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Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 12:54:
Jean Nuttli, sein Problem und dessen Brisanz
Aufgrund der kommenden WM gerät auch Jean Nuttli wieder etwas mehr ins Rampenlicht und ich habe in der letzten Woche 2 Berichte gelesen und darin stand etwas brisantes.
Jean Nuttli hat einen viel zu tiefen Hämokrit-Wert. Während die meisten Radsportler einen Wert von rund 47 haben, dümpelt Jean bei ca. 30 (manchmal sogar noch tiefer) herum. Wäre er kein Spitzensportler würde ihm jeder Arzt sofort EPO verschreiben. Der Mannschaftsarzt von Volksbank ist anscheinend zurzeit in Verhandlung mit der UCI so dass man in Jean's Gesundheitspass EPO eintragen könnte (ähnlich wie viele Radsportler Cortisone gegen Asthma dort eingetragen haben) aber die Chancen, dass das passiert scheinen relativ klein.
Da frage ich mich ernsthaft, warum ? Wenn Nuttli wirklich diesen tiefen Wert hat, sollte ihm auch erlaubt sein EPO zu nehmen (analog zu den Kortisonen). Zumindest so weit, dass er einen "normalen" Wert hat und nicht mehr so tief ist.
Geschrieben von Zülli-HCfan am 26.09.2003 um 14:42:
Naja, wenn sie einmal sowas machen, dann kommen alle mit einem gefäschten Pass angerannt und wollen das Zeugs auch mit Brief und Siegel der UCI haben..
Ausserdem - die UCI hat sich u.a. auf die Fahnen geschrieben, dass man die Fahrer gesundheitlich schützen muss, glaube also kaum, dass sie erlauben, dass einer ihrer "Schützlinge" sowas gefährliches wie EPO nehmen darf. Und überleg Dir mal, was da los wäre, würde Jean nun mit dem legalen EPO-Doping auf einmal ständig vorne mitfahren und gewinnen...
Ne, da spricht zuviel dagegen!
Geschrieben von chreezer am 26.09.2003 um 15:08:
Naja ich denk mal wenn das ein anständiger Arzt verschreibt und somit eine vernünftige Dosierung, dann ist EPO nicht gefährlich,oder?
Trotzdem will ich das im Radsport nicht haben und wenn er wirklich so einen niedrigen Hämatokrit-Wert hat und das irgendwie gesundheitsschädigend ist

dann sollte er seine Profikarriere an den Nagel hängen und als "normal" arbeitender Mensch entsprechend medizinisch versorgt werden.
Geschrieben von blaho am 26.09.2003 um 15:23:
Also von solchen Berichten habe ich noch nichts gesehen oder gehört.
Aber wenn dem so ist, dann spricht doch nichts dafür, EPO zu verschreiben.
Es geht doch generell beim Doping darum, eigene körperliche Nachteile durch Medikamenteneinnahme auszugleichen.
Wer nicht den Körper dazu hat, sollte keinen Leistungssport betreiben. Oder sollte man auch Steroide zulassen, damit alle denselben Oberschenkelumfang erreichen können?
Aber so ganz mag ich der Geschichte auch nicht glauben...
Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 17:34:
Dann sollten aber auch schnellstens alle Asthmatiker mit Radsport aufhören. Denn Kortisone sind ja auch nicht gerade Leistungsmindernd wie wir wissen.
Für mich wird einfach mit 2 verschiedenen Ellen gemessen.
Entweder erlaubt man Medikamentengebrauch überall (nach sorgfältiger Abklärung) oder man erlaubts gar nicht.
Und es stand wirklich so in der Zeitung. Wenn Nuttli nicht Radfahrer wäre, würde er schon längstens am EPO-Schlauch hängen. Und gefährlich ist das sicher nicht, solange es ärztlich überwacht ist.
Geschrieben von Cyclist am 26.09.2003 um 17:41:
| Zitat: |
Original von chreezer
Naja ich denk mal wenn das ein anständiger Arzt verschreibt und somit eine vernünftige Dosierung, dann ist EPO nicht gefährlich,oder?
Trotzdem will ich das im Radsport nicht haben und wenn er wirklich so einen niedrigen Hämatokrit-Wert hat und das irgendwie gesundheitsschädigend ist
dann sollte er seine Profikarriere an den Nagel hängen und als "normal" arbeitender Mensch entsprechend medizinisch versorgt werden. |
dann sollten wohl auch die ganzen Asthmatiker ihre Radsportkarrieren beenden und sich normal versorgen lassen?
Goodbye, Ulle!!!!
Geschrieben von chreezer am 26.09.2003 um 17:46:
brüll mich nicht so an
meinetwegen können die asthmatiker auch verschwinden...is mir relativ....dann würde sich wenigstens herausstellen wer das zeug wirklich brauch und wer nich
Geschrieben von robstar1 am 26.09.2003 um 18:13:
@chreezer!
wen wirklich alle asthmatiker verschwinden sollen,dann wären das so um die 80-90% der fahrer des profiradsports!!!
Geschrieben von chreezer am 26.09.2003 um 18:15:
öhm...
....bekommt man vom profiradsport wirklich irgendwann asthma oder bekommt man es weil man nicht benachteiligt werden möchte? kenn mich da net so aus
Geschrieben von Cyclist am 26.09.2003 um 18:22:
@chreezer: es gibt das sog. Belastungsasthma, deswegen ist der prozentuale Anteil der Asthmatiker unter Sportlern höher als bei der Normalbevölkerung. Ob aber alle Asthmatiker bei den Radprofis unter Belastungsathma leiden, ist wieder eine andere Frage...
| Zitat: |
Ärzte Zeitung, 22.09.2000
Weltkongreß für Lungenheilkunde in Florenz Asthma bremst viele Sportler aus
Florenz (ksch). Eine fast alarmierende Zahl von Top-Sportlern, so auch viele Athleten in Sydney, leidet unter asthmatischen Beschwerden. Gerade die Wettkämpfer in den Ausdauersportarten sind besonders häufig betroffen. Was sind die Gründe dafür? Darüber haben Forscher auf dem Weltkongreß für Lungenheilkunde in Florenz diskutiert. Eine Umfrage unter 58 finnischen Marathonläufern ergab, daß etwa ein Viertel saisonal asthmatische Symptome zeigte. Professor Kai-Håkon Carlsen vom Asthma und Allergie Zentrum für Kinder in Oslo nannte als Gründe dafür Pollenflug im Frühling oder winterliche Kälte. Eine weitere Befragung von 71 Langstrecken-Läufern ergab, daß die Sportler dreimal häufiger von Asthma betroffen waren als die Normalbevölkerung.
Auch Schwimmer haben überdurchschnittlich häufig Atemprobleme wegen einer Hyperreagibilität des Bronchialsystems. Von i Norwegen untersuchten 29 Top-Athleten gaben etwa die Hälfte asthmaartige Beschwerden an. Ähnlich hoch war der Anteil der Asthmatiker unter den Radsportlern, die 1996 an der Olympiade in Atlanta teilnahmen. Die Ursachen, warum intensives Training zu den Veränderungen im Atemwegstrakt führt, sind vielfältig. Einerseits könnte es an der ständigen körperlichen Belastung der Sportler liegen, die das Immunsystem schwächt. Andererseits sind die Bronchien der Athleten stärker Allergenen ausgesetzt. Das liegt zum Teil an dem erhöhten Atemumsatz bei Hochleistungssport, aber auch am engen Kontakt mit Reizstoffen. Schwimmer etwa atmen große Mengen an Chlordämpfen ein, die das Bronchialsystem schädigen. Spekulationen gehen aber auch dahin, daß sich mancher Sportler als Asthmatiker ausgibt, ohne tatsächlich erkrankt zu sein. Er darf dann nämlich legal Medikamente einnehmen, die auch leistungsfördernd wirken und verstößt nicht gegen die Doping-Verordnung. Erlaubt sind zum Beispiel die Beta2-Mimetika Terbutalin, Salbutamol und Reproterol. Durch die bronchodilatatorische Wirkung können sie zwar kurzfristig die Ausdauerleistung erhöhen, allerdings haben sie keinen anabolen Effekt. |
Geschrieben von chreezer am 26.09.2003 um 18:29:
aha
mhm...wenn das so is mit dem belastungsasthma dann isses vielleicht doch keine so gute idee alle asthmatiker "rauszuschmeißen"

...aber die von robstar genannten 80-90% sind heftig

da könnte man es ja gleich von der doping-liste nehmen...
aber nüttli is ja ein einzelfall....ich weiß nich ob da dem sport geholfen wäre, wenn man ihm jetzt epo "verschreiben" würde
Geschrieben von Prinzin am 26.09.2003 um 18:58:
also, nachdem ich letztens erst den doping-artikel von rolf jährmann gelesen habe, komme ich zu folgender meinung:
ich habe r. jährmann so verstanden, daß man sowieso maximal 7 wochen höchstleistung in einer saison bringen kann, vor und danach bringt epo nix bzw nicht viel mehr. und eben auch nur bei bestimmten hk-werten funzt die gute bzw sehr gute leistung.
daher komme ich zu dem schluß, spezialfall nuttli muß wöchentliche blutbildtests (bzw sogar ein differentialblutbild) über sich ergehen lassen und zusätzlich vor jedem rennen eine hk-kontrolle (oder auch epotest genannt). die wöchentlichen blutbilder sollten nicht beim hausarzt oder mannschaftsarzt stattfinden sondern in spitälern wie, inselspital bern, oder uniklinik in zürich,.....
in diesem fall würde ich bei nuttli einen erlaubten höchstwert von 47% zulassen. laut meinem anatomie-buch sind 42%-52% die normwerte für den mann.
so, natürlich ist die ganze geschichte etwas spanisch angehaucht, von wegen, das kommt mir spanisch vor, und alle erfolge von nuttli, die mit epo-gaben unter umständen in der zukunft erreicht werden würden, hätten einen komischen beigeschmack. aber es sind eben nicht alle menschen gleich, und ich kann mir schon vorstellen, bzw ich weiß, daß ne menge formen von anämien bekannt sind. es müßte halt alles gut geprüft und "bewiesen" werden.
und wenn man die geschichte kennt, wie jean nuttli zum radsport gekommen ist, so kann ich mir kaum vorstellen, daß er epo-gaben haben möchte, um um siege mitfahren zu können, eher, daß er vielleicht gerne (wieder?) in einem gs 1 team fahren möchte, und dies nicht nur als statist auf dem mannschaftsfoto, sondern eben als untertsützung für das team ausgerichtet.
schwierig das ganze, und nur mit so zeitungsberichten zu beurteilen ist auch nicht unbedingt leicht und nicht vollständig zu erörtern. laborwerte über monate bzw jahre hinweg, wären da deutlich hilfreicher.
Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 19:07:
Laut diesem Zeitungsbericht hat Nuttli sogar minimalwerte von 25 % !!!!
Ich bin einfach der Meinung, dass wenn Cortikoide erlaubt sind (für gewisse Fahrer) müsste auch EPO erlaubt sein.
Übrigens hat Nuttli noch rund 5 Kilogramm übrige Haut (vom Abnehmen), die er sich gerne wegoperieren lassen würde (das sind ne ganze Menge). Im Moment streitet er sich aber noch mit der Krankenkasse über die Kostenübernahme (rund 30'000 Franken).
Geschrieben von Zülli-HCfan am 26.09.2003 um 19:17:
Was für eine Radikaldiät hat Nuttli denn gemacht?! Normalerweise tritt dieses Hautproblem nur nach einer Fettabsaugung auf...
Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 19:20:
60 kg in 5 Monaten
Geschrieben von Zülli-HCfan am 26.09.2003 um 19:22:
Cool, das sollte ich mal meiner Mutter erzählen, wenn sich nachher wieder völlig abgekämpft aus dem Fitnessstudio kommt und aufs Sofa fällt!
Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 19:26:
Kennst du Nuttli's Geschichte nicht ?
Die 60 kg hat er nur geschafft weil er tagtäglich mehrere Stunden auf dem Velo in seiner Wohnung gefahren ist. Teilweise sogar noch mit einem 12 kg schweren Rucksack.
Geschrieben von Zülli-HCfan am 26.09.2003 um 19:28:
Doch, dass sich der gute Jean den Winter-Uns-Ulle zu seihr zum Vorbild genommen hatte, das wusste ich. Ich war nur mit den Details seines wundersamen Gewichtsverlustes nicht vertraut...
Geschrieben von marina88 am 26.09.2003 um 19:30:
Gehört das jetzt zur Allgemeinbildung???
Ich denke, dass nicht jeder hier Fan von Nuttli ist und so bekannt ist er auch nicht, dass man die Geschichte zig mal schon zu hören bekommt....
Geschrieben von jonas am 26.09.2003 um 19:39:
Hab ja nur nachgefragt.
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