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Geschrieben von Cyclist am 24.05.2004 um 22:33:
Radsport Teams - Vorbild Fußball?
Mario Scirea und Mario Cipollini spielen mit dem Gedanken nach ihrer aktiven Laufbahn gemeinsam ein Team leiten zu wollen, wobei aber nach dem Vorbild des Fußballs alle Fahrer nicht weit von einander entfernt wohnen sollen und gemeinsam trainieren müssen.
Ist es für den Radsport relevant, dass Fahrer gemeinsam trainieren oder hat sich die bisherige Praxis, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, nicht auch irgendwie bewährt? Reichen ein paar Trainingslager im Jahr um die Fahrer taktisch zu schulen oder könnte durch ein geändertes Konzept mehr als bisher erriecht werden?
Geschrieben von yeti am 24.05.2004 um 22:40:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
Also ich glaub das geht auch anders. Im Fußball sinds ja doch meist die gleichen 14, 15 Spieler, die das Stammpersonal sind. Da hat man nicht einen, der in den Bergen besser ist und der andre ist ein Supersprinter. Der Torhüter ist gesetzt, die Stürmer stehen fest usw..
Die Kicker haben alle paar Tage woanders ein Spiel wo die ganze Mannschaft zusammen hinfährt. In einem Radsportteam sind nie ja doch meist nie die gleichen 6-9 Fahrer an jedem WE in jedem Rennen die selben.
Ich glaube auch das ein wenig Eigenverantwortlichkeit mehr bringt. Wenn man die Fahrer zwingt, immer zusammen zu sein, kanns auch zu Lagerkoller kommen. Und für den Gedanken von Cipo und Scirea bräuchte man auch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, wo Bergziegen und Sprinterstars gleichermaßen zu ihrem Recht kommen.
Mir würde sowas nicht gefallen. Mit Zwang erreicht man nichts.
Geschrieben von Raktajino am 24.05.2004 um 22:45:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
wenn ich sehe wie schnelllebig manche teams und wie kurz manche verträge sind, denke ich dass es unzumutbar wäre wenn ein fahrer jedesmal bei einem teamwechsel mitsamt seiner familie umziehen muss.
Geschrieben von Doubleyou am 25.05.2004 um 00:23:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
als gs3-nachwuchsteam stlele ich mir das ganz praktisch vor!
Geschrieben von Petr Pivo am 25.05.2004 um 02:20:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
| Zitat: |
Original von Cyclist
Mario Scirea und Mario Cipollini spielen mit dem Gedanken nach ihrer aktiven Laufbahn gemeinsam ein Team leiten zu wollen, wobei aber nach dem Vorbild des Fußballs alle Fahrer nicht weit von einander entfernt wohnen sollen und gemeinsam trainieren müssen. |
wenn das bei domina vacanze eingeführt werden würde....
Geschrieben von Niki2000 am 25.05.2004 um 07:59:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
| Zitat: |
Original von Raktajino
wenn ich sehe wie schnelllebig manche teams und wie kurz manche verträge sind, denke ich dass es unzumutbar wäre wenn ein fahrer jedesmal bei einem teamwechsel mitsamt seiner familie umziehen muss. |
Schwaches Argument...gerade die heutige Arbeitsplatzentwicklung benötigt eine größere Flexibilität in vielen Bereichen...und andere Sportler (Fußballer, Basketballer, Eishockeyspieler etc) müssen auch umziehen wenn sie den Verein wechseln, zumindest wenn es weiter weg geht...das Sportgeschäft ist doch kein caritatives Wunschkonzert...
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 25.05.2004 um 08:39:
Wenn die beiden ein reines Sprinter-Team aufbauen wollen, könnte man das so machen - andernfalls wäre es unrealistisch und nicht unbedingt leistungsfördernd. Ein Bergspezialist bzw. Klassementfahrer benötigt ein völlig anderes Training und auch anderes Terrain als ein Sprintspezialist und die Saisonhöhepunkte sind auch nicht bei allen Fahrern gleich.
Grundsätzlich fände ich aber die Förderung eines größeren Teamgeistes (wie z.B. bei CSC) ganz gut. Wenn ich lese, dass ein Botero wochenlang in den Anden rumfährt, frage ich mich, ob dass nicht auch zusammen mit Ullrich, Klöden, Kessler... in den Alpen möglich ist!
Den Punkt mit dem Umzug sehe ich auch nicht als das große Problem. Vom "kleinen Mann" wird ja auch eine größere Mobilität und Flexibilität verlangt, dann darf man es von Radprofis sicher erst recht verlangen. Und ein Großteil der Herren hat sicher auch noch keinen schulpflichtigen Nachwuchs...
Geschrieben von tom am 25.05.2004 um 08:50:
| Zitat: |
Original von Harzer Radfahrer
Grundsätzlich fände ich aber die Förderung eines größeren Teamgeistes (wie z.B. bei CSC) ganz gut. Wenn ich lese, dass ein Botero wochenlang in den Anden rumfährt, frage ich mich, ob dass nicht auch zusammen mit Ullrich, Klöden, Kessler... in den Alpen möglich ist! |
Ich kann schon verstehen, dass Botero in seiner Heimat in der Nähe seiner Familie trainieren will. Für den Teamgeist sollte man natürlich etwas gemeinsam unternehmen, aber dafür braucht er ja nicht permanent in Europa zu sein. Der Formaufbau ist einfach zu individuell.
Geschrieben von RolleB am 25.05.2004 um 09:03:
My Opinion
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Original von Harzer Radfahrer
Wenn die beiden ein reines Sprinter-Team aufbauen wollen, könnte man das so machen - andernfalls wäre es unrealistisch und nicht unbedingt leistungsfördernd. Ein Bergspezialist bzw. Klassementfahrer benötigt ein völlig anderes Training und auch anderes Terrain als ein Sprintspezialist und die Saisonhöhepunkte sind auch nicht bei allen Fahrern gleich.
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Eine Lösung die das Team in zwei vielleicht sogar drei Kategorien trennt wäre doch auch möglich. Wenn man dazu noch die absolut zu lobende Vorgehensweise des CSC-Teams nimmt und Trainingslager für das gesamte Team einbaut um den Zusammenhalt und die Koordination während der Rennen zu fördern, könnte das doch schon wieder realistischer erscheinen.
Über die Flexibilität von Personen die in einem Jahr oftmals mehr Geld verdienen - als der "normale" Arbeitnehmer in einem ganzen Leben - müssen wir wohl nicht reden. Eine Klassifizierung bzw. Einordnung der Fahrer in einzelne Trainingsgruppen für Klassiker und Rundfahrten hat sogar Timo (wie ihr es nennt) schon.
Die Vorgehensweise von Timo in Bezug auf Botero und Ullrich kann ich nicht ganz verstehen. Als Arbeitgeber kann ich sicher auch verlangen wann, wie und wo trainiert wird. Warum also auch noch das Hickhack um Rudy. Den hätten sie entweder eingliedern oder rausschmeißen sollen. (Sowohl Ulle als auch Timo) Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.
Geschrieben von Harzer Radfahrer am 25.05.2004 um 09:15:
RE: My Opinion
| Zitat: |
Original von RolleB
Eine Lösung die das Team in zwei vielleicht sogar drei Kategorien trennt wäre doch auch möglich. |
Fände ich ja auch besser aber diese Variante wird ja von den meisten Teams auch schon praktiziert - ist deshalb also keine bahnbrechende Revolution, die Cipo und Scirea da eventuell planen...
Dass sich die Topstars eventuell Sonderrechte erlauben dürfen, funktioniert auch nur, so lange sie auch Topleistungen bringen. Ein Botero wird nächstes Jahr sicher nicht mehr wochenlang in seiner Heimat trainieren dürfen, wenn dieses Jahr nicht mal ein Leistungsnachweis kommt - für Ulle gilt das gleiche. Wenn ich Teamchef wäre...
Allerdings sind solche Extratouren wohl auch vertraglich grundsätzlich erlaubt, so dass die Teamleitung da nicht viel machen kann...
Geschrieben von Cyclist am 25.05.2004 um 10:08:
RE: My Opinion
Mario Scirea hat die Pläne der beiden bisher nur angedeutet, um über die genaue Ausgestaltung zu sprechen, ist es vermutlich auch noch viel zu früh.
In vielen Teams obliegt die Trainingsausgestaltung meines Wissens den Fahrern, sicher es gibt Trainingsgruppen, aber häufig mit Fahrern anderer (fremder) Teams, die in der Nähe wohnen. Das hat mit einer Trainingsgruppe vom Prototyp eines Fußballteams wenig gemein. Auch liegt es in der Hand der Fahrer, ob sie mit einem Trainer zusammenarbeiten oder nicht. Bei einem Radsportteam nach Vorstellung der beiden Marios könnte es beispielsweise auch fest angestellte Trainer für die einzelnen Bereiche geben. Außerdem gibt es Trainingsgebiete - wie z.B. die Toskana - die für alle Ansprüche das passende Gelände bieten; natürlich wird das Training an der Saisonplanung ausgerichtet werden müssen, aber ich kann mir durch die geografische Nähe der Fahrer zueinander einen Vorteil vorstellen.
Geschrieben von Raktajino am 25.05.2004 um 13:49:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
| Zitat: |
Original von Niki2000
gerade die heutige Arbeitsplatzentwicklung benötigt eine größere Flexibilität in vielen Bereichen |
das mag sein... aber ich heiße das nich gut.
was soll denn ein bspw. deutscher profi mit seinem schulpflichtigen kind machen wenn er zu nem bspw. dänischen team wechselt? dem kind in nem crashkurs soviel dänisch beibringen dass es da zur schule gehen kann? das mag im grundschulalter gehen...is aber in höheren klassen sicherlich nich wirklich machbar.
harzer.. der voigt -der mir hier als erster einfiel- hat ein schulpflichtiges kind.
und es wäre äußerst schade wenn profis die kinderplanung auf "später" verschieben müssen weil sie sonst nich wüssten wie sie ihre kinder geregelt großziehen sollen...
und überhaupt niki - sei doch nich gleich so aggressiv

ich denke nich dass mein argument schwach war. es is doch das einzige contra-argument das es da überhaupt gibt...
Geschrieben von Cyclist am 25.05.2004 um 14:14:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
@Rakta: es ist seine freie Entscheidung, zu welchem Team er wechselt. Was macht ein ausländischer Fußballer mit schulpflichtigen Kindern? Das Private müssen Berufssportler oft hintenan stellen, dafür aber haben sie einen Beruf, den nur ganz wenige auf diesem hohen Niveau ausüben können. Da gelten oftmals härtere Gesetze. Der Teamleitung ist es egal, ob die Kinder dänisch, italienisch oder spanisch lernen müssen, sie will dass das Team Erfolg hat. Das ist das Kriterium. Und wenn eine geografische Konzentrierung grössere Erfolge ermöglicht bzw. die Teamleitung davon ausgeht, dann wird sie dies von den Fahrern verlangen. Viele Fahrer ziehen ja auch schon jetzt freiwillig in die Länder ihrer Teams; Bo Hamburger lebt als Däne in der Toskana, DVEs Russen in der Nähe von Rom um nur ein paar Beispiele zu nennen. Warum sollte eine noch stärkere geografische Konzentrierung und die daraus entstehenden teaminternen Trainingsgruppen nicht mehr Erfolg versprechen als Trainingsgemeinschaften mit Fahrern fremder Teams?
Geschrieben von Raktajino am 25.05.2004 um 14:22:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
| Zitat: |
Original von Cyclist
Das Private müssen Berufssportler oft hintenan stellen, dafür aber haben sie einen Beruf, den nur ganz wenige auf diesem hohen Niveau ausüben können. Da gelten oftmals härtere Gesetze. |
ja... aber das heißt ja nich dass man es noch härter machen muss als es sowieso schon is. und ich weiß auch dass die teamleitung erfolg will. doch darum gehts in so einer diskussion doch nich... ich vertrete meinen standpunkt und nich den der teamchefs.
Geschrieben von Cyclist am 25.05.2004 um 14:24:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
Es geht eigentlich um die Frage, ob die geografische Konzentrierung grösseren Erfolg verspricht oder ob der Erfolg unabhängig von teaminternen Trainingsgemeinschaften ist.
Geschrieben von Raktajino am 25.05.2004 um 14:32:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
ok. ich denke dass ein team voller zufriedener fahrer die ihre familien um sich rum haben mehr erfolg hat. jetzt werden vielleicht die statistiker sagen dass dem nich so is... aber dann werde ich sagen dass die familie trotzdem sehr sehr wichtig für die fahrer is, was man als negativbeispiel ja durchaus an pantani sehen konnte...
und wenn ich wählen kann zwischen einem mittelguten fahrer dem es gut geht und eine sehr guten fahrer dem es nich gut geht, dann denke ich dass der mittelgute fahrer letztendlich für sich selber natürlich mehr erfolg hat.
und ob man jedes team um jeden preis auf absolute höchstleistung trimmen muss, is die frage... jaja, ich weiß, die welt is schlecht und man muss hart arbeiten... aber das kann doch kein ideal sein welches es zu verfolgen gilt...
Geschrieben von theBikeMike am 25.05.2004 um 17:08:
Sinnlos, da komplett unterschiedliche Voraussetzungen.
Beim Fußball spielen die 11 und mehr Mann immer zusammen, dies ist beim Radsport (der letztendlich immer ein Einzelsport bleibt) nicht der Fall. Und die Vorbereitung müssen die werten Profis wohl selbst hinbringen, das Stichwort "Eigenverantwortlichkeit" wurde in diesem Zusammenhang gebracht.
Jeder bereitet sich am liebsten in bekannter Umgebung vor und weiß, was er machen muss, um mit anprechender Form in die Saison zu starten. Daher finde ich individuelles (Einzel)Training viel besser als eine Organisationsform wie bei FB-Teams.
Geschrieben von Cyclist am 25.05.2004 um 17:55:
Ist Taktik dann sinnlos? Ich denke Abstimmungsprozesse kann man viel besser im gemeinsamen Training als durch Teambesprechungen realisieren. Oder soll diese Aufgabe die Familie übernehmen?

In Form kommen kann jeder Fahrer für sich, aber um blind die Abläufe der Kollegen zu kennen ohne viele Worte wechseln zu müssen, das kann meiner Meinung nach nur durch gemeinsames Training erzielt werden und vielfach wird die Bedeutung einer Harmonie innerhalb einer Mannschaft unterschätzt; die kann v.a. durch gemeinsame Aktivitäten / Training gefördert werden.
Geschrieben von Brägel am 25.05.2004 um 20:10:
RE: Radsport Teams - Vorbild Fußball?
Man könnte darüber lange diskutieren, muß aberfolgende Gesichtspunkte abwägen:
1. Es gibt Fahrer die unterschiedliche Saisonhöhepunkte haben und deshalb unterschiedliche Trainingsmethoden haben müssen.
2. Nicht alle Fahrer sind gleich veranlagt, Sprinter trainieren anderst als Bergfahrer bzw. Zeitfahrspezialisten.
3. Wie trainiere ich Fahrer, die gerade eine Verletzung überwunden haben?
4. Nicht alle Fahrer lieben die gleichen Wetterbedingungen. Klier trainiert beispielsweise am liebsten bei sich zu Hause in Flandern, Wesemann hingegen, hat sich aufdiese Saison in den USA vorbereitet.
Ich sehe das ganze deshalb skeptisch aber nicht grundsätzlich ablehnend.
Im Nachwuchsbereich macht so etwas sicherlich Sinn.
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