Cycling4Fans - Forum (http://forum.cycling4fans.de/index.php)
- Radsport (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=19)
-- Die Profi-Szene (http://forum.cycling4fans.de/board.php?boardid=1)
--- Die Ära Gewiss-Ballan (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=15512)
Geschrieben von Elborn am 24.10.2004 um 13:59:
Die Ära Gewiss-Ballan
Wer wie ich schon durch den netten
Berzin-Artikel angezuckert war erfährt nun von Gines endlich die
ganze Geschichte.

Pflichtlektüre.
Selten zuvor gab es in der Radsport-Geschichte ein erfolgreicheres Team als die italienische Equipe Gewiss-Ballan in den Jahren 1994 und 1995. Selten zuvor aber auch gab es ein umstritteneres und mit außerordentlicher Skepsis beäugtes Team wie jenes, das von Emanuele Bombini geführt wurde...
http://www.gazzetta.cycling4fans.de/index.php?id=1424
http://www.gazzetta.cycling4fans.de/uploads/pics/ugrumov1.jpg
Höchst interessant auch der Hämatokrit-Vergleich Dezember 1994 / Mai 1995...
Geschrieben von fl3xor am 24.10.2004 um 14:22:
äußerst interessanter artikel, besonders die werte tabelle ist aufschlussreich. das diese mannschaftflaechendeckend gedopt hat ist doch jetzt tatsache.
jetzt die frage : liegen wir heutzutage vllt. mit unseren dopingvorwuerfen an einige "unschuldige" fahrer vielleicht doch nciht so daneben ?
Geschrieben von Elborn am 24.10.2004 um 14:30:
Sehr gut möglich!
Was hoffen lässt: Das Team hat gerade mal 1-2 Jahre aus dem Technologie-Vorsprung (sprich: Epo) richtig Kapital schlagen können, dann hatten die Konkurrenten nachgezogen (war wohl auch dumm Ferrari rauszuwerfen, weiß jemand ob Rominger erst DANACH zu ihm ging, oder schon vorher?).
Geschrieben von xxGinesxx am 24.10.2004 um 14:34:
Ich meine danach... bin mir aber nicht sicher.
Gewiss hat Ferrari Mitte 94 gefeuert... danach, so heißt es aus Quellen, habe er einzelne Rennfahrer betreut, u.a. Rominger bei dessen Giro-Sieg 95.
Geschrieben von Elborn am 24.10.2004 um 14:51:
hab schnell in alten BS nachgeguckt (die auf der 94er Jahresausgabe Pantani und Berzin beim Handreichen zeigen "Il potere ai ragazzini"

).
Kontakt Rominger/Ferrari muss spätestens ende 94 beim stundenweltrekord gewesen sein.
glaube mein Lieblingsbild hatte ich schonmal hochgeladen, find ich jetzt aber nicht, deswegen nochmal.
Geschrieben von badorties am 24.10.2004 um 14:58:
Sehr interessant! Und nach ein paar Jahren verwischt die Erinnerung doch ein wenig..., deswegen ist es "schön" das ganze noch mal ein Jahrzehnt später lesen zu können.
Geschrieben von ilKaiser am 24.10.2004 um 15:07:
RE: Die Ära Gewiss-Ballan
Schöner Artikel!
Und warum ist '96 die Ära Indurain zu Ende gegangen? Hat er den EPO-Zug verpasst?
Geschrieben von Bobet am 24.10.2004 um 15:08:
Interessanter Beitrag. Und was Romingers Stundenrekord angeht, hat der Doktor seinen bescheidenen Beitrag selbst gewürdigt:
Link
Geschrieben von blaireau am 24.10.2004 um 15:11:
Von der Tour '04 ist bekannt geworden, dass die Fahrer im Schnitt einen Hct-Wert von 46% hatten am Start.
Die Zahlen im Gewiss-Artikel belegen (unwissenschaftlich natürlich) die Experten-Ansicht, dass hochausdauertrainierte Atleten einen Durchschnittswert von 40%-42% haben.
Wenn man dazu bedenkt, dass das TdF-Feld per Reglement bei 50% gedeckelt ist, und wie man erreicht, daas diese Grenze kurzfristig iengehalten ist, und wie schon mehrfach erwähnt kein Zusammenhang zwischen natürlichen Hct-Wert und Ausdauerleistung besteht, dann ist eigentlich ziemlichst klar, dass ein Grossteil des TdF-Feldes mit EPO&Co. dopt. Genau wie es der belgische Arzt dieses Phänomen beurteilt hat.
Ich vermute also eher Einzelfälle von "weissen Schafen", die nicht dopen ... Tja, wer könnte das sein?
Rominger war einer der allerersten Kunden von Ferrari, soweit ich mich erinnern kann. Ich schätze mal ab 1990/91, auf jeden Fall aber schon 1993, da bin ich mir 100% sicher. Vermutlich hat er dort schon damals noch andere sportmedizinsche Weisheiten gelernt als diejenige, dass man nicht 10 Liter Orangensaft auf eine Sitz trinken sollte ....
Geschrieben von blaireau am 24.10.2004 um 15:19:
RE: Die Ära Gewiss-Ballan
| Zitat: |
Original von ilKaiser
Und warum ist '96 die Ära Indurain zu Ende gegangen? Hat er den EPO-Zug verpasst?
|
Dazu Rominger in einem Interview in Tessiner Fernsehen an der TdF 1996:
"Ich bin so schnell wie früher. Mittlerweile sind die andern so schnell geworden wir ich."
Man muss wohl immer sehen, dass die Handhabung dieser hormonellen Stoffe jeweils einige Erfahrung braucht, bis sie ihre Wirkung voll entfalten können. Dies scheint sowohl für den einzelnen Athleten wie auch die ganze Disziplin zu gelten, vgl. auch Sprintwettbewerbe in der LA.
Geschrieben von xxGinesxx am 24.10.2004 um 15:21:
Jaja, der Tony war schon immer mit allen Wassern gewaschen...
Vergesse nie seine Aussage "ich bin nie positiv getestet worden", in einer TOUR-Ausgabe von 1998. Glaube kurz nachdem Cofidis-Mann Casagrande in San Sebastian erwischt wurde. Rominger war ja damals irgendwie so eine Art "technischer Berater" des Teams. Ein Schelm, der böses dabei denkt...
Die Cofidis-Fahrer Julich, Rinero, Meier und Livingston kamen ja ganz schön beachtlich die Berge der Tour 98 hoch...
Am Euro-Mikro erzählte Rominger übrigens mal in Bezug auf Ferrari, dass er mit diesem irgendwo nach Nordamerika ins Höhentrainigslager alljährlich gefahren ist, gerade vor großen Rundfahrten, um dort den Hämatokrit auf "natürlichem Wege" zu steigern... Mag ja alles sein, doch ein
aber bleibt...
Geschrieben von Phil am 24.10.2004 um 15:24:
Ganz toller Artikel über ein Top-Team in der frühen Top-Zeit des EPO-Dopings.

:MEHR DAVON!
Geschrieben von blaireau am 24.10.2004 um 15:34:
| Zitat: |
Original von xxGinesxx
Am Euro-Mikro erzählte Rominger übrigens mal in Bezug auf Ferrari, dass er mit diesem irgendwo nach Nordamerika ins Höhentrainigslager alljährlich gefahren ist, gerade vor großen Rundfahrten, um dort den Hämatokrit auf "natürlichem Wege" zu steigern... Mag ja alles sein, doch ein aber bleibt... |
Das war 1993 und 1994 in Colorado. Hat man versucht, die Wirkungen zu kombinieren? Ich hab's nie verstanden. 1994 ist TR dann wohl ins Übertraining gefahren und hatte an der direkt anschliessenden nachfolgenden Vorbereitungs-TdS (von der Ferrari übrigens nicht wollte, dass er sie fährt) bereits über Müdigkeit geklagt.
Geschrieben von jonas am 24.10.2004 um 15:40:
| Zitat: |
Original von xxGinesxx
Jaja, der Tony war schon immer mit allen Wassern gewaschen...
Vergesse nie seine Aussage "ich bin nie positiv getestet worden", in einer TOUR-Ausgabe von 1998. Glaube kurz nachdem Cofidis-Mann Casagrande in San Sebastian erwischt wurde. Rominger war ja damals irgendwie so eine Art "technischer Berater" des Teams. Ein Schelm, der böses dabei denkt...
Die Cofidis-Fahrer Julich, Rinero, Meier und Livingston kamen ja ganz schön beachtlich die Berge der Tour 98 hoch...
|
Naja, 98' war die Tour auch nicht wirklich stark besetzt.
Was mich doch etwas traurig macht ist, dass nicht mehr Fahrer die Grösse haben und zugeben können, dass sie illegale Mittel benutzt haben. Denn wer ernsthaft daran zweifelt, dass in den 90-er Jahren mit EPO nur so um sich gespritzt wurde, der ist doch etwas naiv. Schade, dass einige wenige (Festina-Jungs vor allem) als Sündenböcke für eine ganze Radsportgeneration herhalten mussten (was nicht heisst, das ich ihr Vergehen vernachlässige).
Geschrieben von blaireau am 24.10.2004 um 15:58:
| Zitat: |
Original von jonas
Was mich doch etwas traurig macht ist, dass nicht mehr Fahrer die Grösse haben und zugeben können, dass sie illegale Mittel benutzt haben. |
Wenn die rückwirkende Dopingregel streng angewandt würde und alle Fahrer, die EPO eingestzt haben, die Grösse hätten, genau anzugeben wo und wann ..... Wir könnten wohl eine Menge Resultatlisten und Palmares umschreiben - aber gehörig. Vielleicht hätten wir am Ende eines solchen durchgreifenden Läuterungsprozesses TdF-Sieger, deren Name wir nie bewusst gehört haben.

Ist irgendwie auch nicht realistisch.
Insofern versteh' ich auch, warum der sonst geständige Millar entgegen den belastenden Aussagen anderer Fahrer nix davon wissen will, EPO in der TdF benutzt zu haben.
Den falls die Aussagen stimmen ... verstehe ich, dass er nicht (mehr) einsieht, warum sein Etappen-Sieg einfach auf die Schultern eines andern EPO-Fahrers wandern soll. Und irgendwie hat er leider Recht.
Geschrieben von fl3xor am 24.10.2004 um 17:50:
ich wage jetzt mal die aussage das der name ferrari im radsport fuer doping steht oder sagen wir zumindest fuer fragwuerdige leistungen.
das armstrong ueberhaupt auf einen arzt setzt, der so lapidar mit der gesundheit der fahrer und des dopings umgeht, spricht nicht unbedingt fuer ihn. wobei man auch bedenken sollte das ferrari aufgrund seiner vergehen vor kurzem verurteil wurde. fuer armstrong immernoch kein grund von ihm zu lassen ...
Geschrieben von TEVC am 24.10.2004 um 17:52:
| Zitat: |
Original von fl3xor
fuer armstrong immernoch kein grund von ihm zu lassen ...
|
Armstrong hat die Zusammenarbeit mit Ferrari seit dem Urteil offiziell beendet.
Geschrieben von fl3xor am 24.10.2004 um 17:55:
| Zitat: |
Original von TEVC
Armstrong hat die Zusammenarbeit mit Ferrari seit dem Urteil offiziell beendet. |
sry, dann war ich nicht gut genug informiert

hat aber trotzdem ein bisschen lange gedauert bis er von ihm gelassen hat, ich meine das ferrari nicht nur ein geschickter orthopäde ist war doch schon laenger (spaetestens seit dem gewiss interview) klar...
Geschrieben von Tapefire! am 24.10.2004 um 18:59:
Was vom Doctore gegoogelt
"Auch der Durchmesser der benutzten Nadel und die Stellung der Nadel innerhalb der Ader (stellen Sie gegen die Aderwand oder in die Mitte der Ader in Position gebracht) ein, können einen Effekt auf den HCT-Niveaumaßen auch haben."
Zu lesen auf seiner Homepage.
Auch wichtig wenn der Hämatokrit 49.9% oder 50% beträgt.
Geschrieben von Rino Albergo am 24.10.2004 um 19:19:
gut geschrieben, gines ...

schreibst auch mal was über vinos alte mannschaft casino ...?
Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH