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Geschrieben von gulaschkanone am 03.08.2006 um 16:29:

Text Doping und Stellungsnahmen zum Thema

Ursprünglich wollte ich dies in den Tobias-Steinhauser-Thread schreiben, aber dachte mir, ich eröffne mal ein eigenes Thema, um zu erfahren, was ihr für eine Meinung zu diesem Thema habt. Anstoß war für mich die Kritik an Tobias Steinhauser für dessen Interview bei radsport-news

Ich glaube nicht, dass es richtig ist, bei dem anzunehmenden Ausmaß des Dopings im Profisport, den einzelnen Sportlern Doping und deren Äußerungen dazu vorzuwerfen. Denn irgendwann mussten diese sich entscheiden, ob sie Profi werden wollen und ihr Geld mit dem Sport verdienen. So wie es aussieht, ist dies gleichbedeutend mit der Entscheidung pro Doping. Wie es scheint ist Doping ein fundamentaler Baustein im Profisport(vgl.Philippe Coquerelle), ohne den man keine guten Resultate erzielen kann(vgl.Rolf Järmann). Wenn man von der Richtigkeit dieser Aussagen ausgeht, davon gibt es ja in der Dopingrubrik von C4F noch mehr, ist es meiner Meinung nach falsch, den Leuten wie oben schon geschrieben Doping und die verleumderischen Aussagen dazu vorzuwerfen, viel mehr müsste man ihnen dann vorwerfen Profisportler geworden zu sein.

Doch mit der Entscheidung den Sport als Beruf auszuüben sind Profis auch wohl oder übel auch dem Zwang unterworfen Leistung zu zeigen und Resultate zu bringen um Geld zu verdienen, und so wie es aussieht kann man dies nur mit speziellen Hilfsmitteln, wenn der Großteil der Konkurrenz diese auch benutzt. Die Dauer einer Karriere als Profisportler ist noch dazu zeitlich eng begrenzt, so dass ein Sportler das Maximale aus dieser versucht herauszuholen, dazu sind Platzierungen im hinteren Teil der Resultatslisten nicht ausreichend.
Hinzu kommt das die beruflichen Aussichten vieler Profis nach der sportlichen Karriere nicht vielversprechend sind, so dass der Drang sich ein sicheres Auskommen für das Leben nach dem Sport noch verstärkt wird.
Aufgrund dieser Gesichtspunkte ist es meiner Meinung nach unumgänglich, dass ein junger Sportler, wenn er sich für eine Profilaufbahn entschieden hat und dann in ein System hineinkommt, indem Doping Usus ist, sich auch für die Verwendung unerlaubter Mittel entscheidet, ich denke es gibt nicht sehr viele Menschen die dem widerstehen könnten. Noch dazu kommt eine gewisse öffentlich Erwartungshaltung.

Ist ein Fahrer ersteinmal selbst in dieses System integriert, wird er normalerweise nicht, wenn die Sprache auf Doping kommt, jemanden anschwärzen, der ein Teil des gleichen Systems ist. Noch dazu besteht das soziale Umfeld von Sportlern ebenfalls aus Sportlern, und deshalb ist es wohl nicht verwunderlich, das ertappte Profis nicht auspacken, denn wer verrät gerne seine Freunde und isoliert sich privat. Umgekehrt prügeln Profis selten auf ertappte Kollegen ein. Die Medien werden einem wahrscheinlich urz Beifall und Geld spenden, wenn man auspackt, doch wieviele Freunde hat man noch, nachdem man für die Medien uninteressant geworden ist, wenn man ein ganzes Leben lang seinen Lebensmittelpunkt im Sport hatte.

Somit sind für mich pauschale Verurteilungen und Anschuldigungen nicht wirklich angebracht, man sollte nicht auf die Sportler einschlagen, wie es die Medien und auch Fans im Moment tun, sondern es sollte überlegt werden, wie oder ob man dieses System zerschlagen kann.
Ich glaube, dass dies sehr schwer wird, vielleicht auch unmöglich ist, wenn sich nicht vieles ändert. Dazu gehören für mich verbesserte und umfangreichere Kontrollen, die Abgabe einer reinen(ist dies möglich zu garantieren?) Musterprobe, die zu Vergleichen herangezogen werden kann, doch dafür ist mehr Geld nötig. Sehr wichtig ist auch eine differenzierte Berichterstattung der Medien, es kann für mich nicht sein, dass im Radsport alle dopen und gleichzeitig werden neue Schwimmstars geboren, die Weltrekorde aufstellen und Zeiten von nachweislich gedopten und trainingstechnisch sicher nicht schlecht vorbereiteten DDR-Athleten um Welten schlagen. Immer neue Weltrekorde können nicht das einzige Ziel des Sports sein, sonst fördert, rechtfertigt und fordert man doch automatisch Doping.
Lösungen gibt es wohl noch keine 100% und solange das nicht der Fall ist, sollte man meiner Meinung nach nicht auf einzelne Sportler einprügeln, denn wer ohne Schuld ist werfe den ersten SteinAugenzwinkern , man sollte sie aber auch nicht blauäugig verteidigen.
Wichtig wäre meiner Meinung die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins, das der Spitzensport ein generelles Dopingproblem hat und man eine Lösung auch öffentlich diskutieren sollte und nicht einzelne ertappte Rennfahrer brandmarken sollte, die so blöd waren und sich erwischen ließen. Dies wird ohne objektive Berichterstattung von Seiten der Medien nicht gehen, doch solange diese ihre Eigeninteressen und die damit verbundene Förderung von eigenen Sportidolen nicht lassen wird eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht möglich sein und es wird sich nichts ändern.
Vielleicht wäre eine Generalamnestie für die Sportler doch ein Lösungsansatz, um mit diesen eine Lösung zu erarbeiten, denn ich glaube nicht, dass sich der Großteil gerne irgendwelche Chemiekalien spritzt und schluckt. Die Sauberen wären dabei natürlich die Dummen, doch wird dieser Lösungsansatz nur Utopie bleiben.


MfG Ken



Geschrieben von conconi am 03.08.2006 um 17:02:

Daumen runter! RE: Doping und Stellungsnahmen zum Thema

Zitat:
Original von gulaschkanone
Ich glaube nicht, dass es richtig ist, bei dem anzunehmenden Ausmaß des Dopings im Profisport, den einzelnen Sportlern Doping und deren Äußerungen dazu vorzuwerfen. Denn irgendwann mussten diese sich entscheiden, ob sie Profi werden wollen und ihr Geld mit dem Sport verdienen.

Das wird wohl fast immer so so sein. Aber niemand zwingt sie auch nach der Karriere aktiv in der Szene rumzuhüpfen und verharmlosende Interviews zu haben. Niemand nötigt jemanden wie Steinhauser zu solchen aussagen:
Steinhauser: Auf mich hat nie jemand Druck ausgeübt. Abgesehen davon bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand Manzano gezwungen hat, weiter Rad zu fahren.

Es erwartet doch keiner ernsthaft, dass die gedopten Fahrer sich selbst anzeigen gehen. Aber Sprüche wie die von Steinhauser sind so dermaßen eklig, so einen möcht ich möglichst nicht mehr sehen.



Geschrieben von gulaschkanone am 03.08.2006 um 17:20:

  @conconi

Das ist schon klar, aber wer zwingt denn Fans, sich Profisport anzuschauen, bzw. fördert blindes Fantum nicht Doping?
Sind beispielsweise Steinhausers Aussagen nicht erklärbar?
Ich finde es genauso heuchlerisch von einem x-beliebige Fan wie auch von den Medien, diese Haltung zu verurteilen. Man sollte doch die ganze Entwicklung bis es zu so einer Aussage kommt betrachten, und das ist in diesem Fall eine ganze Sportlerlaufbahn.
Aber du würdest sicher anders reagieren, wärst du in Steinhausers Lage.

Soll nicht persönlich sein.

MfG



Geschrieben von chay05 am 03.08.2006 um 17:24:

  RE: Doping und Stellungsnahmen zum Thema

Zitat:
Original von gulaschkanone
Sehr wichtig ist auch eine differenzierte Berichterstattung der Medien, es kann für mich nicht sein, dass im Radsport alle dopen und gleichzeitig werden neue Schwimmstars geboren, die Weltrekorde aufstellen und Zeiten von nachweislich gedopten und trainingstechnisch sicher nicht schlecht vorbereiteten DDR-Athleten um Welten schlagen.


Das gehört für mich auch zu den öffentlich-rechtlichen Kuriositäten der letzten Tage. Erst Dopingbetroffenheitsgeschwätz und Boykottdrohungen bei der Radsportberichterstattung. 5 Minuten später Jubelarien wenn bei der Schwimm-EM die Weltrekorde nur so purzeln.

Zitat:

Vielleicht wäre eine Generalamnestie für die Sportler doch ein Lösungsansatz, um mit diesen eine Lösung zu erarbeiten, denn ich glaube nicht, dass sich der Großteil gerne irgendwelche Chemiekalien spritzt und schluckt. Die Sauberen wären dabei natürlich die Dummen, doch wird dieser Lösungsansatz nur Utopie bleiben.


Ich könnte mit einer Amnestie auch etwas anfangen. Allerdings muss es vorher einen drastischen Schnitt mit den Strukturen geben, die bisher das Doping beförderten bzw. nicht behinderten. Sind hier ja schon diverse Dinge genannt worden, zB:

Dopingkontrollen nicht mehr unter der Oberaufsicht der UCI
Veröffentlichung der Testergebnisse
Fahrerprofile
Sanktionen auch gegen die Teams, wenn Fahrer erwischt werden



Geschrieben von conconi am 03.08.2006 um 17:53:

  RE: @conconi

Zitat:
Original von gulaschkanone
Das ist schon klar, aber wer zwingt denn Fans, sich Profisport anzuschauen, bzw. fördert blindes Fantum nicht Doping?

also hier im forum hab ich im schnitt letzten monat alles andere als blindes fantum erlebt. gab es auch, aber war meiner meinung nach nicht die mehrzahl der schreiber.

Zitat:
Original von gulaschkanone
Aber du würdest sicher anders reagieren, wärst du in Steinhausers Lage.

Ich hab keine Ahnung, wie soll man sows glaubwürdig beantworten? Ich hätte mich wahrscheinlich nach Aktionen wie denen gegen Simeoni geschämt. Und dann nach Karriereende vielleicht einfach die klappe gehalten und dem Radsport den Rücken gekehrt wie z.B. Mancebo.



Geschrieben von Flahute am 03.08.2006 um 18:02:

  @gulaschkanone

Zitat:
Original von gulaschkanone
Sind beispielsweise Steinhausers Aussagen nicht erklärbar?
Ich finde es genauso heuchlerisch von einem x-beliebige Fan wie auch von den Medien, diese Haltung zu verurteilen.

Wie ist denn Steinhausers Aussage "erklärbar"? Es geht ja nicht darum, dass er Doping als Randerscheinung abtut oder Jan Ullrich für unschuldig hält. Sondern in erster Linie darum, dass er dem "Abweichler" Manzano ganz unverhohlen das Karriereende nahelegt.

Doping mag gang und gäbe sein - im Radsport sowie ganz allgemein im Profisport. Nach außen hin wird jedoch immer der Schein des sauberen, dopingfreien Sports propagiert. Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, sich zu dopen. Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, hinsichtlich der Dopingpraktiken im Profisport zu schweigen. Die mafiöse "Omerta", die im Peloton vorherrscht und fälschlicherweise dafür gehalten wird, dient nur der Verheimlichung und der Wahrung des Scheins (s.o.), hat aber keine "gesetzliche" und erst Recht keine moralische Grundlage.

Sportler, die sich nicht nur dopen, sondern auch gegen diejenigen Kollegen vorgehen, die Doping ablehnen bzw. über Doping "auspacken", diese mobben oder gar einschüchtern, werden also völlig zu Recht verurteilt und beschuldigt - und das keineswegs pauschal!



Geschrieben von gulaschkanone am 03.08.2006 um 19:20:

  RE: @gulaschkanone

Zitat:
Original von Flahute
Wie ist denn Steinhausers Aussage "erklärbar"? Es geht ja nicht darum, dass er Doping als Randerscheinung abtut oder Jan Ullrich für unschuldig hält. Sondern in erster Linie darum, dass er dem "Abweichler" Manzano ganz unverhohlen das Karriereende nahelegt.

Doping mag gang und gäbe sein - im Radsport sowie ganz allgemein im Profisport. Nach außen hin wird jedoch immer der Schein des sauberen, dopingfreien Sports propagiert. Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, sich zu dopen. Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, hinsichtlich der Dopingpraktiken im Profisport zu schweigen. Die mafiöse "Omerta", die im Peloton vorherrscht und fälschlicherweise dafür gehalten wird, dient nur der Verheimlichung und der Wahrung des Scheins (s.o.), hat aber keine "gesetzliche" und erst Recht keine moralische Grundlage.

Sportler, die sich nicht nur dopen, sondern auch gegen diejenigen Kollegen vorgehen, die Doping ablehnen bzw. über Doping "auspacken", diese mobben oder gar einschüchtern, werden also völlig zu Recht verurteilt und beschuldigt - und das keineswegs pauschal!


Personen die andere Personen einschüchtern oder bedrohen, weil diese an die Öffentlichkeit gehen, sollten auch meiner Meinung nach verurteilt werden, doch weiß ich nicht wo du das im Steinhauser Interview herausliest. Hier der betreffende Abschnitt:

Der ehemalige Radprofi Jesus Manzano hat schwere Vorwürfe erhoben. Er sagt, dass jeder Fahrer bei der diesjährigen Tour zu unerlaubten Mitteln gegriffen habe.

Steinhauser: Jesus Manzano ist in meinen Augen ein sehr einfacher Mensch. Dieser Generalverdacht ist absurd. Er selber hat offensichtlich alles Mögliche an Dopingmitteln ausprobiert. Daraus sollte er aber nicht auf andere schließen. Ich habe den Eindruck, dass es Manzano vor allem darum geht, mit seinem Eingeständnis und seinen Anschuldigungen Geld zu machen, indem er nämlich seine Geschichte an Zeitungen und Fernsehstationen verkauft. Ich frage mich, warum er den ganzen Mist genommen hat, wenn er weiß, wie schlecht das ist?

Quelle

Außerdem möchte ich hier nicht explizit einen Herrn Steinhauser oder dopende Athleten verteidigen, mir ist nur wichtig, dass man bei einer Problemlösung den möglichen Standpunkt der Athleten mit berücksichtigt und nicht einfach auf den Sportler als Schuldigen einprügelt. So wird es imho zu keiner dauerhaften Lösung kommen und es ird sich nichts ändern.

@chay05
Da stimmen wir wohl überein.

MfG



Geschrieben von Ingrid am 03.08.2006 um 19:24:

  RE: @gulaschkanone

Gerade habe ich EM-Schwimmen gesehen, wo die deutschen Damen einen neuen Weltrekord mit ich glaube 5 Sek. Verbesserung aufgestellt haben.
Mir kam da schon der Gedanke, dass diese Leistung doch sicher auch angezweifelt wird bzw. werden könnte betr. Doping.

Kurze Zeit später sprach auch der Kommentator dieses an und als Abschluss kam: Hoffentlich wurde dieses Ergebnis mit legalen Mitteln erzielt.

Für Sportler, die wirklich eine "weiße Weste" haben, ist es ja auch wirklich nicht mehr einfach, eine tolle Leistung zu bringen, ohne ins falsche Licht zu rücken. Aber gerade im Schimmsport gab es ja schon einiges. Die deutschen Schwimmer wollen ja wohl selbst einiges mehr tun als gefordert wird.

Als einfacher Sportliebhaber und Fernsehzuschauer weiß man doch wirklich nicht mehr, über welche Leistung man sich noch freuen darf.



Geschrieben von Verrückter am 03.08.2006 um 19:36:

  RE: @gulaschkanone

Besonders weil im Schwimmsport ja auch wohl revolutionäre Verbesserungen in Stil, Ausrüstung etc. mir nicht geläufig sind.



Geschrieben von Flahute am 04.08.2006 um 08:34:

  RE: @gulaschkanone

Zitat:
Original von gulaschkanone
Personen die andere Personen einschüchtern oder bedrohen, weil diese an die Öffentlichkeit gehen, sollten auch meiner Meinung nach verurteilt werden, doch weiß ich nicht wo du das im Steinhauser Interview herausliest. [...]

Quelle

Hier der betreffende Abschnitt:

RADSPORT- NEWS.COM: Herr Manzano behauptet, [er habe Dopingmittel genommen, Anm.] weil auf ihn Druck ausgeübt worden ist. Druck, den jeder Fahrer zu spüren bekomme…

Steinhauser: Auf mich hat nie jemand Druck ausgeübt. Abgesehen davon bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand Manzano gezwungen hat, weiter Rad zu fahren.


Dopingmittel nehmen und auf Profiniveau Rad zu fahren wird hier von Steinhauser in einem Atemzug genannt und von ihm unmittelbar in einen Zusammenhang gebracht.
Im Fall Manzano gibt es für Steinhauser nur eine Alternative, und die ist in meinen Augen schlicht und einfach Erpressung: Wenn er nicht dopen will, braucht er ja auch nicht Rad zu fahren...



Geschrieben von Rino Albergo am 04.08.2006 um 09:16:

  RE: @gulaschkanone

Zitat:
Original von Ingrid
Gerade habe ich EM-Schwimmen gesehen, wo die deutschen Damen einen neuen Weltrekord mit ich glaube 5 Sek. Verbesserung aufgestellt haben.
Mir kam da schon der Gedanke, dass diese Leistung doch sicher auch angezweifelt wird bzw. werden könnte betr. Doping.

Kurze Zeit später sprach auch der Kommentator dieses an und als Abschluss kam: Hoffentlich wurde dieses Ergebnis mit legalen Mitteln erzielt.

Für Sportler, die wirklich eine "weiße Weste" haben, ist es ja auch wirklich nicht mehr einfach, eine tolle Leistung zu bringen, ohne ins falsche Licht zu rücken. Aber gerade im Schimmsport gab es ja schon einiges. Die deutschen Schwimmer wollen ja wohl selbst einiges mehr tun als gefordert wird.

Als einfacher Sportliebhaber und Fernsehzuschauer weiß man doch wirklich nicht mehr, über welche Leistung man sich noch freuen darf.


die haut der französin, die dauernd gewinnt, erinnert auch stark an einen bodybuilder am wettkampftag ... was immer das bedeuten mag ...



Geschrieben von Bobet am 04.08.2006 um 09:21:

 

Der Steinhauser vertritt doch nur nur die Interessen des Pelotons - und bereitet nebenbei publizistisch den Wechsel seines Bald-Schwagers zu DSC vor.
Wie schon gesagt: Gemessen an dem, was in den letzten Wochen aus dem Ullrich-Umfeld herauströpfelt, wird mir Armstrong im Nachhinein immer sympathischer. großes Grinsen



Geschrieben von crn am 04.08.2006 um 09:39:

  RE: @gulaschkanone

Zitat:
Original von Rino Albergo
Zitat:
Original von Ingrid
Gerade habe ich EM-Schwimmen gesehen, wo die deutschen Damen einen neuen Weltrekord mit ich glaube 5 Sek. Verbesserung aufgestellt haben.
Mir kam da schon der Gedanke, dass diese Leistung doch sicher auch angezweifelt wird bzw. werden könnte betr. Doping.

Kurze Zeit später sprach auch der Kommentator dieses an und als Abschluss kam: Hoffentlich wurde dieses Ergebnis mit legalen Mitteln erzielt.

Für Sportler, die wirklich eine "weiße Weste" haben, ist es ja auch wirklich nicht mehr einfach, eine tolle Leistung zu bringen, ohne ins falsche Licht zu rücken. Aber gerade im Schimmsport gab es ja schon einiges. Die deutschen Schwimmer wollen ja wohl selbst einiges mehr tun als gefordert wird.

Als einfacher Sportliebhaber und Fernsehzuschauer weiß man doch wirklich nicht mehr, über welche Leistung man sich noch freuen darf.


die haut der französin, die dauernd gewinnt, erinnert auch stark an einen bodybuilder am wettkampftag ... was immer das bedeuten mag ...


Wer kommentiert eigentlich im ZDF? Kristin Otto? Augen rollen



Geschrieben von Donishäusle am 04.08.2006 um 09:50:

 

Zitat:
Original von Bobet
wird mir Armstrong im Nachhinein immer sympathischer. großes Grinsen


Nun ja unsympathischer jedenfalls nicht..tja.... Im Fall Steinhauser, dessen aussagen ich teilweise für wirklich Haarsträubend halte, geht es ja darum das Steinhauser auch als einer der nicht mehr (direkt) im System ist, mehr oder weniger leugnet das der Radsport das grosse Problem hat, das er ja offensichtlich hat.
Auch wenn ich mir nicht sicher bin, daß der gute Rolf nie was genommen hat sehe ich in seinen Aussagen eher die Chance etwas konstruktiv verändern zu wollen, und vor allem die Ansätze sind bedenkenswert. Steinhauser liefert einfach nichts in dieser Richtung, sondern beschränkt sich darauf andere zu diskreditieren, wobei ich seine Einschätzung von Manzano allerdings teilweise ähnlich sehe.....



Geschrieben von cedros am 04.08.2006 um 11:38:

 

Zitat:
Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, sich zu dopen. Es gibt kein Gesetz, dass einen Sportler dazu zwingt, hinsichtlich der Dopingpraktiken im Profisport zu schweigen. Die mafiöse "Omerta", die im Peloton vorherrscht und fälschlicherweise dafür gehalten wird, dient nur der Verheimlichung und der Wahrung des Scheins (s.o.), hat aber keine "gesetzliche" und erst Recht keine moralische Grundlage.

Aber eine soziale, wie gulaschkanone in seinem Eröffnungsbeitrag treffend beschrieben hat.

Zitat:
Hier der betreffende Abschnitt:

RADSPORT- NEWS.COM: Herr Manzano behauptet, [er habe Dopingmittel genommen, Anm.] weil auf ihn Druck ausgeübt worden ist. Druck, den jeder Fahrer zu spüren bekomme…

Steinhauser: Auf mich hat nie jemand Druck ausgeübt. Abgesehen davon bin ich mir ziemlich sicher, dass niemand Manzano gezwungen hat, weiter Rad zu fahren.

Dopingmittel nehmen und auf Profiniveau Rad zu fahren wird hier von Steinhauser in einem Atemzug genannt und von ihm unmittelbar in einen Zusammenhang gebracht.
Im Fall Manzano gibt es für Steinhauser nur eine Alternative, und die ist in meinen Augen schlicht und einfach Erpressung: Wenn er nicht dopen will, braucht er ja auch nicht Rad zu fahren...

Wenn man möchte, kann man das so interpretieren. Gemeint war es aber MIT SICHERHEIT so: Wenn Manzano ohne Doping nicht stark genug ist, um mit den anderen ungedopten Fahrern mitzuhalten, dann soll er es halt bleiben lassen.

Zitat:
Im Fall Steinhauser, dessen aussagen ich teilweise für wirklich Haarsträubend halte, geht es ja darum das Steinhauser auch als einer der nicht mehr (direkt) im System ist

Er nicht, aber sein soziales Umfeld wohl schon.

Steinhauser war mir ja noch nie sonderlich sympathisch und das Interview trägt auch nicht gerade dazu bei, dass sich das ändert.
Ich halte es auch für angebracht, wenn Ex-Fahrer Stellungnahmen zu dem Thema einfach ablehnen (ausgenommen von Co-Kommentatoren - die können wirklich nicht anders, wenn sie im Laufe einer Live-Übertragung immer wieder drauf angesprochen werden).

Aber grundsätzlich muss ich gulaschkanone schon recht geben. Man sollte deshalb nicht auf einzelne Fahrer einprügeln.



Geschrieben von Flahute am 04.08.2006 um 12:27:

 

Zitat:
Original von cedros
Aber eine soziale, wie gulaschkanone in seinem Eröffnungsbeitrag treffend beschrieben hat.

Nein. Gulaschkanone hat vom sozialen Druck, sich dopen zu müssen, geredet. Das mag noch den sozialen Druck implizieren, über Doping zu schweigen. Der angebliche soziale Druck, die Nicht-Schweiger zum Schweigen zu bringen oder in irgend einer Art anzufeinden, ist darin nicht beinhaltet und schießt meines Erachtens weit über's Ziel hinaus.

Zitat:
Original von cedros
Wenn man möchte, kann man das so interpretieren. Gemeint war es aber MIT SICHERHEIT so: Wenn Manzano ohne Doping nicht stark genug ist, um mit den anderen ungedopten Fahrern mitzuhalten, dann soll er es halt bleiben lassen.

Ich verstehe Deinen Denkansatz. Aber wie kommst Du darauf, dass dies MIT SICHERHEIT so gemeint war?
Im Interview ging es explizit um den Druck, sich dopen zu müssen, von dem Manzano behauptet, dass ihn alle Fahrer spüren. Steinhausers Antwort darauf war, dass es keinen Druck gäbe, weiter Rad fahren zu müssen. Mir vermittelt das eindeutig die Botschaft, dass Steinhauser nur die Alternative der Abkehr vom Radsport bereit hält, wenn jemand dem (Doping-) Druck entkommen möchte. Und dafür werde ich ihn als "einzelnen" auch kritisieren dürfen...



Geschrieben von keizersosze am 04.08.2006 um 12:36:

  RE: @gulaschkanone

Zitat:
Original von Ingrid
Gerade habe ich EM-Schwimmen gesehen, wo die deutschen Damen einen neuen Weltrekord mit ich glaube 5 Sek. Verbesserung aufgestellt haben.
Mir kam da schon der Gedanke, dass diese Leistung doch sicher auch angezweifelt wird bzw. werden könnte betr. Doping.


Die 5 sec bezogen sich auf den Europarekord... Weltrekord waren "nur" 2 oder 3



Geschrieben von cedros am 04.08.2006 um 12:57:

 

Zitat:
Aber wie kommst Du darauf, dass dies MIT SICHERHEIT so gemeint war?

Weil die Grundhaltung von Steinhauser die übliche ist: nämlich, dass der Großteil der Fahrer nicht gedopt ist. Und das lässt für die zitierte Aussage dann eigentlich nur diese Interpretation zu.



Geschrieben von cedros am 04.08.2006 um 13:04:

 

Zitat:
Der angebliche soziale Druck, die Nicht-Schweiger zum Schweigen zu bringen oder in irgend einer Art anzufeinden, ist darin nicht beinhaltet und schießt meines Erachtens weit über's Ziel hinaus.

Es gibt natürlich keinen solialen Druck, Nicht-Schweiger zum Schweigen zu bringen. Von sozialem "Druck" würde ich überhaupt nicht sprechen, sondern eben vielmehr von sozialer Grundlage. Wer verliert schon gerne seinen Freundeskreis, weil er alle verpfeift?

Dass Steinhauser den Nicht-Schweiger Manzano zum Schweigen bringen möchte, ist deine Interpretation. Da ich diese ja nicht Teile, hab ich klarerweise auch meine Aussage nicht darauf bezogen.



Geschrieben von Flahute am 04.08.2006 um 13:18:

 

Zitat:
Original von cedros
Zitat:
Aber wie kommst Du darauf, dass dies MIT SICHERHEIT so gemeint war?

Weil die Grundhaltung von Steinhauser die übliche ist: nämlich, dass der Großteil der Fahrer nicht gedopt ist. Und das lässt für die zitierte Aussage dann eigentlich nur diese Interpretation zu.

Ich halte mich für Interpretationen mehr an die konkrete Fragestellung. Und die handelte explizit vom Druck auf alle Fahrer, sich dopen zu müssen...

Zitat:
Original von cedros
Von sozialem "Druck" würde ich überhaupt nicht sprechen, sondern eben vielmehr von sozialer Grundlage. Wer verliert schon gerne seinen Freundeskreis, weil er alle verpfeift?

Das ist dann doch das Problem von Manzano und nicht von Steinhauser.
Steinhauser könnte solche Aussagen also einfach unkommentiert stehen lassen, anstatt dann noch drauf zu hauen...

Zitat:
Original von cedros
Dass Steinhauser den Nicht-Schweiger Manzano zum Schweigen bringen möchte, ist deine Interpretation.

Das "zum Schweigen bringen" war mehr auf Armstrong und speziell seine Aktion gegen Simeoni gemünzt, die für mich in die gleiche Richtung geht, und wofür ich Armstrong als einzelnen auch kritisiere.


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