist, dass man sich öffentlich äußerst klar (und negativ) über die sünder äußert.
viele andere machen da eher auf "wir stecken alle unter einer decke" bzw. "wir haben den gleichen dreck am stecken"... (ohne irgendjemandem etwas unterstellen zu wollen :engelsmile



Geschrieben von tusberg am 10.07.2006 um 14:49:

 

Ich denke es war eher eine trotzreaktion, wenn man ihn jetzt fragen würde antwortet er bestimmt ganz anderes!



Geschrieben von Turbo-Beppe am 10.07.2006 um 17:42:

  RE: Offene Worte

Zitat:
Original von biker
Naja, der gute Gontschar wurde ja schliesslich auch schon mal wegen eines zu hohen Hämatokritwertes von der Tour de Suisse ausgeschlossen.
Dass nach den letzten Wochen ein so grosser Vorsprung Zweifel nährt, sollte niemanden überraschen.

Ein zu hoher Hämatokritwert besagt in Sachen Doping im Grunde genommen fast gar nichts. Augenzwinkern
Und wenn man das so sehen würde wie du, dann könnte man ja bei jedem Fahrer, dessen Team auch nur einmal einen Dopingsünder in seinen Reihen hatte, und der trotzdem ordentlich gefahren ist auf böse Gedanken kommen!


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