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--- kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings) (http://forum.cycling4fans.de/thread.php?threadid=14410)


Geschrieben von Manny Calavera am 26.06.2004 um 14:41:

  kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

[das wollte ich schon immer mal loswerden ,aber erst herr millars geständnis (?) hat mich wieder daran erinnert...selbstzufrieden

das gedopt wurde und wird muss nicht gesagt werden ,die geständnisse der letzten jahre/jahrzehnte u.a. von anquetil ,thurau ,virenque und seit neustem vermutlich millar ,die positiven proben ,und die auffallend häufig bei (ehem.) radprofis auftretenden gesundheitlichen schäden (wie krebsleiden ,herzversagen etc.) sollten ein beleg dafür sein das dies tatsächlich der fall war und ist...

aber ,(und jetzt schlag ich mich auf die seite des radsports) in anderen sportarten wurde und wird genauso gedopt ,siehe leichtathletik ,schwimmen ,tennis etc. ...ja sogar fußball...
positive proben gab es ja genug in letzter zeit ,aber vor allem im schwimmen und in der la kommen einem manche weltrekorde (ich denke da an ddr ,china und u.a. auch den usa) sehr spanisch vor....
als bsp. auch die 100m der herren:
2001 und 2002 liefen die läufer regelmäßig unter 10s ,oft sogar unter 9,90 ,bei der wm 2001 bestzeit 9,81 und 2002 sogar weltrekord mit 9,78 (greene und montgomery)
2003 hingegen gab es ganz selten rennen unter 10,0 ,das wm-finale sogar etwa eine 10,10 !!!!! und die jahresweltbestzeit eine 9,93 !!!
....im schnitt also etwa 1,5 zehntel (0,15) sekunden langsamer also 2001 und 2002..............sehr auffällig ,oder......und montgomery und greene ,die 2001/2002 dominiert haben gingen 2003 ganz unter......(vielleicht ,weil sie aufgehört haben zu dopen ???)

wieder zum radsport:
für mich gibt es keine schönere ,elementarere ,anspruchsvollere und unterbezahltere sportart...
die jungs ackern das ganze jahr ,müssen ihre nahrung und schlicht das ganze leben dem radsport unterordnen ,nur um den lebensunterhalt bezahlen zu können (diese berufsanforderungen sind z.B. in den viel viel besser bezahltem tennis ,motorsport ,auch teilweise la ,und fußball
nicht vorhanden ,die genießen schonmal das leben ,sowas kann sich ein durchschnittlicher radprofi nicht erlauben.........).....
das preis/leistungs-verhältnis stimmt also imho überhaupt nicht......die radprofis quälen sich das ganze jahr ,teilweise unter höllenschmerzen und kriegen relativ wenig....und die anderen kriegen ja schon einfach so (ohne was gemacht zu haben) mehrere hundertausend dollar antrittsgage oder sogar gehälter im millionenbereich.....
mein vorwurf richtet sich vor allem an die tour de france.....
sie ist nach fußball-wm und olympia das drittgrößte sportereignis des planeten ,findet im gegensatz zu denen jedes jahr statt und is regelrecht eine geldvermehrungsmaschine...........und was kriegt der sieger der tour : 400.000 $ ........ok........,und der sieger eines ja viel viel schwereren tennis grand-slams oder eines major-golf-tuniers : mehrere millionen....da stimmt einfach das preis/leistungsverhältnis auch unter berücksichtigung der weltweiten medienpräsenz überhaupt nicht.....


und ,um wieder zum doping zu kommen:
wenn man das sieht ,ein 100m läufer pupmt sich für 10s voll und staubt ma eben mehrere hunderttausend dollar ein ,und der radprofi ,der wie kein zweiter den stetigen dopinggerüchten ausgesetzt ist ,am meisten dafür verurteilt wird ,obwohl die immernoch tausendmal mehr leisten als die weicheier und sesselpupser (sry ,inga das musste einfach sein....) der anderen sportarten , kann man doch den radprofi verstehen (vor allem den nicht sooo talentierten) ,dass er zur ampulle greift... ,denn nur mit müsli essen schafft es keiner ein rennen vom niveau einer tour zu gewinnen (und die nehmen ja schon zig legale nahrungsergänzungsmittel und was weiß ich nich ,weil es einfach keine anspruchsvollere sportart gibt....)
ich will damit nur sagen ,dass ich radprofis verstehe ,wenn sie dopen ,aber irgendwelche tennis-"profis" z.B. die selbst ,wenn sie in der ersten runde rausfliegen ,mehr bekommen ,als so manche radprofis bei der tour.....(auch wenn die von preisgeldern abhängig sind...) nicht...


nicht das wir uns falsch verstehen ,ich heiße doping nicht gut ,es stellt eine sportliche unfairneß den nicht-dopern (falls es die gibt ,aber ich hoffe es doch....) gegenüber dar ,und kann
vor allem auch gesundheitliche spätfolgen verursachen...


btw, ich bewundere jeden ,der zu gibt ,gedopt zu haben ,denn das beweist anstand gegenüber sich selbst und den fans und zuschauern (als paradebeispiel nenne ich gerne anquetil ,der das auch noch "relativ einläuchtend" begründet hatte.....dem hätten viele ex-profis ruhig folgen können ,aber wahrscheinlich fürchten sie um ihren ruf oder irgendein ungeschriebenes gesetz unter radprofis zum schweigen zum thema doping.........bei mir jedenfalls is anquetil durch sein geständnis in meiner ansicht ganz klar gestiegen ,vor allem als mensch.............er hatte wenigstens den mut.............nehmt euch ein beispiel ihr anderen und lasst das lügen ,um es später doch zuzugebeben ,das is ja fast noch schlimmer als das dopen selber...........gell ,herr millar -> cofidis-doku-aussage)
.....von aktuellen rennfahren verlange ich das nicht unbedingt ,denn sie setzen ihren ruf ,beruf ,das gesicherte leben und zukunft aufs spiel....




fazit: wenn ich doping einer sportart gutheißen würde müssen ,obwohl man das nicht sollte und dürfte , würde ich den radsport nennen ,weil das preis/leistungs-verhltänis vor allem bei durschnittlichen rennfahren (oft) nahezu inakzeptabel ist.......,hier ist imho vor allem die tour als drittgrößtes sporterignis des planeten gefragt....



sicherlich denken jetzt viele : "der hat nen schatten" oder zweifeln das gesagte zumindest stark an........aber das sind meine beoabachtungen und meinungen als jahrelanger intensiver sportfan....aber ihr könnt ruhig versuchen ,mich eines besseren zu belehren ,ich bin für jedes hilfreiche oder ergänzende argument dankbar und für alles offen...
ihr könnt auch ruhig wieder mit konsequenter 0-post-manier reagieren ,ich wollte ja das einfach nur mal loswerden...


In diesem Sinne...

danke für die aufmerksamkeit (derer ,die es tatsächlich bis zur letzten zeile durchgehalten haben...)



Geschrieben von chriziko am 26.06.2004 um 16:48:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

kann das mal wer zusammenfassen? ich bin ich stress...



Geschrieben von NiWe am 26.06.2004 um 18:47:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

hm, ich weiß nicht, die Menschen sollten sich allgemein nicht komplett zerstören, von daher kann ich auch Doping im Radsport nicht gutheißen.

Und ob Anquetil durch sein Geständnis als Mensch aufgewertet wird kann ich beim besten Willen nicht unterstreichen, was ist denn das für eine Vorbildfunktion Du spinnst ja!

Radsport ist nicht so gut zu vermarkten wie andere Sportarten, zum Beispiel fallen die Zuschauereinnahmen komplett weg, die bei Fußballvereinen und Basketballvereinen in der NBA durchaus einen wichtigen Teil der Einnahmen bedeuten. Man kann von einem einzelnen Sponsor einfach nicht verlangen, dass er pro Jahr mal eben so 20 Mio Euro locker macht, damit alle Sportler Spitzengehälter erhalten.



Geschrieben von Inga am 26.06.2004 um 22:56:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

Zitat rebellin:

Zitat:
Das Doping gewinnt niemals, es entwertet den Athleten und seine Resultate, aber vor allem entwertet es den Menschen.


Mir ist egal, ob und wie sehr davide rebellin mit dieser aussage eventuell geheuchelt hat - was mich betrifft stimmt sie.

Ich habe keinen respekt vor leuten, die dopen - ganz egal in welcher sportart. Ich kann ihre leistungen nicht mehr respektieren.


Und so, wie sich der gesamte radsport zum thema doping verhält bzw. eher nicht verhält - färbt sich dieser verlust an respekt auch auf die fahrer ab, die sich noch nicht haben erwischen lassen.


p.s. dieses herumgememme von wegen, in anderen sportarten wird genauso gedopt, kann ich nicht mehr hören. Das macht das doping im radsport doch nicht besser. Werden fehler besser dadurch, dass sie von vielen begangen werden?



Geschrieben von Rino Albergo am 27.06.2004 um 06:39:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

Zitat:
Original von Manny Calavera
... ,weil das preis/leistungs-verhltänis vor allem bei durschnittlichen rennfahren (oft) nahezu inakzeptabel ist.......


so ist das ...



Geschrieben von Manny Calavera am 27.06.2004 um 13:38:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

Zitat:
Original von Inga
Zitat rebellin:

Zitat:
Das Doping gewinnt niemals, es entwertet den Athleten und seine Resultate, aber vor allem entwertet es den Menschen.


Mir ist egal, ob und wie sehr davide rebellin mit dieser aussage eventuell geheuchelt hat - was mich betrifft stimmt sie.

Ich habe keinen respekt vor leuten, die dopen - ganz egal in welcher sportart. Ich kann ihre leistungen nicht mehr respektieren.


p.s. dieses herumgememme von wegen, in anderen sportarten wird genauso gedopt, kann ich nicht mehr hören. Das macht das doping im radsport doch nicht besser. Werden fehler besser dadurch, dass sie von vielen begangen werden?



dem zitat hab ich doch so zugestimmt ,oder nicht *herumrätsel* (zumindest war es meine absicht...)

ich habe allerdings respekt ,wenn es jemand ohne druck zugibt wie anquetil....warum hätte er es machen sollen ,er seinen ruf und seine gesamten erfolge in frage gestellt ,und genau deswegen respektiere ich ihn ,weil er es im vergleich zu anderen (vielleicht wegen seinem schlechten gewissen) zugegeben hat ,für mich hat das was von menschlicher größe.....klar doping ist aufs schärfste zu verurteilen ,aber mir geht es darum dass er es zugegen hat ,und außerdem wissen wir nicht ,ob vielleicht alle gedopt haben...


das mit den anderen sportarten:
wie gesagt und von mir ,wenn mich meine erinnerung nicht im stich lässt *unschuldigtu* ,auch so behauptet....
nur wollte ich damit ausdrücken ,dass die anderen ein luxusproblem haben ,im radsport erbringen die profis doch viel höher einzuschätzende leistungen und leiden höllenqualen ,deswegen ist es für mich verständlich ,wenn ein (über/unter)durchschnittlicher profi dopt ,aber ich hab kein verständnis ,wenn ein fußballer oder tennisprofi ,die eh schon millionen verdienen ,dopen....


zum schluß:
falls es wieder nicht klar geworden ist ,was ich sagen wollte:
doping is das schlimmste ,was dem sport passieren konnte ,und es muss das ziel sein ,dieses komplett aus der sportwelt zu schaffen...



Geschrieben von Inga am 27.06.2004 um 13:53:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

Zitat:
Original von Manny Calavera

dem zitat hab ich doch so zugestimmt ,oder nicht *herumrätsel* (zumindest war es meine absicht...)



das war auch nur mein ( geklautes ) statement zum doping - nicht gegen dich gemeint



Geschrieben von Manny Calavera am 27.06.2004 um 14:15:

  RE: kleines statement zum radsport (auch unter dem aspekt des dopings)

raffiniert Augenzwinkern ,ist ja auch ein sehr gutes zitat... Gut gemacht


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