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Geschrieben von Inga am 26.09.2003 um 22:22:
haben wir medizinmänner unter uns? (und ich meine echte...)
wie gefährlich ist es, einen hämatokritwert von 25 % zu haben?
gibt es alternativen zu epo?
ich weiß zwar nicht, wie es mit belastungsasthma ist, aber an echtem asthma kann man sterben, wenn man es nicht behandelt...
Geschrieben von Michelin-Männchen am 26.09.2003 um 22:28:
PZF Karlsruhe
Da habe ich ihn gesehen und er sah auf dem Rad ziemlich gut aus.
Sicherlich ein schwieriger Fall, aber EPO ist schliesslich ein Argument und wenn er es unter ärztlicher Aufsicht nimmt ...
Wäre nach meiner Meinung sowieso eine mögliche Lösung des Dopingproblems, so lange alles unter ärztlicher Aufsicht läuft. Das hat Festina vor ein paar Jahren ja auch schon mal probiert, wenn es auch illegal war.
Sebastian
Geschrieben von Prinzin am 26.09.2003 um 22:29:
gefährlich, naja, der körper gewönht sich irgendwann daran. und dann sind die 25% u.u. für diesen einen besagten körper normal bze akzeptabel, also er funktioniert trotzdem.
alternative zu epo, bei niederem hb, das ist ein anderer wert, gibt man eisen, dauert aber meines wissens nach wesentlich länger, bis der körper da seinen hb und roten blutkörperle haushalt wieder auf annähernd normale werte angehoben hat.
bei uns, mit "normal hohem" hämatokrit, würde so ein abfall die typischen anämiezeichen hervorrufen, und da ist meines erachtens nicht an solche leistungen, wie profiradsport auf hohem niveau zu betreiben, nicht möglich.
echter medizinmann bin ich aber nicht...
Geschrieben von Vinyard am 27.09.2003 um 07:36:
Klares Nein meinerseits!
Selbst mit dem gleichen HK-Wert sind doch dann die Voraussetzung nicht die gleichen wenn einer Epo geschluckt hat! Oder @ TEVC?
Geschrieben von Donishäusle am 27.09.2003 um 12:12:
Lieblingsthema
Hallo,
ich kann mich ja gleich nochmal als "echten" Medizinmann outen, auch wenn noch nicht ganz fertigstudiert.
Die ganze EPO problematik ist allerdings ein recht komplexes Thema mit zum Teil paradoxen Tatsachen. Dazu gehört das Radsportler einen niedrigeren Hämatokrit als die Normalbevölkerung, 95% haben zwischen 44 und 52, haben (ca. 44.3 im Tourpeloton, übrigens ist er nach der Einführung der EPO-Kontrollen deutlich gesunken

).
Patienten bekommen EPO dann (es ist ja ein natürliches Homon der Niere) wenn sie selbst nicht genug bilden (z. B. bei chronischer Nierenentzündung) oder die Blutbildung stark abfällt. Den letzteren Effekt hat auch LA währned seiner Chemo zu spüren bekommen. Er hatte dann einen HKT von 25% und wurde am Berg von einer Oma auf dem Trekkingrad überholt....Das ist also ganz und gar kein gesunder HKT. Man kann sich wohl über längere Zeit daran gewöhnen aber für Leistungs-Sport ist das mit Sicherheit nichts.
Zum konkreten Fall Jean Nüttli würde ich sagen, dass er mit einem normalen HKT sicher besser fahren könnte, aber so lange keine Krankheit seinem niedrigen HKT zugrundeliegt würd ich ihm auch nichts geben. Wenn andere Sportler aufgrund von Erkrankungen einen gestörten Homonhaushalt haben durfen die den auch ausgleichen (etwa Diabetiker-Insulin und..........
Hodenkrebs-Testosteron

).
Die ganze "legalize it" Diskussion hatte ich bei meinem Physikum kurz nach der TDF 98 schon mit meinem Physiologie Prof. Wie sind zu dem Schluss gekommen das Epo unter ärztlicher Kontrolle tatsächlich (relativ)ungefährlich wäre

........ So wie Orangensaft etwa.....

......
Aber natürlich würde ich so was nie öffentlich sagen!
Geschrieben von timeledefi am 27.09.2003 um 16:42:
soviel ich aus dem umfeld von nuttli gehört habe soll der niedrige hämatokrit wert an einer angeborenen knochenmarkkrankheit liegen mit blutverlust durch darmwandveränderungen die aber erst dieses jahr entdeckt wurde. jeder sterbliche mensch mit solch einer krankeit und wert 30% bekommt epo injektionen. es ist ein schwieriges thema doch nuttli sollte unter uci aufsicht dies in den gesundheitspass kriegen. wer weiss was ein armstrong, ullrich etc im pass haben. dies wird nie öffentlich und nuttlis problem scheint an die öffentlichkeit gekommen zu sein. aber eines muss man ihm lassen, er hat auch so erfolg und war letztes jahr in der weltrangliste in den top 200. ich rechne mit ihm persönlich mit einem starken auftritt an der wm - er hat bestimmt jetzt moral durch den sieg in der brandenburg-rundfahrt und das er vor dem defekt beim gp des nations in den top 5 lag und fast 1 minute vor seinem landeskollegen cancellara scheint sicherheit zu geben.
Geschrieben von Donishäusle am 27.09.2003 um 19:26:
Nüttli
Wenn der gute tatsächlich einen HKT von um 30 hat ist seine Leistung gar nicht hoch geug einzuschätzen! !!
Ein Normalsterblicher merkt ja schon deutlich das Fehlen von etwa 10% Blutkörperchen nach einer Blutspende. Wenn er diese Krankheit tatsächlich hat spräche meiner Meinung auch nichts gegen eine Therapie und wenn man seinen HKT dann auf sagen wir mal Radler-Durchschnittsniveau anhebt, ist das für ihn sogar sicher gesünder.
Er ist allerdings auch jetzt schon ein Phänomen für sich und sicher eine der interessantesten Figuren im Radzirkus. Ich wünsch ihm jedenfalls was für Hamilton!
Geschrieben von ilKaiser am 16.10.2005 um 16:31:
Die Last der frühen Jahre
Der Radrennfahrer Jean Nuttli gehörte zu den besten Zeitfahrern der Welt. Keiner trainierte wohl mehr. Nun darf er nicht mehr aufhören damit. Ein Mann strampelt um sein Leben...
http://www.taz.de/pt/2005/07/16/a0251.nf/text
edit: ist zwar schon ein paar monate alt, habe ich aber trotzdem gebannt gelesen.
Geschrieben von Moreau am 16.10.2005 um 17:37:
Armer kerl !
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