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--- Hilfe!! Suche Fotoexperten zur Lösung von Klausuraufgaben (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=15325)


Geschrieben von Lina am 30.09.2004 um 17:26:

großes Grinsen Hilfe!! Suche Fotoexperten zur Lösung von Klausuraufgaben

Ich sitze hier nun schon seit ein paar Tagen und pauke für meine Klausur in Medientechnik. Das meiste des dafür notwenigen Zeugs habe ich mittlerweile mehr oder weniger erfolgreich verstanden und in mein Hirn geprügelt. Bei der Durchsicht der Aufgaben der letzten Klausur ist dann aber doch noch die ein oder andere Frage offen geblieben...
In der Hoffnung, dass mir irgendjemand weiterhelfen kann:

Aufgabe 1
Die Kamera Nikon Coolpix 5700 hat einen CCD-Chip mit einer Diagonalen von 0,67 inch = 17 mm.
Welche Brennweite muss ein Normalobjektiv für diese Kamera haben?
Hinweis: Ein Normalobjektiv für das Kleinbildformat 24x36 mm mit der Diagonalen 43,2 mm hat den Öffnungswinkel 46,8°, siehe Skizze.

Das orange ist der Rechenweg / die Lösung. Warum wird bei der Rechnung jetzt die Diagonale des Kleinbildformates verwendet und nicht die Diagonale des CCD-Chips???



Geschrieben von Lina am 30.09.2004 um 17:32:

  und weiter geht's:

Aufgabe 2
Obige Kamera kann auf 4 verschiedene Empfindlichkeitsstufen eingestellt werden: ISO 100/21°, 200/24°, 400/27° und 800/30°. Welche der folgenden Kombinationen aus Belichtungszeit, Blende und Empfindlichkeit sind äquivalent?

Das orange ist wieder einmal die Lösung, bzw. der Lösungsweg.
Kann mir bitte irgendjemand verraten, wie man das berechnet? blinzelnd Jörg Ludewig



Geschrieben von Cyclist am 30.09.2004 um 18:00:

  Noch nie manuell fotografiert? ;-)

Zusammenhang
Blende – Verschlusszeit
2 – 1/250
2,8 – 1/125
4 – 1/60
5,6 – 1/30
8 - 1/15
11 – 1/8
16 – 1/4
22 – 1/2
32 – 1/1
(jeweils den vorherigen Wert mit Faktor 1,4 multiplizieren und dann auf die nächste Blendenstufe runden, die Verschlußzeit halbiert sich entsprechend*). Diese Reihe gilt so bei unverändertem ISO-wert. (d.h. es fällt immer die gleiche Menge Licht auf den Film).

Wird der Isowert verändert, verändert sich auch die die Blenden / Verschlusszeitkombination.
wenn man bei unterschiedlichem ISO-Wert die gleiche Lichtmenge auf den Film fallen lassen möchte, muss man entsprechend über die Verschlusszeit (bzw, Blende) regulieren.

Beispiel:
Blende - Verschlußzeit – ISO
8 – 1/15 – ISO 100
8 – 1/30 – ISO 200
8 – 1/60 – ISO 400
8 - 1/125 – ISO 800

oder
8 – 1/15 – ISO 100
11– 1/15 – ISO 200
16 – 1/15 – ISO 400
22 - 1/15 – ISO 800


P.S. Trotz gleicher Lichtmenge hat man aber bei den verschiedenen Kombinationen eine unterschiedliche Schärfentiefe Augenzwinkern

Zur Lichtempfindlichkeit:

früher wurde in DIN gemessen (°Zahl), heute wird der ISOwert angegeben. Auf den meisten Filmen befinden sich beide Angaben
ISO/DIN
25/15°
50/18°
100/21°
200/24°
400/27°
800/30°

Ich hoffe, das stimmt so einigermaßen. Habe zuhause aber ein paar Unterlagen, wo ich nochmal nachschauen kann. Aber vielleicht kann ein anderer Fotoexperte (mani oder so...) meine Ausführungen bestätigen oder wenn nötig verbessern.

Und ich hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich erklärt...

*halbiert bezogen auf den zahlenwert, effektiv verdoppelt sie sich, da 1/30s matürlich eine längere Belichtungszeit als 1/60 ist Augenzwinkern Die Blende wird immer kleiner, da hohe Blendenwerte einer kleinen Blende entsprechen.



Geschrieben von Cyclist am 30.09.2004 um 20:13:

  RE: Noch nie manuell fotografiert? ;-)

Habe meine Unterlagen leider nicht hier in Berlin, aber ich denke, die Zahlrenreihen sollten stimmen.



Geschrieben von Cyclist am 01.10.2004 um 14:54:

 

Vielleicht hilft dir dieser Link auch etwas weiter, hier gibt es u.a. Infos zur Umrechnung der Brennweiten von analog zu digital
http://www.jr-x.de/digitalfotografie/fototechnik/index.html#brennweite

Lichteinfall und Blendenöffnung:
http://www.jr-x.de/digitalfotografie/fototechnik/101.png



Geschrieben von crn am 01.10.2004 um 15:24:

  RE: Hilfe!! Suche Fotoexperten zur Lösung von Klausuraufgaben

Zu der Sensor-Diagonalen-Aufgabe:

Die Idee ist folgende: Ich kenne die Diagonale des Kleinbildformates und die Brennweite des Normalobjektivs.
Diese setze ich ins Verhältnis (50:21,6 - also Brennweite durch halbe Diagonale). Mich interessiert nun die Brennweite eines äquivalenten Objektivs für einen Sensor mit anderer Diagonale, hier 17 mm (oder eben 8,5 mm Halbdiagonale). Das Verhältnis muss dasselbe sein wie oben:

50 / 21,6 = x / 8,5

Auflösen nach x ergibt: x = 50 * 8.5 / 21,6

Simpler Strahlensatz also ...



Geschrieben von crn am 01.10.2004 um 15:34:

  RE: und weiter geht's:

Äquivalenztabellen, nein, wie hübsch Engelchen

Die dargestellte Lösung bringt alle Belichtungen auf ein Äquivalent zu Blende 8 und 400 ISO (die DIN-Werte sind da schlicht falsch!!).

Also H1 ist 1/128; 5,6; 200. Eine Blendenstufe hoch ist dann 1/64; 8; 200. Dann eine Empfindlichkeitsstufe hoch macht 1/128; 8; 400.

H1: 1/128;5,6;200 => 1/64;8;200 => 1/128;8;400
H2: 1/256;2,8;400 => 1/128;4,0;400 => 1/64;5,6;400 => 1/32;8;400
H3: 1/512;1,4;800 => 1/256;2,0;800 => 1/128;2,8;800 => 1/64;4,0;800 => 1/32;5,6;800 => 1/16;8;800 => 1/8;8;400
H4: 1/8;22;200 => 1/16;16;200 => 1/32;11;200 => 1/64;8;200 => 1/32;8;400

So und der Rest ist Übungsaufgabe Raus! Buh! Pfui!



Geschrieben von Cyclist am 01.10.2004 um 15:40:

  RE: und weiter geht's:

Zitat:
Original von crn
Äquivalenztabellen, nein, wie hübsch Engelchen

Die dargestellte Lösung bringt alle Belichtungen auf ein Äquivalent zu Blende 8 und 400 ISO (die DIN-Werte sind da schlicht falsch!!).

Also H1 ist 1/128; 5,6; 200. Eine Blendenstufe hoch ist dann 1/64; 8; 200. Dann eine Empfindlichkeitsstufe hoch macht 1/128; 8; 400.

H1: 1/128;5,6;200 => 1/64;8;200 => 1/128;8;400
H2: 1/256;2,8;400 => 1/128;4,0;400 => 1/64;5,6;400 => 1/32;8;400
H3: 1/512;1,4;800 => 1/256;2,0;800 => 1/128;2,8;800 => 1/64;4,0;800 => 1/32;5,6;800 => 1/16;8;800 => 1/8;8;400
H4: 1/8;22;200 => 1/16;16;200 => 1/32;11;200 => 1/64;8;200 => 1/32;8;400

So und der Rest ist Übungsaufgabe Raus! Buh! Pfui!


Welche Kamera hat denn ne Verschlusszeit von 1/64 oder so? Die gibt's in der Realität gar nicht. Man kann nur mit 1/60s fotografieren... selbst die anderen Werte kommen mir etwas spanisch vor...



Geschrieben von crn am 01.10.2004 um 15:49:

  RE: und weiter geht's:

Ich hab mir die Aufgabe nicht ausgedacht! Die Verschlusszeiten sind so gewählt, weil man es einfacher rechnen kann.

Normalerweise hast du halt 1/500, 1/250, 1/120, 1/60 etc. pp. und nicht 1/512, 1/256, 1/128, 1/64.



Geschrieben von Cyclist am 01.10.2004 um 15:55:

  RE: und weiter geht's:

Zitat:
Original von crn
Ich hab mir die Aufgabe nicht ausgedacht! Die Verschlusszeiten sind so gewählt, weil man es einfacher rechnen kann.

Normalerweise hast du halt 1/500, 1/250, 1/120, 1/60 etc. pp. und nicht 1/512, 1/256, 1/128, 1/64.


1/120? Eher 1/125... Augenzwinkern Aber ich finde Aufgaben schwachsinnig, die sich nicht an den echten Werten orientieren. Bei den Belndenwerten kann man ja auch nicht irgendwelchen fiktiven Blendenöffnungen nehmen... wenn man rein mathematisch rechnen würde, käme nach Blende 5,6 Blende 7,84... ich hoffe, so ist die Aufgabe nicht gemeint Augenzwinkern



Geschrieben von yeti am 02.10.2004 um 15:41:

  RE: und weiter geht's:

welche Übungsaufgaben orientieren sich schon an der Realität? Ich fand das meiste Graffl in der Schule relativ realitätsfern... lamentieren zeter und mordio

*undweg* Dazu sag ich nix mehr!



Geschrieben von crn am 02.10.2004 um 15:51:

  RE: und weiter geht's:

Zitat:
Original von Cyclist
Zitat:
Original von crn
Ich hab mir die Aufgabe nicht ausgedacht! Die Verschlusszeiten sind so gewählt, weil man es einfacher rechnen kann.

Normalerweise hast du halt 1/500, 1/250, 1/120, 1/60 etc. pp. und nicht 1/512, 1/256, 1/128, 1/64.


1/120? Eher 1/125... Augenzwinkern Aber ich finde Aufgaben schwachsinnig, die sich nicht an den echten Werten orientieren. Bei den Belndenwerten kann man ja auch nicht irgendwelchen fiktiven Blendenöffnungen nehmen... wenn man rein mathematisch rechnen würde, käme nach Blende 5,6 Blende 7,84... ich hoffe, so ist die Aufgabe nicht gemeint Augenzwinkern


Moment! Die Blenden sind ja eigentlich 1/1, 1/2, 1/4, 1/8, usw. d.h. die Blendenschritte sind jeweils Verdopplungen des Nenners. 1/2.8 ist die Halbblende zwischen 1/2 und 1/4 (wegen logarithmischer Skala), präzise sind das 1/(Wurzel(2)*2). D.h. der Faktor ist nicht 1.4, sondern Wurzel 2.

Bei den Verschlusszeiten ist es IMHO früher genauso gewesen, da wurde der Teilungsfaktor, mit dem die Frequenz des Schwingquarzes die Belichtungszeit bestimmt, in 2er-Potenzen berechnet. D.h. 1/1000 ist in Wirklichkeit 1/1024 u.s.w., nur wird das halt nicht so genannt, wegen der Dezimalfixiertheit des Menschen. Ob das allerdings heute noch so ist, weiß ich nicht.



Geschrieben von Cyclist am 02.10.2004 um 17:36:

  RE: und weiter geht's:

Zitat:
Original von crn
Moment! Die Blenden sind ja eigentlich 1/1, 1/2, 1/4, 1/8, usw. d.h. die Blendenschritte sind jeweils Verdopplungen des Nenners. 1/2.8 ist die Halbblende zwischen 1/2 und 1/4 (wegen logarithmischer Skala), präzise sind das 1/(Wurzel(2)*2). D.h. der Faktor ist nicht 1.4, sondern Wurzel 2.

Bei den Verschlusszeiten ist es IMHO früher genauso gewesen, da wurde der Teilungsfaktor, mit dem die Frequenz des Schwingquarzes die Belichtungszeit bestimmt, in 2er-Potenzen berechnet. D.h. 1/1000 ist in Wirklichkeit 1/1024 u.s.w., nur wird das halt nicht so genannt, wegen der Dezimalfixiertheit des Menschen. Ob das allerdings heute noch so ist, weiß ich nicht.


In Fotokursen wird das aber anders erklärt:


Ganze Blenden sind:

1,0 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 - 22

1,0 ist die grösstmögliche Öffnung (grosse Blende = kleine Blendenzahl), jede nächste Blendenstufe lässt genaud oppelt soviel Licht durch wie vorgehende. Der Faktor zur Berechnnung zwischen diesen echten Blendenstufen ist nach den Fotoscripten 1,4. Halbe Blendenstufen sind z.B. Werte wie 3,5.



Geschrieben von crn am 02.10.2004 um 17:49:

  RE: und weiter geht's:

Tja, du darfst halt nicht immer alles glauben, was man dir erzählt.

Eine "ganze" Blende bedeutet die Verdoppelung des Nenners beim Abblendverhältnis, also 1/4 auf 1/8 (oder Stufe 4 auf 8). Damit reduziert sich der Lichtdurchlass auf ein Viertel. Seit einigen Jahrzehnten spricht man bei einer Blendenstufe von "halben Blenden", d.h. die Erhöhung des Nenners um Wurzel 2. Bei zwei Blendenstufen sind es dann entsprechend Wurzel 2 mal Wurzel 2 = 2 (und damit das, was ursprünglich eine Blende war). Die 1.4 sind genauso "praxisfern" wie von 1/500 Sekunden Belichtungszeit zu sprechen, Rundungen, die es leichter lesbar machen (denn Wurzel 2 ist eine irrationale Zahl im Dezimalsystem, d.h. unendlich lang).



Geschrieben von Cyclist am 02.10.2004 um 18:01:

  RE: und weiter geht's:

ganze Blende ist die Blende, die doppelt so viel Licht durchlässt wie die vorherige, vom Wert her ist es keine ganze Zahl. von Blende 8 zu 4 wird aber nicht doppelt sondern 4x soviel licht durchgelassen.



Geschrieben von crn am 02.10.2004 um 18:21:

großes Grinsen Wenn man ein Haar dreimal spaltet, ist es dann gedrittelt oder geachtelt?

(Richtig, eine 1/4-Blende lässt viermal soviel Licht durch wie eine 1/8-Blende.)

Allerdings gab man ursprünglich die Blende als Radius der Blendenöffnung an. Und da ist eine offene Blende (1/1) eben eine Blende größer als bei (dem Radius nach) halb geschlossenen Blende (1/2). Natürlich lässt nach elementarer (sic!) euklidischer Geometrie eine Blendenöffnung mit Radius 1/2 nur (1/2)^2=1/4 soviel Licht durch, weil ja der Flächeninhalt der Öffnung quadratisch mit dem Blendenradius abnimmt. Da aber unter den Fotographen zunehmend weniger Mathematiker waren (anfangs ja fast ausschließlich), ließ man diese Spitzfindigkeiten sein und spricht statt von Blendenradius (1/4) eben von Blendenstufe (4) und nimmt statt der Radius-basierten Zählweise die volumenbasierte. Jetzt gibt es dann allerdings das klassische (sic!) Problem der irrationalen Blendenstufen. Da es sich aber durchgesetzt hat, nicht mehr wie anno dazumal Schüler, die die Unendlichkeit eines Bruches proklamieren, vom Gott der Meeres persönlich hinraffen zu lassen, entschied man sich dafür, die (dem Radius nach) Zwischenblenden mit auf maximal eine Stelle nach dem Komma gerundeten Zahlen angibt, die allerdings nicht dem wahren Verhältnis entsprechen.



Geschrieben von Lina am 05.10.2004 um 12:44:

 

Ahaaaa, so langsam kommt Licht ins Dunkel! großes Grinsen

Vielen Dank, das hilft mir wirklich weiter!!! lass dich knuddeln



Geschrieben von Cyclist am 05.10.2004 um 17:59:

 

Viel Glück bei deinen Klausruren!


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