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Geschrieben von Robi am 15.04.2010 um 08:05:

  Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländischen Teams stark?

Hallo,

das ist eine Frage die sich mir seit einigen Jahren stellt. Klar, mir gehts dabei auch um Milram, die eigentlich (einigeAchtungserfolge zu Saisonbeginn ausgenommen) heuer wieder nur hinterherfahren. Gerdemann und Ciolek sind doch eigentlich mit das talentierteste was Deutschland zu bieten hat. Nur leider will es mit Leistungen auch nicht klappen. Ich erweitere auf internationale Fahrer bei Milram die alle auch nicht an ihre Erfolge anknüpfen konnten.

Andererseits haben deutsche Fahrer bei CSC, Rabobank, Astana, Cervelo, Columbia gute Leistungen gezeigt. Soll das bitte einzig und alleine an den Trainingsplänen oder der Vorbereitung liegen. Ich mag nicht so recht dran glauben.

Es ist traurig mit anzusehen wie sich das alles entwickelt. ojojojoj



Geschrieben von Sportkona am 15.04.2010 um 09:06:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Aber anders betrachtet haben z.B. Leipheimer und Rebelin (abgesehen des späteren Dopinbefundes)n auch in deutschen Manschaften erfolg gehabt.



Geschrieben von Bugno am 15.04.2010 um 09:16:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Ich als von außen auf Deutschland blickender sehe mehr oder weniger erfolgreiche deutsche Radprofis, die sich mehr oder weniger zufällig auf deutsche und nichtdeutsche Teams verteilen. Deine Beobachtung kann ich nicht teilen und finde daher die Frage verfehlt! Keks

Und Gerdemann hatte ein gutes Frühjahr, Ciolek ist verletzt.

Ich tippe daher als Grund auf Wahrnehmungsstörungen (verzerrte Wahrnehmung). *unschuldigtu*



Geschrieben von Robi am 15.04.2010 um 09:18:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Hmm, dann beziehe ich es auf die Historie der neuen Ära und des Teams Milram. Gabs da jemals einen Fahrer der die Erwartungen nur ansatzweise erfüllen konnte. Ich denke mit Grauen an Astarloa..... lamentieren

Auch die Klassikerfahrer die für diese Saison verpflichtet wurden sind naja...

Einzig Terpstra und Knees die durch dieses Team hervorkamen zeigen für mich solide Leistungen. Ich möchte gar nicht wissen welchen Sprung die bei CSC/Saxobank machen würden. Wahrscheinlich würde Terpstra den Cance bei PR bis 15 km vor die Ziellinie führen! Grübelnd Engelchen



Geschrieben von gardener am 15.04.2010 um 09:22:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Ciolek ist Deutscher Meister, U23-Weltmeister und Vuelta-Etappensieger und dabei immer für deutsche Teams gefahren. Klöden hatte seine stärksten Phasen (2000, 2004) bei Telekom. Und wen meinst du mit "Rabobank"? Grischa Niermann gehört da quasi zum Inventar und für Paul Martens hat sich (ähnlich wie Klemme, Reimer, Stauff) kein deutsches Team mit Perspektive gefunden. Jens Voigt fährt schon seit seligen ZVVZ-Zeiten für ausländische Teams. Stefan Schumacher war bei GST genauso gut präpariert wie vorher bei Shimano-Memory Corp.

Das einzige Phänomen ist Heinrich Haussler. Und der ist bekanntlich lieber Australier. Spassvogel


Zitat:
Ich erweitere auf internationale Fahrer bei Milram die alle auch nicht an ihre Erfolge anknüpfen konnten.


z.B.?

Ein Luke Roberts fährt 2010 seine vielleicht stärkste Profisaison überhaupt. Ein Wim Stroetinga war völlig unbekannt, bevor er 2009 mit ziemlich starken Sprintergebnissen bei Milram auftauchte. De Vocht und Sentjens fahren bei Milram genauso solide-unauffällig wie bei ihren vorherigen Teams. Die Velits-Zwillinge sind erst bei Milram zu richtig starken Profis geworden.



Geschrieben von Bugno am 15.04.2010 um 09:24:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Von den 14 deutschen Siegen in dieser Saison (Arndt und Krauss jetzt nicht mitgerechnet) waren 8 auf Greipels Konto. Von den übrigen 6 waren 3 bei Milram (2x Gerdemann, Voss) und Hondo, Wagner und Voigt. Also genau 50:50.



Geschrieben von Robi am 15.04.2010 um 09:29:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Pillepalle-Rennen zumeist. Ausnahme 1x Gerdemann und 1x Voss.

Aber bei den großen Klassikern müssen sie froh sein überhaupt einen Top 20 Platz zu ergattern. Von den Rundfahrten will ich gar nicht sprechen. Das sehen wir dann bei der Tour wieder.

Ein Blick auf die WR hilft weiter.



Geschrieben von teufelsberg am 15.04.2010 um 10:14:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von Robi
Pillepalle-Rennen zumeist. Ausnahme 1x Gerdemann und 1x Voss.

Aber bei den großen Klassikern müssen sie froh sein überhaupt einen Top 20 Platz zu ergattern. Von den Rundfahrten will ich gar nicht sprechen. Das sehen wir dann bei der Tour wieder.

Ein Blick auf die WR hilft weiter.


Und welcher Deutsche im ausländischen Team rockt diese Rennen?
Ok, Haussler verletzt, Greipel durfte sich gar nicht versuchen, sonst hättest du vielleicht Argumente für deine These bei den Klassikern diese Saison. smile

Bei Greipel könnte es sein, dass er bei Milram weniger Ergebnisse hätte, da er doch vom Zug profitiert.

Hätte sich ein deutscher Sponsor statt Columbia, vielleicht eine Ladenkette aus dem Ruhrgebiet, gefunden, wäre Greipel wohl nicht schlechter (und Cav vielleicht ein bischen leiser).

Cio war gut im deutschen Team und wird es wieder sein. Gut gemacht

Und Gerdemann kann es noch genau wie früher; wenn alles passt kann er bei der Tour auch wieder mal ins Gelbe fahren.
Nur die D-Tour gewinnen, das wird schwer. smile



Geschrieben von fassa am 15.04.2010 um 10:15:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Das ist vielleicht doch alles nur verzehrte und selektive Wahrnehmung. Vielleicht sind auch die Medien dran schuld, daß wir so denken. Auf Ciolek und Gerdemann lasten die Erwartungen der Medien in Deutschland. Das hat die Folge, daß weniger bekannte Fahrer nicht im Mittelpunkt stehen und für "Überraschungen" sorgen können.

Und dann hat man da die Masse an hochwertigen Siegen nichtdeutscher Fahrer. Nur ist es nicht ein nichtdeutscher Fahrer, sondern es sind mehrere.
Und da rechnet man auf: unzählige Siege der anderen und 2 Siege von Gerdemann. Ein Unverhältnis in den Augen der deutschen Medien und ein unfairer Vergleich, da Gerdemann und Ciolek alleine gegen alle anderen fahren müssen.
Fakt ist, daß so etliche Topfahrer derzeit auch nicht so toll dastehen.
Ein weiterer Fakt ist, daß nur Siege zählen bei den deutschen Medien. Ein Podiumsplatz wird nicht bewürdigt. Eher wird gefragt, wieso man nicht gewonnen hat.



Geschrieben von schnippler^2 am 15.04.2010 um 10:23:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Deutschland war nie eine Radsportnation, ist aktuell keine und wird auch in Zukunft keine sein. Gelegentlich gibt es einen herausragenden Fahrer a la Ullrich oder Zabel und dann ist wieder 20 Jahre wenig bis gar nichts los.



Geschrieben von gardener am 15.04.2010 um 10:34:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von schnippler^2
Deutschland war nie eine Radsportnation, ist aktuell keine und wird auch in Zukunft keine sein. Gelegentlich gibt es einen herausragenden Fahrer a la Ullrich oder Zabel und dann ist wieder 20 Jahre wenig bis gar nichts los.


Volkstümlich nicht, aber von den Resultaten her schon. Selbst ohne Zabel und Ullrich hält Deutschland noch den vierten Rang in der Nationenwertung. Und mehr als die Hälfte der zehn besten deutschen Radprofis ist unter 28: Greipel, Martin, Haussler, Ciolek, Martens, Gerdemann.

Oder man nehme Rolf Gölz. In der öffentlichen Wahrnehmung war zwischen der Ära (=dem Sommer 1977) Thurau und der Zabel/Ullrich-Zeit ja nicht viel los im deutschen Radsport. Tatsächlich wäre ein Rolf Gölz bei den Erfolgen, die er in dieser Zeit eingefahren hat (Meisterschaft von Zürich, Flèche Wallonne, Tour Med, Ruta del Sol, Paris-Brüssel, TdF-Etappen...) in Belgien ein Superstar.
Oder Marcel Wüst, der in der zweiten Hälfte der 90er einer der weltbesten Sprinter war, in D aber erst mit der TdF '00 bekannt wurde.



Geschrieben von schnippler^2 am 15.04.2010 um 10:39:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von gardener
Oder man nehme Rolf Gölz. In der öffentlichen Wahrnehmung war zwischen der Ära (=dem Sommer 1977) Thurau und der Zabel/Ullrich-Zeit ja nicht viel los im deutschen Radsport. Tatsächlich wäre ein Rolf Gölz bei den Erfolgen, die er in dieser Zeit eingefahren hat (Meisterschaft von Zürich, Flèche Wallonne, Tour Med, Ruta del Sol, Paris-Brüssel, TdF-Etappen...) in Belgien ein Superstar.
Oder Marcel Wüst, der in der zweiten Hälfte der 90er einer der weltbesten Sprinter war, in D aber erst mit der TdF '00 bekannt wurde.


Aber viel mehr in einem Zeitraum von 15 Jahren sind es auch nicht, oder? Augenzwinkern

In D werden traditionell nur TDF-Erfolge wahrgenommen. Und die aktuelle Stärke der deutschen Fahrer ist ein Produkt der Ullrich/Zabel-Hochphase, ich denke, dass jetzt erstmal nicht mehr viel nachkommt.



Geschrieben von gardener am 15.04.2010 um 10:43:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von schnippler^2

Aber viel mehr in einem Zeitraum von 15 Jahren sind es auch nicht, oder? Augenzwinkern



Uwe Ampler, Olaf Ludwig, Jan Schur etc. - das muss man dabei ja auch betrachten. In einer Hälfte Deutschlands waren Radsportler auch in den 80ern Superstars.



Geschrieben von schnippler^2 am 15.04.2010 um 10:44:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von gardener
Uwe Ampler, Olaf Ludwig, Jan Schur etc. - das muss man dabei ja auch betrachten. In einer Hälfte Deutschlands waren Radsportler auch in den 80ern Superstars.


Das sind aber jetzt Äpfel und Birnen.



Geschrieben von fassa am 15.04.2010 um 10:46:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von schnippler^2
In D werden traditionell nur TDF-Erfolge wahrgenommen.


Richtig!

Alles was zählt ist die Tour. Und dann ein nicht mehr existierendes Kirmesrennen namens D-Tour. Und vielleicht noch RuK und Henninger Turm.
Kein deutsches Medium interessiert sich für den Giro, die Vuelta, P-R, L-B-L......es sei denn, daß ein deutscher Fahrer gewinnt.



Geschrieben von gardener am 15.04.2010 um 10:46:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Das sind aber jetzt Äpfel und Birnen.


Was? Dass du die Erfolge des wiedervereinigten Radsport-Deutschlands mit denen der BRD vor 1989 vergleichst?



Geschrieben von schnippler^2 am 15.04.2010 um 10:47:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von fassa
Kein deutsches Medium interessiert sich für den Giro, die Vuelta, P-R, L-B-L......es sei denn, daß ein deutscher Fahrer gewinnt.


Und das dann auch nur, wenn er Ullrich oder Zabel hieß.



Geschrieben von wagenge am 15.04.2010 um 10:48:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von fassa
Zitat:
Original von schnippler^2
In D werden traditionell nur TDF-Erfolge wahrgenommen.


Richtig!

Alles was zählt ist die Tour. Und dann ein nicht mehr existierendes Kirmesrennen namens D-Tour. Und vielleicht noch RuK und Henninger Turm.
Kein deutsches Medium interessiert sich für den Giro, die Vuelta, P-R, L-B-L......es sei denn, daß ein deutscher Fahrer gewinnt.



und ist das schlimm?



Geschrieben von schnippler^2 am 15.04.2010 um 10:50:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Zitat:
Original von gardener
Zitat:
Das sind aber jetzt Äpfel und Birnen.


Was? Dass du die Erfolge des wiedervereinigten Radsport-Deutschlands mit denen der BRD vor 1989 vergleichst?


Nein, dass Du aus D eine Radsportnation machst, weil in einem kleinen Teil der Amateursport erfolgreich war. Das hat aber mit der heutigen Zeit nix mehr zu tun, ließe sich als Modell so nicht wiederholen. Wenn nur 1% der Bevölkerung eines Landes die von Dir aufgezählten Namen kennen, kann ich nicht von Radsportnation reden.



Geschrieben von hermann am 15.04.2010 um 10:50:

  RE: Warum sind deutsche Fahrer nur in ausländigschen Teams stark?

Um auf die Frage zu antworten: weil in deuteschen Mannschaften nicht gedopt wird, in ausländischen Mannschaften aber schon.
Oder ? Spassvogel


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