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Geschrieben von arndtje am 21.07.2005 um 00:56:

  Ulles Tour-Vorbereitung

"Ich habe in diesem Jahr eigentlich mehr von Jan erwartet." Das sagt Dr. Heinrich aus seiner sportmedizinischen Sicht über Ullrich zu Sport1.de. "Er hat eine gute Vorbereitung gehabt. Deshalb bin ich da überrascht." Wie die Vorbereitung des Kapitäns war, konnte selbst der Sportliche Leiter Mario Kummer nicht sagen. Im "Kölner Stadt-Anzeiger" erklärte er: "Ich weiß nicht, was Jan in seiner Vorbereitung so gemacht hat."

Ex-Profi Rolf Wolfshohl war schon zu Beginn der Tour scharf mit der Vorbereitung ins Gericht gegangen: "Jan braucht die harte Hand. Und die hat er in seiner Umgebung nicht." Der Ex-Tour-Fahrer bezeichnete die Ullrich-Betreuer bei Sport1.de sogar als "Stümper".

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Die Aussage von Kummer find´ich ja mal richtig klasse. Glaubt irgendjemand, dass Riis und Bruyneel nicht wissen, was Basso und Armstrong so treiben? Radler (Jacques Tati) Einfach großartig! beifall

Wobei man ja nicht immer alles glauben soll, was man so liest...



Geschrieben von Sitzerather am 21.07.2005 um 01:40:

  RE: Ulles Tour-Vorbereitung

naja..dem guten mario glaub ich das direkt



Geschrieben von Tourmalet am 21.07.2005 um 01:53:

 

Viel hat er nicht falsch gemacht, er erfüllt absolut die Erwartungen. Mehr ist einfach nicht drin. Er hat sich ja mal am Lance Programm versucht, Anno 2002 und daran ist er fast zu Grunde gegangen. Er muss also seinen Weg gehen, was er ja auch macht, und dann ist en Platz auf dem Podium im Bereich des Möglichen.



Geschrieben von Sitzerather am 21.07.2005 um 01:55:

 

was hat er 2002..? die knie-beinbressentraining-geschichte..? was hat der da gemacht..? den lance versucht zu imitieren?



Geschrieben von Tourmalet am 21.07.2005 um 02:06:

 

ich mein jetzt gar nicht, dass er versucht lance`s fahrweise zu imitieren, aber er ist da ja iirc auch im januar schon in die saison gestartet, sah fit aus, wie es bei lance ja auch der fall ist, gut vielleicht nicht im januar, aber es fällt schon auf, dass lance meist im frühjahr duftmarken gesetzt hat

es wird ja hier von vielen kritisiert ullrich lebt nicht genug für den radsport, für mich sieht es viel eher so aus, als könne er gar nicht mehr dafür leben, ohne sich zu schaden, jeder mensch ist anders strukturiert, nicht jedem ist die fähigkeit gegeben, sich 300 tage im jahr zu disziplinieren um an einem punkt x am optimum zu sein



Geschrieben von arndtje am 21.07.2005 um 03:01:

 

Zitat:
Original von Tourmalet
ich mein jetzt gar nicht, dass er versucht lance`s fahrweise zu imitieren, aber er ist da ja iirc auch im januar schon in die saison gestartet, sah fit aus, wie es bei lance ja auch der fall ist, gut vielleicht nicht im januar, aber es fällt schon auf, dass lance meist im frühjahr duftmarken gesetzt hat

es wird ja hier von vielen kritisiert ullrich lebt nicht genug für den radsport, für mich sieht es viel eher so aus, als könne er gar nicht mehr dafür leben, ohne sich zu schaden, jeder mensch ist anders strukturiert, nicht jedem ist die fähigkeit gegeben, sich 300 tage im jahr zu disziplinieren um an einem punkt x am optimum zu sein


Das ist richtig. Von Ulle die gleiche Besessenheit einzufordern, die Armstrong antreibt, ist unrealistisch und nicht fair. Dass Kritik an seinem Vorbereitungsprogramm hin und wieder berechtigt ist bzw. war, steht allerdings außer Zweifel. Was mich erschreckt, ist die offenbar gnadenlose Naivität, mit der bei T-Mobile das größte Saisonziel angestrebt wird. Bei allem Respekt vor der Selbständigkeit eines Sportlers und der autarken Herangehensweise an eine Aufgabe ist es doch unfassbar unprofessionell, sich zwischen Athlet und Sportlichem Leiter nicht entsprechend abzustimmen. Die Begründung könnte nur sein, dass man dem Sportler und seinem persönlichen Betreuer, in diesem Fall Pevenage, hundertprozentig vertraut. Genau das ist ja bekanntlich nicht der Fall.



Geschrieben von karteikarte am 21.07.2005 um 07:27:

 

Ich würde dieses Thema noch weiter fassen.
Hierzu passend ein Artikel aus der NRZ.


Zitat:
Original von NRZ
Über die Ursachen wird gerätselt. Beobachter stellen aber fest: Von dem beeindruckenden Team-Geist, mit dem Telekom in den Erfolgs-Jahren 1996 und 1997 jeweils das gelbe und grüne Trikot der Tour gewann, ist nicht mehr viel übrig. Aus der verschworenen Truppe jener Jahre wurde vor der Tour 2005 auch Erik Zabel ausgemustert - er war außer Jan Ullrich der letzte, der damals schon dabei war.

"Kopf" jener Erfolgs-Mannschaft war seinerzeit ohne Zweifel Bjarne Riis. Mit der Verpflichtung des intelligenten Dänen hatte Telekom-Chef Walter Godefroot damals nicht nur einen Spitzenfahrer, sondern gleichzeitig auch die Führungsfigur für seine Truppe verpflichtet. Seit Riis´ Abschied blieb jene Rolle unbesetzt - Jan Ullrich konnte sie nie ganz ausfüllen.


Telekom (t-mobile) hat danach ganz einfach den "Anschluss" verpasst. Auf ein intaktes Mannschaftsgefüge wurde scheinbar kein Wert gelegt. Die Mannschaft teilt sich auf in verschiedene Gruppen, die ihre eigenen Interessen auch in Zusammenarbeit mit den Medien durchsetzen wollen.

Am schwierigsten wiegt aber scheinbar das fehlen einer Führungsfigur. Lance Armstrong füllt diese Rolle zu 150 % bei Discovery aus. Ausserdem hat dieses Team einen starken und intelligenten Sportlichen Leiter. CSC besitzt mit Bjarne Riis einen perfekten Motivator. Wen hat t-mobile? Jan Ullrich kann diese Rolle nicht ausfüllen. Das sollte mittlerweile klar sein. Andreas Klöden? Mario Kummer? Olaf Ludwig? Scheinbar gibt derzeit niemand die Richtung vor, vielmehr scheint jeder mit sich selber beschäftigt zu sein.
So wird man auch in den kommenden 10 Jahren lediglich um einen Platz auf dem TDF-Podium mitfahren. Für die eigenen Ansprüche des Teams aber etwas zu wenig.



Geschrieben von xxGinesxx am 21.07.2005 um 08:15:

  RE: Ulles Tour-Vorbereitung

Ja, ich weiß auch nicht. Ich halte von Kummer nix - für mich kommt er immer als Stofftüte, Weichei, ... (suchts euch aus) rüber. Gut, Goodefroot hatte auch keine sonderlichen Meriten, als er zu Telekom kam, im Gegenteil. Er wurde in den 80ern desöfteren zum Teufel geschickt und lag in den ersten Telekom-Jahren mehrmals auf der Abschussrampe. Für ihn waren Riis und Ullrich die Rettung: Nur war damals eben Bjarne Riis dann auch Herr im Hause - da war's dann eher zweitrangig, wer die Karren hinter dem Feld fuhr.

Und nochmal zu Jan: Ich find, dass er 'ne tolle Tour fährt. Die Platzierung is mir dabei relativ wurscht.



Geschrieben von Michelin-Männchen am 21.07.2005 um 08:24:

  RE: Ulles Tour-Vorbereitung

Zitat:
Original von arndtje
Die Aussage von Kummer find´ich ja mal richtig klasse. Glaubt irgendjemand, dass Riis und Bruyneel nicht wissen, was Basso und Armstrong so treiben? Radler (Jacques Tati) Einfach großartig! beifall

Wobei man ja nicht immer alles glauben soll, was man so liest...

Das ist die alte belgische Schule von Godefroot und Pevenage. Damit konnte man in den 70ern auch noch Klassiker gewinnen, aber leider im neuen Jahrtausend keine Tour mehr.

Die Kritik an der Mannschaftsleistung bzw. dem Sportsgeist verstehe ich nicht. TM ist doch geschlossen gefahren, jeder hat sich mal gezeigt (sogar Sevilla, auch wenn er es gestern verbockt hat). Die Aktionen von Vino sind mit seinem Wechselwillen nun auch verständlicher geworden.



Geschrieben von teufelsberg am 21.07.2005 um 08:58:

 

sollte ulle nach diesen beiden stunts das peleton einbeinig auseinanderfahren??? was wird denn da erwartet.
"ungestürzt" fährt er im prolog 1 min schneller, verliert in den alpen gar nichts. wahrscheinlich hätte armstrong noch etwas drauflegen können, sicher ist das auch nicht.

welche ´harte hand´ hatte jan denn 2003? wer sollte diese rolle denn bei tmo ausfüllen? ich kann mir nicht vorstellen, dass jan damit besser fahren würde.
ein motivator wie riis wäre eine möglichkeit.

nebenbei: dass bruyneel armstrong etwas zu sagen hat, glaubt doch wohl keiner.


und schließlich nochmal zu den ansprüchen: in der ära eines seriensiegers versagen also alle anderen teams mit dem ziel toursieg?



Geschrieben von Checker am 21.07.2005 um 09:02:

 

Zitat:
Original von teufelsberg
und schließlich nochmal zu den ansprüchen: in der ära eines seriensiegers versagen also alle anderen teams mit dem ziel toursieg?


Du musst das verstehen: andere Teams haben ja auch andere Ziele. Mancebo beispielsweise geht mit der klaren Zielstellung "Platz 5" in die Tour, Basso mit "Platz 3" - wenn es besser kommt: schön!! Und dass Mayo vor der Tour mit einem Platz im Mittellfeld geliebäugelt hatte, ist auch allgemein bekannt...

Augen rollen



Geschrieben von Michelin-Männchen am 21.07.2005 um 09:05:

 

Zitat:
Original von Checker
Und dass Mayo vor der Tour mit einem Platz im Mittellfeld geliebäugelt hatte, ist auch allgemein bekannt...

Augen rollen

Schafft er den?



Geschrieben von Checker am 21.07.2005 um 09:07:

 

Ich denke schon:

Zitat:
54 Iban Mayo (Spa) Euskaltel-Euskadi 1.48.19


Man kann nicht sagen, dass er enttäuscht hat...



Geschrieben von karteikarte am 21.07.2005 um 09:18:

 

Zitat:
Original von Checker
andere Teams haben ja auch andere Ziele.


Mayo, Mancebo usw. taugen schlecht als Entschuldigung für das verfehlen des gesetzten t-mobile Ziels. Es gilt die eigenen Schwächen zu analysieren und sich damit auseinanderzusetzen.



Geschrieben von Checker am 21.07.2005 um 09:26:

 

Zitat:
Original von karteikarte
Zitat:
Original von Checker
andere Teams haben ja auch andere Ziele.


Mayo, Mancebo usw. taugen schlecht als Entschuldigung für das verfehlen des gesetzten t-mobile Ziels. Es gilt die eigenen Schwächen zu analysieren und sich damit auseinanderzusetzen.


Cyclist, bist du es? Oder warum ignorierst du die Aussage meines Postings vollständig?? schläfrig



Geschrieben von Amelie am 21.07.2005 um 09:30:

 

ein Ullrich wird der allgemeinen deutschen Erwartungshaltung nicht gerecht und sofort wird auf ihn, auf das Team, auf das Umfeld, auf die Vorbereitung, auf den Fahrstil, auf die Trainingsmethodik, auf die Taktik und was sich sonst so anbietet eingedroschen.
Jedes Jahr das gleiche Sommertheater.
Sportredaktionen, die immer wieder mit blamablen Analysen beweisen, dass sie vom Radsport aber auch überhaupt keine Ahnung haben, mutieren regelmäßig zur Tour zu wahren "Ullrich-Experten" und "T-Mobil-kennern".
Mich nervt dieses hohle Geschwafel mittlerweile gewaltig.

Dass Jan hervorragende Wattzahlen treten kann, hat er Doc Heinrich gestern bei der Attacke gegen Rasmussen eindrucksvoll belegt.

Dass diese Wattzahlen gegen Basso und Armstrong nicht reichen, ist kaum ein seriöser Beleg, dass die Form nicht stimmt.

Übrigens noch was zu der immer wieder gern aufgewärmten Theorie, von den großen Trainingsumfängen.
Mediziner und Kenner der Szene sagen, dass die im modernen Radsport mittlerweile üblichen Trainingsvolumen die physische Leistungsfähigkeit des Menschen übersteigen und ohne medizinische Mittel nicht realisierbar sind.



Geschrieben von karteikarte am 21.07.2005 um 10:33:

 

Zitat:
Original von Checker
Zitat:
Original von karteikarte
[quote]Original von Checker
andere Teams haben ja auch andere Ziele.


Mayo, Mancebo usw. taugen schlecht als Entschuldigung für das verfehlen des gesetzten t-mobile Ziels. Es gilt die eigenen Schwächen zu analysieren und sich damit auseinanderzusetzen.


Cyclist, bist du es? Oder warum ignorierst du die Aussage meines Postings vollständig?? schläfrig [/quote]

Sorry, aber ich arbeite *schwitz* noch nebenbei und war etwas unkonzentriert! Jörg Ludewig



Geschrieben von karteikarte am 21.07.2005 um 10:34:

 

Zitat:
Original von Amelie
ein Ullrich wird der allgemeinen deutschen Erwartungshaltung nicht gerecht und sofort wird auf ihn, auf das Team, auf das Umfeld, auf die Vorbereitung, auf den Fahrstil, auf die Trainingsmethodik, auf die Taktik und was sich sonst so anbietet eingedroschen.


Eine Erwartungshaltung die auch gerade von Jan Ullrich und dem Team gefördert wird!



Geschrieben von Michelin-Männchen am 21.07.2005 um 10:36:

 

Zitat:
Original von karteikarte
Zitat:
Original von Amelie
ein Ullrich wird der allgemeinen deutschen Erwartungshaltung nicht gerecht und sofort wird auf ihn, auf das Team, auf das Umfeld, auf die Vorbereitung, auf den Fahrstil, auf die Trainingsmethodik, auf die Taktik und was sich sonst so anbietet eingedroschen.


Eine Erwartungshaltung die auch gerade von Jan Ullrich und dem Team gefördert wird!

Wenn alle selbsternannten Tour-Favs die Tour gewinnen wollten, müsste mal wohl jeden Monat eine veranstalten.



Geschrieben von Cyckel Nyckel am 21.07.2005 um 11:05:

 

Zitat:
Original von karteikarte
Am schwierigsten wiegt aber scheinbar das fehlen einer Führungsfigur. Lance Armstrong füllt diese Rolle zu 150 % bei Discovery aus. Ausserdem hat dieses Team einen starken und intelligenten Sportlichen Leiter. CSC besitzt mit Bjarne Riis einen perfekten Motivator. Wen hat t-mobile? Jan Ullrich kann diese Rolle nicht ausfüllen. Das sollte mittlerweile klar sein. Andreas Klöden? Mario Kummer? Olaf Ludwig? Scheinbar gibt derzeit niemand die Richtung vor, vielmehr scheint jeder mit sich selber beschäftigt zu sein.

Ich glaube, daß so in zwei, drei Jahren Erik Zabel einen guten Sportlichen Leiter abgeben könnte. Nach allem was man von ihm so mitbekommt, hat er den Durchblick, ist mit Spaß bei der Sache, ist von seiner Einstellung her ein absolutes Vorbild und kann vermutlich gut motivieren. Die Frage ist nur, ob man ihn bei T-Mobile haben will, oder ob er da zu unbequem ist.


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