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--- Stasi-Methoden bei CSC??? (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=17241)
Geschrieben von Brägel am 11.06.2005 um 18:26:
Stasi-Methoden bei CSC???
CSC würde über Journalisten Dossiers anlegen hier der link:
http://www.radsportnews.com/
Dauphiné-Chef "bestürzt" - UCI eingeschaltet
CSC legt Dossiers über Journalisten an
ALBERTVILLE, 11.06.05 (rsn) - Das dänische Radsport-Team CSC hat systematisch Dossiers über Journalisten angelegt, um missliebige Berichterstatter schneller identifizieren zu können. Diese Praxis, die am Samstag am Rande der Dauphiné-Rundfahrt bekannt wurde, sorgt für großen Ärger. Gilles Roc'h, Vorsitzender des internationalen Verbands der Radsportjournalisten (AIJC), schaltete die UCI ein.
CSC-Teamchef Bjarne Riis hat systematisch Informationen über Radsport-Journalisten gesammelt, einschließlich Fotos. "Damit soll es möglich gemacht werden, dass alle im Team sofort wissen, mit wem sie es zu tun haben, mit einem freundlich gesonnenen oder mit einem misstrauischen, gefährlichen Journalisten", sagte Gilles Roc'h. "Das ist ein vollkommen willkürliches Vorgehen, das gegen französisches Recht verstößt und nicht akzeptabel ist, erst recht nicht von einem Mann, der der ganzen Welt Lektionen erteilt hat", so Roc'h in Anspielung auf die Vergangenheit des "Monsieur 60 Prozent", der nun seinerseits als Teamchef missliebige Berichte zu unterdrücken sucht. Die AIJC informierte die UCI über den Vorgang.
Das Vorgehen von CSC wurde von allen Seiten kritisiert. Thierry Cazeneuve, Organisator der zur ProTour zählenden Dauphiné-Rundfahrt (und Journalist bei der Tageszeitung Dauphiné Libéré) sagte: "Das ist eine überraschende Methode, die man genau untersuchen muss. Ich bin im ersten Moment bestürzt darüber. Der Berufsstand (der Journalisten) darf solche Praktiken nicht akzeptieren." Auch Sportdirektoren mehrere Mannschaften äußerten sich kritisch. "Bjarne Riis ist ein Organisationstalent. Aber ich bin nicht sicher, ob so etwas für seinen Arbeitgeber eine gute Publicity ist", sagte etwa Marc Madiot von Francaise des Jeux.
Also ich weiß nicht, was daran soooo verwerflich sein soll
Geschrieben von Bugno am 11.06.2005 um 18:56:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
Hast du schon einmal von Pressefreiheit gehört?
Es kann nicht angehen, dass nur positiv eingestellte Journalisten über CSC berichten dürfen!
Geschrieben von Brägel am 11.06.2005 um 18:59:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
| Zitat: |
Original von Bugno
Hast du schon einmal von Pressefreiheit gehört?
Es kann nicht angehen, dass nur positiv eingestellte Journalisten über CSC berichten dürfen!
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Das finde ich ja auch.
Aber meinst Du nicht, daß es anderstwo ähnlich ist?
Mich würde mal interressieren, wie dieser ganze Vorgang an die Öffentlichkeit gekommen ist
Geschrieben von Heidihs am 11.06.2005 um 19:04:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
Na, ich möchte ja zu gerne wissen, wieviele andere Teams oder Fahrer noch solche Listen haben. Das gleiche gilt wohl für alle Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Alle wollen doch nur im besten Licht erscheinen, oder?
Und wer hat keine Positiv- bzw. Negativ-Liste von Leuten, mit denen er reden will oder nicht? Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.
Geschrieben von bAdpit am 11.06.2005 um 19:04:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
| Zitat: |
Original von Brägel
Mich würde mal interressieren, wie dieser ganze Vorgang an die Öffentlichkeit gekommen ist
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da hat jemand angst vor CSC und grosses interesse, dass CSC unter druck gerät. vom wem sich die presse hier einspannen lässt, kann man leider nur erahnen.
vielleicht von einem team, was auch schon für den giro sieg bezahlt hat?
Geschrieben von KitKat am 11.06.2005 um 19:06:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
| Zitat: |
Original von Bugno
Hast du schon einmal von Pressefreiheit gehört?
Es kann nicht angehen, dass nur positiv eingestellte Journalisten über CSC berichten dürfen!
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Ich glaube das siehst du etwas falsch. niemand verbietet es einem journalisten einen artikel zu schreiben.
aber es ist das gute recht einer jeder person sich die leute mit denen man spricht bzw. denen man vielleicht interview´s gibt auszusuchen!
das ganze liest sich jetzt vielleicht ein bisschen hart aber ich denke das dies gang und gäbe ist, icht nur im radsport sondern ganz allgemein bei personen die in der öffenlichkeit stehen!
Geschrieben von Inga am 11.06.2005 um 19:19:
RE: Stasi-Methoden bei CSC???
im grunde ist das aus dem normalen geschäftsleben geklaut, oder?
Da muss man auch genau über seine kunden und konkurrenten bescheid wissen.
Aus propagandasicht ist das jedenfalls ein mittel, csc in der öffentlichkeit gut dastehen zu lassen ( wenn es nicht rausgekommen wäre

)
Und es ist auch die frage, mit welcher wertigkeit was von csc aufgezeichnet wurde:
also:
arschkriecher-journalist = gut
stellt viele fragen zu doping = vermeiden
oder
stellt interessante fragen = gut
betreibt boulevard-journalismus = vermeiden
und irgendwie habe ich das gefühl, dass sich die journalisten hier mit ihren eigenen mitteln geschlagen fühlen und deshalb einen aufstand machen
Geschrieben von kuestentanne am 11.06.2005 um 19:29:
Also mindestens Hoeneß hat auch so ne Liste. Der gibt auch nicht jedem ein Interview.
Geschrieben von KitKat am 11.06.2005 um 19:34:
Die Liste hat jeder denke ich, wer einmal von einem journalisten so richtig durch den dreck gezogen worden ist redet nicht mehr mit dem, is doch klar...
Geschrieben von Horatio am 11.06.2005 um 20:09:
| Zitat: |
Original von KitKat
Die Liste hat jeder denke ich, wer einmal von einem journalisten so richtig durch den dreck gezogen worden ist redet nicht mehr mit dem, is doch klar... |
Ich nehme aber mal an, dass hier die Fahrer gebrieft wurden, mit wem sie reden dürfen und bei wem sie es besser sein lassen.
Geschrieben von rider am 11.06.2005 um 20:14:
| Zitat: |
Original von KitKat
Die Liste hat jeder denke ich, wer einmal von einem journalisten so richtig durch den dreck gezogen worden ist redet nicht mehr mit dem, is doch klar... |
Das Problem ist halt, dass offenbar in Frankreich (und IIRC in den meisten halbwegs entwickelten Ländern) das systematische Sammeln von Personendaten, also das Anlegen von ziemlich umfassenden Datenbanken über bestimmte Personen oder -gruppen verboten ist.
Und dann gibt's noch eine moralische Komponente, insbesondere bezüglich des Menschenbilds, das die CSC-Führung gegenüber ihren Mitarbeitern hat ("die können nicht selber entscheiden, wem sie was sagen").
Aber das ganze nennt man halt Professionalisierung. Mit Radsport hat das ganze scheinbar immer weniger zu tun.
Geschrieben von Heidihs am 11.06.2005 um 20:39:
| Zitat: |
Original von rider
Das Problem ist halt, dass offenbar in Frankreich (und IIRC in den meisten halbwegs entwickelten Ländern) das systematische Sammeln von Personendaten, also das Anlegen von ziemlich umfassenden Datenbanken über bestimmte Personen oder -gruppen verboten ist.
[...] |
Auch wenn es nur berufliche Dinge sind? Wer kann denn jemandem verbieten, veröffentlichte Arbeiten eines Journalisten zu sammeln? Das macht doch keinen Sinn! Dann müßte sich ja jeder Fan, der Artikel, Fotos, etc. von ein paar Radlern, Schauspielern, Musikern, ... sammelt, strafbar machen.
Geschrieben von Inga am 11.06.2005 um 21:41:
kommt wahrscheinlich darauf an, wie privat die inhalte sind, die gesammelt werden.
Das wirft insgesamt ein kaltes licht auf csc - aber was will man von einem team schon erwarten, das seine angestellten mit krieg-spielen für den radsportzirkus fitmachen will
Geschrieben von Heidihs am 11.06.2005 um 21:46:
Die Nummer mit der "Militärübung" fand ich auch ziemlich daneben. (Obwohl die Bundeswehr ja auch Radsportler in der Sportförderung hat. Guido Fulst, glaube ich, ist auch dabei.)
Geschrieben von Brägel am 11.06.2005 um 21:46:
| Zitat: |
Original von Inga
aber was will man von einem team schon erwarten, das seine angestellten mit krieg-spielen für den radsportzirkus fitmachen will |
Tja, wenn es dem Erfolg dienlich ist
Geschrieben von Horatio am 11.06.2005 um 23:01:
| Zitat: |
Original von Heidihs
Die Nummer mit der "Militärübung" fand ich auch ziemlich daneben. (Obwohl die Bundeswehr ja auch Radsportler in der Sportförderung hat. Guido Fulst, glaube ich, ist auch dabei.) |
Naja, dergleichen muss man wohl nicht überbewerten. 'n Kumpel von mir steht leidenschaftlich auf Gotcha, so richtig mit durch den Wald rennen und so. Und nebenberuflich ist er standhaft pazifistisches Grünenmitglied.
Geschrieben von bAdpit am 11.06.2005 um 23:36:
| Zitat: |
Original von Horatio
Naja, dergleichen muss man wohl nicht überbewerten. 'n Kumpel von mir steht leidenschaftlich auf Gotcha, so richtig mit durch den Wald rennen und so. Und nebenberuflich ist er standhaft pazifistisches Grünenmitglied. |
das passt aber dummerweise überhaupt nicht zueinander!!
Geschrieben von Alfred am 12.06.2005 um 11:00:
Ach mei, Mr. 60 %. Welchen Fahrer hat er da verärgert, dass er das an die Presse bringt.

Aber, mein Gott, bekannt ist es, dei Journalisten oder Menschen die kritisch über Doping schreiben, werden geschnitten, sprich sie können sich einen anderen Beruf suchen oder wenn nicht, werden sie bedroht, nicht nur sie, auch deren Familien. Alles bekannt... Dass die Fahrer so dumm sind oder Mr. 60 % für so dumm hält, dass sie lernen müssen, wer "gut" oder "schlecht" ist... Naja. Er sollte sich lieber darauf konzentrieren, dass er neue Sponsoren findet und pünktlich seine Gehälter zahlt... Mr. 60 % ist und bleibt ein Blender...
Aber die Methoden, für so mafiaähnliche Gebilde, sicher üblich. Sonst auch, in der Politik, vielleicht könnte Tick dazu mehr erzählen, wie es in Washington abläuft, wenn es die Netiquette erlaubt und sie Lust hat.
Geschrieben von teufelsberg am 12.06.2005 um 11:05:
| Zitat: |
Original von Alfred
Sonst auch, in der Politik, vielleicht könnte Tick dazu mehr erzählen, wie es in Washington abläuft, wenn es die Netiquette erlaubt und sie Lust hat. |
warum so weit weg, helmut kohl hat doch seine journalistenkontakte ähnlich gestaltet.
ups.
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