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Geschrieben von torte am 08.09.2004 um 15:53:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
... und nach der 4. Etappe folgte "Jour sans"
Geschrieben von Glgnfz am 08.09.2004 um 18:04:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
du meinst "jour sans texte"?!?
Geschrieben von Checker am 08.09.2004 um 18:19:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
Eher ein "Jour sans Sicht"

, hier die nebelige 5. Etappe:
5. Etappe: Bagneres de Luchon – Gavarnie
Beat hatte am Vorabend beim Essen gesagt: „Das heute war die Vorspeise, morgen folgt das Hauptgericht.“ Na endlich, es wird auch Zeit, dass mal ein paar richtige Berge kommen

. Das heutige Teilstück liest sich fast wie eine Pyrenäen-Königsetappe der Tour de France: Peyresourde, Aspin, Tourmalet und Schlussanstieg nach Gavarnie sind zu meistern. Leider hat sich Manfred eine Bronchitis eingefangen und muss im Begleitbus Platz nehmen, und das gerade heute! Ein Riesenpech, er tut mir unheimlich leid.
Etwas später als sonst geht es am Morgen in Luchon los (das Hotel war entgegen aller Befürchtungen tadellos). Der Himmel ist wolkenverhangen und die Berge liegen im Nebel, es hat fast die ganze Nacht geregnet. Angeblich soll es am Tourmalet besser werden – hoffen wir das Beste.
Nur knapp ein Kilometer Flachstrecke bleibt uns zum Einrollen, dann biegen wir links ab, und nun stehen 15 Kilometer Anstieg zum Col de Peyresourde auf dem Plan. Ich lasse mich zu Beginn ein wenig zurückfallen zu Didi, der es heute sichtlich ruhig angehen lässt. Wir reden kurz, dann fahre ich wieder nach vorn. Noch vor St. Aventin hat sich die „Spitzengruppe“ auf 4 Mann reduziert, Beat, Urs, Werner und mich. Urs quatscht ständig irgend etwas von „2 Berge zum Einrollen, am dritten wird Ernst gemacht“ oder „17 Kilometer lange Abrechnung“. Irgendwann nervt mich das Gerede ein wenig, ich lasse mich ein Stück zurückfallen und fahre in der Folge etwa 30 Meter hinter Urs und Werner zunächst mit Beat, später allein den Berg hinauf. Mit zunehmender Höhe wird es immer nebeliger, bald sehe ich die beiden Schweizer vor mir nur noch schemenhaft. Der Anstieg selbst ist im oberen Teil gleichmäßig und nicht zu steil, also problemlos zu fahren. Ich fühle mich sehr gut und spare meine Kräfte für die noch kommenden Hürden. Nur etwas mehr sehen würde ich gern…
Oben am Peyresourde (die Ersten drei am Gipfel, v.l.: Urs, Werner und meine Wenigkeit) kann man kaum die Hand vor Augen sehen, und es ist ziemlich kalt. Für die Abfahrt ziehe ich mir lange Hosen, Überschuhe und zwei Windjacken an.
Durch den Nebel (der sich unten zum Glück etwas auflöst) und über feuchte Strassen tasten wir uns den Peyresourde hinab. Nach etwa 4,5 Kilometern machen wir noch kurz Halt in der „Jan-Ullrich-Kehre“ und zeichnen seine Flugkurve nach

. Ein Franzose hält mit seinem Auto bei uns an. Kurzer Wortwechsel mit Beat, und er weiß sofort, warum wir dort stehengeblieben sind…
Weiter geht die Abfahrt über Louron bis nach Arreau. Am Fuß des Col d’Aspin halten wir an und entledigen uns unserer Winterbekleidung, denn jetzt geht es wieder 12 Kilometer bergan. Urs und Werner geben gleich auf den ersten Kilometern Gas. „Jawohl, verausgabt euch ruhig ordentlich…;-)“ denke ich mir und fahre noch ein Stück zusammen mit Kurt und Steffen, ehe die beiden zurückbleiben. Die ganze Gruppe ist vollkommen versprengt, vorn fahren die beiden Schweizer 2 Minuten voraus, und auch hinter mir kommt lange niemand. Ist das der Respekt vor dem Tourmalet? Sicherlich. Auch der Aspin lässt sich sehr gut fahren, der Berg wird sukzessive immer ein wenig steiler. Etwa 4 Kilometer vor dem Pass ist der steilste Abschnitt erreicht, der aber auch nicht so dramatisch ist.
Auf der Passhöhe selbst ist es noch ungemütlicher als auf dem Peyresourde. Ich ziehe alle Klamotten an, die ich mir in meinen kleinen Rucksack gepackt habe (uns wünsche mir, ich hätte lange Handschuhe mitgenommen…). Auf der Abfahrt gibt es sogar leichten Sprühregen, oder ist das nur die Luftfeuchtigkeit? Auf alle Fälle macht das Bergabfahren heute überhaupt keinen Spaß, mit klammen Fingern bremsen wir uns die Serpentinen hinunter.
Unten in St. Marie de Campan (das ist übrigens der Ort, in dem 1913…

) angekommen, ziehen uns wieder um, denn jetzt wird uns bestimmt gleich warm ums Herz werden: der Col du Tourmalet wartet, 17 Kilometer mit 7,5% durchschnittlicher Steigung. Urs grinst zu mir rüber, aber wenn er seine „Abrechnung“ will, dann muss er sich ein bisschen beeilen mit dem Umziehen, denn ich fahre jetzt los…

Zusammen mit Kurt absolviere ich die ersten Kilometer. Hier ist es teilweise noch flach und sogar leicht abschüssig, und wir flaxen: „Jetzt können wir erzählen, wir sind den Tourmalet auf dem großen Blatt hochgefahren!“ In Gripp geht der Anstieg dann eigentlich erst richtig los, ich verabschiede mich von Kurt und fahre allein weiter. Schnell habe ich meinen Rhythmus gefunden, es rollt erstaunlich gut. Die Strasse steigt gleichmäßig mit max. 10%, und ich fühle mich ausgezeichnet – so kann es weitergehen! Unser Begleitbus fährt vorbei, Manfred auf dem Beifahrersitz grüßt aufmunternd. Ab und zu schaue ich mich um – keine Schweizer in Sicht.

Wieder überlege ich mir: „Hier ungefähr ist Ulle weggeflogen“ oder „Da hat Sastre attackiert“. Macht Spaß, gewisse Streckenabschnitte wiederzuerkennen.
Bald nimmt die Steigung ein wenig zu. Die erste Serpentine kommt, von hier aus sind es noch etwa 3 km bis La Mongie und 7 km bis zum Gipfel. Etwa einen Kilometer später, beim Beginn der Tunneldurchfahrten, wird es richtig bissig. Ich muss einen Gang zurückschalten, das Tempo fällt von 13 auf 11 km/h. So langsam beginne ich zu kämpfen. Dummerweise ist es wieder unheimlich nebelig, man kann teilweise nur 20-30 Meter sehen, und die Strasse ist relativ breit. Dadurch sieht man die Steilheit gar nicht so richtig, und ich wundere mich über mein geringes Tempo und denke: ‚Gleich kommt der Mann mit dem Hammer.’ Der kam zum Glück nicht.
Irgendwann muss ich doch in La Mongie sein! Einer ganz giftigen Rampe, wo mein Tempo unter 10 km/h fällt, folgt ein kurzes flacheres Stück, dann wird es wieder steiler. Plötzlich sehe ich einen sehr sauberen Schriftzug auf der Strasse, dann eine weiße Linie – hier hat Basso gewonnen, und im Nebel hätte ich den Punkt fast verpasst

. Am liebsten wäre ich kurz umgekehrt, um diese letzten Meter der TdF-Etappe noch einmal richtig zu erleben – aber es galt ja, Urs auf Distanz zu halten

, von dem ich nicht wusste, wie weit er noch hinter mir lag…
Noch 4 km bis zum Pass. Mittlerweile nehme ich keine Rücksicht mehr auf Puls, Beine etc. und trete voll in die Pedale. Durch dicken Nebel geht es nach oben, vereinzelt kommen einige Radler abfahrend entgegen. Zweite Serpentine des gesamten Anstiegs, noch zwei Kilometer. Noch einer. In der letzten Kehre, etwa 500 Meter vor dem Gipfel, verschalte ich mich noch mal, einen Gang größer statt kleiner (naja, das erste Mal im Leben Campagnolo…

), und komme fast zum Stehen. Die letzte Gerade, leichte Linkskurve, letzte Rampe – und ich bin oben, wieder 40 Bergpunkte geholt

! Kurz hinter dem Pass steht unser Kleinbus, und ich muss erst mal heftig anklopfen, um mich bei Pedro (unserem Chauffeur) und Manfred bemerkbar zu machen. Pedro fotographiert mich am Passschild, ich ziehe mich an und laufe ein bisschen rum, auf die anderen wartend. Erst nach 10 Minuten kommen Urs und Werner an, in kleineren oder größeren Abständen nacheinander auch die anderen. Nach einer ziemlich langen Pause (ich habe über `ne Stunde am Tourmalet verbracht, den Großteil zum Glück in der warmen Kneipe) geht es dann in die letzte Abfahrt des Tages, wo wir einem in dieser Gegend durchaus üblichen Phänomen begegnen: Schafe mitten auf der Strasse. Da wir aber sowieso nicht schnell runterfahren, können wir auch rechtzeitig ausweichen

. (
Impression vom Tourmalet )
Unten in Luz-St-Sauveur sind wir fast wieder aufgetaut

und können nun den Schlussanstieg nach Gavarnie in Angriff nehmen. Dieser hat bei 18 km Länge lediglich 650 Höhenmeter, ist also ein schönes Dessert… Die Gruppe bleibt zusammen – bis auf die beiden Schweizer Kollegen, die ihre Schmach vom Tourmalet

tilgen wollen und noch eine Sondernummer einschieben

. Ich fahre mit den anderen zusammen recht entspannt hinauf. Nach 118 Kilometern erreichen wir das idyllisch gelegene Bergdorf, unser Ziel. Es war ein unglaublich aufregender Tag, und trotz der topographischen Schwierigkeiten bin ich gar nicht allzu erschöpft. Die Form ist sehr gut, und dann macht auch so eine Etappe mit fast 4000 Höhenmetern richtig Spaß. Ich fand’s toll, abgesehen von den Sichtverhältnissen...
edit: gerade sehe ich, das ist ja heute ganz schön viel geworden...
Geschrieben von torte am 10.09.2004 um 10:55:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
Wie immer sehr informativ. Besonders für Leute wie mich, die noch nie in ihrem Leben mehr als 200 Höhenmeter am Stück gefahren sind...
PS: Die Stelle, wo Du dachtest: "Hier musste Ulle abreissen lassen..." hast Du wahrscheinlich auf jedem der Anstiege gefunden, oder?
Geschrieben von Checker am 10.09.2004 um 22:44:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
Na komm, so verhasst sind Ulle die Pyrenäen ja auch nicht

. Und Hautacam, Plateau de Beille und Luz-Ardiden sind wir leider nicht gefahren...
P.S.: Die sechste Etappe gibt's bald, leider habe ich zur Zeit viel anderes Zeug um die Ohren...
Geschrieben von OgerTian am 10.09.2004 um 23:04:
RE: Pyrenäen-Rundfahrt 2004
wow schöne tagebuch story
Geschrieben von Checker am 12.09.2004 um 21:23:
So, Nummer 6 ist endlich fertig. Nach der schweren Königsetappe alles andere als ein Ruhetag:
6. Etappe: Gavarnie – Eaux-Bonnes
Als wir nach der höchstgelegenen Übernachtung unserer Rundfahrt (1360 m) am Morgen gegen 9 :00 Uhr wieder aufbrechen, zeigt das Thermometer keine 10°C. Das ganze Tal liegt noch im Schatten, nur die umliegenden Berggipfel erstrahlen in der Morgensonne. Also beginnen wir, fast wie Polarforscher vermummt, den heutigen Tagesabschnitt. Zuerst führt die Strecke 20 km zurück bis Luz-St-Sauveur, danach 10 km bis Pierrefitte – alles bergab. Unten angekommen, wird die winterliche Bekleidung abgelegt. Anders als gestern strahlt heute wieder die Sonne in vollem Glanz – na ja, zum Tourmalet komme ich bestimmt wieder, und dann scheint dort gefälligst auch die Sonne...
Nach der kurzen Pause beginnen die ersten Rampen in Richtung Col de Borderes. Auf den nächsten 10 Kilometern frage ich mich einige Male, ob der eigentliche Anstieg nun schon begonnen hat oder nicht – ständig wechseln sich giftige Steigungen mit kleinen Abfahrten oder Flachstücken ab. Später wird die Steigung gleichmäßiger, wir fahren auf schmaler Strasse ein enges, idyllisches Tal aufwärts Richtung Estaing. Unsere Gruppe ist heute übrigens nur 10 Fahrer (Beat + neun zahlende Gäste) stark, Urs und Werner sind wieder bei den „Genießern“ untergetaucht – tja, nicht jeder verkraftet die Strapazen bei den „Haien“ ;-) .
In Estaing zweigt die Passstrasse rechts ab, und nun stehen die schweren letzten 2,5 Kilometer auf dem Programm. Mit geschätzten 15-16% geht es teilweise den Berg hinauf. Beat macht vorn Druck, ich hefte mich an seine Fersen, der Rest der Gruppe bleibt erstmal zurück. Im Gleichschritt fahren unser Guide und ich der Passhöhe entgegen. Diese selbst ist nicht sehr spektakulär, aber ein paar hundert Meter hinter dem Pass bietet sich uns ein phantastischer Blick auf den Col du Soulor und die umliegenden Berge.
Etwa 4 Kilometer geht es nun steil bergab, bevor die Strasse wieder abflacht. Das Wetter und die Landschaft sind phantastisch. Wir durchfahren die malerischen Dörfer Arrens, Marsous und Aucun in Richtung Argeles-Gazost. Dort angekommen, biegen wir links ab, direkt hinein in eine steile Rampe. Es steht nun eine, wie Beat selbst wortwörtlich ankündigte, „kleine Schweinerei“ auf dem Programm: der Col de Spandelles. Die nackten Zahlen – 15 km, 950 hm – lesen sich eigentlich gar nicht so schlimm. Noch nicht einmal mir war dieser Pass vorher ein Begriff, und man muss schon zu einer Generalstabskarte greifen, will man die kleine Bergstraße finden. Dank Beats Ortskenntnis fanden wir den eigentlichen Einstieg dann doch schnell. Gerade einmal ein Kilometer ist gefahren, und schon sagt Kurt zu mir: „So, mach’s gut.“ Tatsächlich bin ich direkt danach wieder allein auf weiter Flur und kurble mich nach oben. Der Anstieg ist wirklich kein Vergnügen: die Strasse ist ein bescheiden asphaltierter Waldweg, und viel mehr noch als am Borderes bricht der stetige Wechsel von ganz steilen Rampen und Flachstücken den Rhythmus. `Lieber dreimal Tourmalet`, denke ich mir. Aufgrund völligen Fehlens von Zivilisation frage ich mich auch bald, ob ich überhaupt noch auf dem richtigen Weg bin.
Die letzten 2 Kilometer zum Pass weisen dann endlich eine konstante Steigung auf – konstant 11-13%. Ob auf dem Pass gibt es nichts außer ziemlich viel Kuhmist und einem kühlen Lüftchen. Ich ziehe meine Windjacke an und warte auf die anderen, die nach und nach eintrudeln. Zusammen begeben wir uns auf die steile und kurvenreiche Abfahrt hinunter nach Ferrieres, und wieder heißt es: großer Bremsentest! Teilweise gibt Beat aber auch richtig Gas - fast 40 km/h ;-) .
Unten will Beat zunächst eine kleine Kneipe aufsuchen, um etwas zu trinken – geschlossen. Die nächste Einkehrmöglichkeit gibt es 12 Kilometer und 900 Höhenmeter weiter oben am Col du Soulor. Also ran an den Speck! Der Anstieg beginnt in Ferrieres gleich mit einer giftig steilen Rechtskehre, danach wird es etwas flacher. Rechts von der Strasse geht es senkrecht nach unten. Ich ziehe gleichmäßig den Berg hinauf, nur Raymond, Landsmann von Kim Kirchen dem Luxemburger, kann noch folgen. Bald muss auch er reißen lassen. In Arbeost gibt es eine kurze Abfahrt, von dort sind es dann noch 9 schwere Kilometer bis zum Pass. Ich habe wieder `nen guten Tritt gefunden und überhole mehrere andere Radfahrer. Bald zieht sich die Strasse an einem baumlosen Hang ohne Serpentinen nach oben, gegenüber kann man den „Cirque du Litor“, die Verbindungsstrecke zwischen Soulor und Aubisque, sehen. Sieht bereits von hier atemberaubend aus.
Etwas schweren Atem bekomme ich auch auf den letzten etwa 4 Kilometern, als Gegenwind die Auffahrt zusätzlich erschwert. Aber noch ist die Kraft in den Beinen da. Auf den letzten 500 Metern lassen Wind und Steigung etwas nach, so dass ich noch ein paar Gänge hochschalte und oben einen richtigen Bergsprint austrage – allein. Alles in allem war der Soulor noch einmal ein richtig harter Brocken. Etwa 5 Minuten später trifft Raymond ein, wieder 5 Minuten danach Kurt und Didi. Es dauert sehr lange, bis es auch der letzte geschafft hat – die Tour hinterlässt ihre Spuren. Oben am Pass ist auch Pedro mit dem Begleitbus wieder da. Er ist aufgrund der engen und schlechten Strasse am Spandelles vom Col de Borderes aus direkt zum Soulor weitergefahren (den gleichen Weg haben übrigens auch die „Genießer“ genommen).
Beim Blick in Richtung Westen sehen wir eine dunkle Wolkenwand – am Col d’Aubisque braut sich was zusammen! In der Hoffnung, trocken zu bleiben, verlassen wir den Soulor und wenden uns dem letzten Hindernis des Tages zu. Zunächst geht die Fahrt über die schwindelerregenden Strassen des „Cirque du Litor“ – rechts von uns ist nur gähnende Leere. Dann fahren wir in den Nebel hinein auf die letzten 5 Kilometer hinauf zum Aubisque. Auch wenn die Sicht etwas eingeschränkt ist – das Szenario ist einfach phantastisch: im Nebel geht es zuerst durch leichten Wald, dann zieht sich die Strasse mauerartig und steiler werdend am Hang entlang, rechts kann man weiterhin durch die Nebelschwaden tief ins Tal hinunterblicken – unglaublich beeindruckend!
Die letzten 500 Meter sind dann noch einmal fast dramatisch ;-) : nachdem ich nach einem kurzen Foto-Stop (Radfahrer und Schafe nebeneinander, ein tolles Motiv ;-) ) wieder zur kleiner gewordenen Gruppe aufgeschlossen hatte, fährt Beat vorn heraus. Ich schließe zu ihm auf, was mir gar nicht so leicht fällt, die Gruppe fällt noch einmal auseinander. Plötzlich schießt 50 Meter vor dem Pass Kurt vorbei und ruft: „Na los, Holger!“ Puh, noch einmal aus dem Sattel, die Oberschenkel brennen, einen Gang hochschalten, und ich komme tatsächlich noch vorbei. Jetzt schlägt der Puls aber ordentlich aus! Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht ;-) .
Vom Aubisque geht es die letzten 12 Kilometer nach Eaux-Bonnes nur bergab. Das erste Stück der Abfahrt absolvieren wir bei 50 Meter Sicht, kurze Zeit später taucht im Nebel Gourette auf – Wahnsinn! Auch begegnen wir wieder einer großen Herde Schafe, die es sich wirklich mitten auf der Strasse gemütlich gemacht hat. Als Radfahrer können wir uns gekonnt zwischen den Tierchen vorbeisteuern, die Autos müssen warten ;-) .
Nach 128 Kilometern und 3000 Höhenmetern treffen wir schließlich in unserem Hotel in Eaux-Bonnes ein. Es war ein harter Tagesabschnitt, durchaus gleichzusetzen mit der Etappe vom Vortag. Am Abend bin ich so müde wie an keinem anderen Tag bisher, entsprechend schnell falle ich alsbald in einen tiefen Schlaf.
Ein Bildchen: Die Haie kämpfen sich den Col de Borderes hoch
Geschrieben von Checker am 12.09.2004 um 21:28:
Noch ein Bild: zwischen Soulor und Aubisque
Geschrieben von torte am 21.09.2004 um 17:00:
| Zitat: |
Original von CheckerHai
Es war ein harter Tagesabschnitt... Am Abend bin ich so müde wie an keinem anderen Tag bisher, entsprechend schnell falle ich alsbald in einen tiefen Schlaf.
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Na, dann mache ich mal schweren Herzens den Prinzen... *wachküss*
Geschrieben von Checker am 21.09.2004 um 22:49:
Woah, es liest ja doch noch jemand!

Nun ja, dann werde ich mich bemühen, demnächst auch den Rest noch auf den Bildschirm zu bringen...
Geschrieben von wagenge am 21.09.2004 um 22:56:
| Zitat: |
Original von Checker
Woah, es liest ja doch noch jemand!
Nun ja, dann werde ich mich bemühen, demnächst auch den Rest noch auf den Bildschirm zu bringen... |
natürlich!!
ich finde, es ist auch unbedingt cf4.gazzetta würdig!
Geschrieben von Donishäusle am 21.09.2004 um 23:06:
Geschenke gibts keine.....
| Zitat: |
Original von Checker
Ich schließe zu ihm auf, was mir gar nicht so leicht fällt, die Gruppe fällt noch einmal auseinander. Plötzlich schießt 50 Meter vor dem Pass Kurt vorbei und ruft: „Na los, Holger!“ Puh, noch einmal aus dem Sattel, die Oberschenkel brennen, einen Gang hochschalten, und ich komme tatsächlich noch vorbei. Jetzt schlägt der Puls aber ordentlich aus! Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht ;-) .
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Die Stunde des Kannibalen....
Geschrieben von Moreau am 22.09.2004 um 12:02:
39 : 19 in den Pyrenäen ? Dein Mitfahrer ist ein Kandidat für "Wetten das".
Geschrieben von alon am 22.09.2004 um 21:00:
| Zitat: |
Original von Checker
Woah, es liest ja doch noch jemand!
Nun ja, dann werde ich mich bemühen, demnächst auch den Rest noch auf den Bildschirm zu bringen... |
es lesen sogar jede menge

(
und das ist glaub ich mein erstes posting im selebrfahrer-part)
Geschrieben von torte am 27.09.2004 um 14:18:
He Checker, weisste was einer der schlimmsten Sätze ist, der in einer Beurteilung des Arbeitgebers stehen kann:
"Er bemühte sich, seine Aufgaben zu erfüllen".
Vuelta ist vorbei, und Studium fängt erst nächste Woche wieder an. Du hast also keine Ausreden...!
Geschrieben von Checker am 29.09.2004 um 18:29:
Hmm, mal sehen: momentan ziehe ich um (o.k., nur ins Nachbarzimmer

, aber heute z.B. habe ich den ganzen Tag meine alte Bude gestichen), nächste Woche ist Numerik-Prüfung. Ich bemühe mich.
Geschrieben von joaquin am 21.10.2004 um 13:11:
*vorsichtig anklopf*
Gibt's noch was?
Geschrieben von Checker am 21.10.2004 um 15:30:
Heute abend...
Geschrieben von Checker am 21.10.2004 um 17:37:
Finally...
Auch wenn der spektakulärste Teil der Rundfahrt vorbei ist, geht es weiter - und zurück nach Spanien:
7. Etappe: Eaux-Bonnes – Ainsa
Mit diesem Teilstück verlassen wir nach fünf Tagen die wilde Gebirgswelt der französischen Pyrenäen und „kehren zurück“ auf spanischen Boden. Zum letzten Mal original französisches Frühstück – hach, wie sehr ich das überhaupt nicht bedaure…
Zum Einrollen, wenn auch nicht unbedingt zum Warmwerden, bewältigen wir zu Beginn die letzten 4 km der Abfahrt vom Aubisque. Unten an der Kreuzung biegen wir links ab, wir wollen schließlich nach Spanien! Es beginnt nun der fast 30 Kilometer lange und knapp 1300 Höhenmeter überwindende Anstieg zum Col du Pourtalet. Die ersten Kilometer fahren wir auf kaum ansteigender Strasse durch ein klammartiges Tal, wo wahrscheinlich nie die Sonne scheint. Gerade einmal fünf Kilometer sind gefahren, da tastet sich Urs, heute wieder ein „Hai“, an die Spitze der Gruppe, redet kurz mit Beat und sprintet dann auf und davon. Fahr du nur! Bald neigt sich die Strasse stärker, wird überwinden einige Serpentinen. Noch immer hält dichter Wald die Sonne ab, jedoch zeigen sich bereits die schönen Gipfel z.B. des Pic des Tourettes. Etwa 15 Kilometer vor dem Pass verabschiedet sich auch Werner nach vorn, die beiden Schweizer ziehen wieder ihr eigenes Ding durch.
Bald erreichen wir die Staumauer des Lac de Fabreges. Ich gebe mal ein bisschen mehr Gas, und prompt ist nur noch Beat an meiner Seite. Auf dem flachen Teilstück am See entlang füllt sich die Gruppe wieder auf 6-7 Leute auf. Vor uns liegt nun ein atemberaubend schönes Hochtal in der morgendlichen Sonne, links hinten schmiegen sich die letzten Kilometer der Passstrasse an den Hang. Ich selbst nehme die 6-Kilometer-Marke zum Anlass für eine kleine „Attacke“. Die Strasse fügt sich wunderbar in das Gelände ein, und es macht Spaß, hier so richtig hochzubrettern.
Die Passhöhe selbst ist leider nicht so schön wie der Aufstieg (ich hätte doch mal anhalten und ein paar Fotos machen sollen…), von der grandiosen Bergkulisse sieht man nicht mehr viel, und der Pass ist stark frequentiert. Zudem erleben wir im ersten Teil der Abfahrt eine böse Überraschung – etwa 5 Kilometer lang müssen wir uns entlang einer Großbaustelle über Kies- und Schotterstrecken nach unten tasten. Welch ein Kontrast zum Anstieg! Weiter unten können wir unsere Räder dank des Rückenwindes und breiter, kurvenarmer Strassen endlich einmal richtig laufen lassen – es dürfte das erste Mal während der gesamten Rundfahrt sein, dass ich über 60 km/h erreiche.
Unten in Biescas legen wir in einer schönen Taverne eine ziemlich lange Mittagspause ein, ehe es direkt in den zweiten Anstieg des Tages, den Puerto de Cotefablo, hineingeht. Mittlerweile ist es sehr warm geworden, und das recht verhaltene Tempo, dass ich zusammen mit Beat vorgebe, erscheint mir daher ganz angemessen. Dummerweise schiebt sich Urs bald wieder nach vorn, und dieses Mal gebe ich nach.

Mal wieder fahren wir Seite an Seite deutlich vor den anderen den Berg hinauf. Kleine Psychospielchen inbegriffen. Bald wird es ganz schön schwer, ich muss doch kämpfen, halte aber weiterhin dagegen, denn Urs keucht auch ziemlich laut. Wie weit noch? Ich suche den Hang nach Zeichen der Passhöhe ab, als Urs plötzlich sagt: „O.k., jetzt muss ich abreißen lassen; es wird zu steil für mich“. Ich weiß gar nicht, was ich davon halten soll und fahre erst mal ganz normal weiter. Schnell hat Urs jedoch 30 Meter Rückstand – der kann wirklich nicht mehr! Ich beschleunige noch einmal ein bisschen, durchfahre eine Rechtskurve und – bin oben. Also bitte, Urs, die 300 Meter hättest du auch noch geschafft!
Vom Cotefablo bis zum Etappenziel nach Ainsa sind es zwar noch knapp 60 Kilometer, außer ein paar kurzen, knackigen Rampen stellen sich uns aber keine Hindernisse mehr in den Weg. Die Gegend, durch die wir fahren, ist sehr dünn besiedelt, und etwa 30 Kilometer vor Ainsa lassen wir sogar die kleinsten Dörfer - und leider auch fast alle Vegetation – hinter uns. Auf breiter Strasse geht es am Südrand der Pyrenäen durch wenig attraktives Niemandsland voran. Die Gegend gleicht einer Steppe. Perfektes Vuelta-Terrain, denke ich mir.
Nach Besichtigung der durchaus sehenswerten Altstadt von Ainsa erreichen wir unser etwas außerhalb gelegenes Hotel nach 137 Kilometern. Ich bin eigentlich kaum erschöpft und teste sofort mit den anderen den hoteleigenen Pool. Unsere Bleibe ist dieses Mal ausnehmend gut: riesige Zimmer mit Terrasse od. Balkon, Pool, und das Buffet am Abend – unschlagbar! Völlig überfressen falle ich abends ins Bett.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 22.10.2004 um 09:30:
RE: Finally...
Interessanter Bericht, mit Deinem Ehrgeiz für den Gewinn des Bergtrikots spielst Du echt noch in einer anderen Liga als unser Kalmit
Naja, wenn die Gruppe schon Haie genannt wurde. Gab es eigentlich auch noch etwas unterhalb der "Geniesser"? So etwas wie "Übergwichtige Bergziegen (oder wie heisst das Tier mit dem Rüssel)"?
Wie ist eigentlich Deine Numerik-Prüfung gelaufen?
Egal, mache mich gleich fertig für meine Morgenrunde
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