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Geschrieben von Checker am 07.01.2008 um 20:06:

  L'Etape du Tour 2008

Für schnuckelige 198 € Du spinnst ja! kann man auch in diesem Jahr wieder ein Rennen zusammen mit anderen mehr oder weniger Hobbyfahrern auf einer original TdF-Etappe bestreiten. Heuer Augenzwinkern ist es die Etappe nach Hautacam. Findet am 6. Juli statt.

Warum ich das sage? Weil ich die geschmeidigen 198 € Du spinnst ja! bezahlt habe und damit nach Lage der Dinge in einem halben Jahr in Pau am Start stehen werde. Wohnmobil ist schon so gut wie gebucht, und das Rennen wird in 2 Wochen besten Frankreich-Aktivurlaubs eingebettet.

Abgesehen davon: jemand Lust auf das Rennen?



Geschrieben von steffi am 08.01.2008 um 09:39:

Daumen hoch! RE: L'Etape du Tour 2008

kommt das im Fernsehen? dann würde es sich echt mal wieder lohnen TdF zu schauen smile



Geschrieben von Checker am 09.01.2008 um 10:17:

  RE: L'Etape du Tour 2008

Eine Live-Übertragung wird wohl technisch nicht realisierbar sein. Wäre aber schon toll smile .



Geschrieben von Michelin-Männchen am 09.01.2008 um 10:36:

  RE: L'Etape du Tour 2008

1,20 € pro km, da ist ja Porsche-Fahren billiger.

Viel Spass und spare Dir am Tourmalet die Körner für den Schlussanstieg.



Geschrieben von Checker am 14.07.2008 um 22:13:

  Erstes kleines Fazit:

Organisation: super! Vernachlässigbare bis keine Wartezeiten bei Startunterlagenausgabe, Transponderkontrolle und Pastaparty. Bei letzterer konnte man problemlos nachholen - es galt die Devise "Solange der Vorrat reicht". Wasser und Baguette gab es im Überfluss dazu. Sehr freundliches Personal an allen Orten.
Davon können sich gewisse deutsche Rennen und österreichische Radmarathons zwei bis drei Scheiben abschneiden...

Wetter: miserabel: am Start strömender Regen, der in der Folge nur widerwillig nachließ. Am Tourmalet Nieselregen, dichter Nebel und 8°C. In Hautacam war es nicht viel besser. Brrrr!!!

Strecke: 169 km, 13 mehr als die Profis (wir hatten keine Neutralisation), Kollege Andi hat 3669 hm ermittelt. Auch etwas mehr als bei den Profis, da wir kurz vor dem Schlussanstieg auf eine hügelige Nebenstraße geleitet wurden.

Starterfeld: offiziell 9500 Teilnehmer. Wir standen in Startblock 5, d.h. > 4000 Leute vor uns. Ich weiß nicht, ob die Eingruppierung mit der Reihenfolge der Anmeldung zusammen hängt, oder ob die 5 der "Ausländerblock" war - denn Einheimische konnte ich dort in unserem Umfeld nicht entdecken. Dafür Neuseeländer, Amerikaner, Briten - und mind. 5 Deutsche... smile

Den Rest hebe ich mir für den richtigen Bericht auf. Nur so viel: ich fand's irgendwie geil! smile



Geschrieben von Hansi.Bierdo am 14.07.2008 um 22:18:

  RE: Erstes kleines Fazit:

Geile Sache, Glückwunsch für diese Leistung!

Und auf den Bericht in (hoffentlich) alter Checker Manier freu ich mich auch schon!



Geschrieben von Donishäusle am 14.07.2008 um 23:06:

  RE: Erstes kleines Fazit:

Zitat:
Original von Checker

Den Rest hebe ich mir für den richtigen Bericht auf. Nur so viel: ich fand's irgendwie geil! smile


Freu ich mich auch schon darauf, vielleicht gibts ja noch eine Kurzbeschreibung der kleinen Schwarzwaldvorbereitungstour Augenzwinkern



Geschrieben von Barus am 15.07.2008 um 00:08:

  RE: Erstes kleines Fazit:

Hauptsache ist, dass Du keinen Sturz oder Defekt hattest. Augenzwinkern



Geschrieben von Checker am 15.07.2008 um 22:04:

  RE: Erstes kleines Fazit:

Zitat:
Original von Donishäusle
Freu ich mich auch schon darauf, vielleicht gibts ja noch eine Kurzbeschreibung der kleinen Schwarzwaldvorbereitungstour Augenzwinkern


Ach was, ich haue einfach den ganzen Reisebericht hier herein smile ! Gehört ja quasi zur LEdT-Vor- und Nachbereitung. Allerdings fehlen mir noch die Tourenprofile und fast alle Fotos. Daher erstmal der

Prolog:

Mit so einem Gefährt brachen wir - Andi, Basti, Basti 2 a.k.a. Geralf, Corny, Konrad und checker - mit Rad und Kegel am Freitag, dem 27.06.2008, relativ spät (16:00 Uhr) in Halle/Saale auf. Der erste kleine Nahrungsmitteleinkauf (nur das nötigste...) im Wert von 103,00 € ließ nicht lange auf sich warten. Schwer beladen bahnte sich das Mobil den Weg über das innerdeutsche 6-Spur-Asphaltband in Richtung Freiburg. Aufgrund begrenzter Reisegeschwindigkeit und häufiger Essenspausen dauerte dies seine Zeit, erst gegen 23:30 Uhr fuhren wir in die südbadische Metropole ein. Direkt weiter nach Kirchzarten, wo wir unbehelligt den Campingplatz entern und einen adäquaten Platz für unsere fahrende Gartenlaube aussuchen konnten. Erste Nacht im Wohnmobil - ich schlafe allein oberhalb des Fahrgastraumes und bin damit eigentlich ganz zufrieden. Basti und Corny werden ins Zelt ausgelagert.



Geschrieben von Checker am 25.07.2008 um 15:05:

 

Ich stelle mal den ersten Bericht rein. Profil wird später nachgereicht.


1. Tag, 28.06.2008: „Schnuppertour“ durch den Schwarzwald

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil an Zeit in einem 6-Mann-1-Wohnmobil-Radurlaub muss der allgemeinen Organisation zugute kommen, wenn nicht gleich das große Chaos ausbrechen soll. Und die Synchronisation der individuellen Vorbereitungsabläufe ist am ersten Tag naturgemäß auch noch ausbaufähig smile . Dementsprechend zeigt die Uhr bereits 10:30, als wir endlich zu unserer ersten Radtour aufbrechen. Die Highlights des Schwarzwaldes hatten wir uns vorgenommen: Schauinsland, Belchen und – noch einmal Schauinsland Augenzwinkern . Aber der Reihe nach: bei bestem Sommerwetter rollten wir zunächst gemütlich über Stegen und Ebnet nach Freiburg. Diese etwa 10 flachen Kilometer genügten bereits, den Wunsch nach Höhe gewinnenden Straßen ins beinahe Unermessliche steigen zu lassen, und der Abzweig zum Schauinsland war auch schnell gefunden. Auf den ersten Kilometern sind die Gradienten noch vernachlässigbar, aber als am rechten Straßenrand ein 12%-Schild zu erblicken war, kamen die Bergübersetzungen dann doch sehr früh zum Einsatz (btw: 4 von 6 Gruppenmitgliedern fuhren Kompaktkurbeln, einer dreifach – lediglich der Verfasser traute sich mit der klassischen Heldenkurbel in die Steilwände). Ein wenig nachdenklich stimmte mich die Tatsache, dass ich bereits hier den 27er Rettungsanker auswarf. Aber so ließ sich die Rampe nun einmal deutlich angenehmer überwinden.
In der Folge pegelte sich die Anstieg jedoch bei angenehmen 6-8% ein, und ich fuhr Seite an Seite mit Andi vergnügt durch dichten Wald nach oben. Von hinten rückte Konrad langsam näher, aber als er nur noch 10 Meter Abstand hatte, beschleunigten wir mal kurz großes Grinsen . Basti war kurz dahinter, Corny und Geralf ließen sich etwas mehr Zeit. Bald lichtete sich der Wald und es offenbarten sich lohnenswerte Ausblicke nach Freiburg und Richtung Rhein. Da uns die Steigung nur mäßig forderte, vertrieben Andi und ich die Zeit mit Levi-Leipheimer-Imitationen. Dadurch bemerkten wir kaum, dass 3 km vor dem Pass Basti mit gewaltigem Tritt von hinten angeschossen kam. Also Kette aufs große Blatt geworfen und treten! Der flachere letzte Abschnitt des Anstiegs ließ ein ordentliches Tempo zu, und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon oben. Schöner Rollerberg, ideal zum Warmfahren!

Rasant ging danach die Fahrt hinunter nach Todtnau, wo ich wahrscheinlich leuchtende Kinderaugen bekam beim Anblick der monströsen Sommerrodelbahn. Leider ließen wir diese links liegen und bahnten uns den Weg nach Utzenfeld, wo der zweite große Anstieg des Tages zum Belchen begann. Bei durchschnittlich 7,1% auf 11,4 Kilometern, langen Abschnitten mit >8% und grobem Asphalt Marke „Pyrenäenstandard“ rollte es hier schon nicht mehr so leichtfüßig wie am Schauinsland. Leichte Verwirrung schlich sich zudem ein, als an der Talstation der Belchenbahn plötzlich die Straße endete. Aber eine genauere Inspektion des anschließenden Schotterweges brachte dann doch Gewissheit, dass es noch weitergeht. Auf den letzten Kilometern zum Belchenhaus gab es einige lustige und sinnlose Attacken, bevor ich mich mal kurz als Indurain aufspielte und wieder Ordnung ins Geschehen brachte smile .
Die Aussicht vom Belchen war herrlich, zumal das Wetter sich von seiner besten Seite zeigte. Die Frage der Pausengestaltung bot leider wenig Raum für Kompromisse: die überzeugten Pausenverweigerer (Andi, ich großes Grinsen ) mussten sich den Befürwortern (warmer) Mittagsmahlzeiten (Rest) unterordnen. So bekam Geralf seine Pommes, Corny sein Schinkenbrot und viel Zeit… – und wir alle einen guten Blick auf die hübsche Bedienung. Dann hat sich die eine Stunde Pause ja doch gelohnt großes Grinsen .

Es ging nun wieder zurück bis zum Abzweig der Belchen-Gipfelstraße, danach erneut einige Höhenmeter bergauf durch idyllisches Hinterland, schließlich bergab zum Wiedener Eck und weiter ins Münstertal. Die donishäusle-peso-Abkürzung habe ich nicht getestet, sondern lediglich respektvoll betrachtet Augenzwinkern . Genussvoll rollten wir durch die großzügigen Serpentinen und Kurven der Wiedener Ecke-Passstraße hinab, ehe die abzweigende Straße auf knapp 600 Meter Meereshöhe zum Abbremsen zwang. Die Stohrenstraße und damit die 2. Bezwingung des Schauinsland am heutigen Tag warteten. Wobei „Bezwingung“ hier durchaus wörtlich zu nehmen ist. Keine guten Erinnerungen habe ich an diese dreifache Mur de Huy, und die Tatsache, dass ich mit einer Übersetzung von 39:27 auskommen muss, stimmt mich nicht gerade hoffnungsvoller. Hätte ich doch auch auf kompakt umgerüstet… Es geht los, die Straße beginnt gemäß Erinnerung mit erträglichen Gradienten. Der Belag ist neu, davon hatte ich gelesen. Geralf, der den ganzen Tag im Grupetto unterwegs war großes Grinsen , zeigt nun plötzlich Ambitionen und fährt vorneweg. Nur langsam gewinne ich Meter um Meter zurück. Die Straße neigt sich nun stärker, die Kadenz sinkt rapide, das Wohlbefinden auch. Verstohlene Blicke auf den CM: 13, 16, 15%. Jeder kämpft jetzt für sich allein, gegen die Steigung, gegen die Hitze. Geralf ist immer noch vorn, in Zeitlupe kämpfe ich mich heran. Von „Stil“ kann hier keine Rede mehr sein, ich wuchte mich und mein Rad nach oben. Endlich bin ich bei Geralf – der trotz Kompaktkurbel scheinbar nicht weniger leidet. Ich quäle mich vorbei, die nächste Wand wartet schon und lässt mich aus dem Sattel gehen. Jetzt liegt Geralf leicht zurück, ich durchfahre eine Rechtsserpentine – uff, die ist ganz innen ja 30% steil! Danach wird mir klar, dass ich beim diesem Überholvorgang doch leicht übertrieben habe, denn aus dem roten Bereich komme ich bis zum Ende des Steilstücks nicht mehr heraus. Verbissen kämpfend halte ich mich vorn, das Flachstück in Richtung Gieshübel ist wie eine Erlösung. War wieder ein harter Brocken, die Stohrenstraße! Aber irgendwie hat sie ihren Charakter verloren: vor 6 Jahren noch ein abweisendes, schmales, leidlich asphaltiertes Waldsträßchen, ist sie heute tadellos ausgebaut (augenscheinlich haben auch einige Bäume am Straßenrand dran glauben müssen). Es mag sonderbar klingen, aber das hat mich fast ein wenig enttäuscht.
Zurück zum Spiel: nachdem alle in Gieshübel angekommen waren, kämpften wir uns die letzten Höhenmeter durch die Baustelle zur Schauinslandstraße hinauf. Dort konnten wir frohlocken, denn vor uns lag jetzt lediglich noch die Abfahrt über Hofsgrund zurück nach Kirchzarten, welche dem ein oder anderen Teilnehmer fast 90 km/h bescherte. Nach dieser schwindelerregenden Schussfahrt war unser ansehnliches Tagespensum erfüllt. Tolle Tour!

P.S. noch vor dem Duschen wurde der nächste 90 €-Einkauf getätigt. Solche Strapazen auf dem Rad machen schließlich hungrig smile .


Karte



Geschrieben von Andi am 27.07.2008 um 19:10:

Daumen hoch!

Sehr schöner Bericht, ich freu mich schon auf Tag 2 und alle weiteren Tage!!



Geschrieben von Checker am 28.07.2008 um 15:26:

 

Weiter geht es:


2. Tag, 29.06.2008: Ballontour in den Vogesen

Nach nur einem Tag mussten wir den schönen Schwarzwald bereits wieder verlassen und damit Kaliber wie Kandel, Feldberg oder das Donishäusle Augenzwinkern unbefahren links und rechts liegenlassen. Die Vogesen riefen, und somit saßen wir bereits kurz nach 9 Uhr im Mobil, um den Transfer nach Soultzbach anzutreten. Dieser kuschelige kleine Ort erschien uns als passender Ausgangspunkt zur Erstürmung des Petit Ballon, des ersten großen Hindernisses am heutigen Tag. Von Soultzbach aus ließ es sich zunächst bei leicht ansteigender Straße recht gut einrollen, ehe nach rund 5 Kilometern in Wasserbourg der Spaß endete bzw. begann – je nach Sicht der Dinge Augenzwinkern : mitten im Ort neigte sich die Straße unvermittelt bis zu 14%, womit bereits hier der schwerste Abschnitt dieses Anstiegs zu überwinden war. Ausgangs Wasserbourg verschwand die Straße im Wald und flachte etwas ab, nahm aber weiterhin zweistellige Steigungswerte an. Auffällig oft kam wieder das 27er Ritzel zum Einsatz. Kein leichter Anstieg, zudem ließ die feuchtwarme Luft den Schweiß nur so rinnen. Erst bei Ried wurde es flacher, sogar eine kleine Abfahrt ließ die Muskulatur kurzzeitig zur Ruhe und uns zeitweilig zu fünft zusammen kommen. Zwei Kilometer vor dem Pass gab uns der Wald frei, und auf dem freien Gelände zog Basti mächtig am Horn. Konrad und Geralf waren zurückgefallen, Andi kämpfte sich hörbar smile wieder heran. Noch ein paar kleine Mätzchen, und die Passhöhe war erreicht. Gerade einmal 15 Kilometer haben wir bis hierher geschafft.
Oben am Petit Ballon gab es eine Verpflegungsstation eines zeitgleich stattfindenden MTB-Marathons, und die netten Leute dort am Tisch gewährten uns einen kleinen Imbiss und Wasser. Geralf meinte wohl, dass einer der Teller speziell für ihn vorbereitet wurde, und futterte ihn genüsslich leer. Guten Appetit! smile

Es folgte die Abfahrt nach Sondernach auf recht bescheidener Straße, an deren Ende abrupt der nächste Anstieg zum Col du Platzerwasel begann. Lustiger Name, steile Rampen, landschaftlich überaus unspektakuläre Straße. Es ging beständig durch dichten Wald, die Steigung betrug fast immer 8 bis 12%. Und null Ausblicke, die von den Strapazen ablenken könnten. Nach dem Petit Ballon ein weiteres hartes Stück Arbeit, und da die Passhöhe genauso reizarm wie der Anstieg war, fuhr ich direkt weiter Richtung Breitfirst. Auf dem Weg dorthin wurde die fehlende Abfahrt durch zusätzliche Höhenmeter ausgeglichen smile , aber nach dem harten Platzerwasel war das nicht mehr als ein kleines Dessert – und endlich ergaben sich traumhafte Ausblicke auf die Vogesengipfel. Die Route de Crêtes war fast erreicht.

Hier ließ es sich erst einmal rasten! Konrad war etwas deprimiert, da wir zu fortgeschrittener Stunde gerade einmal 35 Kilometer zurückgelegt hatten Augenzwinkern (davon allerdings 25 bergauf). So fuhren wir dann in erhöhtem Tempo auf der wunderbaren Route de Crêtes fast flach in Richtung Grand Ballon, dessen Gipfel samt auffälliger Radarstation bereits von weitem sichtbar war. Die letzten 1,5 Kilometer zum Pass warteten dann noch einmal mit maximal 8% Steigung und den verblichenen Namen einstiger T-Mobile-Helden auf dem Asphalt auf. Andi sicherte sich mit einem beeindruckenden Sprint die Bergwertung vor Basti. Auf dem Grand Ballon gab es – natürlich - Mittagessen. Dieses Mal Nudeln und sogar Flammkuchen, die Pommes für Geralf waren obligatorisch. Der Verfasser begnügte sich indes mit Banane und Müsliriegel. Wenigstens einer muss doch den sportlichen Charakter unseres Ausfluges wahren!

Vom Grand Ballon aus fuhren wir auf der Route de Cretes zurück und weiter Richtung Col de la Schlucht. Kleine Rampen mit maximal 50 Höhenmetern ließen sich gut wegdrücken, ansonsten genossen wir das herrliche Panorama der Vogesen. Lediglich einige scheinbar lebensmüde Motorradfahrer trübten die Freude ein wenig. Die 100 Höhenmeter auf der Stichstraße zum Hohneck nahmen wir auch noch mit und wurden nicht enttäuscht – der Rundblick vom Gipfel war die zusätzliche kleine Anstrengung mehr als wert. Von hier aus führte die Strecke dann weitgehend bergab zum Col de la Schlucht (neben dem Col du Lauteret der einzige mir bekannte Pass, der sich mittels einer Abfahrt bezwingen lässt), wo sich unsere Gruppe teilte. Wir hatten nämlich spontan beschlossen, in Gérardmer zu campen, und das Quartett Corny, Basti, Geralf und Konrad war auserkoren, einen geeigneten Campingplatz ausfindig zu machen. Andi und ich hingegen stürzten uns die Ostseite des Col de la Schlucht hinunter (bei konstant 4-5% Gefälle hieß das: treten, treten, treten!), hängten ein Wohnmobil ab, ärgerten uns über die Kopfsteinpflaster-Ortsdurchfahrt von Munster und bolzten die letzten Kilometer auf breiter Straße zurück nach Soultzbach. Das Wohnmobil war binnen 10 Minuten startklar, und wir fuhren auf identischer Strecke zurück zum Col de la Schlucht und weiter nach Gérardmer. Unser Campingplatz lag direkt am See – ein herrliches Fleckchen. Natürlich ließen wir uns nicht lange zu einer Runde Schwimmen bitten. Schade, dass wir morgen schon wieder weiterziehen müssen. Blöder stressiger Urlaub! Augenzwinkern

P.S. Das EM-Finale am gleichen Abend konnte uns nur kurzzeitig ernüchtern. Schließlich zählt ab jetzt der Radsport!


Karte



Geschrieben von Moreau am 28.07.2008 um 15:56:

 

beifall



Geschrieben von Checker am 29.07.2008 um 15:07:

 

3. Tag, 30.06.2008: Vogesen-Epilog + Kilometersammeln im Wohnmobil


Für den Montag war lediglich eine kleine Erholungsradtour vorgesehen - schließlich wollten wir noch am gleichen Tag den Transfer in die Provence schaffen. Also mal kurz in der TdF-Datenbank meines Gedächtnisses gekramt – 2005, 8. Teilstück, Start in Gérardmer. Richtig, die Sieg-für-Rasmussen,-Rippenprellung-für-Ullrich-Etappe! Die ersten beiden Bergwertungen besagter Etappe erschienen mir hervorragend geeignet für eine lockere Runde, und wer fährt nicht gern auf Original-TdF-Strecken? Hoffentlich gibt es nicht zu viel Seitenwind…

Die Tour war wirklich sehr entspannend. Wir machten ein paar lustige Spielchen, z. B. „Pantani attackiert Ullrich“ – wobei Andi mit seiner Digitalkamera als Kameramotorrad fungierte smile . Der Anstieg zum Col de la Grosse Pierre war zweigeteilt, in der Zwischenabfahrt hatte es damals Ulle geschmissen. Hinunter ging es nach La Bresse und direkt hinein in den Anstieg zum Col des Feignes . Naja, „Anstieg“. Die Steigung bewegte sich zumeist zwischen 2 und 4 %, lediglich eine Rampe kurz vor dem Ende rechtfertige ein Aus-dem-Sattel-gehen. So vergingen diese 11 Kilometer, vorbei an idyllischen Seen, recht schnell und schmerzlos. Am Col des Feignes verließen wir dann die TdF-Strecke und stürzten uns in die kurze Abfahrt nach Xonrupt-Longemer. Entlang des Lac de Longemer ging die Fahrt genussvoll weiter, und die letzen Kilometer zurück nach Gérardmer verliefen ebenfalls ohne weitere Hindernisse. Nach der Umrundung des Lac de Gérardmer erreichten wir schließlich wieder unseren Campingplatz.

Definitiv anstrengender als die Radtour war die anschließende Autofahrt. Über 600 Kilometer bei hochsommerlichen Temperaturen, ohne Klimaanlage und der fehlenden Möglichkeit, die Kippfenster hinten im Wohnmobil während der Fahrt geöffnet zu lassen ohje... . Wir schwitzten, als gelte es, den fehlenden Schweiß auf dem Rad von heute nachzuholen. Selbst in den Abendstunden zeigte das Thermometer noch 30°C! Zudem sah sich Corny mit dem Feierabendverkehr rund um Lyon konfrontiert. Als aber kurz vor 22 Uhr in der Abenddämmerung, 30 Kilometer entfernt, der weiße Kegel mit dem Sendeturm auf der Spitze zum ersten Mal sichtbar wurde, waren die Leiden der Autofahrt vergessen. Dort wollen wir morgen hoch! Zum Mont Ventoux! smile
Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen Parkplatz kurz hinter Malaucène. Corny und Basti schliefen übrigens auf dem Dach des Wohnmobils…


Karte



Geschrieben von Moreau am 29.07.2008 um 15:33:

 

aaah, ventoux, das wird spannend !" Jippieh!!!



Geschrieben von Kette rechts am 29.07.2008 um 20:02:

 

Zitat:
Original von Checker
Corny und Basti schliefen übrigens auf dem Dach des Wohnmobils…


Gibt´s davon Bilder ? Zunge raus



Geschrieben von KitKat am 29.07.2008 um 20:18:

 

neid ganz traurig



Geschrieben von Checker am 29.07.2008 um 20:40:

 

Zitat:
Original von KitKat
neid ganz traurig


Kein Problem, die Anstiege kann man allesamt auch mit dem Auto hochfahren. großes Grinsen

@Kette rechts: Gigabytes von Fotos und Videos werden momentan noch geordnet. Bei Gelegenheit poste ich ein paar Bildchen. smile



Geschrieben von Andi am 30.07.2008 um 07:39:

Daumen hoch! Schreiberling!

Fein, fein: Jeden Tag ein Schmankerl zum Lesen!! Wann kommt denn Dein erstes Pässe-Buch auf den Markt?
;-)



Geschrieben von Checker am 30.07.2008 um 10:51:

  RE: Schreiberling!

Nöö, Pässe-Bücher gibt es schon genug. Allerdings schwebt mir ein Werk mit dem Titel "Gemeinheiten rechts und links der Oberelbe" vor smile .


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH