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Geschrieben von chriziko am 12.07.2004 um 08:48:
Sturzdiskussion
laut SZ durfte sven montgomery ein "zweifelhaftes jubiläum" feiern. er war das 100. sturzopfer der diejährigen tour. inzwischen sind einige dazu gekommen. daher nun die frage: müssen so viele stürze sein oder könnte die tour-leitung etwas dagegen tun?
danilo hondo schlägt vor, die 1000-meter-zone vor dem ziel zu erweitern und zwar bis zur stadtgrenze. walter godefroot dagegen glaubt nicht, dass das etwas nützen würde, außer dass ullrich und armstrong dann auf den letzten drein kilometern gemeinsam ein bier trinken könnten.
meiner ansicht nach wäre es wenigstens einen versuch wert...wenn es hilft, ist es ein mittel, das stürze verhindert, ohne die tour weniger interessant zu machen...
Geschrieben von Schtine am 12.07.2004 um 08:57:
RE: Sturzdiskussion
Montgomery hat es doch nicht in der 1.000 m Zone auf den Asphalt gepackt. Ausserdem konnte er verletzungsbedingt sowieso nicht weiterfahren. Wo läge da denn dann der Sinn einer Ausdehnung der 1.000 m Zone? Die müsste man sonst eher bis zum Start ausdehnen.
Geschrieben von chriziko am 12.07.2004 um 08:59:
RE: Sturzdiskussion
der sinn ist, dass nicht alle voll draufhalten...es reicht ja eigentlich, wenn die sprinter sprinten und nicht auch die klassementfahrer...
Geschrieben von Cyclist am 12.07.2004 um 09:01:
RE: Sturzdiskussion
Die Diskussion gab's schon vor einem Jahr nach den vielen Stürzen beim Giro, geändert hat sich nichts. Es würde auch schon helfen weniger gefährlichere Zielpassagen auszuwählen... oft Vergessen die Veranstalter, dass es auch mal regnen könnte...
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 12.07.2004 um 09:06:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von chriziko
daher nun die frage: müssen so viele stürze sein oder könnte die tour-leitung etwas dagegen tun?
|
Bei dem Sturz gestern soll ja ein Hund den Fahrern in die Quere gekommen sein, bei Haselbacher ein Lenkerbruch - beides höhere Macht...
Ansonsten würde ich die Hauptverantwortung bei der hohen Risikobereitschaft der Fahrer suchen! Wenn man z.B. mit 70 km/h in die Kopfsteinpflasterpassage reinbrettert (eigentlich schon mehrere km vorher), sind Stürze halt vorprogrammiert - genauso bei den Zielsprints. Und wenn vor der Zielgeraden noch eine Kurve ist, muß ich halt etwas Tempo rausnehmen und mich nicht wundern, dass ich überraschend in der Bande gelandet bin...
Geschrieben von Petersen am 12.07.2004 um 11:02:
Die Stürze sind immer schlimm, aber letztlich wohl kaum zu vermeiden. Wenn über hundert Fahrer bei Tempo 50 mit wenigen Zentimetern Anstand zueinander fahren ist so etwas unvermeidlich. Man konzentriert sich zwar wird aber doch immer wieder abgelenkt. Gott sei Dank gibt es jetzt die Helmpflicht. Nicht auszudenken was schon passiert wäre hätten die das Ding nicht auf dem Kopf.
Geschrieben von Jule am 12.07.2004 um 11:02:
RE: Sturzdiskussion
naja, aber du kannst nicht von den Fahrern verlangen, langsamer zu sprinten
schließlich gewinnt Ete dann wieder, und das geht ja nich
ich denke, hier sind die organisatoren gefragt, die Zielankünfte weniger gefährlich zu gestalten.
Die Fahrer sprinten doch immer gleichriskant und rücksichtslos, dass liegt wohl daran, dass ein Etappensieg bei der Tour so wichtig ist, und deshalb alle auf Gedeih und Verderb nach vorne wollen. Deshalb sollte man sie etwas mehr "schützen", indem die Ankünfte leichter gemacht werden.
So nach dem Motto :"Denn sie wissen nicht, was sie tun"
Edit: mein erster Satz sollte sich auf den letztvom Harzer beziehen (sonst is das ding noch sinnloser

)
Geschrieben von ilKaiser am 12.07.2004 um 11:08:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von chriziko
danilo hondo schlägt vor, die 1000-meter-zone vor dem ziel zu erweitern und zwar bis zur stadtgrenze. |
von diesem vorschlag halte ich gar nichts. dann hätten wir nämlich wahrscheinlich keinen angriff von mancebo am schluss einer flachetappe gesehen. und das wäre doch schade gewesen.
mein vorschlag: das fahrerfeld muss verkleinert werden. die mannschaft RAGT hätte man zum beispiel komplett weglassen können.
Geschrieben von Michelin-Männchen am 12.07.2004 um 11:23:
Das gehört zur Tour
Wenn man die "Sprintzone" ausdehnt, spaltet man die Rundfahrten noch mehr. Ich wäre sogar dafür, die 1000 m Zone abzuschaffen, damit es sich auch für die Klassement-Fahrer lohnt, nicht zu früh die Beine hochzunehmen.
Mit der gleichen Argumentation könnte man ja auch Passabfahrten abschaffen (und da weiss ich aus eigener leidvoller Erfahrung, von was ich rede), aber Giro, Tour und Vuelta wären nicht mehr das gleiche ohne die Abfahrten.
Gegen Sturzgefahr bzw. gefährliche Verletzungen helfen nach meiner Meinung andere Mittel:
1. Breite Zielgeraden
2. Entsprechende Banden auf den letzten Kilometern
3. Selektive Kurse (so wie gestern z.B.)
Sebastian
Geschrieben von paristours am 12.07.2004 um 12:47:
| Zitat: |
| 2. Entsprechende Banden auf den letzten Kilometern |
Ja, die meterhohe Strohsäcke müssen da stehen und nich die Füsse von den Gittern, da is gestern auch schon einer fast reingecrasht, Bobby Julich glaub ich. Dann fällt man nämlich nich hin, wenn man mit einem Strohsack in Kontakt gerät.
Aber eigentlich kann man vom Glück reden, dass es gestern bergauf ging und GEREGNET hat, sonst wären dann bestimmt welche an den Gittern bzw. in den Kreiseln stecken geblieben, schließlich kann man so ein Kreisel nich mit 60km/h durchfahren, das geht einfach nich... Und bei Trockenheit hätten bestimmt welche versucht, so spät wie möglich zu bremsen und ja...
Geschrieben von bergziege am 12.07.2004 um 13:10:
also bisher fande ich die Zielpassagen eigentlich recht sicher. Gestern war es das erstmal, dass es ein bisschen gefährlicher wurde, aber da ging es ja zum glück berg hoch. ähnlich gute/breite zieleinläufe hab ich nur bei der d-tour gesehen!
Geschrieben von Ski am 12.07.2004 um 13:23:
RE: Das gehört zur Tour
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Wenn man die "Sprintzone" ausdehnt, spaltet man die Rundfahrten noch mehr. Ich wäre sogar dafür, die 1000 m Zone abzuschaffen, damit es sich auch für die Klassement-Fahrer lohnt, nicht zu früh die Beine hochzunehmen.
3. Selektive Kurse (so wie gestern z.B.)
|
zu ersterem : Machen sie mit der Zone doch auch schon nicht und dass das ganze seinen Sinn hat ist doch vor 2 Tagen deutlich geworden , wo ansonsten die Tour für einige schon gelaufen gewesen wäre durch den Sturz an 20. Stelle im Feld mit allen Favs außer Ullrich dahinter (und ich will bestimmt nicht dass sie noch mehr reinbrettern um wirklich ganz vorne zu sein, ist so schon gefährlich genug wenn alle Sprinter und Sprinthelfer ganz vorne fahren wollen ....... ) die dann zum Teil einfach nicht mehr weiterfahren konnten .......
zu zweiterem : Da steigen dann aber einige Sprinter aufs Dach, und mit Recht. Es giobt schließlich auch einige Etappen wo nur echte Top-Bergfahrer gewinnen können im Finale, dann gehören auch Etappen dazu die auf die Sprinter zugeschnitten sind .
Geschrieben von Niggel am 12.07.2004 um 13:32:
Gestern habe ich es zum erstenmal richtig verstanden, zu was das mit der 1000m-Regel gut ist.
Ich denke auch das eine Erweiterung der 1000m gut wäre. Nur müssten die Klassement-Teams "gezwungen" werden, sich hinten einzuordnen.
Was hatte z.B. das US-Postal-Team auf den letzten 2000m im Spitzenpulk zu suchen. Dauernd haben die Sprint-Anfahrer die Klassement-Fahrer nach hinten gewunken. Und das zu recht.
Wenn solche "langsamen"Fahrer vorne alles aufhalten, nur um die eigene Sturzgefahr zu verringern, können sich die Sprinterteams nicht richtig entfalten und müssen sich durch diese Fahrer durchkämpfen. Das führt zu Gefahren auf eben diesen letzten Kilometern.
Sollen Lance und Ulle doch hinten eine Kiste Bier leermachen. Aber vorne wären dann weniger Hindernisse.
Geschrieben von bAdpit am 12.07.2004 um 13:34:
RE: Das gehört zur Tour
| Zitat: |
Original von Michelin-Männchen
Wenn man die "Sprintzone" ausdehnt, spaltet man die Rundfahrten noch mehr. Ich wäre sogar dafür, die 1000 m Zone abzuschaffen, damit es sich auch für die Klassement-Fahrer lohnt, nicht zu früh die Beine hochzunehmen.
Mit der gleichen Argumentation könnte man ja auch Passabfahrten abschaffen (und da weiss ich aus eigener leidvoller Erfahrung, von was ich rede), aber Giro, Tour und Vuelta wären nicht mehr das gleiche ohne die Abfahrten.
Gegen Sturzgefahr bzw. gefährliche Verletzungen helfen nach meiner Meinung andere Mittel:
1. Breite Zielgeraden
2. Entsprechende Banden auf den letzten Kilometern
3. Selektive Kurse (so wie gestern z.B.)
Sebastian |
das spiegelt exakt meine meinung wieder.
Geschrieben von ullin am 12.07.2004 um 14:07:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von chriziko
daher nun die frage: müssen so viele stürze sein oder könnte die tour-leitung etwas dagegen tun? |
Ach, man könnte viel dagegen tun. Nur leider sind schwere Stürze mittlerweile ein ganz wichtiger Teil des Mythos der Tour (eigentlich des gesamten Radsports). Man braucht sich nur einmal die Trailer für die Fernsehübertragungen ansehen, wie oft da die herrliche "Dynamik" dieser Sportart vermittels eines Sturzes dargestellt wird. (Besonders gut eignet sich dafür natürlich Belokis Abflug 2003 ...)
Ich denke also, dass sowohl Veranstalter (Mythenbildung, "härtestes Rennen" etc.) als auch Fahrer (Mythenbildung, "..wir sind eben echt wilde Hunde" etc.) mit der jetzigen Situation ganz gut leben können. Wahrscheinlich wird erst dann ein Umdenken einsetzen, wenn es die ersten Toten unter den "Stars und Sternchen" gibt.
Die wirksamste Methode wäre imho eine drastische Reduktion des Fahrerfeldes. 5-6 Fahrer pro Team sollten eigentlich zum Flaschenholen und "Den-Leader-nach-dem-Toilettenstop-wieder-ranfahren" reichen. Das hätte abgesehen von der "Ausdünnung" des Pelotons den angenehmen Nebeneffekt, dass es für die Mannschaften der Klassementfahrer/Sprinter wesentlich schwieriger wäre dem Feld ihre Taktik aufzuzwingen. Folge davon wären mehr Ausreißergruppen bei Flachetappen, dadurch weniger Massensprints ... mit einem Wort: Die Tour wäre nicht nur sicherer, sondern auch wesentlich interessanter.
Die Ausweitung der neutralen Zone wäre dann vielleicht gar nicht mehr notwendig.
lg,
ullin
PS: Aber jede Diskussion über die "Sicherheit" der Fahrer wird natürlich sofort ad absurdum geführt, wenn man daran denkt, was sich die Jungs täglich an ... :räusper: ... leistungssteigernden Substanzen reinziehen.
Geschrieben von tick am 12.07.2004 um 15:25:
Although crashes can and have taken place at almost any time during this week’s stages, on most occasions it has been the bunch sprints that have taken their toll on the peloton, especially Friday’s mass pile-up at the one-kilometre-to-go mark, an incident which has led to CSC team manager Bjarne Riis suggesting a rule change. “I think it would be a good idea if you clocked the peloton further out on the stage. Then the riders wouldn’t be afraid of losing seconds. That might solve the problem. At least it’s worth a consideration,” proposes Riis.
http://www.procycling.com/news.aspx?ID=237
Geschrieben von Bastl am 12.07.2004 um 15:40:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von chriziko
der sinn ist, dass nicht alle voll draufhalten...es reicht ja eigentlich, wenn die sprinter sprinten und nicht auch die klassementfahrer... |
Die sprinten dann trotzdem mit, es geht ja nicht nur darum keine zeit zu verlieren sondern 100%gesund in die berge zu kommen. Dann gehn die doch net hin und sagen: och, heut geh ich mal ein sturzrisiko ein, ich verlier ja eh keine zeit...
sonst müsstens se ja jetzt auch schon nur bis zur flamme rouge vorne fahren
Zu den stürzen, dass ist halt nun mal so, wenns im feld nervös ist, dann krachts halt...
da sind die fahrer schon großteils selbst dran schuld.
Ich habs am WE schon wieder gemerkt: Grand Prix General Patton, Juniorenweltcup, erste Etappe über 110km und kaum ist die Neutralisation rum, wird vorne randaliert wie doof...
dementsprechend hats in den stadt durchfahrten oft gekracht
das ist halt nunmal Rennsport
Geschrieben von crn am 12.07.2004 um 17:31:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von ilKaiser
mein vorschlag: das fahrerfeld muss verkleinert werden. die mannschaft RAGT hätte man zum beispiel komplett weglassen können. |
Naja, RAGT haben bisher kaum was mit den Stürzen zu tun gehabt, wenn dann sollte man notorische Faller-Mannschaften wie beispielsweise Gerolsteiner prinzipiell von der Tour ausschließen.
Und nebenbei könnte man die Sturzursachen konsequenter beseitigen, wenn da zum Beispiel bekannt ist, dass ein Sturz ausgelöst wurde, weil zwei Fahrer das Verlangen überkam, zu tratschen und nicht auf das Rennen zu achten, dann hätte, denke ich, niemand was dagegen, wenn diese ausgeschlossen würden ...
Geschrieben von wildflowersoul am 12.07.2004 um 17:38:
RE: Sturzdiskussion
| Zitat: |
Original von crn
wenn da zum Beispiel bekannt ist, dass ein Sturz ausgelöst wurde, weil zwei Fahrer das Verlangen überkam, zu tratschen und nicht auf das Rennen zu achten, dann hätte, denke ich, niemand was dagegen, wenn diese ausgeschlossen würden ... |
aber beweis das mal! und selbst wenn dir das einwandfrei gelingt, würde es nicht eine etwas schiefe optik ergeben, einen fahrer auszuschließen weil er gestürzt ist? ich unterstelle hiermit mal, daß niemand vorsätzlich oder grob fahrlässig einen sturz herbeiführt. für alle anderen fälle ist meiner meinung nach der sturz selbst strafe genug.
edit: es sei denn natürlich, der auslösende fahrer selbst kommt nicht zu sturz. siehe kirsipuus sprinteinlage. dann sieht das ganze freilich anders aus.
Geschrieben von teufelsberg am 12.07.2004 um 20:15:
selektivere etappen und weniger fahrer fallen mir auch als erstes ein.
und berge nicht erst nach 14 tagen. sprinter, die gar nicht das ziel einer rundfahrt erreichen wollen, sollen zu hause bleiben.
eine bessere selbsteinschätzung der `schnellen` fahrer würde die sturzgefahr deutlich reduzieren. wer sich da alles chancen ausrechnet, ist teilweise grotesk.
insgesamt fände ich eine tour spannend, auf der es auch einmal bewegung gibt. mit weniger helfern gibt es vielleicht auch mal abstände auf etappen, am nächsten tag kann es wieder anders herum aussehen.
zu brutale sprintlinien müssen auch geahndet werden. manche fahren ohne rücksicht auf verluste.
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