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Geschrieben von forza_Jan am 01.10.2003 um 11:22:
klasse! zeigt mal wieder wie leidensfähig man so sein muss
als radler! und was für knaller es so gibt (von wegen 'begleitfahrzeuge') und so.
reizt mich jetzt also nicht wirklich der marathon!
keep biking motivated
Geschrieben von bikorob am 01.10.2003 um 11:38:
Äußerst beeindruckend! Aber eine Leidensgeschichte? Für mich eher eine Erfolgsgeschichte aufgrund von großer Willensstärke.
Geschrieben von Rino Albergo am 01.10.2003 um 12:26:
stimmt, hatte den bericht beim posten selber noch nicht ganz gelesen ...
Geschrieben von MiniMops am 01.10.2003 um 22:16:
Toll!
Sowas ist doch Motivation pur....nächstes Jahr machen wir die Spaghettis platt..hehe
Geschrieben von Rino Albergo am 01.10.2003 um 23:13:
apropos: volkmann ist nicht irgendwer, war mal olympiateilnehmer im 3000m-hürdenlauf ...
Geschrieben von maniroller am 02.10.2003 um 00:24:
Das „apropos“ beruhigt mich ungemein!
Ich dachte schon, sowas müsste man im Leben mal schaffen ( im Sinne von „Haus hauen, Baum zeugen, Auto verramschen ...)“
Aber: wenn ich sowas lese denke ich mir immer „Wär das nicht geil, sowas auch mal

naja, zumindest mitzumachen.
Nicht falsch verstehen: ich finde es unglaublich, was er da beschreibt. Dazu packend beschrieben. Aber mein Ziel ist sowas nicht, dafür müsste ich mein Leben komplett umstellen und mindestens 5 Jahre hart arbeiten. Das tue ich aber in der Regel, um mein täglich Brot zu verdienen ...
Unglaublich anspornen tuts, sowas zu lesen!
*undamwochenendewillichmindestens80kmfahren*

mani
Geschrieben von Checker am 02.10.2003 um 09:58:
| Zitat: |
Original von Rino Albergo
apropos: volkmann ist nicht irgendwer, war mal olympiateilnehmer im 3000m-hürdenlauf ... |
Als "irgendwer" wird man auch nicht Vierter beim Ötztaler - mal eben Paul Lindner am Brenner versenken, Wahnsinn!
Übrigens: wollte Fausto nicht auch starten??
Geschrieben von Rino Albergo am 02.10.2003 um 10:22:
| Zitat: |
Original von Checker
Übrigens: wollte Fausto nicht auch starten??
|
er wollte nicht nur, er ist ... und vor allem: er ist auch durchgefahren ...
Geschrieben von joaquin am 02.10.2003 um 14:39:
Tja, die Jungs vom TV Kettwig sind echt Hardcore.
Von dieser Stelle virtuelle Gruesse an meine Ex-Teamkollegen Tom und den kleinen Achim!
Geschrieben von flenders am 02.10.2003 um 14:48:
Bist du dort auch früher mal gefahren?
Der Bericht geht einem echt unter die Haut - ich lese sowas immer voll gern
Geschrieben von joaquin am 02.10.2003 um 15:09:
Nein, aber zwei Kumpels von mir sind nach Essen gezogen und haben sich dem TV Kettwig angeschlossen.
Geschrieben von Checker am 03.10.2003 um 19:31:
| Zitat: |
Original von Rino Albergo
| Zitat: |
Original von Checker
Übrigens: wollte Fausto nicht auch starten??
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er wollte nicht nur, er ist ... und vor allem: er ist auch durchgefahren ...
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Wow, Respekt!

Wenn man bedenkt, dass ein beträchtlicher Teil der Gemeldeten wegen des Sauwetters gar nicht erst an den Start gegangen ist (
Weicheier... 
). Da wäre ein persönlicher Erfahrungsbericht auch mal ganz interessant.
Und irgendwann innerhalb der nächsten 5 Jahre will ich dort auch mal starten.
Geschrieben von fausto am 08.10.2003 um 22:01:
am anfang war der regen
Ich wollte mitfahren und bin dann doch nur durchgefahren. Ist aber eine längere Geschichte. Wo soll ich die den "publizieren"?
Geschrieben von maniroller am 08.10.2003 um 22:06:
RE: am anfang war der regen
Publiziere sie doch einfach im „Asyl“!
mani
Geschrieben von Rino Albergo am 08.10.2003 um 23:04:
oder hier ...
Geschrieben von fausto am 09.10.2003 um 17:02:
am anfang war der regen
Am Anfang war der Regen. Der Ötztaler Radmarathon 2003. Es begann am Samstag, den 30.8. Ich erreichte eine nette Pension in Niederwalden, am letzten schönen Tag des Jahres. Nach der Abholung der Startunterlagen und einem letzten „Carboloading“ inklusive einer Flasche Bier lag ich um 9:00h im Bett. Halb zehn war ich müde eingeschlafen. Von Aufregung keine Spur. Um 4:30 nächsten Morgen wurde ich wach. Duschen. 125 gr Nudeln warm machen. Halber Liter Wasser. Beide 700ml Trinkflaschen mit Maxim Kohlenhydratlösung gefüllt. 4 Maximbars und 2 Powerbargels (mit Koffein-„Lance hat während der Tour 200 davon gegessen“) in die Trikottaschen.
Um 5:30h hatte ich dann vorgesehen die paar Kilometer von Huben zum Start nach Sölden „hoch zu rollen“. Zum warm machen. Doch die 10 Grad und der Regen hielten mich ab. Also doch mit dem Auto. Alles an Klamotten hinein die ich dabei hatte und vor der Sperrung der Strecke um 6:00 h in Sölden sein. Um 5:45 h dann auf einem Parkplatz Rad zusammen gebaut. Klamotten an. Alle. Wie ein netter Schweizer Kollege am Nachbarauto mir empfahl: „Junger Mann, wir fahren ins Hochgebirge“. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen. Weiter 11Grad. Dunkel und nass. Um 6:15 h am Start an der Tankstelle. Eine illustre Gruppe unterschiedlich gekleideter Radfahrer. Die Mode der Italiener war sehr von Plastiktüten dominiert. Die der anderen Kollegen von Winterausrüstung bis hin zu kurzen Hosen mit Ärmlingen....Niemand wusste anscheinend wie es denn werden würde. „Es wird schon noch warm werden – wurde es in den letzten Jahren immer “.
6:30 h Start. Und es begann zu regnen. Und kalt war es geworden. Na ja, nicht so kalt wie später. Ich konnte dann gegen 6:40 h auch los fahren. In einer Gruppe von Gios-Fahrern. 30 km bergab. In einem Pulk von 100 Personen. Keine Sicht. Und nicht schneller als 37km/h. Sonst gingen wahrscheinlich 60km/h. Ettliche Personen kamen auf der Gegenseite entgegen. Hatten die den Start verschlafen? Wie sich herausstellte hatten die Kollegen einfach schon aufgegeben. Aufgeben. Daran denke ich auch. Die ersten 100km lang. Aber wofür bin ich denn über den Winter 4000 km Kurier gefahren. Nur die Harten kommen in den Garten. Quäl dich. Nur zur Übung, nicht zur Strafe. Und – in Karlsruhe war es mit 50kg auf dem Rücken bei Minusgraden schon härter.
Kaum später. Endlich Oetz. Endlich bergauf. Eine Chance zum Warm werden. Kurzer Stopp. Den Magnetabnehmer für den Höhenmesser justiert. Damit ich weiß, wann es zu Ende ist. Kühtai eigentlich ein Witz für einen „erfahrenen“ Bergfloh wie mich (190cm/75kg). Kurz vor dem Gipfel überhole ich einen Mitfahrer eines Forchheimer Trainingskollegen. „Der Ebse ist schon 20 min. voraus.“ Am Gipfel. Ein Maxim Powerbar. Handschuhe auswringen und runter.
Bei 4 Grad und Regen. Die Abfahrt habe ich vergessen.
Dann ohne Gruppe Richtung Brenner. Am Anstieg des Brenners hatte ich verschiedene Gruppen zur Auswahl. Mit einem Dänen fast 5km im Windschatten eines Wohnmobils mit teilweise 35km/h „den Berg“ hoch. Immer noch – wenn auch leichter Regen.
An der Labestation. Zwei Stücken Kuchen. Zwei Red Bulls. Eine Cola. Eine Banane. Und Ratschläge von zwei Österreichern: „Kein Triple? Kein 29er. Das wird nichts. Bisher gab’s ja noch keine Härte“ Und neben mir Italiener mit 53/30. Und 26er. Na ja. Wird schon. Und es regnet ja auch nicht mehr. Es geht quasi die Sonne auf. Italien eben.
Die Abfahrt vom Brenner. Eigentlich sehr schön. Nach 5 km begann dann das Vorderrad zu vibrieren. Hoffentlich kein Defekt. Unter einer Unterführung rechts ran. Reifen überprüft. Ok. Steuersatz. Ok. Nach kurzem Innehalten die Ursache: mein Schultergürtel zittert vor Kälte. Kurz ausschütteln. Und weiter.
Unten angekommen. Regenzeug aus. Powerbars rein. Und den Jaufenpass hoch. Mein Terrain. Einfach hoch rollen. Auf halber Strecke sass ein Forchheimer (Jürgen) mit dem ich „einst“ das Hundsbachtal hoch rollte. Mein reden half nichts. Er rief seine Freundin an. Und wartete auf den Besenwagen. Schade.
Also alleine in meinem Rhythmus den Pass hoch. Wie im Urlaub. Vögelgezwitscher. Waldgeruch. Sonne. Und berg fahren „at its best“. Und immer wieder essen. Kann mich aber an Details nicht erinnern. Dann den Jaufenpass runter. Endlich einmal eine schöne und schnelle Abfahrt (auch für Nicht-Abfahrer).
Nach der Abfahrt kurzer Stopp. Helm ab. Klamotten aus. Und nur noch 32km zum Timmelsjoch. Und ich spüre nichts. Auch nach 22km nichts. An der Labestation am Timmelsjoch treffe ich dann Kollege Ebse aus Forchheim. Hinter dem Zelt. Auf dem Rücken liegend mit Kreislaufproblemen. Nichts gegen die Kollegen rechts und links. Auf der Massagebank und sich ihren Mageninhalt erleichtern (leicht sein).
Also dann los. Nur noch 10km und 500 Hm. Nach 2km Krämpfe in beiden Oberschenkeln.
Nach einigen Dehnübungen kam Ebse vorbei. Wir fuhren gemeinsam 1km. Dann ein Defekt bei ihm. 4 km ohne Probleme. Ganz einfach eigentlich. Noch 5km zum Gipfel. Und ich glaube nur noch 200 Hm. Jetzt kam es: das nie gekannte Gefühl. Gute Laune. Keine Schmerzen. Aber keine Kraft mehr in den Beinen. Also: 100m laufen. 400m fahren. Und dann noch einen IBM-Manager zum Nicht-Aufgeben überreden. Und dann dachte ich an die Herren auf dem Brenner. Nächstes Mal: 53/30.
Das war es eigentlich. Noch zu erwähnen wären die letzten paar Höhenmeter. Die Einfahrt nach Sölden. Wenig euphorisch. Danach umso mehr. Fazit: 12:16 h benötigt. 10:46 h netto. Circa 6000 Kalorien. Unter den ersten Tausend. Und dann mal wieder. Am besten jedes Jahr. Um seinen Körperzustand zu überprüfen.
Geschrieben von bikorob am 09.10.2003 um 17:41:
Meine Hochachtung, dass muss ja ein einmaliges Erlebnis sein.
Vielleicht kann ich in 5 Jahren sowas auch mal in Angriff nehmen...
... denn, Triple habe ich jetzt schon
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