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Geschrieben von Steamboat am 17.11.2005 um 22:33:

  Saisonbilanz Illes Balears-Caisse d´Epargne

Beunruhigt blickte sich Lance Armstrong während des Anstiegs nach Courchevel auf der 10. Etappe um. Scheinbar gab es hierfür kaum Gründe, seine Hauptkonkurrenten für das Gesamtklassement hatte er abgehängt. Irgendwo hinter ihm im Hang befanden sich Heras, Landis, Winokurow, Klöden, Ullrich, Leipheimer und auch Basso. Sie würden für diesen Tag keine Gefahr mehr bedeuten. Das bedeutete aber nicht, dass Armstrong alleine war. Neben ihm fuhr der Leader der Bergwertung, Mickael Rasmussen. Aber ihm galt nicht die uneingeschränkte Aufmerksamkeit; sondern seine Blicke konzentrierten sich auf die zwei anderen Begleiter, die zudem gleichen Teamtrikots trugen. Armstrong musste fürchten, dass diese zwei in der Lage sein könnten, ihn mit einer listigen Taktik zu bezwingen. Die beiden hießen Alejandro Valverde und Francisco Mancebo. Letzterer sieht zwar immer so aus, als ob würde er gleich vom Fahrrad kippen, aber Armstrong wusste, dass der Anschein trügt.

Schließlich war die Befürchtung des Texaners unbegründet. Mancebo und Rasmussen verloren den Anschluss und zusammen mit Valverde steuerte der Amerikaner dem Zielort entgegen. Am Ende zollte er dem spanischen Team den Respekt und ließ Valverde gewinnen. Das macht er bekanntermaßen nicht mit jedem seiner Kontrahenten. Vielleicht waren ihm aber auch die Spurtqualitäten des Spaniers bekannt, weshalb er es gar nicht auf das Finish ankommen lassen wollte.

Alejandro Valverde und Francisco Mancebo – zwei Fahrer, die dem balearischen Team 2005 sehr nachhaltig ihren Stempel aufdrückten. Sie sorgten vorrangig für die herausragenden Ergebnisse des Teams. Dabei fürchtete man, dass sich beide belauern und in rennentscheidenen Augenblicken neutralisieren könnten. Schon deshalb versuchte die Teamleitung, beide Fahrer möglichst nicht bei den gleichen Veranstaltungen einzusetzen. Bei der Tour de France wurde es unumgänglich, aber auch dort gerieten ihre Interessen nicht ins Gehege. Außerdem schied Valverde kurz nach seinem Sieg in Courchevel mit einer Knieverletzung aus. Von diesem Handicap hatte er sich bis zum Start der Vuelta nicht mehr erholt. So wurde Mancebo dann alleiniger Kapitän.

Die Kapitäne

Illes Balears ist ein typisches spanisches Rundfahrtteam. Alleine die dezidierte Betrachtung der Teamwertung der Pro Tour weist nach, dass der 10. Gesamtplatz durch ein starkes Auftreten bei den Etappenrennen möglich wurde. Würden nur die Klassiker zur Pro Tour Teamwertung zählen, wäre man über den 17. Platz nicht hinausgekommen. Und zählt man nur die Punkte, die die Fahrer aus den Eintagesrennen entführen konnten, dann reicht eine Hand zum Zählen. 5 Punkte, die Aitor Osa mit seinem 8. Platz beim Fleche Wallone sicherstellte, waren die gesamte Ausbeute. Kein Team schaffte bei den Eintagesrennen weniger Punkte. Zwar glänzte Valverde bei der WM mit einer Silbermedaille, wofür er auch 40 Punkte für die Einzelwertung der Pro Tour erhielt, aber diese Punkte wurden im Trikot der spanischen Nationalmannschaft und nicht im Dress des balearischen Teams erkämpft. Folglich dürfen sie auch nicht dem Punktekonto des balearischen Rennstalls gut geschrieben werden.

Deswegen kann man die Ergebnisse bei den Klassikern in dieser Rückbetrachtung etwas vernachlässigen, wenngleich die Resultate nicht so schlecht sind, wie es sich aufgrund der geringen Punktzahl vermuten lässt. Mehrfach wurden die Top Ten Ränge nur knapp verfehlt.

Besonders jener Valverde ließ es sich nicht nehmen, mehrfach knapp an dieser Hürde zu scheiten. Jeweils 20. wurde er bei Züri-Metzgete und Paris-Tours. Schneller war er beim Amstel Gold Race als 13. und noch einen Platz besser bei der Lombardei-Rundfahrt.

Dennoch favorisiert er die Rundfahrten. Zum einen sicherte er sich 4 Etappensiege im Rahmen der Pro Tour, auf der anderen Seite bleibt er – wenn gesund – auch nicht aussichtslos, wenn die Podiumsplätze zum Abschluss einer Rundfahrt verteilt werden. Dabei war nicht gewiss, wie und wo man ihn zu Saisonbeginn einordnen sollte. Zählte er zu der Spezies Spanier, die nur in den eigenen Landesgrenzen für gute Ergebnissen taugen oder fährt er auch in der Fremde stark? Diese Frage musste nicht lange auf eine Antwort warten.

Im Nachhinein mag dem Betrachter der Szene sein Saisonstart in die Pro Tour einem Paukenschlag gleich vorkommen, als er die Abschlussetappe von Paris-Nizza für sich entschied und er im Gesamtklassement noch auf den zweiten Platz vorrückte. Damit wurde die geäußerte Skepsis im Keime erstickt.
Mit wechselndem Erfolg nahm er dann an der Baskenland-Rundfahrt und den Ardennen-Klassikern teil. In Nordspanien erzielte er zwei Etappensiege, wenngleich es im Abschlusstableau nur zum 28. Platz reichte. Dennoch war er gewillt, schließlich bei der Tour ein Herausforderer von Armstrong zu werden. Er schien bei der Grand Boucle auf einem entsprechend gutem Weg zu sein.

Bereits auf der 8. Etappe von Pforzheim nach Gerardmer hatte er Zielort als Dritter erreicht. Nach seinem Sieg in Courchevel wurde in der Gesamtwertung auf dem 5. Platz geführt. Etwas mehr als drei Minuten hatte er auf den Amerikaner Rückstand. Während der 13. Etappe endete das Erlebnis Tour de France für ihn, als er mit einer Verletzung auf dem Wege nach Montpellier das Rad verlassen musste.

Valverde hätte sicherlich in gesundem Zustand weitere Saisonerfolge seiner Palmares zufügen können. So musste er aber passen und man muss auf das nächste Jahr warten. Als Trostpflaster angelte er sich bereits erwähnte Silbermedaille und belegte den 22. Platz der Pro Tour Wertung.

Bei der Tour de France hatte Illes Balears neben ihm noch ein zweites heißes Eisen im Feuer, folglich konzentrierten sich die Hoffnungen auf Francisco Mancebo. Mancebo ist im Gegensatz zu Valverde nicht dafür bekannt, ein Etappenjäger zu sein. Eher drückt sich seine Stärke in seiner Konstanz und in seinem unbändigen Kampfeswillen aus. Zwar musste er in der Gesamtwertung Ullrich und Basso wieder vorbei lassen, aber ansonsten konnte er allen weiteren Angriffen standhalten. Schließlich profitierte er von den mangelnden Zeitfahrqualitäten Rasmussens. Er brachte den vierten Platz der Tour mit nach Hause.

Genau mit der gleichen Platzierung beschloss er auch die Vuelta. Vermutlich dürfte ihn dort das Ergebnis gewurmt haben, da die Abstände dort wesentlich geringer waren und die jeweilige Tagesform der Schlüssel für die Verteilung der Podiumsplatzierungen war.Dennoch braucht er sich nicht zu grämen. Er feierte einen Tagessieg (10. Etappe -La Vall d'en Bas - Estación de Esquí de Ordino-Arcalís [Andorra]), belegte jeweils ein Mal den 2. Rang (17. Etappe El Espinar - La Granja de San Ildefonso) und den 3. Rang (9. Etappe – Zeitfahren in Lloret de Mar).

Insgesamt kann er mit seiner Saison zufrieden sein. Zwei vierte Plätze bei GTs, das machte ihm in diesem Jahr keiner nach. Nur Armstrong entführte bei den GTs mehr Pro Tour Punkte. Auch Dank eines 10. Platzes bei der Dauphine Libere rangiert Mancebo als bester seines Teams auf der 15. Position der Pro Tour.

Nächstes Jahr ist die Arbeitsgemeinschaft von Mancebo und Valverde aber schon wieder aufgelöst, da Mancebo ein Angebot von Ag2r Prévoyance angenommen hat und zusammen mit Arrieta und Navas Illes Balears bzw. dessen Nachfolgebezeichnung Caisse d´Epargne verlässt, um bei dem französischen Team anzuheuern. Die Teilnahme an der Tour wird auch ohne Pro Tour Lizenz möglich sein, aber das Startrecht bei der Vuelta ist momentan keineswegs sicher. Es wäre schon ein Jammer, wenn der unermüdliche Mancebo bei der nächsten Austragung nur Zuschauer wäre.

Gerechtfertigterweise wurde beiden Fahrern bisher ein recht großer Umfang dieses Artikels gewidmet. Das geschah nicht grundlos, da beide die Hauptakteure des Teams 2005 waren. Andere sollen nicht gänzlich vernachlässigt werden, weil auch ihnen respektable Platzierungen gelungen sind.

Die Leaderrolle beim Giro wurde dem Russen Vladimir Karpets übertragen. Bei der Tour 2004 wurde er noch als bester Jungfahrer ausgezeichnet, jetzt sollte er bereits die Hauptfigur für das Team abgeben. Helfen sollte ihm bei der Ausübung Unai Osa, der 2001 Dritter der Italien-Rundfahrt geworden war. Der junge Russe war in der Lage, den Anforderungen zu entsprechen. Beim Zeitfahren von Chieri nach Turin (18. Etappe) erzielte er sein bestes Tagesergebnis als Zweiter. In der Gesamtwertung wurde er Siebter und war damit besser als sein Teamkamerad Osa, der auf dem 16. Platz landete. Der Russe offenbarte Qualitäten beim Zeitfahren, wie auch die entsprechenden Leistungen neben dem Giro bei der Tour ausweisen (ein 6. Platz beim Giro, ein 9. und ein 10. Platz bei der Tour). In Frankreich errang Karpets dann noch den 50. Platz.

Insgesamt muss an dieser Stelle sehr positiv bemerkt werden, dass Illes Balears bei jeder GT einen Fahrer unter die Top Ten bringen konnte. Das sollte ansonsten nur noch Discovery Channel gelingen.

Pro Tour Rundfahrten

Podiumsplatzierungen gab es für das Team tatsächlich nur am Saisonbeginn durch Valverde bei Paris-Nizza. Ansonsten reichte es mehrfach zu Ergebnissen in den Top Ten. Zunächst – um das Thema Paris-Nizza abzuschließen – soll von einem weiteren Etappensieg beim Rennen zur Sonne die Rede sein. Vicente Reynes war der Glückliche, der die 3. Etappe gewann. Dieser Erfolg brachte ihm einen Punkt für die Pro Tour. Einen weiteren verfehlte er mit dem 11. Platz bei Mailand-San Remo nur haarscharf.

Aitor Osa, Bruder von Unai, legte einen Teil seiner Konzentration auf sein Heimrennen, die Baskenland-Rundfahrt. Dort verfehlte er sowohl knapp einen Etappensieg – um eine Sekunde – als auch knapp das Podium (um drei Sekunden). Dabei lag er vor dem abschließenden Zeitfahren sogar noch in Führung, büßte aber diese durch einen wenig gelungenen Kampf gegen die Uhr noch ein und musste zusehen, wie sich Danilo Di Luca, Davide Rebellin und Alberto Contador das Podium teilten.

Um einen Platz schlechter, nämlich auf dem 5. Platz, beendete er die zweite kleine spanische Rundfahrt, die Volta Ciclista A Catalunya. Dieses Mal war der zeitliche Abstand zum Podium etwas größer. Erneut verhinderte ein Zeitfahren ein besseres Ergebnis. Vor dem Bergzeitfahren lag der Baske noch auf dem 2. Rang.

Ein drittes Zeitfahren verbaute ihm ebenfalls eine bessere Platzierung bei der Tour de Romandie. Vor dem abschließenden Kampf gegen die Uhr rangierte er auf dem 9. Platz, danach war er Elfter – ohne Ansprüche auf weitere Punkte für die Pro Tour Wertung. Wenn man addiert, wie viele Punkte er durch das Zeitfahren verlor, dann erkennt man erst das Ausmaß des Dilemmas. Rund 40 Punkte sind ihm durch die Lappen gegangen. Damit wäre er unter den besten 20 Fahrern gewesen.

Zumindest gelang Aitor Osa der teaminterne Sprung aufs Treppchen. Drittbester wurde er in der Gesamtwertung der neuen Rennserie als 37. Damit überflügelte er den Russen Karpets (71.). Bruder Unai folgt als 124.

Dessen besten Ergebnisse erzielte er durch seine Platzierungen bei zwei GTs. Beim Giro war es der bereits angesprochene 16. Platz. Zudem war der jüngere der beiden Osa-Brüder Nutznießer der zahlreichen Ausfälle während der Vuelta, als er sich am Ende auf dem 18. Rang einfand. Gute Etappenergebnisse stellten bei ihm in der vergangenen Saison eine Rarität dar – die beste war der 4. Platz bei der 14. Etappe des Giros.

Ein besseres Tagesresultat kann dort sein Teamkollege Isaac Galvez vorweisen. Schon bei der 2. Etappe wurde er Zweiter, später, nach dem 12. Tagesabschnitt wurde er Dritter. Diese Punkte lenkten den Sprinter auf den 147. Rang der Pro Tour Wertung. Siegesehren wurden ihm beim Criterium International, das nicht zur Pro Tour zählt, zugestanden, als er vor Erik Zabel und Robert Förster über die Ziellinie fuhr.

Pablo Lastras taucht in der Pro Tour Rangliste ebenso auf. Notiert auf dem 155. Platz, muss man doch etwas suchen, bis man Angaben über seine Erfolge findet. Die Vuelta beschloss er als 20. Weiterhin gelang ihm ein Etappensieg bei der Tour de Suisse.

Ebenfalls auf dem 155. Platz findet man seinen Teamkollegen Xabier Zandio. Der Spanier wird nach der Saison als einer der Aufsteiger im Team genannt. Er startete bei der Tout und belegte einen 2. Etappenplatz nach der 16. Etappe von Mourenx nach Pau. Auf dem 18. Abschnitt verfehlte er dann einen weiteren Punktgewinn, weil er in Mende (das Rennen war in Albi gestartet worden) dem Trio Serrano, Merckx und Vasseur nicht mehr folgen konnte. Hervorragender 22. wurde er im Abschlussklassement.

Sein Potential für Klassiker ist unverkennbar, weil er in dieser Saison bereits als 15. in San Sebastian eintraf und beim GP Ouest-Plouay den 18. Platz markierte. Einige Interessenten buhlten um seine Fähigkeiten, er bleibt dem Team jedoch treu. Daran änderte auch der Sieg beim Clasica a los Puertos de Guadarrama (1.1) nichts mehr.

Jose Vicente Garcia Acosta sicherte sich durch den 3. Platz bei der 18. Etappe der Vuelta auch noch einen Punkt für die Pro Tour und findet sich gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Reynes auf dem 164. Rang wieder.

Abseits der Pro Tour Ränge und dennoch zufrieden dürfte José van Gutierrez mit seiner Saison sein. In diesem Jahr gefiel er mit einem honorablen 14. Rang bei der Benelux-Tour. Außerdem sicherte er seinem Team die Bergwertung der Dauphine Libere. Seine Saison kennzeichnet jedoch besonders das Zeitfahren. Zum einen wurde er in dieser Disziplin spanischer Meister, zum anderen zieren diverse gute Platzierungen auch bei Pro Tour Rennen seine persönliche Statistik. Diese Liste an guten Ergebnissen wird schließlich durch den Gewinn der Silbermedaille in Madrid gekrönt. Nur dem Titelverteidiger Michael Rogers musste er sich beugen.

Ein anderer Fahrer sicherte sich ebenso ein Bergtrikot. Bei Tirreno-Adriatico erreichte der junge José Luis Carrasco die Spitzenposition in dieser Wertung. Verwiesen werden soll auf die Leistungen von David Arroyo. Jeweils 15. Plätze fuhr er bei Deutschland-Tour und bei der Polen-Rundfahrt ein. Seine Leistung bei der zuletzt genannten Veranstaltung ist umso anerkennenswerter, da sein Team beinahe den Startschuss der Rundfahrt verpasst hätte und nicht in kompletter Besetzung bestreiten konnte. Jeweils zwei 19. Plätze bei der Volta A Catalunya und bei der Dauphine Libere rundeten seine Leistung ab. Möglicherweise kann er in den nächsten Jahren diese Ergebnisse toppen.

Klassiker

Zu den Klassikern ist eigentlich alles geschrieben.


Outside Pro Tour

Merkwürdig genug ist es schon, dass Illes Balears keine einzige Rundfahrt in der Pro Tour gewinnen konnte. Noch merkwürdiger ist es, dass sie auch außerhalb keine gewinnen konnten. Jedenfalls kann sich keiner mit den offiziellen Federn eines Sieges bei einer Rundfahrt schmücken.

Stattdessen fuhren sie ein paar Siege bei der Saisoneröffnung auf Mallorca ein. Das Team setzt sich – anders als das baskische Team, das nur Basken rekrutiert – nicht nur aus Mallorquinern oder balearisch-stämmigen Fahrern zusammen. Aber bei ihren Heimrennen scheinen sich die Fahrer besonders verpflichtet zu fühlen, den Sponsor nicht zu enttäuschen. Diese Saisoneröffnung besteht aus einer Rennserie von fünf Rennen (Trofeo Mallorca, T. Alcudia, T. Soller, T. Manacor und T. Calvia), die allesamt auf Mallorca ausgetragen werden. Es existiert keine offizielle Gesamtwertung, obgleich eine inoffizielle Gesamtwertung erstellt wird. Die schlechteste Platzierung der Fahrer des Teams waren je zwei zweite Plätze von Galvez (Trofeo Mallorca, Trofeo Alcudia); Valverde gewann die Trofeo Soller und Trofeo Manacor wie auch die Gesamtwertung. Die Trofeo Calvia ging an Antonio Colom Mas, der ansonsten durch einen 2. Platz bei der Murcia-Rundfahrt und einen 3. Platz bei der Valencia-Rundfahrt auffiel.

Einen Doppelsieg feierte Illes Balears bei der Clasica Almeria (1.1) im Februar, als Gutierrez vor Sergio Escobar, einem Mallorquiner, gewann.

Tops und Flops

Gewinner


• Alejandro Valverde: Er erzielte die meisten Siege seines Teams 2005. Beim Ausscheidungsrennen a la Armstrong konnte er bis zum Schluss mithalten und als Zugabe sammelte er noch die Silbermedaille bei der WM ein. Dabei scheint er noch nicht am Leistungszenit angekommen zu sein.
• Francisco Mancebo: Zwei Mal Vierter bei zwei großen Landesrundfahrten. Das muss man ihm mal nachmachen. Ob er es nächstes Jahr kann? Erst mal sehen, ob sein Rennstall die Pro Tour Lizenz erhält.
• José Ivan Gutierrez: In die Phalanx der starken Zeitfahrer ist er eingebrochen. Und wie! Den zweiten Platz bei der WM hätte vor der Saison keiner vorhergesagt. Wahrscheinlich hätte auch niemand mit einem Start von ihm gerechnet.

Verlierer:

• Aitor Osa: Vielleicht nicht Verlierer aber er ist der Pechvogel des Teams. Zwei Zeitfahren bei den kleineren Rundfahrten der Pro Tour beförderten ihn vom Treppchen herunter.
• Daniel Becke: Der Deutsche im Team machte sich letztlich entbehrlich. Er kann keine nennenswerten Ergebnisse diese Saison vorweisen. Lediglich durch einen Sturz sorgte er für Schlagzeilen.
• Antonio Tauler: Der starke Zeitfahrer ging diese Saison völlig unter. Selbst in seiner Domäne fiel er nicht weiter auf.

Ausblick auf 2006

Einen kleinen Aderlass muss das Team zur neuen Saison verdauen. Der Garant für gute GTs – Mancebo – verlässt das Team. Ihm folgen zwei Helfer - José Luis Arrieta und David Navas – zu Ag2r Prévoyance. Die Brüder Aitor und Unai Osa bleiben vereint, sie starten aber künftig für Liberty Seguros. Zu guter Letzt verlässt der Hauptsponsor das Team, er wird aber vom momentanen Co-Sponsor – Caisse d´Epargne ersetzt.

Als Einstandsgeschenk bringt der neue Geldgeber ein paar Franzosen ins Team mit. Man hatte sich zum Ziel gesetzt, sechs starke - wenn nicht gar die besten - Franzosen zu verpflichten, aber das ist schwer getan als gesagt. Als wirklich stark kann man wohl nur Florent Brard bezeichnen, der als bester Franzose die „Hölle des Nordens“ 2005 mit dem siebten Platz im Gepäck verließ. Die anderen Franzosen (Berthou, Portal und Perget) stellen eher Kaderergänzungen dar.

Sportliche verbesserte Qualität erhofft man sich besonders durch die Verpflichtungen von Constantino Zaballa und Joaquin Rodriguez. Man wäre nicht böse, wenn beide das Kunststück wiederholen, die Klasika San Sebastian erneut im Doppelpack zu gewinnen. Frischen Wind für die GTs soll Oscar Pereiro von Phonak bringen. Er, der immer wieder für extensive Soloritte gut ist, ist auf lange Sicht als Nachfolger von Mancebo geplant. Marco Fertonani bringt italienisches Blut ins Team ein und wird Bemühungen des Teams beim Giro unterstützen. Von der Verpflichtung des Russen Vladimir Efimkin (Barloworld) verspricht man sich für die Zukunft einiges – in der nächsten Saison soll er erst ein wenig das Renngeschehen beobachten.

Die Mannschaft wird auch künftig sich damit beschäftigen, gute Ergebnisse bei den Rundfahrten zu erzielen. Es ist zu vermuten, dass sie dieses mit adäquatem Erfolg tun wird. Valverde hat das Potential, um auch bei einer GT zu gewinnen. Für die Tour sollte man ihn auf alle Fälle vormerken. Aber auch bei Klassikern wie den Ardennen-Rennen oder in der Lombardei wird der noch junge Spanier nicht chancenlos sein. Andere dürfen bei den Eintagesrennen auch ihr Können zeigen wie z.B. Rodriguez, Zaballa oder Brard.

Das Team steht allmählich in der Pflicht, einen großen Coup zu landen. Der besteht nicht darin, dass man mehrere Etappen bei großen oder kleinen Rundfahrten für sich entscheidet. Es wäre ja was, wenn 2006 Jan Ullrich und Ivan Basso sorgenvoll schauen müssen, wie jemand aus dem Team Caisse d´Epargne ihnen die Schau stiehlt…



Geschrieben von Sitzerather am 17.11.2005 um 23:36:

  RE: Saisonbilanz Illes Balears-Caisse d´Epargne

gewohnt klasse bilanz steami!
kleiner flüchtigkeitsfehler
Zitat:
Es wäre ja was, wenn 2005 Jan Ullrich und Ivan Basso sorgenvoll schauen müssen, wie jemand aus dem Team Caisse d´Epargne ihnen die Schau stiehlt…



Geschrieben von Niki2000 am 18.11.2005 um 09:05:

 

Also ich denke hier gibt es einige Leute (inkl. mir) die José Ivan Gutierrez diese Zeitfahrleistungen zugetraut haben! Ansonsten weiter so steamboat!



Geschrieben von grupetto am 18.11.2005 um 10:29:

  suuuper

tolle Leistung: Wenn man nicht nur erfährt, wer wievielter war, sondern auch noch interpretationen, wie bei Aitor Osa ("Wenn man addiert, wie viele Punkte er durch das Zeitfahren verlor, dann erkennt man erst das Ausmaß des Dilemmas. Rund 40 Punkte sind ihm durch die Lappen gegangen. Damit wäre er unter den besten 20 Fahrern gewesen.") - das ist allererste Sahne!

Nur: Ist das allgmein bestätigt, dass Armstrong Valverde freiwillig vorgelassen hätte?



Geschrieben von CV-Kelme-Fan am 18.11.2005 um 15:06:

  RE: suuuper

Zitat:
Original von grupetto
tolle Leistung: Wenn man nicht nur erfährt, wer wievielter war, sondern auch noch interpretationen, wie bei Aitor Osa ("Wenn man addiert, wie viele Punkte er durch das Zeitfahren verlor, dann erkennt man erst das Ausmaß des Dilemmas. Rund 40 Punkte sind ihm durch die Lappen gegangen. Damit wäre er unter den besten 20 Fahrern gewesen.") - das ist allererste Sahne!

Nur: Ist das allgmein bestätigt, dass Armstrong Valverde freiwillig vorgelassen hätte?


Ganz meine Meinung!
Ich finde übrigens auch, dass Valverde und Mancebo diesen großen Anteil der Saisonbilanz verdienen (er steht ihnen sogar ganz klar zu!), denn sie haben vor allem innerhalb der GTs fast alles für Illes Balears rausgeholt.



Geschrieben von Steamboat am 19.11.2005 um 16:44:

 

Danke für die Komplimente.

Mir macht das Schreiben mal wieder viel Spaß. Und bei Lob erst recht.


Dass Armstrong Valverde vor ließ, habe ich selber aus dem Verhalten von Lance geschlossen, der sich auf der Zielpassage umsah, ob noch jemand käme, während Valverde nicht im Höchsttempo der Ziellinie entgegen strebte. Da ich das Finish an dem Tage nicht gesehen habe, sondern nur diese Bilder kenne, interpretiere ich die Situation so.



Geschrieben von Bugno am 19.11.2005 um 17:04:

 

Das war ein klassischer Lanzismus: als er sah, dass er nicht gewinnen konnte, tat er so, als ob er Valverde gewinnen ließ. Plan B sozusagen! doper



Geschrieben von CV-Kelme-Fan am 20.11.2005 um 15:11:

 

Bugno hat Recht.



Geschrieben von Steamboat am 21.11.2005 um 23:04:

 

Ich nehme es mal so zur Kenntnis.... pfeifend


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